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Studium

Wissenschaftsgeschichte in Regensburg studieren


In der Lehre ist eine disziplin- oder epochenspezifische Differenzierung innerhalb des Studienangebotes im Fach Wissenschaftsgeschichte weder wünschenswert noch aus Kapazitätsgründen möglich. Vielmehr wird eine integrative Betrachtungsweise angestrebt, die – eher struktur- als ereignisgeschichtlich – auf die allgemeinhistorischen Voraussetzungen, die grundlegenden Konzepte/Methoden und die gesellschaftlichen Folgen der Naturwissenschaft zielt.

Indem das Fach historisches Wissen über Naturwissenschaft für Studierende ganz verschiedener Fachrichtungen bereitstellt, bietet es innerhalb der Universität eine Plattform für eine historisch fundierte Reflexion über Wissenschaft, auf der unterschiedliche Wissenskulturen einander begegnen können. Die geringe Studentenzahl erleichtert den persönlichen Kontakt mit den Dozenten. Da die Wissenschaftsgeschichte Studierende aus mehreren Disziplinen zusammenführt, ist eine individuelle und mit den Dozenten abgesprochene Studienplanung unabdingbar.


Lehrexport und Bezug zu anderen Studiengängen

Das Wahlmodul Wissenschaftsgeschichte (WIG-M10) verbindet den Masterstudiengang Wissenschaftsgeschichte mit anderen Regensburger Masterstudiengängen, insbesondere der Naturwissenschaften, sofern diese ein entsprechendes Wahl- oder Nebenfach vorsehen. Die dafür geforderten Leistungen bestünden dann im erfolgreichen Abschluss dieses Moduls. Zur Zeit sieht der Masterstudiengang Chemie (2. Nebenfach) eine solche Möglichkeit bereits vor; eine vergleichbare Regelung für andere Fächer wird angestrebt.

Lehrveranstaltungen der übrigen Module können darüber hinaus fall- und bedarfsweise in Module anderer Masterstudiengänge integriert werden. Zur Zeit sind dies z.B.: Philosophie (Spezialisierungsmodul Wissenschaftsreflexion) PHI-M34; Kulturwissenschaftliche Mittelalter-Studien; Frankreich-Studien II (Geschichte, Gesellschaft, Kultur) FRA-M20; Gender Studien (Geschichte, Gesellschaft, Theologie, Recht) GEN-M02; Großbritannien-Studien GBS-M04; Italien-Studien II (Geschichte, Gesellschaft, Kultur) ITA-M20; Biologie (Qualifikationsmodul).


Berufsprofil

Die moderne Wissensgesellschaft basiert nicht nur auf Wissenschaft; sie ist auch in verstärktem Maße auf ein Wissen über Wissenschaft angewiesen. Wissenschaftsorganisation und Forschungsmanagement, Vermittlung und Akzeptanz von Wissen in Medien und Öffentlichkeit, Bewertung von Wissen und Wissenschaftsfolgen erfordern perspektivisches und kontextualisierendes Denken. Wer gelernt hat, Wissen und Wissenschaft hinsichtlich der Voraussetzungen, der Mechanismen des Wissenschaftswandels und der Auswirkungen zu analysieren, und wer zugleich die hier geforderte Doppelqualifikation sowohl als Historiker als auch in der Objektdisziplin besitzt, bringt diese Voraussetzungen in besonderer Weise mit. Wissenschaftshistoriker sind damit in der Lage, traditionelle Grenzen zwischen den „Zwei Kulturen“ zu überschreiten.

Berufsbild und Arbeitsmarkt für Wissenschaftshistoriker lassen sich nicht klar umreißen. Außer an Hochschulen und Forschungseinrichtungen arbeiten Absolventen in Archiven, Museen, Bibliotheken, Verlagen, in der Wissenschaftskommunikation und der Öffentlichkeitsarbeit, in der Wissenschaftsverwaltung oder im Wissenschaftsjournalismus.


Angebotene Studiengänge


In den Bachelor- sowie den Lehramts-Studiengängen kann Wissenschaftsgeschichte als Nebenfach bzw. als Studieneinheit im Rahmen des EWS sowie des Frei Kombinierbaren Nebenfachs belegt werden. Die Studierenden erhalten damit einen – sowohl in der Schule als auch in ihren jeweiligen Studienrichtungen üblicherweise ausgeklammerten – Zugang zur Wissenschaft als Gegenstand der Erforschung, was sie in die Lage versetzt, aus einer Metaperspektive über Wissenschaft zu reflektieren und interdisziplinär zu kommunizieren.

Der Regensburger Masterstudiengang Wissenschaftsgeschichte ist als konsekutiver, forschungsorientierter Studiengang konzipiert. Seine Besonderheit liegt darin, dass er Studierende mit einem ersten Studienabschluss in einem historischen, philosophischen, gesellschafts- oder kulturwissenschaftlichen Fach und solche mit einem naturwissenschaftlichen oder mathematischen Abschluss zusammenführt.

Frei Kombinierbares Nebenfach

Studienziele

Als Studieneinheit im Rahmen des Frei Kombinierbaren Nebenfaches wird Wissenschaftsgeschichte primär als Reflexionsinstanz über Wissenschaft vermittelt. Die Studierenden eignen sich sowohl ein historisches Überblickswissen als auch die grundlegenden Methoden und Fragestellungen der Wissenschaftsgeschichte an und lernen, die Wissenschaft in ihren Wechselwirkungen mit Kultur und Gesellschaft als historischen Prozess zu begreifen. Auf diese Weise werden sie in die Lage versetzt, über Wissenschaft in historisch begründeter Weise zu reflektieren und zu kommunizieren. In den (naturwissenschaftlichen) Objektwissenschaften wird eine derartige Metaperspektive in der Regel nicht vermittelt. Ihr Fehlen wirkt sich gesamtgesellschaftlich als Kommunikationsdefizit zwischen den „Zwei Kulturen“ aus. Ein auch historisch fundiertes Wissen über Wissenschaft sowie die Fähigkeit, über Wissenschaft zu kommunizieren, gehört deshalb zu den Schlüsselqualifikationen der Moderne.


Ausbildungsprofil

Als Studieneinheit im Rahmen des Frei Kombinierbaren Nebenfaches vermittelt die Wissenschaftsgeschichte Kenntnisse und Methoden, die zur historischen Reflexion über Wissenschaft sowie zur interdisziplinären Kommunikation über Wissenschaft befähigen. Wissenschaftshistoriker besitzen in besonderer Weise die Fähigkeit, traditionelle Grenzen zwischen den Naturwissenschaften einerseits und den Sozial- und Geisteswissenschaften andererseits zu überschreiten: eine Fähigkeit, die in ganz unterschiedlichen wissenschaftsbezogenen Berufsfeldern verlangt wird. Dies gilt auch für den Lehrerberuf.


Übersicht

  • Inhalte/Lehrziele: Vermittelt werden Kenntnisse und Methoden, die Studierende befähigen, aus einer Metaperspektive über Wissenschaft zu reflektieren und interdisziplinär zu kommunizieren.
  • Bedingungen: Nicht wählbar, wenn Wissenschaftsgeschichte NF im Grundstudium (B.A., Magister) ist.
  • Modularer Aufbau: Pflicht im Grundstudium ist das Modul WIG–M 01 (Wissenschaftsgeschichte I). Bis zum Ende des Hauptstudiums muss das Modul WIG-M02 (Wissenschaftsgeschichte II) abgeschlossen sein. Die Modulbeschreibungen sowie Informationen, welche Veranstaltungen im jeweils laufenden Semester im jeweiligen Modul belegt werden können, erhalten Sie bei der Koordinierungsstelle Leistungspunkte.

Studieneinheit im Erziehungswissenschaftlichen Studium (EWS)

Vorbemerkung

Im Erziehungswissenschaftlichen Studium (EWS) für die Lehrämter an Grund- und Mittelschulen sind bei der Meldung zur Ersten Staatsprüfung neben dem Nachweis über die erfolgreiche Ableistung des schulpädagogischen Blockpraktikums Nachweise über die erfolgreiche Teilnahme an Lehrveranstaltungen im Umfang von insgesamt mindestens 8 Leistungspunkten aus den beiden Bereichen 'Gesellschaftswissenschaften' und 'Theologie oder Philosophie' vorzulegen. Wissenschaftshistorische Lehrveranstaltungen können je nach Thematik entweder für den gesellschaftswissenschaftlichen oder den philosophischen Bereich angerechnet werden.


Studienziele

Im Rahmen des Erziehungswissenschaftlichen Studiums wird Wissenschaftsgeschichte primär als Reflexionsinstanz über Wissenschaft vermittelt. Die Studierenden eignen sich ein historisches Überblickswissen oder exemplarische Themen aus der Wissenschaftsgeschichte an. Sie lernen dabei, Wissenschaft in ideengeschichtlicher Perspektive als historischen Prozess zu begreifen sowie die Wechselwirkungen von Wissenschaft mit Kultur und Gesellschaft zu analysieren. Die Studierenden werden auf diese Weise in die Lage versetzt, über Wissenschaft in historisch begründeter Weise zu reflektieren und zu kommunizieren. Wissenschaftshistoriker besitzen in besonderer Weise die Fähigkeit, traditionelle Grenzen zwischen den Naturwissenschaften einerseits und den Sozial- und Geisteswissenschaften andererseits zu überschreiten: eine Fähigkeit, die in ganz unterschiedlichen wissenschaftsbezogenen Berufsfeldern verlangt wird - nicht zuletzt in der Schule.


Lehrangebot

Prinzipiell können - nach vorangehender Rücksprache mit dem Dozenten - sämtliche Lehrveranstaltungen aus dem Bereich der Wissenschaftsgeschichte im Rahmen des Erziehungswissenschaftlichen Studiums besucht werden. Über die Anerkennung entscheiden im Zweifelsfall die für die Lehramtsausbildung Verantwortlichen. Geeignete Lehrveranstaltungen sind im Vorlesungsverzeichnis besonders gekennzeichnet.


Leistungsnachweise

In dafür geeigneten Lehrveranstaltungen kann der gemäß § 36 Abs. 2 Nr. 1 Buchst. a Doppelbuchst. bb LPO I erforderliche Nachweis der erfolgreichen Teilnahme im Umfang von 2 SWS erworben werden. Anforderungen für EWS-Scheine: Bei Seminaren in der Regel die Übernahme eines eigenen Referats mit schriftlicher Hausarbeit; bei Vorlesungen in der Regel eine ca. 20minütige mündliche Prüfung über den Stoff der Vorlesung oder ein ca. 5-8seitiger Essay zu einer spezielleren Fragestellung aus dem Stoff der Vorlesung. Das Thema ist jeweils mit dem Dozenten abzustimmen.


Bachelor-Nebenfach

Studienziele

Im Bachelor-Studium wird Wissenschaftsgeschichte primär als Reflexionsinstanz über Wissenschaft vermittelt. Die Studierenden eignen sich sowohl ein historisches Überblickswissen als auch die grundlegenden Methoden und Fragestellungen der Wissenschaftsgeschichte an und lernen, die Wissenschaft in ihren Wechselwirkungen mit Kultur und Gesellschaft als historischen Prozess zu begreifen. Auf diese Weise werden sie in die Lage versetzt, über Wissenschaft in historisch begründeter Weise zu reflektieren und zu kommunizieren. In den (naturwissenschaftlichen) Objektdisziplinen wird eine derartige Metaperspektive in der Regel nicht vermittelt. Ihr Fehlen wirkt sich gesamtgesellschaftlich als Kommunikationsdefizit zwischen den „Zwei Kulturen“ aus. Ein auch historisch fundiertes Wissen über Wissenschaft sowie die Fähigkeit, über Wissenschaft zu kommunizieren, gehört deshalb zu den Schlüsselqualifikationen der Moderne.


Ausbildungsprofil

Als ergänzendes Nebenfach vermittelt das Bachelor-Studienfach Wissenschaftsgeschichte Kenntnisse und Methoden, die zur historischen Reflexion über Wissenschaft sowie zur interdisziplinären Kommunikation über Wissenschaft befähigen. Wissenschaftshistoriker besitzen in besonderer Weise die Fähigkeit, traditionelle Grenzen zwischen den „Zwei Kulturen“ zu überschreiten - eine Fähigkeit, die in ganz unterschiedlichen wissenschaftsbezogenen Berufsfeldern verlangt wird. Dies gilt auch für den Lehrerberuf.


Fächerkombinationen

Wissenschaftsgeschichte kann in den geistes- und sozialwissenschaftlichen Bachelor-Studiengängen als Nebenfach (30 LP) bzw. im Wahlbereich (20 LP) oder im Rahmen des Frei Kombinierbaren Nebenfachs als Studieneinheit (15 LP) gewählt werden. In Lehramts-Studiengängen ist der Erwerb von EWS-Scheinen möglich. Eine formale Beschränkung der Fächerkombinationen ist nicht vorgesehen. In den Bachelor-Studiengängen der übrigen Fakultäten bestehen z.Zt. folgende Wahlmöglichkeiten:

  • Mathematik: Nebenfach (26 LP); Wahlbereich (15 LP)
  • Physik: Ergänzungsfach (15 LP)
  • Biochemie: Nebenfachmodul (auf Antrag)

Modularisierung und Studienverlauf

Das Studium ist vollständig modularisiert. Die Nebenfach-Module sind in den geistes- und sozialwissenschaftlichen Studiengängen zweiteilig konsekutiv aufgebaut. Sofern im Wahlbereich/Ergänzungsfach der naturwissenschaftlichen Bachelor-Studiengängen nur 15 LP verlangt werden, besteht freie Wahlmöglichkeit zwischen den Modulen WIG-M01 (Wissenschaftsgeschichte I) und WIG-M02 (Wissenschaftsgeschichte II).

Die Modulbeschreibungen finden Sie auf den entsprechenden Webseiten der Universität Regensburg. Jedes Modul kann innerhalb eines Studienjahres absolviert werden. Die Veranstaltungen werden im jährlichen Turnus angeboten. Die für den Bachelor erforderten Leistungen können innerhalb von vier Semestern erbracht werden.


Modul in Master-Studiengängen

Studienziele

Das Master-Modul Wissenschaftsgeschichte ist für diejenigen Master-Studiengänge (Naturwissenschaften, Mathematik, Psychologie) konzipiert, die ein solches Wahl- oder Nebenfach vorsehen. Das Wahlmodul vermittelt einen exemplarischen Überblick über zwei große Epochen aus der Geschichte der Naturwissenschaften und führt an Themen und Forschungspositionen der modernen Wissenschaftsgeschichte heran. Studierende aus naturwissenschaftlichen Master-Studiengängen sollen damit zu einer historisch und methodisch fundierten Reflexion ihrer eigenen Disziplin, der Institution Wissenschaft sowie ihres Handelns als Wissenschaftler befähigt werden.


Ausbildungsprofil

Als ergänzendes Nebenfach vermittelt das Wahlmodul Wissenschaftsgeschichte Kenntnisse und Methoden, die zur historischen Reflexion über Wissenschaft sowie zur interdisziplinären Kommunikation über Wissenschaft befähigen. Wissenschaftshistoriker besitzen in besonderer Weise die Fähigkeit, traditionelle Grenzen zwischen den „Zwei Kulturen“ zu überschreiten - eine Fähigkeit, die in ganz unterschiedlichen wissenschaftsbezogenen Berufsfeldern verlangt wird.


Fächerkombinationen

In den Master-Studiengängen außerhalb der Naturwissenschaftlichen Fakultäten bestehen z.Zt. folgende Wahlmöglichkeiten:

  • Mathematik: Wahlbereich (15 LP)
  • Physik: Ergänzungsfach
  • Chemie: 2. Nebenfach (15 LP)
  • Biologie: Wahlmodul (18 LP)

Die genannte, durch Prüfungsordnung der einzelnen Fächer vorgegebene Zahl von Leistungspunkten entspricht den 21 LP des wissenschaftshistorischen Wahlmoduls WIG-M30. Die Modulbeschreibung finden Sie auf den entsprechenden Webseiten der Universität Regensburg.


Studienverlauf

Das Lehrangebot kann innerhalb eines Studienjahres absolviert werden. Die Veranstaltungen werden im jährlichen Turnus angeboten.


Master-Studiengang

Bewerbungen (Eignungsfeststellungsverfahren)

  • zum Wintersemester: Ausländer bis zum 15. Juli, Deutsche und Bildungsinländer bis zum 1. September;
  • zum Sommersemester: Ausländer bis 15. Januar, Deutsche und Bildungsinländer bis 1. März.

Bewerbungen sind zu richten an den Lehrstuhl für Wissenschaftsgeschichte, Universität Regensburg, 93040 Regensburg. Den Bewerbungsunterlagen sind beizufügen (Zeugnisse nur in Kopie):

  • tabellarischer Lebenslauf,
  • Nachweis über den Erwerb der Hochschulreife,
  • Nachweis über die Sprachkenntnisse,
  • Zeugnisse über einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss (B.A., Magister, Diplom, Staatsexamen) mit einer Note von 'gut' oder besser,
  • Nachweise über relevante Studieninhalte und extra curriculare Aktivitäten (auch: einschlägige Berufserfahrung, Praktika, ...), sofern ein Bezug zum beabsichtigten Studium der Wissenschaftsgeschichte gegeben ist,
  • Begründung für den Studienwunsch (Motivationsschreiben) auf max. 3 Seiten

Studienziele

Ziel des Studiums ist die Vermittlung von Inhalten und Methoden der Wissenschaftsgeschichte auf fortgeschrittenem Niveau, um diese sowohl für eine anspruchsvolle Berufstätigkeit als auch für die Weiterqualifikation in der Forschung nutzbar machen zu können. Der Masterstudiengang orientiert sich am spezifischen Profil der Regensburger Wissenschaftsgeschichte sowie am internationalen Diskussionsstand des Faches History of Science. Dazu gehört die Vermittlung einer Doppelqualifikation in der Geschichte der Wissenschaften sowie in den Objektdisziplinen. Das Studium soll in die Lage versetzen, wissenschaftliches Wissen und Wissenschaft als soziales System hinsichtlich der Voraussetzungen, der Mechanismen des Wissenschaftswandels und der Folgen unter Einbeziehung des aktuellen Forschungsstandes historisch zu analysieren. Der studienfachspezifische Kernbereich ist dabei unter den Perspektiven „Naturbegriff und Wissensordnung“ sowie „Wissenschaft und Gesellschaft“ organisiert; diese werden als sich komplementär ergänzende Betrachtungsweisen systematisch aufeinander bezogen.

Eine Besonderheit des Regensburger Master-Studienganges liegt darin, dass Studierende mit einem ersten Studienabschluss in den Geistes-, Kultur- oder Gesellschaftswissenschaften mit Studierenden zusammenführt werden, die ein naturwissenschaftliches oder mathematisches Studium absolviert haben, und dass deshalb einführend die Grundlage der jeweils anderen Wissenschaftskultur vermittelt und diese Interdisziplinarität im Laufe des Studiums weiter vertieft wird.


Berufsprofil

Die moderne Wissensgesellschaft basiert nicht nur auf Wissenschaft; sie ist auch in verstärktem Maße auf ein Wissen über Wissenschaft angewiesen. Wissenschaftsorganisation und Forschungsmanagement, die Vermittlung und Akzeptanz von Wissen in Medien und Öffentlichkeit, die Bewertung von Wissen und Wissenschaftsfolgen erfordern perspektivisches und kontextualisierendes Denken. Wer gelernt hat, Wissen und Wissenschaft hinsichtlich ihrer Voraussetzungen, der Mechanismen des Wissenschaftswandels und ihrer Folgen historisch zu analysieren, und wer zugleich die hier geforderte Doppelqualifikation sowohl als Wissenschaftshistoriker als auch in der Objektdisziplin besitzt, bringt diese Voraussetzungen in besonderer Weise mit.

Auch wenn ein umrissenes Berufsbild außerhalb der akademischen Forschung nicht existiert, vermittelt das Studium der Wissenschaftsgeschichte ein Wissen über Wissenschaft, das zunehmend wichtiger wird. So arbeiten Wissenschaftshistoriker in der Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, in der Wissenschaftsverwaltung oder als Wissenschaftsjournalisten, in Verlagen, Forschungsbibliotheken, Wirtschafts- und Firmenarchiven oder in Wissenschafts- und Technikmuseen. Der Masterstudiengang bereitet insbesondere auch für eine anschließende Tätigkeit in der Forschung (Promotion) vor.


Voraussetzungen

Die Zulassung zum Studium erfolgt aufgrund eines Eignungsfeststellungsverfahrens. Sie setzt einen ersten Studienabschluss voraus, und zwar entweder in einem historischen, kultur- oder gesellschaftswissenschaftlichen Fach oder in einer Naturwissenschaft bzw. in Mathematik. Der Erwerb der jeweils komplementären Sachkompetenz sowie der interdisziplinären Urteilsfähigkeit ist Bestandteil des Studiums. Aufgrund der unterschiedlichen ersten Studienabschlüsse und wegen der Vielzahl von Fächerkombinationen, die sinnvoll darauf aufbauen, sind innerhalb der ersten drei Fachsemester zwei ausführliche Orientierungsgespräche mit prüfungsberechtigten Dozenten des Faches Wissenschaftsgeschichte verpflichtend vorgesehen.


Übersicht

Das Studium ist vollständig modularisiert. Die Module M31 und M32/33 sind im ersten Studienjahr zu absolvieren; Wahlmöglichkeit besteht in der Auswahl der Lehrveranstaltungen sowie beim individuellen Zuschnitt des Interdisziplinären Ergänzungsmoduls M36.

WIG-M31: Wissenschaftsgeschichte (Methoden, Positionen)
WIG-M32: Basis Naturwissenschaften/Mathematik
WIG-M33: Basis Geschichte/Philosophie
WIG-M34: Naturbegriff und Wissensordnung
WIG-M35: Wissenschaft und Gesellschaft
WIG-M36: Interdisziplinäre Vertiefung
WIG-M37: Forschungsmodul

Modulbeschreibungen finden Sie auf den entsprechenden Webseiten der Universität Regensburg.


Studienverlauf

Die Module des Masterstudiengangs Wissenschaftsgeschichte sind so angelegt, dass jedes Modul innerhalb eines Studienjahres absolviert werden kann. Die Veranstaltungen werden im jährlichen Turnus angeboten und können in unterschiedlicher Weise kombiniert werden. Das hier vorgestellte Lehrangebot wird im Rahmen der Lehrverpflichtung von Privatdozenten sowie durch Lehraufträge nach Möglichkeit verbreitert. Studierende, die die Zyklusvorlesung und das zugehörige Tutorium bereits im Rahmen der Bachelor-Module WIG-M01 bis WIG-M04 belegt haben, belegen im Masterstudiengang statt dessen zusätzliche Hauptseminare mit mindestens der gleichen Zahl von Leistungspunkten. Einen exemplarischen Studienverlauf finden Sie hier.


Promotion

Eine Promotion im Fach Wissenschaftsgeschichte bedeutet i.d.R. eine Doppelqualifikation, nämlich in historischer und in objektwissenschaftlicher (z.B. naturwissenschaftlicher) Hinsicht. Da die Promovierenden unterschiedliche Studienabschlüsse mitbringen, müssen in der Doktorandenausbildung individuelle Lösungen für die interdisziplinäre Betreuung gefunden werden. Dazu gehört, dass Promotionsvorhaben von Anfang an von einem weiteren Hochschullehrer mitbetreut werden sollten, der i.d.R. die für die Arbeit einschlägige (naturwissenschaftliche) Objektdisziplin vertritt. Damit trägt die Betreuung der interdisziplinären Natur wissenschaftshistorischer Promotionen Rechnung.


Voraussetzungen

Die Annahme als Doktorand/in setzt ein für die angestrebte Promotion fachlich einschlägiges und mindestens mit der Note ‚gut' abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium voraus. Das Studium an einer ausländischen Hochschule sowie gleichwertige Abschlussprüfungen an in- und ausländischen Hochschulen können anerkannt werden. Deutsche Sprachkenntnisse sind erforderlich; die Dissertation kann jedoch auch auf Englisch verfasst werden. Einzelheiten regelt die Promotionsordnung der Philosophischen Fakultäten.


Studienorganisation

Die Promotionsphase ist eine besonders kritische Phase. In vielen Fächern bauen Promotionsvorhaben thematisch auf Magister- oder Diplomarbeiten auf und sind oft Teil von Forschungsprojekten einer Arbeitsgruppe. In der Wissenschaftsgeschichte ist die Aufnahme einer Promotion häufig mit einer fachlichen Neuorientierung und Neusozialisierung verbunden: z.B. vom Naturwissenschaftler zum Historiker; außerdem sind wissenschaftshistorische Promotionsvorhaben meist Einzelprojekte, in die auch sehr persönliche Vorlieben, Erfahrungen und Stärken einfließen dürfen. Um so wichtiger ist die Einbindung in Strukturen der Nachwuchsförderung, wie sie das fächerübergreifende gemeinsame Promotionskolleg der Philosophischen Fakultäten bietet.

Eine fachspezifisches Promotionsstudium mit festem Curriculum, wie dies z.B. in Graduiertenkollegs vorgesehen ist, gibt es in der Wissenschaftsgeschichte in Regensburg nicht. Dank der guten Betreuungsrelation haben Doktoranden die Chance des tagtäglichen informellen Kontakts mit den Dozenten. Verbindlich für alle Doktoranden der Wissenschaftsgeschichte in Regensburg ist:

  • der erfolgreiche Besuch von drei Hauptseminaren in Wissenschaftsgeschichte (wobei schon im Hauptstudium erbrachte Leistungen angerechnet werden);
  • die Teilnahme am Doktorandenkolloquium der Wissenschaftsgeschichte, wo Doktoranden im Laufe der Promotionszeit mindestens zweimal über den Fortgang ihrer Arbeit berichten;
  • die Präsentation des eigenen Promotionsvorhabens in einem Doktorandenkolloquium/Oberseminar der jeweiligen (naturwissenschaftlichen) Objektdisziplin oder eines Nachbarfaches;
  • die Teilnahme an auswärtigen Kolloquiumsvorträgen, zu denen vom Lehrstuhl aus eine gemeinsame Fahrt organisiert wird (etwa drei- bis viermal im Jahr);
  • ferner die regelmäßige und fortlaufende Berichterstattung über den Fortgang der eigenen Arbeit im persönlichen Gespräch mit beiden Betreuern.
  • Vom ersten Promotionsjahr an wird die Teilnahme an den Jahrestagungen des Driburger Kreises (einem überregionalen Gesprächskreis von Nachwuchswissenschaftler(inne)n der Wissenschafts-, Medizin- und Technikgeschichte) empfohlen;
  • vom zweiten Promotionsjahr an wird von den Doktoranden erwartet, dass sie Ergebnisse ihrer Arbeit mindestens einmal auf einer nationalen oder internationalen wissenschaftshistorischen Tagung zu Diskussion stellen.

Es wird begrüßt und unterstützt, wenn Doktoranden im Rahmen von Tutorien oder Übungen eigene Erfahrung in der akademischen Lehre sammeln. Darüber hinaus soll das Promotionsstudium auch an unterschiedliche Aspekte des Wissenschaftsbetriebes heranführen. Die Doktoranden erhalten z.B. Gelegenheit, die organisatorischen, redaktionellen oder hochschul- und wissenschaftspolitischen Aufgaben des Lehrstuhls kennenzulernen. Externe Praktika (Museen, Archive, Öffentlichkeitsarbeit) werden ausdrücklich empfohlen.


Finanzierung

Eigene Promotionsstellen gibt es am Lehrstuhl nicht. Bei Stipendiaten dürfte eine Promotionsdauer von 3-4 Jahren noch realistisch sein. Als Träger kommt die Graduiertenförderung der einzelnen Begabtenförderungswerke sowie eine Reihe von Stiftungen in Betracht. Nützliche Hinweise finden Doktoranden auch auf den Seiten von THESIS, einem interdisziplinären Netzwerk von Promovierenden und Promovierten.


Promotionsordnung

Einzelheiten regelt die gemeinsame Promotionsordnung der Philosophischen Fakultäten der Universität Regensburg.



Zur Liste der seit 1995 am Lehrstuhl verfassten Dissertationen …


Tipps für Studierende


Hausarbeiten

Hinweise für die Anfertigung von Hausarbeiten finden Sie hier als PDF zum Download. Diesbezüglich bedenkenswert sind auch die "Zehn Gebote" des britischen Historikers Hugh Trevor-Roper.


Referat/Vortrag

Zur Optimierung der mündlichen Präsentation sei auf Paul Edwards "How to Give an Academic Talk" verwiesen.


Auswahlbibliographie

Eine Standortübersicht und Auswahlbibliographie zur Wissenschaftsgeschichte in der Universitätsbibliothek Regensburg und im Internet als PDF zum Download finden Sie hier.


Wissenschaftshistorische Übungen

Ergänzend zu o. g. Auswahlbibliographie finden Sie hier eine Sammlung von wissenschaftshistorischen Übungen (als PDF-Datei). Sie soll helfen, mit der Bibliothek und der Literaturrecherche vertraut zu werden. Auch möchte sie einen ersten Einblick in Themen der Wissenschaftsgeschichte vermitteln.


Linksammlung

Eine Sammlung von Links zu Internetseiten rund um das Thema Wissenschaftsgeschichte finden Sie hier.


Studieninformation

An dieser Stelle finden Sie die Broschüre zur Einführung in das Studium der Wissenschaftsgeschichte.

Klausurüberschneidung (Stand Januar 2015)

Verfahren wie folgt:

  • Sie müssen für den 1. Klausurtermin in FlexNow angemeldet sein und angemeldet bleiben.
  • Sie müssen einen schriftlichen Antrag an das Prüfungsamt stellen. Darin geben Sie den triftigen Grund "Prüfungsüberschneidung" an.
  • Von jedem der beiden Lehrstühle, bei denen Sie Klausuren schreiben wollen, brauchen Sie eine schriftliche Bestätigung über Datum und Uhrzeit der Klausur.
  • Mit diesen beiden Bestätigungen und Ihrem formlosen Antrag gehen Sie zum Prüfungsamt und dort wird Ihnen der Verhinderungsgrund bei der Lehrveranstaltung verbucht, an der Sie erst zum Wiederholungstermin antreten.

Zur Zeit ist ein Antragsformular nicht vorhanden. Demnächst wir ein entsprechender Vordruck "Prüfungsüberschneidung" erstellt und im Netz zur Verfügung gestellt.


Lehrveranstaltungen

Bitte unbedingt beachten:

Wird keine Flexnow-Anmeldung von Ihnen durchgeführt, erfolgt auch kein Leistungseintrag.
Eine angemeldete Prüfung muss abgelegt oder fristgerecht von Ihnen abgemeldet werden, sonst zählt die Prüfung wegen Versäumnis als nicht bestanden (Ausnahme: ärztliches Attest).

Wiederholungstermin: Die Wiederholungsklausur ist ausschließlich für Wiederholer bzw. Nachholer und nicht für den Erstversuch.

Sofern für die einzelnen Lehrveranstaltungen besondere Materialien (Skripten, Seminarpläne, Lesestoff, Primärquellen) zur Verfügung stehen, sind diese über die E-Learning-Plattform G.R.I.P.S. abrufbar. Der Zugangsschlüssel wird in der Lehrveranstaltung bekannt gegeben.


Prüfungsordnungen

Alle Studiengänge sind rechtsverbindlich durch Prüfungsordnungen geregelt. Darin ist festgelegt, welche Leistungen Sie während des Studiums erbringen müssen und wie sich die Prüfungsverfahren gestalten. Eine laufend aktualisierte Übersicht über sämtliche Prüfungsordnungen findet sich auf den Webseiten der Universität Regensburg.

Bei allgemeinen Rückfragen wenden Sie sich bitte an die zentrale Studienberatung, bei fachspezifischen Fragen an die Fachstudienberater.


Erläuterungen zu den einzelnen Veranstaltungstypen

Vorlesung

Die Vorlesung ist als Zyklusvorlesung konzipiert. Sie vermittelt einen Überblick über jeweils eine große Epoche aus der Geschichte der Naturwissenschaft und führt an Themen und Positionen der modernen Wissenschaftsgeschichtsschreibung heran. Die einzelnen Teile des Zyklus sind unabhängig voneinander und setzen den Besuch der vorangehenden Teile nicht voraus. Die Vorlesung hat zudem die Aufgabe, unter der leitenden Fragestellung nach dem Verhältnis von Kontinuität und Wandel die in den Seminaren exemplarisch behandelten Themen auch in diachroner Perspektive zu verbinden. Der Teilnahmeerfolg wird durch eine Abschlussklausur am Ende des Semesters festgestellt.


Tutorium

Im Tutorium zur Vorlesung werden auf Grundlage des jeweiligen Vorlesungsstoffs und der angegebenen Literatur gestellte Übungsaufgaben (z.B. die Interpretation eines kurzen Quellentextes oder die freie Erörterung einer Fragestellung) besprochen. Die von den Studierenden erarbeiteten Lösungen werden benotet.


Seminar/Übung

Seminar und Übung (nur im B.A.-Studium) vertiefen ein eingegrenztes Thema aus der Wissenschaftsgeschichte durch die Besprechung von Quellentexten oder klassischen Ansätzen der Forschung sowie durch die selbständige Ausarbeitung und Präsentation ausgewählter Themen. Je nach Art des Seminars/der Übung werden die Einzelleistungen oder die Hausarbeit benotet.


Basiskurs

Basiskurse dienen erstens der Vermittlung und Einübung der wichtigsten wissenschaftshistorischen Methoden und Arbeitstechniken, zweitens führen sie in historiographischer Perspektive in die wichtigsten Positionen der modernen Wissenschaftsgeschichtsschreibung ein. Die Leistungen werden benotet.


Hauptseminar

Das Hauptseminar erlaubt, die erworbene Methoden- und Sachkompetenz an ausgewählten Fragestellungen zu erproben und zu vertiefen. Die Hauptseminare sind den einander ergänzenden Perspektiven „Naturbegriff und Wissensordnung“ sowie „Wissenschaft und Gesellschaft“ zugeordnet, in denen jeweils Leistungen zu erbringen sind. Benotete Leistungsnachweise im Hauptseminar werden in der Regel auf Grund einer Hausarbeit erteilt.


Projektseminar

Projektseminare sind Hauptseminare, die ein von den Studierenden gemeinsam zu erarbeitendes Projekt, z.B. eine Ausstellungseinheit, zum Ziel haben.


Exkursion

In der Exkursion wird der Umgang mit Sachzeugen der materiellen Kultur der Wissenschaften erprobt und zugleich die Fähigkeit geübt, darüber in freier Rede zu kommunizieren.

Alle Studiengänge sind rechtsverbindlich durch Prüfungsordnungen geregelt. Darin ist festgelegt, welche Leistungen Sie während des Studiums erbringen müssen und wie sich die Prüfungsverfahren gestalten. Eine laufend aktualisierte Übersicht über sämtliche Prüfungsordnungen findet sich auf den Webseiten der Universität Regensburg.

Bei allgemeinen Rückfragen wenden Sie sich bitte an die zentrale Studienberatung, bei fachspezifischen Fragen an die Fachstudienberater.


  1. Fakultät für Philosophie, Kunst-, Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften
  2. Institut für Philosophie

Professur für Wissenschaftsgeschichte

 

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Universitätsstraße 31
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