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Forschung

Forschungsschwerpunkte

Gotteslehre und Trinitätstheologie

Gott offenbart sich in der Heiligen Schrift als ein sprechender Gott, der den Menschen beansprucht. Somit kommt dem Phänomen der Sprache eine besondere Bedeutung bei der Rede von der Nähe Gott zu. Von daher soll eine trinitarische Gottrede entfaltet werden, die in Jesus Christus das Wort und im Heiligen Geist den Atem Gottes erblickt, um sich dem Rätsel eines sprechenden Gottes anzunähern.

 

Theologische Anthropologie

Im Kontext eines erfahrungsbezogenen phänomenologischen Denkens steht die Frage nach jenen Beziehungen des Menschseins im Mittelpunkt, in denen wir uns immer schon vorfinden. Es gibt ein rätselhaftes Phänomen der Geworfenheit bzw. Passivität des Menschen, das die Frage nach dem Sinn und der Bedeutung des Menschseins aufkommen lässt. Was bedeutet die Beziehung zu Gott und die Beziehung zum anderen Menschen für die Frage, die der Mensch vor sich selber ist? Auch hier soll die Anthropologie relational entfaltet werden und vor allem dem Phänomen der Uneindeutigkeit der Wirklichkeit besondere Beachtung geschenkt werden, welche die Deutung durch den Menschen herausfordert.

Manuskript des im Forschungsfreisemester WS 2004/05 begonnenen Projekts "Grundriss Theologischer Anthropologie" im September 2005 abgeschlossen. Das Buch ist im Februar 2006 erschienen.

 

Jüdisch-christlicher Dialog

Nicht zuletzt aufgrund der Lehrverkündigung Johannes Pauls II. ist die Frage des jüdisch-christlichen Verhältnisses für die gegenwärtige Debatte in der Systematischen Theologie immer wichtiger geworden. Dabei geht es zentral um das Problem, wie wir etwa von der Kirche als Volk Gottes so sprechen können, dass damit Israel nicht aus seiner Rolle als Bundesvolk verdrängt wird. Johannes Paul II. betont immer wieder, dass das Volk Israel in einem ungekündigten Bund mit Gott steht. Von hierher sind die Konsequenzen für die Dogmatik zu ziehen und zu entfalten. Hier steht die Forschung erst am Anfang.

Zu diesem Thema fand im SS 2004 und im WS 2004/05 in Zusammenarbeit mit dem Lst. f. Biblische Theologie (Exegese und Hermeneutik des Alten Testaments) eine Internationale Ringvorlesung (gefördert durch die Universitätsstiftung Hans Vielberth) mit dem Titel: Dabru Emet – Eine jüdische Stellungnahme zu Christen und Christentum als Herausforderung für die katholische Theologie statt.

 

Rezeption phänomenologischen Denkens besonders von Emmanuel Levinas

Es gibt bei aller Unterschiedenheit eine starke Nähe zwischen christlichem und jüdischem Denken über Gott und den Menschen. Dies zeigt sich auch in der Befassung mit einem der bedeutendsten französischen Philosophen des letzten Jahrhunderts, Emmanuel Levinas. Bei ihm steht vor allem ein Alteritätskonzept zur Debatte, das den Menschen als Subjekt vom Anderen her zu verstehen versucht. In dieser Beziehung zum Anderen kommt auch der Frage nach Gott eine besondere Bedeutung zu. Die Rede von der Nähe Gottes erhält eine eminent ethische Sinnspitze. Dieses Denken soll auch für die christliche Theologie fruchtbar gemacht werden.

Zusammen mit dem Lst. f. Biblische Theologie (Exegese und Hermeneutik des Alten Testaments) wurde im WS 2005/06 ein Symposion (gefördert v. d. Regensburger Universitätsstiftung Hans Vielberth) mit dem Titel: Die Bedeutung der Sprache in der Theologie - aus exegetischer und systematischer Sicht abgehalten.

 


 

Promotionensprojekte:

Abgeschlossen:

In Osnabrück:

Maren Grautmann, Gottes Platz ist in der Seele zu einer Leerstelle geworden. Rezeptionsästhetische Gott-Rede nach dem Ende der Theodizee (Langverlag, Regensburger Studien zur Theologie 67, Frankfurt/M. 2008)

In Regensburg:

Stefan Sander, Gott begegnet im Anderen. Der Diakon und die Einheit des sakramentalen Amtes (Herderverlag, Freiburger Theol. Studien 170, Freiburg i. Brsg. 2006)

Christian Hörmann, Begegnung mit dem Unaussprechlichen. Musikerfahrung und kairologische Rationalität (Grünewald Mainz 2010)

Markus. Weißer, Der Heilige Horizont des Herzens. Perspektiven einer trinitarischen Soteriologie im Anschluss an Karl Rahner (Herderverlag, Freiburger Theol. Stud. 186, Freiburg i. Brsg. 2018)

 

In Bearbeitung:

Matthias Brüggemeier-Koch: Die Bedeutung der Zeit im christlichen und jüdischen Denken, ausgehend von der Bibel, A.J. Heschel, J. Moltmann und K. Rahner

Charlotte Dietrich, Zeugnis ablegen durch die Zeit. Zur Frage nach einer körperlich erfahrbaren Zeugenschaft über den Tod der Erstzeugen hinaus, ausgehend von autobiographischen Zeugnisse Shoah-Überlebender

Katrin Großmann, Die Bedeutung der Gottesfurcht im biblischen und jüdischen Denken. Eine exegetisch-systematische Untersuchung

Deogratias Naburhaca, Sacrement de salut dans l’horizon de la verité. Jalons d’une élaboration systématique de l’ecclésiologie de Joseph Ratzinger

Sebastian Palamoottil, The epistemological method of paradox: Ephrem the Syrian and H. U. v. Balthasar

 


 

Mentor in Habilitationsprojekten:

Abgeschlossen:

Dr. René Dausner (Verfahren an der KU Eichstätt), Christologie in messianischer Perspektive. Zur Bedeutung Jesu im Diskurs mit Emmanuel Levinas und Giorgio Agamben (Schöninghverlag, Studien zu Judentum und Christentum 31, Paderborn 2016)

Mentoren: Ch. Böttigheimer/Eichstätt, K. Appel/Wien, E. Dirscherl/Regensburg

 

Dr. Matthias Ederer, Tamid. Der regelmäßige Gottesdienst Israels und seine theologische Deutung in den Texten der Tora 2016

Mentoren: Ch. Dohmen/Regensburg, B. Schmitz/Würzburg, E. Dirscherl/Regensburg

 

Dr. Jürgen Kroth, Dein Reich komme. Studien zu einer politischen Theologie sakramentaler Theorie und Praxis 2017

Mentoren: H.-G. Schöttler/Regensburg, N. Mette/Dortmund, E. Dirscherl/Regensburg

 

In Bearbeitung:

 

Dr. Andreas Telser, Den Humor um Gottes Willen ernst nehmen

Mentoren: E. Dirscherl/Regensburg, D. Gelhard/Regensburg, K. Wenzel /Frankfurt/M.

 

Dr. Markus Kneer, Dialogische Anerkennung. Eine personphilosophische Grundlegung der christlich-muslimischen Begegnung im Gespräch mit B. E. Mounier und M. A. Lahbabi

Mentoren: A. Knoll/Regensburg, E. Dirscherl/Regensburg, F. Körner SJ/Rom

 

Dr. Markus Weißer, Die Dynamik der Dogmatik. Der biblische Kanon als Paradigma für den Traditionsprozess einer lebendigen Glaubensgeschichte.

Mentoren: E. Dirscherl/Regensburg, Ch. Dohmen/Regensburg, B. Stubenrauch/München

 

An der Fakultät für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften Uni Regensburg:

Dr. Anna-Dorothea Ludewig, Jüdische Frauenbilder im deutschsprachigen Kulturzionismus.

Mentoren: D. Gelhard/Regensburg, M. Nekula/Regensburg, E. Dirscherl/Regensburg

  1. Fakultät für Katholische Theologie
  2. Systematische Theologie

Dogmatik & Dogmengeschichte

Prof. Dr. Erwin Dirscherl

Apostel Rechte Spalte
Kontakt:

Sekretariat: Helga Liebl
PT. 4.1.58
0941/943 3801
helga.liebl@theologie.uni-r.de