Zu Hauptinhalt springen
Startseite UR

Lehrstuhl Prof. Dr. Carsten Herresthal

Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Europarecht und Rechtstheorie

Herzlich willkommen!

Regensburg

Der Lehrstuhl widmet sich dem deutschen und europäischen Unternehmensrecht mit besonderen Schwerpunkten im Bank- und Kapitalmarktrecht einschließlich der Compliance im Kapitalmarktrecht sowie im Gesellschaftsrecht einschließlich des europäischen Gesellschaftsrechts.

Weitere Schwerpunkte bilden das Schiedsverfahrensrecht, das Vertragsrecht sowie das europäische Privatrecht.

Besondere Beachtung finden in allen genannten Schwerpunkten die Rückführung aktueller Fragestellungen auf die Grundlagen des Privatrechts sowie die Methoden der Rechtsgewinnung im nationalen sowie europarechtlichen Kontext.


Veröffentlichungen im Erscheinen: (zum ausführlichen Publikationsverzeichnis hier)

  • Von Negativzinsen zu Verwahrentgelten, erscheint in WM 2021
  • Der allgemeine Bankvertrag (Schutz- und Rücksichtnahmepflichten von Banken), erscheint in BeckOGK-BGB, ca. 30 S.
  • Europarechtliche Bezüge des Vertragsrecht, erscheint in: Langenbucher (Hrsg.), Europäisches Privat- und Wirtschaftsrecht, Nomos Verlag, 5. Aufl. 2021, ca. 125 S.
  • Fundamental Issues of the Methodology of European Private Law, in: Alpa/Di Donna, Lectures in the Master of European Private Law at Sapienza - Universita di Roma, 2021

   

Aktuelle Veröffentlichungen:


03.09.2021

Herresthal, Staudinger, Bearb. 2021, Kommentierung der §§ 358-360 BGB

Die §§ 358-360 BGB regeln die Folgen von Vertragsstörungen bei verbundenen und zusammenhängenden Verträgen. Die neue und sehr ausführliche Kommentierung von Prof. Herresthal adressiert insbesondere die aktuellen, umstrittenen Rechtsfragen im Zusammenhang mit der Rückabwicklung verbundener nach einem Widerruf von Kfz-Darlehen im Dunstkreis des Dieselskandals. 


21.08.2021

Herresthal, Die Verjährung des Anspruchs auf Zinsgutschrift bei langfristigen Sparverträgen, WM 2021, 1565 ff.

Die judikative Ergänzung von Prämiensparverträgen mit einer fehlenden bzw. unwirksamen Zinsanpassungsklausel prägt weiterhin die Diskussion im Bankvertragsrecht (ausf. dazu Herresthal WM 2020, S. 1949 ff., S. 1997 ff.). Im Zentrum steht dabei mittlerweile die Frage der Verjährung etwaiger Zinsnachzahlungsansprüchen des Kunden. Prof. Herresthal hat in einem aktuellen Aufsatz (WM 2021, 1565 ff.) herausgearbeitet, dass Zinsänderungsklauseln in langfristigen Sparverträgen, die den Anforderungen des BGH entsprechen sog. Zinsautomatikklauseln sind. Daher ist zwischen einem Anspruch des Sparers auf Zinsgutschrift (Entrichtung des Zinses) und einem Anspruch aus einer Gutschrift zu unterscheiden. Ein (vorgeschalteter) Anspruch des Sparers gegen das Kreditinstitut auf Anpassung des vertraglichen Zinssatzes besteht nicht. 
Der Anspruch auf Zinsgutschrift ist mit dem Schluss des Geschäftsjahres fällig. Der Anspruch verjährt bei einer Zinsänderungsklausel, die den Vorgaben des BGH entspricht, gemäß §§ 195, 199 Abs. 1, 4 BGB. Die Verjährung beginnt mit dem Schluss des Kalenderjahres, das auf jenes folgt, für das die Zinsgutschrift begehrt wird und läuft i.d.R. nach drei Jahren ab. Entsprechendes wird i.d.R. für einen Anspruch auf Ersatz des Verzugsschadens bzw. einen Anspruch auf Schadensersatz statt der Leistung gelten. Die Fiktion einer Umwandlung des Anspruchs auf Zinsgutschrift in einen Teil der Kapitalrückforderung ist abzulehnen.
Sofern eine Zinsänderungsklausel fehlt oder unzureichend ist, enthält der Vertrag im Fall einer judikativen Vertragsergänzung (§ 157 BGB) von Beginn an eine Zinsänderungsklausel, die den judikativen Anforderungen entspricht. Auch in diesem Fall sind die Voraussetzungen der Verjährung des Anspruchs auf Zinsgutschrift spätestens mit Ablauf des ersten Kalenderhalbjahres nach dem Fälligkeitszeitpunkt gegeben. An einer Erfüllung der Tatbestandsvoraussetzungen der Schadensersatzansprüche wird es im Regelfall fehlen. Eine Verjährungshemmung aufgrund einer unsicheren und zweifelhaften Rechtslage ist abzulehnen


14.06.2021

Grigoleit/Herresthal, BGB-AT, 4. Aufl. 2021

Am 14.06.2021 ist die 4. Auflage des Examinatorium-Bandes BGB-AT von Prof. Grigoleit und Prof. Herresthal erschienen. Der Band behandelt den Allgemeinen Teil des BGB. Neben der Darstellung des großen Examensfalls wird besonderer Wert auf die didaktische Vermittlung des Gesamtzusammenhangs im BGB AT gelegt. Deshalb enthält der Band zahlreiche Fälle mit umfangreichen Lösungen, die am "großen Examensfall" orientiert sind und bettet diese Fälle in zahlreiche systematische Übersichten ein. Diese Übersichten ergänzen die Fälle und verknüpfen die Lerninhalte. Jedes Kapitel schließt mit ausführlichen Hinweisen zur aktuellen examensrelevanten Rechtsprechung. Der Band verbindet die Vorzüge eines Examensklausurenkurses mit einer systematischen Vermittlung des examensrelevanten Wissens im BGB AT. Der Schwerpunkt liegt auf der didaktischen Aufbereitung des Examensstoffes und seiner Einbettung in den systematischen Kontext. Der Band ist damit Klausurband und Examensrepetitorium zugleich. Er ist aus diesem Grund optimal zur Examensvorbereitung geeignet. 


17.3.2021

Herresthal, Die Ablehnung einer Informationspflicht des Klauselverwenders bei einer ergänzenden Vertragsauslegung laufender Verträge, BKR 2021, 131 ff.

Am 29. Januar 2021 hat die BaFin eine Anhörung für eine geplante Allgemeinverfügung in Sachen Prämiensparen veröffentlicht; mit dieser Verfügung will die BaFin Banken und Sparkassen dazu verpflichten, alle betroffenen Kunden darüber zu informieren, welche Zinsanpassungsklausel im jeweiligen Vertrag verwendet wurde und ob der Kunde daher zu wenig Zinsen erhalten habe. Zudem sollen die Banken und Sparkassen den Kunden ein Lösungsangebot anbieten, wie die Vertragslücke durch Nachberechnung geschlossen wird. Prof. Herresthal hat in einem ausführlichen Beitrag in der BKR 2021, 131- 140  herausgearbeitet, dass diese Anhörung der BaFin von einer vollkommen unzutreffenden materiell-rechtlichen Rechtslage im Vertragsrecht ausgeht. Eine Informationspflicht des Klauselverwenders bei einer unwirksamen AGB-KLausel und der Notwendigkeit einer judikativen Vertragsergänzung (ergänzenden Vertragsauslegung) besteht nicht. Der Klauselverwender kann letztlich nur die judikative Vertragsergänzung antizipieren und seiner weiteren Vertragsauslegung zugrunde legen. Sollte der Verwendungsgegner die vom Klauselverwender zugrunde gelegte Vertragsergänzung mißbilligen, kann und muss er ggf eine gerichtliche Entscheidung über die zutreffende judikative Vertragsergänzung herbeiführen. Angesichts dieser materiellen Rechtslage besteht schon der von der BaFin angenommene Mißstand i.S.v. § 4 Abs. 1a FinDAG nicht; eine Kompetenzgrundlage für die geplante Allgemeinverfügung fehlt bereits aus diesem Grund.


15.03.2021

Weitnauer/Boxberger/Anders, KAGB, 3. Aufl. 2021

Am 29. März 2021 ist der Kommentar Weitnauer/Boxberger/Anders, KAGB, in 3. Aufl. 2021 erschienen. Der Kommentar deckt die gesamte Bandbreite kollektiver Vermögensanlagen im Bereich der offenen und geschlossenen Investmentfonds ab und kommentiert die einschlägigen Normen umfassend und praxisnah. Der Kommentar ist mittlerweile auf dem Weg zum Marktstandard im Kapitalmarktrecht. Prof. Herresthal kommentiert erstmalig in der dritten Auflage die §§ 26-30 KAGB (Allgemeine Verhaltens- und Organisationsregeln) sowie die §§ 287-292 KAGB (Besondere Vorschriften für AIF, die die Kontrolle über nicht börsennotierte Unternehmen und Emittenten erlangen).


01.03.2021

Unionsrechtskonformität der ergänzenden Vertragsauslegung bei unwirksamen AGB-Klauseln, NJW 2021, 589

Seit einer Entscheidung des EuGH aus dem Jahr 2019 (EuGH ECLI:EU:C:2019:819 = WM 2019, 1963) war umstritten, ob die sog. ergänzende Vertragsauslegung (besser judikative Vertragsergänzung) gemäß §§ 306 Abs. 2, 157 BGB zur Schließung der aus einer unwirksamen AGB-Klausel resultierenden Vertragslücke vor den Anforderungen der AGB-Klauselrichtlinie 93/13/EWG Bestand hat. Aus Anlass einer aktuellen weiteren Entscheidung des EuGH (ECLI:EU:C:2020, 954 = NJW 2021, 611) zu diesem Problemkreis hat Prof. Herresthal in einem aktuellen Beitrag in der NJW (NJW 2021, 589-592) diese Frage ausführlich analysiert. Danach sind Vorabentscheidungsvorlagen nationaler Gerichte in dieser Frage nunmehr nach dem Grundsatz des acte éclairé entbehrlich. Denn der EuGH hat Art. 6 Abs. 1 Richtlinie 93/13/EWG in dieser Entscheidung hinsichtlich der materiellen Anforderungen der Klauselrichtlinie an eine Vertragsergänzung zur Lückenschließung im nationalen Recht überaus detailreich ausdifferenziert und den mitgliedstaatlichen Gerichten damit nun alle Kriterien an die Hand gegeben, mit denen diese über die Vereinbarkeit dieser Anwendung des nationalen Rechts mit der Richtlinie entscheiden können. Den vom EuGH aufgestellten materiellen Anforderungen entsprechen die nationalen Grundsätze der ergänzenden Vertragsauslegung (besser judikative Vertragsergänzung) fast vollständig. Einzig das Erfordernis des Handeln des nationalen Gesetzgebers ist nicht gewahrt. Sofern der EuGH aber ein Handeln des nationalen Gesetzgebers anstelle der Judikative konstitutiv verlangen sollte, ist diese sekundärrechtliche Vorgabe primärrechtlich für die Mitgliedsstaaten nicht bindend, da das Unionsrecht danach die Struktur der nationalen Rechtsordnungen achtet. Demnach kann auch die nationale Judikative die Lückenschließung vornehmen.


15.12.2020

Staudinger/Herresthal, Kommentierung der §§ 655a-e BGB, Vermittlung von Verbraucherdarlehen und entgeltlichen Finanzierungshilfen

Das Recht der Darlehensvermittlung in den §§ 655a-655e BGB wurde im Zuge der Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie modifiziert. Zugleich wird auch die Kreditvermittlung durch aktuelle Entwicklungen wie FinTech und Kreditplattformen als Darlehensvermittler erfasst. Die grundlegende Kommentierung dieser Normen in dem Großkommentar zum BGB mit der längsten Tradition wurde von Prof. Herresthal nun aktualisiert und unter Berücksichtigung der jüngsten Gesetzgebung sowie der aktuellen Rechtsprechung ausführlich kommentiert.


Zvertriebsr
13.11.2020

Herresthal, Die rechtliche Einordnung des Kfz-Leasings mit Kilometerabrechnung, ZVertriebsR 2020, 355

Nach einer Entscheidung des OLG München (18.6.2020, 32 U 7119/19, BeckRS 2020, 13248) soll der Verbraucher sog. Kilometerleasingverträge bei einer aufgrund geänderter Rechtsprechung fehlerhaften Widerrufsbelehrung zeitlich unbefristet widerrufen können. Als Folge erhalte er die von ihm gezahlten Raten zurück und müsse keinen Nutzungsersatz leisten. Prof. Herresthal nimmt diese Entscheidung zum Anlass, in einem ausführlichen aktuellen Beitrag in der ZVertriebsR 2020, 355 ff. die typologische Einordnung des Kfz-Kilometerleasings näher zu analysieren. So dann werden in dem Beitrag die denkbaren Widerrufsrechte aus § 506 Abs. 2 BGB (entgeltliche Finanzierungshilfe) sowie ggf. § 312g BGB (Fernabsatzrecht) unter Berücksichtigung der bislang in der Rechtsprechung nicht hinreichend bedachten unionsrechtlichen Grundlagen näher untersucht. Im Ergebnis ist danach das Kfz-Leasing mit Kilometerabrechnung als besonderer Mietvertrag zu qualifizieren, bei dem weder ein Widerrufsrecht aus § 506 Abs. 2 BGB noch aus § 312g BGB besteht. Eine Gleichsetzung dieser Verträge mit dem Finanzierungsleasing ist ebenso abzulehnen wie die Gewährung dieser Widerrufsrechte.

Zwischenzeitlich hat der BGH mit Urteil vom 24.2.2021 - VIII ZR 36/20 = NJW 2021, 1942 sich der Ansicht angeschlossen, dass das Widerrufsrecht aus § 506 Abs. 2 BGB beim Kilometerleasingvertrag nicht besteht. Prof. Herresthal bespricht diese Entscheidung in LMK 2021, 808531. Das LG Stuttgart (Urt. v. 29.6.2021 - 8 O 30/21, BeckRS 2021, 21487) ist nun auch dem Ausschluss des Widerrufsrechts aus § 312g BGB im Fall eines Fernabsatzvertrags gefolgt.  


Lbs 2020
27.10.2020

Zentrale Kommentierungen in Langenbucher/Bliesener/Spindler, Bankrechtskommentar, 3. Aufl. 2021

Am 27. Oktober 2020 ist der Bankrechtskommentar (hrsg. von Langenbucher/Bliesener/Spindler) in 3. Auflage (2021) erschienen. Das Werk kombiniert eine normorientierte Kommentierung va des Zahlungsdiensterechts sowie des Darlehensrechts mit handbuchartigen Abschnitten zu allen wichtigen bankrechtlichen Themen. Prof. Herresthal kommentiert in diesem Werk zentrale Abschnitte des Bankvertragsrechts, insbesondere des Zahlungsdiensterechts. So werden die §§ 675c-675i BGB (Zahlungsdienstevertrag; 88 S.) ebenso ausführlich dargestellt wie die §§ 675j-676c BGB (Konto und Online Banking; 184 S.). Auf diese Weise werden die wichtigsten Normen des Zahlungsdiensterechts "aus einer Hand" in diesem bankrechtlichen Werk kommentiert. In einem weiteren Abschnitt widmet sich Prof. Herresthal der Debitkarte (86 S.) und den mit diesem wichtigen Zahlungsinstrument verbundenen Rechtsanwendungsfragen und Problemkreisen.


Wm
15.10.2020

Herresthal, Die judikative Vertragsergänzung bei fehlenden oder unwirksamen Zinsanpassungsklauseln in Prämiensparverträgen - Teil I und Teil II, WM 2020, 1949 ff., 1997 ff.

Prämiensparverträge stehen aktuell im Fokus der Rechtsprechung. Während bislang v.a. die Kündigung dieser Verträge thematisiert wurde, wird zunehmend diskutiert, wie die Vertragslücke in diesen Verträgen, die aus dem Fehlen einer Zinsanpassungsklausel resultiert, geschlossen werden kann. Dabei steht u.a. die Frage des adäquaten Referenzzinssatzes sowie der Art und Weise der Anpassung des Vertragszinses an diesen im Zentrum der Auseinandersetzung. Prof. Herresthal arbeitet in zwei aktuellen, ausführlichen Beiträgen in der WM 2020, 1949 ff. und WM 2020, 1997 ff. heraus, dass insoweit nicht eine klassische ergänzende Vertragsauslegung, sondern eine judikative Vertragsergänzung vorliegt, wenn die Verträge um eine Zinsanpassungsklausel judikativ ergänzt werden. Diese hat richtigerweise einen Referenzzinssatz entsprechend der Marktzinsmethode zu bestimmen. Der Abstand des Vertragszinses zu diesem Referenzzinssatz ist zudem absolut auszugestalten. Schließlich weist die judikative Vertragsergänzung in diesen Konstellationen eine besondere Grundrechtsrelevanz auf, die von der Judikative bei der Vertragsergänzung ebenso zu berücksichtigen ist wie die Interessenlage beider Parteien dieser Verträge.


15.10.2020

Staudinger-Eckpfeiler des BGB, 7. Auflage 2020

Am 15. Oktober 2020 ist der Band "Staudinger - Eckpfeiler des BGB" in 7. Auflage 2020 neu erschienen. Der Band präsentiert das examensrelevante Wissen aus dem BGB und vermittelt dieses sowie das Verständnis für das System des Zivilrechts durch die konzentierte Darstellung thematischer Querschnittsbereiche. In diesen Kapiteln werden die im Gesetz verstreut geregelten, inhaltlich aber miteinander verbundenen Rechtsinstitute systematisiert und im systematischen Zusammenhang erklärt. Dies fördert nicht nur das Systemverständnis, sondern hilft Studenten wie Praktikern beim Aufbau einer differenzierten juristischen Argumentation. Die Eckpfeiler haben sich daher vom "Geheimtipp" für Examenskandidaten mittlerweile zu einem weit verbreiteten Standardwerk in der Examensvorbereitung, aber auch in der Rechtspraxis entwickelt. Prof. Herresthal ist - neben Prof. Dagmar Kaiser und Prof. Markus Stoffels - Bandredaktor der Staudinger-Eckpfeiler und hat zudem das grundlegende Kapitel "Kreditsicherungsrecht" sowie die Ausführungen zum "Factoring" verfasst.

Zum Interview mit Prof. Herresthal über die Staudinger-Eckpfeiler hier


Zip
20.05.2020

Herresthal, Die vertragsrechtlichen Regelungen zum Verbraucherdarlehensrecht aus Anlass der COVID-19-Pandemie in Art. 240 § 3 EGBGB, ZIP 2020, 989-1001

In Reaktion auf die COVID-19-Pandemie hat der Gesetzgeber bei Verbraucherdarlehen eine dreimonatige Stundung der Pflichten des Verbrauchers verbunden mit einer entsprechenden Vertragsverlängerung angeordnet, wenn die Leistungserbringung für den Verbraucher unzumutbar geworden ist (Art. 240 § 3 EGBGB n.F.). Mit der Regelung verbinden sich zahlreiche Auslegungsfragen, in deren Zentrum die wirtschaftlich überaus bedeutende Problematik steht, ob der Darlehensgeber für die gesetzlich verlängerte Belassung der Darlehensvaluta den vertraglich vereinbarten Zins verlangen kann. Prof. Herresthal adressiert diese Fragestellung in einem aktuellen Beitrag in der ZIP und zeigt in einer ausführlichen Auslegung der Norm, dass dies der Fall ist. Darüber hinaus wird eine verfassungskonforme Auslegung der Norm für den Fall einer abweichenden Auslegung angemahnt. Auch die Verordnungsermächtigungen in Art. 240 EGBGB werden vor dem Hintergrund der verfassungsrechtlichen Anforderungen näher in Blick genommen und kritisiert.


Zip
12.05.2020

Herresthal, Die Rechtsfolgen einer Richtlinienwidrigkeit der Musterwiderrufsbelehrung bei Verbraucherdarlehen, ZIP 2020, 745-755

Am 26. 3. 2020 ist der EuGH in einer bemerkenswerten Entscheidung zu dem Ergebnis gelangt, dass den Anforderungen der Verbraucherkreditrichtlinie 2008 an eine klare und prägnante Belehrung des Verbraucherdarlehensnehmers dann nicht genügt ist, wenn der Darlehensvertrag hinsichtlich der Pflichtangaben zum Beginn der Widerrufsfrist auf eine nationale Vorschrift verweist, die wiederum auf weitere Normen in anderen Gesetzeswerken Bezug nimmt. Damit stellt sich der EuGH gerade auch gegen den Inhalt der Musterwiderrufsbelehrung nach Anlage 7 zum EGBGB, die eine solche sog. „Kaskadenverweisung“ vorsieht und bei deren Verwendung die Widerrufsbelehrung nach der Gesetzlichkeitsfiktion in Art. 247 § 6 Abs. 2 Satz 3 EGBGB den gesetzlichen Bestimmungen genügt. Prof. Herresthal zeigt in einem aktuellen Beitrag in der ZIP auf, dass die Folgen dieser EuGH-Entscheidung für das deutsche Recht überaus begrenzt sind und keine Grundlage für eine neue Widerrufswelle im Verbraucherdarlehensrecht bieten; geboten ist aber ein zeitnahes Tätigwerden des deutschen Privatrechtsgesetzgebers.


Methoden
10.05.2020

Herresthal/Weiß, Fälle zur Methodenlehre, Die juristische Methode in der Fallbearbeitung, JuS Schriftenreihe

Die Anwendung methodischer Kenntnisse in der Falllösung bereitet vielfach Schwierigkeiten. In einem neu erschienen Band in der JuS-Schriftenreihe kombiniert Prof. Herresthal zusammen mit J. Weiß eine allgemeine Einführung in die juristische Methodenlehre mit einer Sammlung von Fällen zu examensrelevanten und grundlegenden bzw. aktuellen methodischen Problemkreisen. Dabei wird gezeigt, wie die juristischen Methoden sinnvoll in der Fallbearbeitung eingesetzt werden kann. Hierzu werden u.a. die Auslegung und Fortbildung des Rechts, die richtlinienkonforme Rechtsgewinnung sowie die Reichweite der Gesetzesbindung behandelt.

(Rezensiert von Rebler DVBL 2021, 33 - vgl. hier)


B2b
10.05.2020

Herresthal (Hrsg), Die AGB-Kontrolle im B2B-Bereich, 2020, Nomos-Verlag, 138 S.

Die Rechtsprechung zur AGB-Kontrolle im B2B-Bereich wird mittlerweile als gravierender Wettbewerbsnachteil des deutschen Vertragsrechts betrachtet. Die "Flucht" aus dem deutschen materiellen Recht ist u. a. im Bank- und Kapitalmarktrecht wie auch bei Unternehmenskäufen festzustellen. Der von Prof. Herresthal herausgegebene Band skizziert die aktuelle Rechtsprechung zum deutschen AGB-Recht bei Rechtsgeschäften zwischen Unternehmern, systematisiert und diskutiert die Reformvorschläge und unterbreitet einen eigenen Regelungsvorschlag zur Änderung des BGB. Dabei werden u. a. die Möglichkeiten einer neuen Bereichsausnahme, einer Änderung der Individualabrede sowie die Modifikation des Maßstabs der Inhaltskontrolle im B2B-Bereich analysiert. Der Band basiert u. a. auf einem Workshop an der Universität Regensburg, in dem die Regelungsalternativen mit Teilnehmern aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis intensiv erörtert wurden.


Beckogk
10.07.2019

BeckOGK/Herresthal, Kommentierung der §§ 311, 311a, 325, 326 BGB

Prof. Herresthal kommentiert im BeckOGK-BGB (Beck´scher Online-Grosskommentar zum BGB) folgende Normen:
- § 311 BGB (Rechtsgeschäftliche und rechtsgeschäftsähnliche Schuldverhältnisse; culpa in contrahendo)
- Prospekthaftung (Spezialgesetzliche Prospekthaftung; bürgerlich-rechtliche Prospekthaftung)
- Kapitalanlagen (Anlageberatung; Anlagevermittlung)
- Aufklärungspflichten bei Bankgeschäften (va Kreditverträge)
- § 311a BGB (Anfängliche Unmöglichkeit)
- § 325 BGB (Schadensersatz und Rücktritt) 
- § 326 BGB (Befreiung von der Gegenleistung und Rücktritt beim Ausschluss der Leistungspflicht)
(573 S.; Online Stand 1.1.2021)


Aktuelle Vorträge:

(zum ausführlichen Vortragsverzeichnis

  • 6. Bankwissenschaftliches Symposion (Berlin), 30. Januar 2020: "Das Geschäftsmodell der Banken am Scheideweg: Der rechtliche Rahmen"

  • Bayerisches Staatsministerium der Justiz (München), 13. Februar 2020, "Verbraucherverträge und Besondere Vertriebsformen im BGB (§§ 312 ff. BGB)"

  • WM-Tagung Bankentgelte (Frankfurt/M.), 29. September 2021, "Von den Negativzinsen zu den Verwahrentgelten"

  • geplant: WM-Tagung Kreditrecht (Frankfurt/M.), 15. November 2021, "Green Loans, Sustainable Loans - Grüne und nachhaltige Kreditfinanzierungen"

  • geplant: Mannheimer Arbeitsrechtstag (Mannheim), 9. März 2022, "Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz und verbundene Haftungsfragen"


  1. Fakultät für Rechtswissenschaft
  2. Bürgerliches Recht

Prof. Dr. Carsten Herresthal

Lst. f. Bürgerl. Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Europarecht und Rechtstheorie

Prof. Dr. Carsten Herresthal
Sekretariat

Gebäude RW (L), Zi. 107
Telefon 0941 943-2631
Telefax 0941 943-4965
Email

Öffnungszeiten