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2021

Geförderte Lehrveranstaltungskonzepte


Barrierearme Kommunikationsstrukturen im Museum

Studienbegleitende IT-Ausbildung

Seminar "Barrierearme Kommunikationsstrukturen im Museum für Kinder und Jugendliche mittels digitaler Medien"

Trotz der durch die UN-Behindertenrechtskonvention gesetzlich verankerten Teilhabe am kulturellen Leben ist es für Menschen mit einer Behinderung oder einem Migrationshintergrund durch fehlende barrierefreie Kommunikationsstrukturen oftmals schwer an Kunst und Kultur teilzuhaben. Museen, z.B. zählen nach wie vor eher zu migrations- und inklusionsfernen Einrichtungen. Im Seminar „Digitale Teilhabe – wie digitale Medien Inklusions- und Integrationsprozesse bei Kindern und Jugendlichen fördern können“, wird aufgezeigt, wie durch den zusätzlichen Einsatz von barrierearmen, digitalen Materialen Inklusions- und Integrationsprozesse in Museum verbessert werden können.

Das Lehrangebot, das durch eine Förderung des RUL im Wintersemester 2020/21 erstmals angeboten werden konnte, ist aufgrund der starken Nachfrage seitdem fest in der studienbegleitenden IT-Ausbildung verankert. Es wird als Online-Seminar mit sechs Zoomvideokonferenzen und individuell vereinbarten Sprechstunden durchgeführt.

Die Ergebnisse können unter http://www.medialaune.de/museum eingesehen werden. Die Zielgruppe der angebotenen barrierearmen Medien sind Kinder ab 12 Jahren.

Interviews mit Studierenden haben gezeigt, dass der Prozess zur Entwicklung barrierearm gestalteter digitaler Medien durch zwei Maßnahmen qualitativ verbessert werden könnte.

Um die Qualität der Arbeiten der Studierenden zu erhöhen, sollte die Herstellung barrierearmer digitaler Medien durch Experten aus dem Bereich Barrierefreiheit begleitet und durch sie geprüft werden. Des Weiteren sollten Studierende die Möglichkeit bekommen, ihre Arbeiten in einem Aufnahmestudio an der Universität unter technischer Anleitung einer ZHK herstellen zu können. Die mit diesen Maßnahmen verbundenen Kosten wurden durch eine erneute Förderung des RUL genehmigt.   

Partner im Seminar waren das Kunstforum Ostdeutsche Galerie und zwei Regensburger Schulen, das Pindl Gymnasium und das Förderzentrum des Pater-Rupert-Mayer- Zentrums. Die Experten für digitale Teilhabe, die Hörfilmautorin Manuela Schemm, der Leiter des Büros für Leichte Sprache Sebastian Müller und die Gebärdendolmetscherin Kathleen Entlich standen den Studierenden beratend zur Verfügung.

Im aktuellen Semester wurde noch ein weiterer Kulturpartner, das Burgenzentrum Wolfsegg, gewonnen. Für die Zielgruppe der Grundschulkinder werden die dort angebotenen Informations- und Spielmaterialien zur Geschichte der Burg evaluiert und barrierearm umgestaltet.

Hier als Beispiel ein Video zur Geschichte der Burg Wolfsegg für Kinder im Alter ab 6 Jahren, die Hörbeeinträchtigungen haben. Alle Informationen werden nach dem Zwei-Sinne-Prinzip für mindestens zwei der drei Sinne „Hören, Sehen, Tasten“ zugänglich gemacht. So brauchen Kinder und Jugendliche, die Defizite im Bereich Hören haben, Medien mit Untertitel und Gebärdensprache. 

https://youtu.be/bmIYR03hAmg

Da die Nachfrage für Lehrangebote im Bereich digitale Barrierefreiheit sehr groß ist, wurde im Sommersemester 2021 ein weiteres Lehrangebot, der Kurs Praxiskurs Audiodeskription, angeboten. Für dieses Seminar “Digitale Teilhabe“ ist ein Parallelkurs im Sommersemester 2022 geplant.

Durch die zweimalige Förderung des RUL ist es gelungen, Lehrangebote zur digitalen Barrierefreiheit fakultätsübergreifend für alle Studierenden an der Universität Regensburg dauerhaft zu installieren.     

Weitere Informationsquellen: Digitale Kulturvermittlung des Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Gaby Christine Eisenhut


Forschendes Lernen I - Wissenschaftliches Arbeiten

Lernbehindertenpädagogik einschließlich inklusiver Pädagogik

Seminar „Forschendes Lernen I – Wissenschaftliches Arbeiten“

Zielgruppe

Die Lehrveranstaltung richtet sich an Studierende des sonderpädagogischen Lehramts im Schwerpunkt Lernen im ersten Semester. Bei dem Lehrangebot handelt es sich um ein Pflichtseminar, welches im ersten Modul (L90-M01) verortet ist. Mit Beginn des neuen Studiengangs an der Universität Regensburg im Wintersemester 2021/22 werden in zwei Parallelveranstaltungen über 50 Studierende erreicht.

Inhalt der Lehrveranstaltung

Das Seminar „Forschendes Lernen I – Wissenschaftliches Arbeiten“ verfolgt das Ziel, Studierenden im ersten Semester des Studiengangs Pädagogik im sonderpädagogischen Schwerpunkt Lernen in grundlegende Begriffe, Überlegungen und Ansätze des wissenschaftlichen empirischen Arbeitens einzuführen. Didaktisch greift das Seminar dabei auf eine Verschränkung konzeptuell-theoretischer und angewandt-forschungspraktischer Inhalte zurück.

Hinsichtlich der konzeptuell-theoretischen Inhalte werden drei Themenbereiche abgedeckt: (a) Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens, in denen auf zentrale Begriffe, Phasen und Grenzen empirischer Forschung ebenso wie auf wissenschaftsphilosophische Methodologie fokussiert wird; (b) Überlegungen des empirischen Arbeitens, darunter das Identifizieren und Formulieren einer Forschungsfrage, Kriterien zur Güte empirischer Studien, Ethik in der Forschungsarbeit, verschiedene Forschungsdesigns sowie Überlegungen zum Feldzugang und zur Stichprobe; (c) die wichtigsten Ansätze empirischer Forschungstechniken in der empirischen Sonderpädagogik, etwa das Testen, Beobachten, Befragen und Messen, inklusive einem Exkurs zum wissenschaftlichen Schreiben und Zitieren. Zielsetzung der konzeptuell-theoretischen Inhalte des Seminars ist es, das Spektrum relevanter Forschungsansätze im sonderpädagogischen Schwerpunkt Lernen abzubilden. Gleichzeitig wird vor dem Hintergrund der besonderen Bedeutung des Testens und der Diagnostik im Berufsfeld Sonderpädagogik ein dezidierter Akzent auf den Einsatz und der Planung von Fragebogenerhebungen gesetzt.

Hinsichtlich der angewandt-forschungspraktischen Inhalte wird das digitale Umfragetool LimeSurvey (limesurvey.org) implementiert. Studierende entwickeln in Kleingruppen kurze Tests, Items und Fragebogenskalen und wenden so die konzeptuell-theoretischen Inhalte direkt forschungspraktisch an. Auf diese Weise sammeln die Studierenden kollaborativ wichtige erste Erfahrungen mit Empirie und reflektieren über die Anwendung und Anwendbarkeit der Grundlagen, Überlegungen und Ansätze des forschenden Lernens. Die digitale Umgebung in LimeSurvey trägt zusätzlich dazu bei, die Studierenden auf die Herausforderungen der digitalen Bildung im späteren Berufsalltag vorzubereiten. Dabei wird insbesondere die Kernkompetenz Evaluation gestärkt, d.h. „die Sammlung und Auswertung von Informationen zu Lernprozessen und Lernerfolg“ (Schultz-Pernice et al., 2017). Gemäß den Empfehlungen der Forschungsgruppe Lehrerbildung Digitaler Campus Bayern (Schultz-Pernice et al., 2017) wird die medienpädagogische Fähigkeit von Lehrkräften, (a) Informationen zu kognitiven, motivationalen und emotionalen Lernprozessen und Lernergebnissen im Unterricht digital zu sammeln und auszuwerten sowie (b) die digital gesammelten Informationen vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Befunde und fachlicher Konzepte zu reflektieren und geeignete Schlussfolgerungen daraus zu ziehen, beim Unterrichten in einer digitalisierten Welt zunehmend bedeutsam. Es ist ein besonderer Auftrag an die Lehrer:innenbildung, ihre Studierenden auf diese digitalisierte Schulwelt vorzubereiten; die Corona-Pandemie und das digitale Home Schooling haben diesen Auftrag nochmals dringlicher erscheinen lassen. Auch vor diesem Hintergrund wird LimeSurvey als forschungspraktische Möglichkeit für die Lehramtsstudierenden vorgestellt, um digital Informationen über den Lernprozess und den Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern mittels kurzer Tests und Fragebogenskalen sammeln, auswerten und reflektieren zu können.

Aktueller Stand

Das Seminar wird im aktuellen Wintersemester 2021/2022 als überwiegend digitale Veranstaltung durchgeführt. Der erste Teil wird derzeit umgesetzt und widmet sich den theoretischen Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens und der Themenfindung und -festlegung in den Kleingruppen. Im zweiten Teil erhalten die Studierenden eine Einführung in das Tool LimeSurvey. Anschließend werden sie ihre Kleinprojekte in LimeSurvey programmieren und mit einer kleinen Stichprobe pilotierend anwenden. Die betreuende Hilfskraft (Maximiliane Piontek) hat sich bereits in LimeSurvey eingearbeitet, bei der Erstellung der Lehrmaterialien unterstützt und ist als Ansprechpartnerin für die Studierenden verfügbar.

Dr. Jana Jungjohann


Lernen und Bewegung im Unterricht verbinden

Sportpädagogik

Seminar: „Lernen und Bewegung im Unterricht durch innovative und interaktive Lernumgebungen verbinden.“

Was ist im Rahmen des Vorhabens konkret vorgesehen?

  • Gerade in der aktuellen Lage müssen Lehrkräfte in zunehmenden Maße variantenreich, aber auch kritisch mit modernster Informationstechnik umgehen können. In diesem Seminar erwerben zukünftige Sportlehrkräfte Kompetenzen im Umgang mit neuer digitaler Infrastruktur auf interaktiven Spielfeldern, erfahren deren „didaktischen Mehrwert“ und erlangen wichtige Fachkompetenzen für den Einsatz digitaler Medien im Schulsport. Über die rein praktische Nutzung der digitalen Technologien und der Informationsverarbeitung hinaus, werden zukünftige Sportlehrkräfte befähigt, kreative Prozesse zur Unterrichtsgestaltung in Gang zu setzen und die Rolle der digitalen Medien im sportlichen Kontext angemessen und kritisch reflektieren zu können.
  • Durch die Aneignung fachspezifischer und fachdidaktischer Kenntnisse im Umgang mit der Vermittlung von medienbezogenen Inhalten steigern die Studierenden ihre medienbezogene Lehrkompetenz. Reflexion und Kommunikation über selbst erstellte digitale Unterrichtsinhalte sind dabei ebenso Teil des Vermittlungsgeschehens wie das Erlernen einer kompetenten Handlungsweise bei der Planung und Realisierung des Einsatzes digitaler Medien im Sportunterricht und die Gestaltung mediengestützter Lehr-Lernszenarien.
  • Das Hauptseminar ist als Projektseminar angelegt und beinhaltet die differenzierte Auseinandersetzung mit aktuellen sportpädagogischen Themenfeldern, wie z.B. digitales Lernen und Lehren im Sportunterricht. In der Lehrveranstaltung, die medienerzieherische, mediendidaktische und informatische Perspektiven des Lehrens und Lernens im Sport verbindet, sollen zunächst digitale Einsatzmöglichkeiten von interaktiven Spielfeldern voneinander abgegrenzt werden, um dann in projektorientierten Seminararbeiten konkrete Unterrichtsszenarien für die Verknüpfung von Lernen und Bewegung zu entwickeln. Anschließend können die entwickelten Szenarien in den unterschiedlichsten sportpraktischen Lehrveranstaltungen zur Anwendung kommen.

Wie funktionieren interaktive Spielfelder?

Die digitale Infrastruktur „Lü“ wandelt traditionelle Sporthallen und Bewegungsräume zu interaktiven Spielfeldern um und bietet eine intelligente Lernumgebung, welche das Verhalten und die Interaktion der Spieler/-innen versteht und in Echtzeit auf sie reagiert. Mit dieser Innovation werden in einem ursprünglich traditionellen Bewegungsraum virtuelle Inhalte mit Sport und Bewegung kombiniert. Mit Infrarot 3D-Kameras steuert die Software die interaktiven Elemente, die mittels eines Projektors auf eine Wand projiziert werden. Die Licht- und Soundsysteme sind in Echtzeit synchronisiert und können die Grundidee, Kinder und Jugendliche zu mehr Bewegung und Sport zu verleiten, medial unterstützen. Über diese Lernplattform können verschiedene Applikationen installiert werden, die ein kinästhetisches, mit Bewegung kombiniertes Lernen spielerisch in den (Sport-) Unterricht integrieren. Durch das Abwerfen bestimmter Zahlen mit einem Ball können die Schüler/-innen beispielsweise bestimmte Rechenaufgaben vervollständigen. Wird das richtige Ergebnis getroffen, erkennt das System durch die 3D-Kamera die Bewegungsabläufe und den Treffer der Spielenden. Somit kann der Spielablauf ermittelt werden und in der Projektion der Lernerfolg angezeigt werden. Das System kann mit unterschiedlichsten Lernspielen bestückt werden, die auch selbst gestaltet werden können (https://play-lu.com/applications).

(Quelle der Abbildung: https://play-lu.com/de/lu-apps/)

Welche Zielsetzungen verfolgt das Seminar?

Im Seminar werden zunächst einzelne Einsatzfelder des digitalen Systems erlernt, voneinander abgegrenzt und bewertet sowie anschließend in projektorientierten Seminararbeiten im Hinblick auf konkrete Einsatzmöglichkeiten im Kontext des fächerübergreifenden Lernens und Lehrens praxisnah erprobt:

  • Die Studierenden lernen Einsatzmöglichkeiten von interaktiven Spielen im Sportunterricht kennenlernen und erwerben die Kompetenz, deren Potenziale beurteilen und bewerten zu können.
  • Die Studierenden erfassen die Bedeutung neuer interaktiver Lernumgebungen und vertiefen ihre Kenntnisse im Einsatz von innovativen, digitalen Lern-Lehrszenarien.
  • Die Studierenden sammeln Erfahrungen mit Anwendungsmöglichkeiten in unterschiedlichsten Lern-Lehrszenarien.
  • Die Studierenden erproben die praktische Umsetzung von interaktiven Lernspielen in unterschiedlichen Lernsituationen.

Wie ist der aktuelle Umsetzungsstand?

Im Seminar, das im laufenden WS 21/22 als Präsenzveranstaltung mit 20 Teilnehmer/innen begann, wurde die beschaffte digitale Infrastruktur „Lü“ mit den Studierenden in Betrieb genommen. Nach einer kurzen Einführung haben sich die Studierenden zunächst mit den Funktionen und den dazugehörigen Apps vertraut gemacht. In den wöchentlichen Seminarsitzungen werden fachspezifische Kenntnisse zur Nutzung der digitalen Infrastruktur „Lü“ vermittelt und in kurzen Praxisanwendungen erprobt sowie die Einsatzmöglichkeiten im Schulsport reflektiert. Die Erprobung der erarbeiteten praktischen Einsatzmöglichkeiten der digitalen Infrastruktur „Lü“ im Schulsport hängt davon ab, wie der Schulsport im Rahmen der geltenden Hygienevorgaben im Jahr 2022 durchgeführt werden kann.

Dr. Christoph Kößler


Mediale Darstellungsstrategien analysieren, reflektieren, aufbereiten

Didaktik der deutschen Sprache und Literatur

Seminar "Mediale Darstellungsstrategien analysieren, reflektieren und für den Unterricht aufbereiten"

Durch die Finanzierung des Regensburger Universitätszentrums für Lehrerbildung (RUL) im Rahmen des Concoursverfahrens 2 konnte ein zu verstetigendes digitales Vertiefungsseminars im Bereich Literatur- und Mediendidaktik durchgeführt werden.

Zielgruppe

Die Lehrveranstaltung aus dem Vertiefungsmodul richtet sich an Lehramtsstudierende aller Schularten.

Inhalt der Lehrveranstaltung

Millionen neuer Nachrichten, Videos, und Posts werden im Internet tagtäglich verbreitet. Lange galt das Internet als demokratisches Medium, das allen gleichberechtigte Mitwirkung ermöglicht. Mittlerweile werden aber auch dessen Schattenseiten immer deutlicher: Unseriöse, gefälschte und manipulierte Beiträge, die häufig unkritisch wahrgenommen und millionenfach weiterverbreitet werden, finden sich im Netz. Sie folgen verschiedenen sprachlichen und medialen Darstellungsstrategien, die Rezipierende manipulieren wollen oder ein bestimmtes, wirtschaftliches Ziel verfolgen. Gerade Kindern und jungen Erwachsenen gelingt es schwer, diese Darstellungsstrategien zu identifizieren und die eigentliche Intention dieser Medienprodukte zu erfassen. Es stellen sich daher die Fragen, welche Möglichkeiten und Strategien es gibt, damit Rezipierende die Manipulation erkennen, welche Kompetenzen sie für einen reflexiven Umgang mit Medientexten brauchen und wie dies durch den Deutschunterricht vermittelt werden kann? Genau damit setzt sich das im Rahmen des Projekts für das Wintersemester 2021/22 neu entwickelte Flipped-Classroom-Seminar auseinander.

Das Seminar „Mediale Darstellungsstrategien analysieren, reflektieren und für den Unterricht aufbereiten“ verfolgt dabei das Ziel, fachspezifische und fächerübergreifende Medien- und Sprachkompetenz von Schüler:innen, Studierenden und Lehrkräften aufzubauen. Dafür setzen sich die Studierenden ein einer ersten Seminarphase zunächst stärker theoriegeleitet mit medialen sowie sprachlichen Darstellungsstrategien und verschiedenen Formen des Storytellings auseinander. Sie lernen verschiedene Darstellungsstrategien an Beispielen wie z. B. Fake News und der Darstellung von Weiblichkeit und Männlichkeit und (Selbst-)Inszenierung in Musikvideos, Social Media und Werbung zu erkennen. Aufbauend auf den im Seminar erstellten Analysen werden unterschiedliche didaktische Umsetzungsmöglichkeiten für den digital unterstützten Unterricht diskutiert und erarbeitet.
In der zweiten Seminarphase erstellen die Studierenden selbstständig digitales Unterrichtsmaterial in Form von Edu-Escaperooms im Sinne des qualitätvollen Unterrichts. Mithilfe des Materials sollen die Schüler:innen schrittweise den Umgang mit den verschiedenen medialen Formen erlernen und die jeweiligen Darstellungsstrategien erkennen.

Eine Kooperation von Studierenden und Lehrkräften, die im Rahmen des dialogUS-Schulnetzwerkes der Universität Regensburg stattfindet, soll einerseits den Studierenden die Möglichkeit bieten, zusätzliche Rückmeldung auf die entworfenen Materialien zu erhalten, andererseits erhalten die Lehrkräfte die Möglichkeit, an einer Lehrerfortbildung im digitalen AG-Format, die zum Projekt entwickelt wird, teilzunehmen. Mit dieser Verbindung aus Aus- und Weiterbildung werden im Projekt die verschiedenen Phasen der Lehramtsausbildung vernetzen.

Aktueller Stand

Das Seminar wird im aktuellen Wintersemester 2021/2022 als digitale Veranstaltung im Flipped-Classroom-Format von der Dozentin Mara Rader durchgeführt. Im ersten Teil wurden theoretische Grundlagen in Selbstlernmodulen für den Themenbereich geschaffen sowie Qualitätskriterien, welche die digitalen Unterrichtsmaterialien und Aufgaben der Studierenden erfüllen müssen, herausgearbeitet. Aktuell wird die Kooperation mit zehn Lehrkräfte organisiert. Die Entwicklung der Materialien läuft, die Erprobung dieser sowie die Lehrerfortbildung wird im Januar 2022 durchgeführt. Eine langfristige Etablierung einer Lehrerfortbildungs-AG zum Thema ist geplant, wurde aber auf Wunsch der Lehrkräfte auf Frühjahr/Sommer 2022 verschoben. Die betreuende Hilfskraft (Annika Keindl) hat sich bereits eingearbeitet, kann bei der Erstellung der Lehrmaterialien unterstützen und ist als Ansprechpartnerin für die Studierenden verfügbar. Der geplante Expertenvortrag in Präsenz wurde aufgrund des Pandemiegeschehens aufgeschoben. Derzeit ist eine digitale Ersatzveranstaltung im Jahr 2022 geplant.

Mara Rader und Dr. Christina Knott


Politische Medienbildung in einer digitalen Welt

Grundschulpädagogik

Seminar „Politische Medienbildung in einer digitalen Welt“

Durch die Finanzierung des Regensburger Universitätszentrums für Lehrerbildung (RUL) im Rahmen des Concoursverfahrens 2 konnte in Vorbereitung eines zu verstetigenden Vertiefungsseminars im Bereich der Sachunterrichtsdidaktik ein Blockseminar externer Referentinnen der Initiative UNBLACK THE BOX durchgeführt werden, bei dem die Projektgruppe Politische Medienbildung Regensburg (PoliMeR), Mitarbeiter:innen des Lehrstuhls für Pädagogik (Grundschulpädagogik) und weitere interessierte Dozent:innen als Multiplikator:innen geschult wurden. Die externen Referentinnen Ebenso konnte es somit ermöglicht werden, umfangreiche Materialien für die Arbeit im Seminarrahmen für ein informatisches Grundwissen über Funktionsweisen von Rechensystemen und Algorithmen anzuschaffen. Als Beispiele wären hier binären Murmeladdiermaschinen, mehrere Sätze Turning Tumble Tower und Lochbandspieluhren zu nennen. Mit diesen Materialien können das binäre System und Coding erfahrbar und zum anderen Datenverarbeitung nach dem EVA-Prinzip nachvollziehbar erprobt werden. Weiterhin konnten begleitende Unterrichtswerke und Handreichungen beschafft werden, anhand derer die Studierenden zukünftig geeignete Aufgabenstellungen recherchieren und dann in Unterrichtsversuchen erproben können.

Im WS 2021/2022 findet erstmalig die Seminarveranstaltung „Politische Medienbildung in einer digitalen Welt“ verantwortet und durchgeführt vom Projektteam PoliMeR statt. Im Rahmen des Seminars wird in mehreren Sitzungen mit den Materialien gearbeitet. Anhand der Unterrichtswerke und Handreichungen planen die Teilnehmer:innen mit Grundschullehrkräften im Tandem Unterrichtsinterventionen und erproben diese in den Partnerschulen des Schulnetzwerks dialogUS und anderen interessierten Grundschulen.

Projektgruppe PoliMeR


Rechtschreibkompetenz in digitalen Lernsettings erwerben

Didaktik der deutschen Sprache und Literatur

Seminar "Rechtschreibkompetenz in digitalen Lernsettings erwerben"

Zielgruppe

Die Lehrveranstaltung aus dem Vertiefungsmodul richtet sich an Lehramtsstudierende aller Schularten.

Inhalte der Lehrveranstaltung

Das Seminar, das exemplarisch die Rechtschreibkompetenz in den Blick nimmt,  bietet Studierenden durch das Blended-Learning-Setting die Möglichkeit, die Perspektive zu wechseln und digital gestaltete Lehr-/Lernräume auch aus der Perspektive eines Lernenden wahrzunehmen. In dieser Position lernen die Studierenden verschiedene digitale Tools kennen, mit denen sie sich in einem ersten Schritt in den Online-Phasen des Kurses fachdidaktisches Wissen z.B. zu einzelnen Rechtschreibphänomenen aneignen. Zu jedem Rechtschreibphänomen analysieren die Studierenden zudem in kollaborativen Online-Settings bereits existierende digitale Lernmaterialien. Nach jeder Online-Einheit folgt eine Einheit als Präsenzveranstaltung, in der sowohl die rechtschreibdidaktischen Inhalte reflektiert bzw. diskutiert als auch die Vor- und Nachteile der beim eigenen Lernen verwendeten digitalen Tools insbesondere mit Blick auf die Zielgruppe Schüler*innen analysiert werden.

Auf Grundlage dieser intensiven Auseinandersetzung mit rechtschreibdidaktischen Inhalten einerseits und digitalen Lehr-Lern-Arrangements andererseits entwickeln die Studierenden in Teams in der zweiten Hälfte des Seminars ein Praxiskonzept für die Integration von digitalen Medien in den schulischen Rechtschreibunterricht. Diese digitalen Praxiskonzepte werden mit Schüler*innen der PUR-Klassen erprobt, wobei die Studierenden auch lernen, auf die Lösungen der Schüler*innen konstruktives Feedback zu geben. Den Abschluss bildet eine kritische Reflexion der selbst konzipierten Einheiten, wobei hier auch die Meinungen der PUR-Lehrkräfte sowie freiwillige Rückmeldungen der Schüler*innen mit einbezogen werden.

Um einen direkten und datenschutzkonformen (schriftlichen) Austausch zwischen Studierenden einerseits und Lernenden an den Schulen andererseits zu ermöglichen, wird mit der moodlebasierten Lernplattform PURconnect eine Möglichkeit geschaffen, die einen unkomplizierten Austausch von digitalen Materialien oder direktes Feedback zu Schülerlösungen erlaubt. Diese Lernplattform kann im Sinne der Nachhaltigkeit von allen Fachdidaktiken genutzt werden, um digitale Lehr- und Lern-Arrangements zu konzipieren und mit Regensburger Partnerschulen zu evaluieren.

Aktueller Stand

Bis Ende Januar 2022 ist die Lernplattform PURconnect in Zusammenarbeit mit dem Rechenzentrum der Universität Regensburg soweit aufgesetzt, dass sie für den Seminarbetrieb genutzt werden kann. Von daher kann das oben beschriebene Seminarkonzept ab dem Sommersemester 2022 regelmäßig angeboten werden.

Dr. Friederike Pronold-Günthner



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Regensburger Universitätszentrum für Lehrerbildung (RUL)

LEITUNG:

Prof. Dr. Anita Schilcher

Prof. Dr. Astrid Rank

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