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Projekt FiLBY

Lesen gehört zu den grundlegenden Fähigkeiten und Fertigkeiten, ohne die eine gesellschaftliche Teilhabe nicht möglich ist. Aktuelle Studien wie IGLU (PIRLS), PISA oder DESI weisen jedoch darauf hin, dass ein erheblicher Teil unserer Schülerinnen und Schüler über Defizite beim Lesen verfügt und sich die Spannweite der Schülerleistungen mit zunehmender Schuldauer erhöht. Für den Erwerb solider Lesekompetenzen kommt den Grundschulen eine Schlüsselstellung zu. Damit verbunden ist eine besondere Verantwortung der Grundschullehrkräfte.

Warum ein systematisches Lesetraining?

Zwar konnte Bayern im aktuellen Ländervergleich des IQB-Bildungstrend im Bereich des Lesens seinen Spitzenplatz behaupten, jedoch besteht insofern Handlungsbedarf, als

  • der Prozentsatz der bayerischen Schülerinnen und Schüler, die den Optimalstandard erreicht haben, rückläufig ist,
  • mehr als 20 Prozent der bayerischen Schülerinnen und Schüler am Ende der Jahrgangsstufe 4 den Regelstandard nicht erreichen und
  • knapp 8 Prozent davon den Mindeststandard nicht erreichen und
  • ein deutlicher Leistungsvorsprung der Mädchen gegenüber den Jungen im Bereich der Lesekompetenz besteht.

 

Was ist FiLBY?

Im Rahmen des Projektes FiLBY (Fachintegrierte Leseförderung Bayern) entwickelt der Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur der Universität Regensburg in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, dem Arbeitskreis Lesen des ISB sowie dem Bayerischen Rundfunk einen systematischen und langfristigen Leselehrgang für die Grundschule. Er beginnt in der zweiten Jahrgangsstufe und setzt sich bis zur vierten Jahrgangsstufe fort. Trainiert wird dabei sowohl im Rahmen des regulären Deutschunterrichts als auch im Fachunterricht. 

Im Schuljahr 2018/2019 nehmen insgesamt 890 Schulen an dem Projekt teil. Das sind über 2.000 zweite Klassen und über 50.000 Kinder. Bei 150 Schulen evaluieren wir den Erfolg des Lesetrainings durch die regelmäßige Überprüfung des Lesefortschritts.

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Wie ist das FiLBY-Training aufgebaut?

Im FiLBY-Training trainieren die Kinder in jeder Jahrgangsstufe zunächst mit einem Kinderbuch und anschließend mit motivierenden Sachtexten ihre Lesekompetenz. Über drei Jahre hinweg stehen den teilnehmenden Klassen passende Materialien zur Verfügung. Die Lehrkräfte werden für die neu entwickelten Lesefördermaßnahmen fortgebildet, sodass sie diese effektiv umsetzen können. Die wissenschaftliche Begleitung erlaubt es, Lernfortschritte der Klasse individuell rückzumelden.

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Von der zweiten bis zur vierten Jahrgangsstufe stehen jeweils unterschiedliche Kompetenzfacetten im Fokus, die langfristig den Aufbau einer profunden Lesekompetenz ermöglichen:

  • In der zweiten Jahrgangsstufe hat FiLBY die Förderung der Leseflüssigkeit zum Ziel, denn nur wer ausreichend flüssig lesen kann, vermag Texte zu verstehen. Eine Besonderheit von FiLBY ist es, dass die Kinder zunächst das Lesen mit begleitenden und unterstützenden Hörtexten trainieren, die nach Lesegeschwindigkeit dreifach differenziert sind.
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    Die Hörtexte zu den Lektüren entstanden in Kooperation mit dem Tulipan-Verlag  und dem Moritz-Verlag. Gesprochen wurden sie von Katharina Muth und Stefanie Zapf. (Hörbeispiel aus dem Sachtexteheft, exemplarischer Text. Die Sachtexte wurden unter der Leitung von Judith Schönicke von Berenike Beschle und Florian Schwarz (Bayerischer Rundfunk) eingesprochen.)

  • In der dritten Jahrgangsstufe lernen die Schülerinnen und Schüler drei effektive Lesestrategien kennen und anwenden. Mit Hilfe von Visualisierungsstrategien repräsentieren sie zentrale Inhalte eines Textes und fassen diese zusammen.
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  • In der vierten Jahrgangsstufe werden Lesestrategien mit metakognitiven Strategien kombiniert. Die Schülerinnen und Schüler lernen dabei, ihren Leseprozess langfristiger zu planen und zu überwachen.
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  1. Fakultät für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften
  2. Institut für Germanistik