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Margarethe von Thurn und Taxis

Die als Fürstin von Thurn und Taxis bekannte Margarethe von Thurn und Taxis wurde 1870 als Erzherzogin Margit Clementine Maria von Österreich geboren. Durch ihre Heirat 1890 mit Albert Maria Lamoral Fürst von Thurn und Taxis erhielt sie ihren späteren Titel Fürstin von Thurn und Taxis.

Bereits als Jugendliche zeigte sie große Begabung in der Malkunst. 1903 veröffentlichte sie mit ihrem Vater den Atlas der Heilpflanzen des Praelaten Kneipp mit 186 farbigen Pflanzentafeln und 45 weiteren Farbtafeln. Joseph Carl Ludwig Erzherzog von Österreich ergänzte Name, Herkunft, Vorkommen und Verwendung der jeweiligen Pflanze, sie selbst signierte mit ihrem Kosenamen „Margit“.

Während des 1. und 2. Weltkrieges war Margarethe Fürstin von Thurn und Taxis als Rot-Kreuz-Schwester tätig. Nach den Kriegen blieb sie ihrem Beruf treu und assistierte als OP-Schwester in der Regensburger Kinderklinik. Daneben pflegte sie ihre Passion der Malerei weiter und betätigte sich darüber hinaus als Bildhauerin. Sie wurde Mitglied in der "Vereinigung bildender Künstler Regensburg" (ab 1946 in "Künstlervereinigung Regensburg") und erntete auf internationalen Ausstellungen große Anerkennung.



Das fürstliche Ehepaar stiftete erhebliche Geldsummen für kulturelle und soziale Projekte, gründete die fürstliche Notstandsküche, engagierte sich im Sozialbau sowie im städtischen Leben. Die Fürstin beeindruckte durch disziplinierte Lebensweise und ihren straff organisierten Tagesablauf. Nach einer kurzen Morgentoilette ritt sie ab 5.15 morgens bis zu ihrem 82. Lebensjahr aus. Danach widmete sie sich ihrer Arbeit als Krankenschwester, künstlerischen oder sozialen Tätigkeiten sowie der Musik. Am 02. Mai 1955 verstarb Margarete im Alter von fast 85 Jahren nach Krankheit. Auf ihren eigenen Wunsch wurde sie in ihrer Tracht als Rotkreuz-Schwester beigesetzt.

Sie hinterließ sechs Kinder (zwei waren bereits verstorben), unter ihnen Fürst Franz Joseph, den ältesten Sohn, der als Familienoberhaupt eine Hoftrauer von 6 Monaten mit völlig schwarzer Kleidung und schwarzem Schmuck sowie anschließende Halbtrauer für ein weiteres Halbjahr für die Familienmitglieder anordnete.

Unter ihrem Synonym Margit von Valsassina fertigte sie zahlreiche Werke an. In der Regensburger Herz Jesu Kirche entwarf Margarethe für die Kreuzigungsgruppe des Altars sowie 14 Heiligenstatuen. Das Kriegerdenkmal aus ihrer Hand kann im Stadtpark bewundert werden.


Quellen

  • Ilg, Wolfgang: Geschichte der Botanik in Regensburg. Regensburg 1990. S.96; Nr. 136.
  • Marita A. Panzer: Fürstinnen von Thurn und Taxis. Regensburg 2008. S. 127-149. Art. „Kaiserliche und königliche Hoheit“. Margarete Erzherzogin von Österreich (1870-1955). Adel, Kunst und Caritas.“
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Margarethe_Klementine_von_%C3%96sterreich

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