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Katharina Bick

Doktorandin

katharina.bick@psk.uni-regensburg.de


Katharina Bick ist Doktorandin im DFG-Projekt „Astronomy’s Glass Archive: Photographic Practices at the Observatory, 1850-1950“. Zuvor studierte sie Physik, Philosophie und Wissenschaftsgeschichte an den Universitäten Erlangen, Regensburg und Cambridge.


Promotion

Promotionsprojekt

Photographische Praktiken an kolonialen Observatorien im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert

Photographie war ein wichtiger Teil der Forschungspraktiken an Observatorien im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Photoplatten wurden vorbereitet, belichtet, entwickelt und analysiert, vermessen, Markierungen angebracht, genau untersucht, ausgetauscht und zur späteren Wiederverwendung verstaut. Photographie wurde nicht nur an den prestigeträchtigen europäischen Sternwarten wie Greenwich, Paris, St. Petersburg oder Berlin praktiziert, sondern auch an Observatorien in kolonialen Kontexten. Dazu gehörten gut ausgestattete Observatorien wie das Royal Observatory am Kap der Guten Hoffnung, Südafrika; Einrichtungen mit direkter Verbindung zur Marine, wie das deutsche Marineobservatorium in Tsingtau (Qingdao), China; und kurzlebige oder behelfsmäßige Orte der Beobachtung. Koloniale Observatorien dienten den praktischen Bedürfnissen der imperialen Unternehmungen, z.B. indem sie bei der Zeitbestimmung, Navigation, und Landvermessung unterstützten, Wettervorhersagen machten und in globalen Netzwerken mit anderen Observatorien zusammenarbeiteten. An ihnen wurde in vielen verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen gearbeitet, wie der Astronomie, Astrophysik, Meteorologie, Geophysik und Geodäsie.


In meinem Promotionsprojekt möchte ich diese globalen Netzwerke von Observatorien und die Rolle der Photographie in ihnen näher untersuchen. Mit einem Fokus auf die Mobilität der Photographie werde ich fragen: Wie waren die Observatorien untereinander verbunden? Wie wurden Personal, Instrumente und Wissen zwischen ihnen ausgetauscht? Wie wurde die tägliche Arbeit von der kolonialen Umgebung und ihren Bedürfnissen beeinflusst? Insbesondere werde ich untersuchen, wie photographische Praktiken sich zwischen Observatorien bewegten, und welchen Einfluss der koloniale Kontext der Institutionen auf die Ausbildung und Etablierung von Standards zur Verwendung der Photographie in der Astronomie hatte.
Durch die Kontextualisierug von photographischen Praktiken an Observatorien mit der deutschen Kolonialgeschichte des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts wird dieses Vorhaben einen Beitrag zur globalgeschichtlichen Dimension des DFG-Projekts „ Astronomy’s Glass Archive: Photographic Practices at the Observatory, 1850-1950” leisten und zur Erforschung des Verhältnisses von Wissenschaft und Imperialismus im deutschsprachigen Bereich beitragen. Dies wird hoffentlich das Verständnis der deutschen Kolonialgeschichte fördern und den gegenwärtigen Forschungsstand zu Wissenschaft und Kolonialismus im englischsprachigen Bereich ergänzen.


Siehe auch das DFG Projekt


Vita

Seit Jan 2021

Doktorandin im DFG-Projekt „Astronomy’s Glass Archive: Photographic Practices at the Observatory, 1850-1950“.


2019–2020

Persönliche Assistentin für Menschen mit Behinderung, Zentrum für Selbstbestimmtes Leben e.V., Erlangen.


2018-2019

MPhil History and Philosophy of Science and Medicine, University of Cambridge, Großbritannien, mit Forschungsprojekten im Bereich der Astronomie und Astrophysik. Gefördert durch die Studienstiftung des deutschen Volkes.


2015–2018

B.A. Klassikstudien mit Schwerpunkt Geschichte der Philosophie, Universität Regensburg.


2012–2015

B.Sc. Physik, Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, mit Auslandssemester an der University of York, Großbritannien, 2014–2015. Gefördert durch das Max Weber-Programm Bayern und die Studienstiftung des deutschen Volkes.



  1. Fakultät für Philosophie, Kunst-, Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften
  2. Institut für Philosophie