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Presse

KDFB-Buch „Erzählen als Widerstand“ ausgezeichnet

Marga Bührig-Förderpreis für Buch über Missbrauch an Frauen in der Kirche


29. Oktober 2021

Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November 2020 präsentierte der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) das Buch „Erzählen als Widerstand“. Am 22. Oktober diesen Jahres wurde es mit dem Förderpreis der Marga Bührig-Stiftung ausgezeichnet. Die Herausgeberinnen Prof. Dr. Ute Leimgruber, Inhaberin des Lehrstuhls für Pastoraltheologie und Homiletik an der Universität Regensburg, Dr. Barbara Haslbeck, Dr. Regina Heyder, und Dorothee Sandherr-Klemp, alle Mitglieder der Theologischen Kommission des KDFB, nahmen den Preis im Rahmen einer Feier im Literaturhaus Basel entgegen.
„Missbrauch an erwachsenen Frauen in der katholischen Kirche ist schon lange bekannt, aber es wurde kaum darüber gesprochen. Es hat uns empört, dass niemand öffentlich etwas gegen diese Gewalt an Frauen unternahm“, erklärt Dr. Regina Heyder, Vorsitzende der Theologischen Kommission des KDFB und Initiatorin des Buches „Erzählen als Widerstand“. Darin schreiben 23 Frauen über den sexuellen und spirituellen Missbrauch im Raum der Kirche. Sie brechen ihr jahrelanges Schweigen und berichten, was Priester, Ordensmänner und Ordensfrauen ihnen angetan haben. Luzia Sutter Rehmann als Präsidentin des Stiftungsrats sowie die Laudatorinnen Melanie Muhmentaler und Moni Egger würdigten neben den Berichten der 23 Frauen insbesondere die befreiungstheologische Dimension der wissenschaftlichen Essays in „Erzählen als Widerstand“. 

(v.li.) Prof. Dr. Ute Leimgruber, Dorothee Sandherr-Klemp, Dr. Regina Heyder und Dr. Barbara Haslbeck bei der Übergabe des Marga Bührig-Förderpreises. © Adine Schweizer

Es sind erschütternde Erzählungen, die offen legen, in welchem Ausmaß auch erwachsene Frauen in der katholischen Kirche von Missbrauch betroffen sind. Einige brechen hier zum ersten Mal ihr jahrelanges Schweigen, andere haben sich bereits an Bistümer und Orden gewandt, um Aufklärung zu erreichen. Den Missbrauch beim Namen zu nennen ist Widerstand gegen die Taten und Widerstand gegen das Vertuschen. 
Ausgehend von diesen Erzählungen thematisieren theologische Essays die Hintergründe des Missbrauchs. Zudem enthält das Buch Hinweise zum Gespräch und weiterführende Adressen für Betroffene. Damit ist es ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung und Prävention von spirituellem und sexuellem Missbrauch in der Kirche – insbesondere mit Blick auf eine Betroffenengruppe, die bislang kaum zu Wort kam: erwachsene Frauen.
Für die vier Herausgeberinnen bedeutet der Marga Bührig-Förderpreis eine öffentliche und ökumenische Solidarität. „Mit dem Namen dieser Pionierin der Frauenbewegung und feministischen Theologie, der internationalen und ökumenischen Vernetzungen, der Friedensarbeit und Befreiungstheologie verbunden zu sein, ist Ehre und Ermutigung zugleich“, so ihr Fazit.

Die Herausgeberinnen Dr. Barbara Haslbeck, Dr. Regina Heyder, Prof.in Dr. Ute Leimgruber und Dorothee Sandherr-Klemp sind Theologinnen, die beruflich, ehrenamtlich und wissenschaftlich zu spirituellem und sexuellem Missbrauch arbeiten. Sie sind in der Theologischen Kommission des Katholischen Deutschen Frauenbundes e.V. engagiert.


Weiterführende Informationen:

https://www.erzaehlen-als-widerstand.de/

Marga Bührig Stiftung

http://www.marga-buehrig.ch/stiftung/marga-buehrig-stiftung/


Informationen/Kontakt

Prof. Dr. Ute Leimgruber

Universität Regensburg - Lehrstuhls für Pastoraltheologie und Homiletik

Tel.: +49 (0)941943-3740

E-Mail: ute.leimgruber@ur.de

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