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Theoretischer Hintergrund

Allen sechs Unterrichtsfächern (Deutsch, Englisch, Evangelische Religion, Latein, Mathematik, Musik), die an FALKO-PV beteiligt sind, ist ein einheitlicher, theoretischer Hintergrund gemeinsam, auf dem die fächerübergreifende Rahmenkonzeptualisierung basiert. Dieser knüpft zum einen an die Forschung zur professionellen Kompetenz von Lehrkräften und insbesondere zu deren domänenspezifischem Professionswissen an, das als handlungsleitend gilt. Zum anderen liegt ihm der umfangreiche Forschungsdiskurs zu Unterrichtsqualität im Kontext des Prozess-Mediations-Produkt-Paradigmas und zu unterrichtlichen Wirkzusammenhängen zugrunde, wie sie im Kaskadenmodell von Krauss und Kollegen (2020) zusammenfassend dargestellt sind. Weitere wichtige Anknüpfungspunkte sind ferner die fachdidaktischen Diskurse zu diesen Themen in den jeweiligen Disziplinen.

Abbildung nach Lindl, Krauss & Buchholtz (2023)


Die zentralen Hypothesen, welche die Nachwuchsforschungsgruppe empirisch zu überprüfen anstrebt, lassen sich gut anhand des Kaskadenmodells von Krauss und Kollegen (2020) illustrieren. Dieses bildet zur vereinfachenden Veranschaulichung eine idealisierte Wirkungskette von der Lehrkraftkompetenz über die Unterrichtsperformanz zur Performanz von Schülerinnen und Schülern ab. Zwar ist das gegenseitige Verhältnis der einzelnen Säulen noch nicht abschließend geklärt und sind zwischen diesen auch Wechselwirkungen nicht auszuschließen. Allerdings ist davon auszugehen, dass die professionelle Kompetenz von Lehrkräften (Säule 1) deren Wahrnehmung, Interpretation und Entscheidung (Säule 2) und damit auch ihr Verhalten in konkreten Unterrichtssituationen (Säule 3) maßgeblich beeinflusst. Ihre Performanz schafft dabei Lerngelegenheiten, deren Qualität sich unter anderem mittels der drei generischen Basisdimensionen guten Unterrichts – Klassenführung, konstruktive Unterstützung und kognitive Aktivierung – beschreiben lässt. Ob die Schülerinnen und Schüler dieses Angebot auch nutzen (Säule 4), kann von verschiedensten Faktoren auf institutioneller, kontextueller oder individueller Ebene abhängen und von der Lehrkraft nur bedingt gewährleistet werden. Im Idealfall führt es aufseiten der Schülerinnen und Schüler zu leistungsbezogenen, affektiven oder auch sozio-emotionalen Lernerfolgen (Säule 5). Damit vereinigt das Kaskadenmodell unterschiedliche theoretische Ansätze der Bildungsforschung wie das COACTIV-Modell professioneller Lehrkräftekompetenz, dem das Expertiseparadigma inhärent ist, das Modell von Kompetenz als Kontinuum, das Angebot-Nutzungs-Modell der Unterrichtsqualität sowie das Prozess-Mediations-Produkt-Paradigma. 

Weiterführende Informationen und Beschreibungen der einzelnen Elemente in den Säulen finden sich nachstehend. 


Erwähnte Literatur

Krauss, S., Bruckmaier, G., Lindl, A., Hilbert, S., Binder, K., Steib, N. & Blum, W. (2020). Competence as a continuum in the COACTIV study: the “cascade model”. ZDM Mathematics Education, 52, 311-327. 

Lindl, A., Krauss, S. & Buchholtz, N. (2023). Professionswissen von Mathematiklehrkräften – eine einleitende Übersicht. In S. Krauss & A. Lindl (Hrsg.), Professionswissen von Mathematiklehrkräften - Implikationen aus der Forschung für die Praxis (S. 1-35). Berlin: Springer.



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