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Forschung

WiBIg (geistige Behinderung und herausforderndes Verhalten (HV))

Wissenschaftliche Begleitung von Intensivwohngruppen mit Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung (WiBIg)

Logo Foschungsprojekt WiBIgVor dem Hintergrund des Berichts „Stationäre Einrichtungen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung“ des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration (StMAS) vom 04.08.2016 und dem darin enthaltenen 10-Punkte-Plan intendiert das Projekt ‚WiBIg‘ die wissenschaftliche Begleitung von Intensivwohngruppen sowie die Evaluation der mit dem Bericht eingeleiteten Maßnahmen.


Wissenschaftliche Begleitung von Intensivwohngruppen

Im Zentrum der wissenschaftlichen Begleitung stehen folgende Fragestellungen:

  • Welche Maßnahmen werden ergriffen, um freiheitsentziehende Maßnahmen bei Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung zu vermeiden/verringern?
  • Welche Entwicklungen bzw. Change-Prozesse durchlaufen Einrichtungen, wenn sie Maßnahmen ergreifen, freiheitsentziehende Maßnahmen zu vermeiden/verringern?

Diese übergeordneten Fragestellungen werden mit den teilnehmenden Einrichtungen vor Ort spezifiziert und konkretisiert.

Evaluation der Maßnahmen

Mit dem 10-Punkte-Plan des StMAS sind verschiedene Maßnahmen verbunden, wie z.B. die Stärkung der Elternbeteiligung, die Schaffung von Beratungs- und Beschwerdestellen, die Stärkung der Beteiligung der Kinder und Jugendlichen sowie die Verstärkung der Fortbildungen für Beschäftigte.

Die Fragestellung in diesem Bereich lautet:

Wie setzen die Einrichtungen den 10-Punkte-Plan des StMAS um?

Im Rahmen einer flächendeckenden Erhebung an den (wohnbezogenen) Einrichtungen für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen wird die Umsetzung dieser Maßnahmen evaluiert.

Projektleitung

Projektmitarbeitende

  • Andrea Kapfer
  • Thomas Reiter

Projektzeitraum

09/2017 – 12/2020

Förderung

Dieses Projekt wurde aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration gefördert.

Veröffentlichungen

  • Dworschak, W., Kapfer, A., Ratz, C., Reiter, T., Romanos M., Brinkmann, S. et al. (2018). Herausforderndes Verhalten und freiheitsentziehende Maßnahmen bei Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung in stationären Einrichtungen. Begriffe, Prävalenz, interdisziplinäre Herausforderungen und Forschungsbemühungen. Teilhabe, 57(4), 163-166.
  • Reiter, T.; Kapfer, A.; Dworschak, W. & Ratz, C. (2021). Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung und herausforderndem Verhalten in stationären Wohneinrichtungen. Charakteristika, pädagogisches Handeln, freiheitsentziehende Maßnahmen. Würzburg: edition bentheim.

Weitere Informationen finden Sie auf unserem Projektposter.


Entwicklungsverläufe outpatient (geistige Behinderung und HV)

Entwicklungsverläufe outpatient

Analyse der Entwicklungsverläufe von Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung und herausforderndem Verhalten nach einem stationären Aufenthalt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Logo Forschungsprojekt Evo

Quantitative Erhebungen der Schülerschaft mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung sind in der Vergangenheit zu dem Schluss gekommen, dass etwa die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen herausfordernde Verhaltensweisen zeigt. Ein Teil dieser Kinder und Jugendlichen wird aufgrund manifester Auffälligkeiten vollstationär in der Kinder- und Jugendpsychiatrie behandelt. In der Praxis ist zu beobachten, dass während der Behandlung in der Klinik oft eine Verbesserung im Sinne von sozial-emotionaler Stabilisierung und Reduktion der herausfordernden Verhaltensweisen eintritt.


Diese positiven Veränderungen über den Zeitpunkt der Entlassung hinaus als dauerhafte Entwicklungstendenz zu etablieren, erweist sich als herausfordernde Aufgabe, wenn es nach der Behandlung gilt, die Kinder und Jugendlichen wieder in den häuslichen Lebensbereich und die ambulanten oder (teil-)stationären heil- und sonderpädagogischen sowie therapeutischen Angebote zu re-integrieren.
An dieser Stelle setzt das Projekt ‚Entwicklungsverläufe – outpatient‘ an. Es sollen Bedingungen und Faktoren beschrieben werden, die den Prozess der Re-Integration unterstützen.
Hierfür werden die Entwicklungsverläufe von Kindern und Jugendlichen in den ersten beiden Jahren nach der stationären Behandlung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie analysiert.


Handlungsleitendes Forschungsinteresse haben dabei folgende Fragen:

  • Wie entwickelt sich das herausfordernde Verhalten der Kinder und Jugendlichen nach der Entlassung aus der stationären Behandlung?
  • Welches „Setting“ wird ihnen angeboten? Welche therapeutisch-pädagogischen Angebote erhalten sie? Wie erleben die Kinder und Jugendlichen bzw. ihre Bezugspersonen ihre Situation, das herausfordernde Verhalten und die Entwicklung?
  • Welche Gemeinsamkeiten lassen sich aus der analysierenden Betrachtung der Entwicklung der Kinder und Jugendlichen, deren herausforderndes Verhalten (nicht) persistiert, erkennen?
  • Welche Rückschlüsse lassen sich aus den erkennbaren Gemeinsamkeiten auf stabilisierende Rahmenbedingungen im ambulanten Setting ziehen?

Im Zentrum des Projekts steht das Kind bzw. der/ die Jugendliche mit geistiger Behinderung und herausforderndem Verhalten. Auf der Grundlage einer mehrperspektivischen Betrachtung der Kinder und Jugendlichen zum Zeitpunkt der Entlassung, wird anhand von Interviews mit den Bezugspersonen in der Schule, der heilpädagogischen Einrichtung, dem häuslichen Umfeld und – wenn möglich – mit den Kindern und Jugendlichen selbst, der Entwicklungsverlauf differenziert beschrieben und mittels qualitativer Methoden verstehend analysiert. Wenn erforderlich, werden Ärzte und Therapeuten oder Sozialpädagogen in den Prozess der Befragungen mit einbezogen.

Ausgehend vom betroffenen Kind bzw. dem/ der Jugendlichen fließen Informationen aus der stationären Behandlung (inpatient) und Informationen aus den ersten beiden Jahren nach der Entlassung (outpatient) in die Analyse ein.
Ziel des Projekts ist es, die Ergebnisse für die Gestaltung angemessener Angebote und Bezugssysteme zu nutzen, um die langfristigen Entwicklungschancen aller Kinder und Jugendlichen mit herausfordernden Verhaltensweisen im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung zu verbessern.


Projektleitung

Prof. Dr. Wolfgang Dworschak

Projektmitarbeiterin

Karin Hackl, StRin FöS (karin.hackl@ur.de)

Projektzeitraum

09/2021-08/2024

Förderung

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales, des Bezirks Oberbayern und der Heidehof Stiftung gefördert.


PoMoS (Pool-Modell Schulbegleitung)

Wissenschaftliche Begleitung zweier Modellprojekte ‚Pool-Modell Schulbegleitung‘ (PoMoS)

Die Schulbegleitung als Einzelfallmaßnahme der Eingliederungshilfe birgt neben Potenzialen im Hinblick auf die individuelle Unterstützung der leistungsberechtigten Schülerinnen und Schüler auch Risiken hinsichtlich der sozialen Interaktion und Ausgrenzung sowie weitere Problematiken in Bezug auf die Unterstützung und Arbeit in einem multiprofessionellen Team.
Mit dem Bundesteilhabegesetz ist es nun möglich, erforderliche Hilfen und Unterstützung für mehrere Leistungsberechtigte gemeinsam zu erbringen (§ 112 SGB IX), womit die Einzelfallmaßnahme Schulbegleitung in so genannte Pool-Lösungen überführt werden kann, in denen die starre 1:1-Zuordnung zwischen Schulbegleitung und leistungsberechtigtem/r Schüler/in aufgehoben wird.

Logo PoMoS FLogo PoMoS R
Zum Schuljahr 2019/20 starten im Regierungsbezirk Mittelfranken zwei Modellprojekte zur Pool-Lösung im Bereich Schulbegleitung, an:

drei Förderzentren mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung in Erlangen, Fürth und Nürnberg (Projekt PoMoS-F) sowie

zwei Montessori-Regelschulen in Erlangen und Nürnberg (Projekt PoMoS-R).

Wir begleiten die Einführung der Pool-Modelle wissenschaftlich. Im Zentrum der wissenschaftlichen Begleitung stehen folgende Fragestellungen:

  • Wie wird der Einsatz der Schulbegleitungen in einem Pool-Modell gemanagt?
  • Welche Auswirkungen hat der Einsatz von Schulbegleitungen in einem Pool-Modell auf den Personaleinsatz an den Schulen?
  • Welche Tätigkeiten übernehmen die Schulbegleitungen im Rahmen eines Pool-Modells?
  • Welche Erfahrungen machen die Schüler/innen, Eltern, Schulbegleitungen, Lehrkräfte (inkl. pädagogischem Team), Schulleitungen, Anstellungsträger und Kostenträger mit dem Pool-Modell?
  • Welche Erkenntnisse können aus dem Modellprojekt für die inklusive Schulentwicklung abgeleitet werden? (nur PoMoS-R)

Projektleitung

    Prof. Dr. Wolfgang Dworschak

Projektdurchführung

    PoMoS-F: Tobias Fitzek
    PoMoS-R: Lisa Pelkner

Kooperationspartner

Projektzeitraum
09/2018 – 08/2022

Förderung

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Bezirks Mittelfranken, der Jugendämter Erlangen, Erlangen-Höchstadt und Nürnberg sowie des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus gefördert.

Informationen für Eltern

PoMoS-F: Schülerbogen

PoMoS-R: Schülerbogen Bezirk

                Schülerbogen Jugendhilfe


Förderdiagnostik auf Grundlage der ICF-CY

Förderdiagnostik auf Grundlage der ICF-CY - Erprobung und Implementation eines Beobachtungs- und Dokumentationssystems

Logo Projekt Beobachten Dokumentieren Fördern ICF Das Vorhaben fokussiert den Aspekt der Förderdiagnostik, die mit der sich daraus ergebenden Förderplanung die Basis jeder sonderpädagogischen Förderung darstellt. Während für die „Regelkindergärten“ hilfreiche Instrumente zur Beobachtung und Dokumentation vorliegen (z.B. SISMIK oder SBK), findet sich im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung bisher kein adäquates und gut implementiertes Verfahren. Wir gehen davon aus, dass die SVEs im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung keine standardisierten und wenn doch, dann jeweils eigene und somit uneinheitliche Beobachtungs- und Dokumentationssysteme einsetzen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich die etablierten Beobachtungsverfahren aus dem „Regelbereich“ an der entwicklungspsychologischen Norm orientieren und somit nicht für Kinder mit erheblichen Entwicklungsbesonderheiten und -verzögerungen, wie sie im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung zu finden sind, anwendbar sind.

Die ICF nimmt seit ihrer Einführung im Jahr 2005 (in deutscher Sprache) in der sozial- und bildungspolitischen Diskussion in Deutschland immer breiteren Raum ein. Während die Klassifikation in theoretisch konzeptionellen Zusammenhängen wertvolle Impulse setzen konnte und sich das bio-psycho-soziale Modell von Behinderung zu einem Standard entwickelt hat (vgl. z.B. SGB IX), finden sich bisher nur wenige Implementationen und praxistaugliche Anwendungsformen im Bildungs- und Schulkontext.

Nach der Entwicklung des Beobachtungsinstrumentariums 2016/2017 wird dieses im Schuljahr 2017/2018 pilotiert.
Im Schuljahr 2018/2019 wird es dann in einer qualitativen Studie an drei Schulen implementiert und evaluiert.

Mit Hilfe qualitativer (Prä- und Post- Interviews) und quantitativer Methoden (Dokumentenanalyse anhand festgelegter Kriterien zur Beurteilung der Veränderung der Förderpläne durch den Einsatz des Instrumentariums) soll auf der Ebene der Heilpädagogischen Förderlehrerinnen (HFL) versucht werden, die Auswirkungen der veränderten Beobachtung, Dokumentation und Förderplanung darzustellen.

Projektleitung

    Prof. Dr. Wolfgang Dworschak

Projektdurchführung

    Sabine Kölbl, StRin FS, sabine.koelbl@edu.lmu.de

Kooperationspartner

  •     Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
  •     Deutscher Caritasverband, Landesverband Bayern e.V., LAG Förderschulen
  •     Evangelische Schulstiftung in Bayern
  •     Lebenshilfe Landesverband Bayern e.V.

Projektzeitraum

    2016 - 2020


SFGE II (Schülerschaft im FsgE)

Schülerschaft mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung II

Logo SFGE 2

Das Forschungsvorhaben "Schülerschaft mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung II" (SFGE II) wird gemeinsam von den Universitäten Regensburg, Würzburg und Koblenz-Landau entwickelt und durchgeführt. Ziel ist die repräsentative Erhebung von Daten über ausgewählte soziokulturelle Bedingungen und unterrichtsrelevante Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung in Bayern.

Hintergrund und Kontext des Forschungsprojektes

Die Einbindung der Schülerschaft mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung in ein sich inklusiv entwickelndes, allgemeines Bildungssystem stellt eine zentrale bildungspolitische Herausforderung dar. Die große Mehrheit der Schülerinnen und Schüler im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung besucht aktuell das Förderzentrum geistige Entwicklung (FzgE). Um fundiert über die Entwicklung zukünftiger schulischer Strukturen für diese Schülerinnen‐ und Schülergruppe entscheiden zu können, ist es notwendig, über aktuelle und detaillierte Informationen hinsichtlich ihrer unterschiedlichen Ausgangsbedingungen, Kompetenzen und Unterstützungsbedarfe zu verfügen.

2008 – 2012 wurden daher in einem Verbundvorhaben der Universitäten München, Würzburg und Koblenz‐Landau erstmals empirische Daten über die Schülerschaft mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung erhoben (SFGE I, N=1.629). Die Ergebnisse aus SFGE I haben nicht nur die bildungspolitische, sondern besonders auch die fachwissenschaftliche Diskussion im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung – sowohl in den Förderzentren als auch in inklusiven Bildungssettings – bereichert. Die Daten ermöglichten erstmals eine empirische Beschreibung der Lernvoraussetzungen und Leistungsstände der Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, die bei der Planung von Unterricht und der Gestaltung unterschiedlicher Bildungssettings Berücksichtigung finden müssen. Dies erscheint umso bedeutungsvoller, bedenkt man, dass die Schülerschaft mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung bei keinen Schulleistungsstudien berücksichtigt wird.

Relevanz und Zielsetzung

Ziel der Studie SFGE II ist die repräsentative und empirische Erhebung von schulisch relevanten Ausgangsbedingungen, Kompetenzen und Unterstützungsbedarfen der Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung in Bayern anhand verschiedener Forschungsschwerpunkte. Daneben steht die Beschreibung möglicher Entwicklungen und Veränderungen der Schülerschaft in den vergangenen zehn Jahren im Fokus von SFGE II. Folgende Bereiche werden näher betrachtet.

  • Bildungsbiographie
  • Soziobiographie
  • Medizinische Diagnosen
  • Pflegebedarf
  • Sprache und Kommunikation
  • Schriftspracherwerb
  • Mathematische Fähigkeiten
  • Adaptive Fähigkeiten
  • Verhalten und Emotionen

Forschungsdesign

SFGE II repliziert und erweitert die Studie SFGE I. Die Fragebogenerhebung richtet sich an Eltern und Lehrkräfte der Schülerinnen und Schüler an 20 bayerischen Förderzentren mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung und in der Inklusion. Diese Schulen wurden mittels einer geschichteten Clusterstichprobe gezogen und sind für Bayern repräsentativ. Auf Schulebene findet eine Vollerhebung statt.

Projektleitung und -durchführung

Laufzeit

seit 2018

weitere Informationen und Aktuelles finden Sie auf unserer Projekthomepage.



  1. Fakultät für Humanwissenschaften
  2. Institut für Bildungswissenschaft

Pädagogik bei geistiger Behinderung

Universität Regensburg Sedanstraße 1
93055 Regensburg
 

Ansicht Institutsgebäude


Pädagogik bei Lernbehinderung

Pädagogik bei Verhaltensstörungen