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Pressemitteilungen

„Weltoffene und vielfältige Universität mit viel weiterem Potential“

Universität Regensburg feiert Jahrestag mit Festakt und Empfang


1. Dezember 2023

Vor rund 350 Gästen fand am Donnerstagabend der Dies academicus der Universität Regensburg statt. Universitätspräsident Prof. Dr. Udo Hebel begrüßte zu diesem Anlass die Besucherinnen und Besucher im Audimax der Universität. Der Dies academicus, der „akademische Geburtstag“ ist ein besonderer Tag im akademischen Jahr, an dem an die Aufnahme des Studienbetriebs an der Universität Regensburg zum Wintersemester 1967/68 erinnert wird. Nach dem Festakt gab es im Foyer im Audimax einen Empfang, bei dem sich die Gäste austauschen, kennenlernen und ins Gespräch kommen konnten. Musikalisch begleitet wurde der Dies academicus von der Uni Jazz Combo. Neu war der Einsatz von zwei Gebärdendolmetscherinnen, die die gesamte Veranstaltung sowohl für die Gäste im Audimax, als auch für die Zuschauer im Live-Stream simultan übersetzten. 

Erstmals wurde der Dies academicus in Gebärdensprache übersetzt. © Dragan/Universität Regensburg


Im diesjährigen Festakt hielt Prof. Hebel zusammen mit Universitätsmitgliedern, Alumni, Freund*innen, Partner*innen und Gästen der Universität Rückschau auf Vergangenes, betrachtete Gegenwärtiges und blickte in die Zukunft. Zudem wurden verdiente Personen mit der Universitätsmedaille „Bene Merenti“, der Ehrennadel der Universität, dem DAAD-Preis, dem BioPark-Innovationspreis sowie dem Gleichstellungspreis der UR ausgezeichnet. Für den Festvortrag konnte in diesem Jahr Prof.in Dr. Dina Grohmann, Lehrstuhl für Mikrobiologie und Archaeen-Zentrum und Single-Molecule Biochemistry Group der UR, gewonnen werden. 

Nach den Begrüßungsworten von Prof.in Dr. Isabella von Treskow, Beauftragte der Universität für die Gleichstellung von Frauen in Wissenschaft und Kunst, gratulierte der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume, der Universität via Videobotschaft. Der Minister entschuldigte sich, nicht in Präsenz am Dies academicus teilzunehmen. Allerdings sei er „bereits gestern hier gewesen“ und bezog sich damit auf die am Vortag getätigte feierliche Unterzeichnung der Kooperationsverträge für den MedizinCampus Niederbayern, bei der der Wissenschaftsminister an der Universität zu Gast war. In seiner Videobotschaft lobte der Minister die Universität Regensburg als „erfolgreich wohin man schaut und attraktiv für Studierende“ und nannte als Beispiele hierfür die Eröffnung der neuen Fakultät für Informatik und Data Science (FIDS), die schnellen Fortschritte beim neuen Forschungsbau RUN sowie das angesprochene „Mega-Projekt“ MedizinCampus Niederbayern. „Ich bin stolz auf Sie und Sie dürfen das auch sein“, schloss der Minister seine Grußbotschaft. 

Prof.in Dr. Isabella von Treskowbegrüßte die Gäste im gut besuchten Audimax der UR. © Dragan/Universität Regensburg


Im Anschluss richteten Caspar Heusinger und Franziska Grotz, Studierendenvertreter des Sprecher*innenrats der UR das Wort an die Gäste. Sie charakterisierten die Universität als Ort der Forschung, der Lehre und der Zukunftsentwicklung. Besonders in den Bereichen der Wissensweitergabe und der Lehre sei es wichtig, auf die Interessen der Studierenden einzugehen. Die Mitbestimmungsmöglichkeit der Studierenden beschränke sich zum Großteil auf der Gestaltung eigener Projekte. Echte Veränderungsanliegen müssten darauf hoffen, dass die Universitätsleitung „ein offenes Ohr“ für sie haben. In Richtung der demokratischen Teilhabe und echter Mitbestimmung zeige das Bayerische Hochschulinnovationsgesetz, laut Grotz, wenig Innovation und verweise die Studentische Vertretung stattdessen auf bestehende Hierarchien. Dennoch sei das Engagement für sich und für andere ein wichtiger Bestandteil des universitären Lebens. „Hier wird Demokratie betrieben und gelehrt“, sagte Grotz, die alle Studierenden der UR dazu aufrief, sich in einer der vielen studentischen Gruppen oder den Fachschaften zu engagieren.  

 Caspar Heusinger und Franziska Grotz sprachen im Namen der Studierenden ein Grußwort. © Dragan/Universität Regensburg


Zur Homepage des Studentischen Sprecher*innenrats

Universitätspräsident Prof. Dr. Udo Hebel ging in seiner Ansprache auf die Attraktivität der UR ein. „Es ist immer wieder wunderbar zu sehen, dass sich so viele junge Menschen unter all den verfügbaren Optionen für einen Studienort gerade für uns entschieden haben“, sagte er mit Blick auf die um rund 300 Studierende gestiegenen Einschreibezahlen der ersten Fach- und Hochschulsemester zum Wintersemester 2023/24. Dies sei in der deutschen Hochschullandschaft keine Selbstverständlichkeit. Insbesondere erwiesen sich dabei die zukunftsweisenden Studiengänge der neuen Fakultät für Informatik und Data Science als hochattraktiv. In Regensburg erwarte die Erstsemesterstudierenden eine Universität, die „in Forschung, Lehre und Transfer in der bairischen, nationalen und internationalen Hochschullandschaft sehr gut dasteht – als eine starke, weithin vernetzte, weltoffene und vielfältige Universität mit noch viel weiterem Potential“, so der Präsident. Als Beispiele nannte er die neu etablierte Fakultät für Informatik und Data Science, die interdisziplinär ausgerichtete Strukturbildung im DIMAS in den Area Studies oder im RUN in der ultraschnellen Nanoskopie sowie die Attraktivität der UR als Kooperationspartner in Netzwerken und Verbundanträgen.  Die Universität Regensburg verfügt aktuell über insgesamt sechs laufende Sonderforschungsbereiche und Transregios, fünf laufende Graduiertenkollegs, neun laufende ERC Grants (damit seit 2010 insgesamt 27) und sechs laufende DFG-Forschungsgruppen. Prof. Hebel hob dann die zahlreichen UR-Wissenschaftler*innen hervor, die mit ihren exzellenten Forschungsleistungen in den großen nationalen, wie internationalen Förderlinien erfolgreich waren.

Universitätspräsident Prof. Dr. Udo Hebel. © Dragan/Universität Regensburg


Zudem sei die Universität Regensburg im laufenden Exzellenzwettbewerb mit drei Anträgen aus der Immunologie, der Physik und der Ost- und Südosteuropa-Forschung stark vertreten. 
Mit 76,5 Millionen Euro eingeworbener Drittmitteln für das Jahr 2022 habe man außerdem einen neuen Höchstwert erreicht. 
Beim Thema gesellschaftliche Verantwortung fand der Präsident eindringliche Worte: „Populistische und extremistische Narrative, xenophobisch-exklusive oder rassistische Ideologien, relativierende oder reduktive Geschichtsdarstellungen, Ausschluss von Teilhabe oder Diskriminierung jedweder Motivation, Machtmissbrauch, Unmenschlichkeiten und Aggression jeglicher Art und Stoßrichtung und Antisemitismus und Hass und Gewalt gegen Jüdinnen und Juden sind grundsätzlich zu verurteilen und haben erst recht keinen Platz in unserer universitären Gemeinschaft und an der Universität Regensburg“, stellte Hebel klar und erhielt dafür Applaus aus dem Publikum. 
Im weiteren Rückblick auf das Jahr 2023 arbeitete Präsident Hebel die Entwicklungen im Handlungsfeld „Nachhaltigkeit“ heraus, stellte die 34 im laufenden Jahr berufenen Professor*innen und Professoren vor, gab einen Überblick über neue und verlängerte Strategische Partnerschaften und Abkommen der UR und lobte die Universität als einen „internationalen, weltoffenen, diversen und bei Gastwissenschaftler*innen aus aller Welt sehr beliebten Wissenschaftsstandort.“ 
Abschließend dankte er allen Unterstützer*innen und Förder*innen der Universität sowie dem Wissenschaftsministerium und dem bayerischen Landtag für die andauernde und zuverlässige Unterstützung, fand dann aber auch noch mahnende Worte: „Unsere Freude über die wunderbaren Leistungen, Erfolge und Potentiale wird eingetrübt von der Sorge, dass die unabdingbaren infrastrukturellen Voraussetzungen und die erforderlichen Finanzierungsrahmen nicht mehr mit den wissenschaftlichen und zukunftsrelevanten Notwendigkeiten und mit unseren positiven und zukunftsorientierten Entwicklungen und Potentialen korrespondieren könnten.“ 

Hier geht es zur vollständigen Rede des Präsidenten

Im anschließenden Festvortrag Expedition unbekanntes Leben – Wie Wissenschaft unseren Blick auf die Welt verändern kann“ nahm Prof.in Dr. Dina Grohmann, Lehrstuhl für Mikrobiologie und Archaeen-Zentrum und Single-Molecule Biochemistry Group der UR, die Zuhörer mit in die Welt der Archaeen. Begleitet wurde ihr Vortrag von den Live-Illustrationen des Künstlers Florian Topernpong
Archaeen wurden als dritte Domäne des Lebens erst in den 1980er-Jahren entdeckt, erklärte die Leiterin des Regensburger Archaeen-Zentrums. Bereits 1990 wurde dann das Regensburger Archaeen-Zentrum von Prof. Dr. Karl Stetter an der Universität Regensburg gegründet. Heute beherbergt das Archaeen-Zentrum mit über 2500 isolierten Stämmen eine weltweit einmalige und mit Abstand die weltweit größte Archaeen-Sammlung. Forscher aus der ganzen Welt bestellen in Regensburg ihr Untersuchungsmaterial.
Im weiteren Vortrag stellte Prof.in Grohmann die Archaeen als Lebewesen vor, die die bekannten Grenzen des Lebens sprengen und durch Ihre Anpassungsfähigkeit und Vielfalt das Verständnis geltender Lebensdefinitionen herausfordern. Sei es Leben oberhalb des Siedepunktes von Wasser, als winzige Lebensform mit einer Größe von nur etwa 400 Nanometer und lediglich 552 Genen oder als weltweit einzig bekannter, Methan produzierender, Mikroorganismus. Letzteres ist ein Umstand den sich die Microbify GmbH, eine Firmenausgründung aus dem Lehrstuhl für Mikobiologie und Archaeenzentrum der Universität Regensburg, zunutze macht. Microbify ist ein hochspezialisierter Dienstleister im Bereich der anaeroben Mikrobiologie und untersucht Erdgasspeicher hinsichtlich ihrer Eignung zur biologischen Methanproduktion und Wasserstoffspeicherung und unterstützt Kunden bei mikrobiell-induzierter Korrosion, die die Gasqualität und Infrastruktur beeinflusst. 

Homepage Prof. Dr. Dina Grohmanm
Homepage Microbify GmbH

Prof. Dr. Dina Grohmann bei Ihrer Festrede. © Dragan/Universität Regensburg


Preisverleihung und Ehrungen
Für ihre herausragenden Leistungen wurden abschließend in einer feierlichen Verleihung Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Personen, die sich in besonderem Maße um die Universität Regensburg verdient gemacht haben, gewürdigt. Die Universitätsleitung ehrte gemeinsam mit den jeweiligen Stiftern die Preisträgerinnen und -träger mit der Universitätsmedaille „Bene Merenti“, der Ehrennadel der Universität, dem DAAD-Preis, dem BioPark-Innovationspreis sowie dem Gleichstellungspreis. 

Hier geht es zu den Würdigungen der einzelnen Preisträger*innen und ihren Danksagungen

Universitätsmedaille Bene Merenti
Verleihung durch Präsident Prof. Dr. Hebel an:
Christine Schimpfermann
Freunde der Universität Regensburg (FdUR)

Ehrennadel der Universität
Verleihung durch Präsident Prof. Dr. Hebel an:
Prof. Dr. Sabine Demel 
Prof. Dr. Christoph Meinel
Sigrid Merl
Dr. Harald Schnell
Roland Kötterl

DAAD-Preis
Verleihung durch Prof. Dr. Ernst Tamm (Vizepräsident für Forschung und Nachwuchsförderung) an:
Ivana Dinic

BioPark-Innovationspreis
Verleihung durch Prof. Dr. Ernst Tamm (Vizepräsident für Forschung und Nachwuchsförderung), an:
Maria Watzlowik

ESdUR Studienabschlusspreis
Verleihung durch Prof. Dr. Ernst Tamm (Vizepräsident für Forschung und Nachwuchsförderung), an:
Zubeir El Ahmad
Alexander Freundl
Maria Piller
Paul-Lennart Völkl

Gleichstellungspreis
Verleihung durch Prof.in Dr. Isabella von Treskow, Beauftragte der Universität für die Gleichstellung von Frauen in Wissenschaft und Kunst, an:
MINT-Projekt „Girls Go Science“: Nadine Mundigl, Hanifah Mumtaz, Dr. Stephan Giglberger, Sandra Hannweg

Die Preisträger*innen des Dies academicus 2023. © Dragan/Universität Regensburg


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Informationen/Kontakt

Bastian Schmidt
Kommunikation und Marketing
Universität Regensburg
Tel.: +49 (0)941 943-5566
E-Mail: presse@ur.de
 

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