Berufliche Wege von Absolvent:innen
Mediengestaltung
Bettina Springer-Ferazin
Was hast Du studiert und wo?
Mein Name ist Bettina Springer-Ferazin und ich habe Kunstgeschichte und Klassische Archäologie an der Universität Regensburg studiert. Während des Bachelorstudiums habe ich ein PONS-Semester an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg absolviert, während des Masterstudiums habe ich über PONS zwei Semester an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg verbracht.
Wo und als was arbeitest Du aktuell und woraus besteht Deine Tätigkeit?
An mein Masterstudium habe ich eine Ausbildung zur Mediengestalterin angeschlossen. Aktuell arbeite ich nebenberuflich als Illustratorin für archäologische Projekte. Zu meinen abgeschlossenen Arbeiten zählen beispielsweise Umzeichnungen von Fundstücken und Rekonstruktionszeichnungen für Publikationen.
Inwiefern hat Dein Studium Dich für Deine Arbeit vorbereitet? Hast Du etwas zusätzlich gemacht, um Dich dafür zu qualifizieren? Inwiefern hilft Dir das, was du im Studium gelernt hast, heute noch?
Während des Studiums habe ich meine Leidenschaft für das archäologische Zeichnen und den Umgang mit Grafikprogrammen entdeckt: Ich habe als Hilfskraft für die Bilddatenbank ArkuBid gearbeitet, praxisorientierte Lehrveranstaltungen zum Zeichnen archäologischer Funde besucht und war auf Grabung in der Fundbearbeitung tätig - inbesondere in Ephesos (Türkei) und am Tall Zira'a (Jordanien). In meinem Arbeitsalltag hilft mir besonders, dass ich im Studium gelernt habe, genau hinzusehen und selbst auf kleinste Details zu achten, um archäologische Sachverhalte zu verstehen.
Fernsehen
Simon Bauer
Was hast Du studiert und wo? Was für einen Abschluss hast Du gemacht?
Ich habe Klassische Archäologie an der Uni Regensburg studiert, mit Geschichte im zweiten Hauptfach. Abgeschlossen habe ich mein Studium als Bachelor of Arts.
Wo und als was arbeitest Du aktuell und woraus besteht Deine Tätigkeit?
Ich arbeite als Redaktionsvolontär bei Oberpfalz TV. Das Volontariat bildet im Journalismus quasi die Einstiegsposition und beinhaltet neben der Arbeit auch regelmäßige Fortbildungen. Primär sammle ich während meiner Dreharbeiten Infos, führe Interviews und entwickle daraus danach informative Fernsehbeiträge. Rundherum gehören aber auch die Themenfindung, das Planen und Koordinieren der Dreharbeiten, das Moderieren und Vertonen, und in begrenztem Maß Kamera- und Schnittarbeit zu meinen Aufgaben.
Inwiefern hat Dich Dein Studium auf diese Arbeit vorbereitet? Hast Du etwas zusätzlich gemacht, um Dich dafür zu qualifizieren? Inwiefern kannst Du das, was Du im Studium gelernt hast, heute noch anwenden?
Der Kern meiner Arbeit ist der gleiche, wie der der archäologischen Arbeit im Studium - aus bestehenden Quellen die wichtigsten Informationen zu bündeln, analysieren und kontextualisieren. Das Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten und Referate fördert genau diese Fähigkeiten, auch abgesehen von der archäologischen Materie. Gleichzeitig habe ich dabei gelernt, komplexe Themen für die Leser bzw. Zuschauer verständlich zu kommunizieren. Besonders das ist beim Erstellen von Fernsehbeiträgen wichtig. Neben dem Studium habe ich als Kommentator und Social-Media-Administrator bei mehreren Motorsport-Teams meinen Auftritt in den Medien geschult, und so schließlich den Weg ins Fernsehen gefunden. Ich habe schnell gemerkt, wie viele Parallelen es zwischen der redaktionellen und der wissenschaftlichen Arbeit gibt. Nicht umsonst finden sich überall in Redaktionsbüros Menschen mit geisteswissenschaftlichen Hintergründen.
Wissenschaft
Stefan Distler
Was hast du studiert und wo?
Ich habe Klassische Archäologie im ersten und Vor- und Frühgeschichte im zweiten Hauptfach in Regensburg studiert und mein Studium mit der Promotion abgeschlossen. Obwohl ein Studienortwechsel grundsätzlich natürlich unbedingt zu empfehlen ist, hatte ich während meiner Zeit in Regensburg die Möglichkeit bei vier verschiedenen Professoren zu studieren und konnte dieses Manko dadurch etwas kompensieren.
Wo und als was arbeitest du aktuell und woraus besteht deine Tätigkeit?
Momentan bin ich an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften für das "Corpus Vasorum Antiquorum"-Projekt (CVA) angestellt. Im Rahmen dieses Projekts forsche ich zu griechischen Trinkschalen des 6. vorchristlichen Jahrhunderts in der Berliner Antikensammlung. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden in der CVA-Reihe publiziert.
Inwiefern hat dein Studium dich auf deine Arbeit vorbereitet? Hast du etwas zusätzlich gemacht, um dich dafür zu qualifizieren? Inwiefern hilft dir das, was du im Studium gelernt hast, heute noch?
Sowohl in meiner Magister- als auch meiner Doktorarbeit habe ich mich schon intensiv mit griechischer Vasenmalerei beschäftigt, womit ich mich für höhere Aufgaben in der Vasenforschung qualifizieren konnte. Was in den unterschiedlichsten archäologischen Seminaren immer wieder praktiziert wurde, war das genaue Sehen und Betrachten von Objekten und deren präzise Beschreibung. Erst durch diese - zugegebenermaßen oft mühsame - Schule lernt man jedoch den Dingen wirklich auf den Grund zu gehen und Wesentliches selbst zu erkennen. Von diesen erlernten Analysefähigkeiten, sowie dem sehr wichtigen kritischen Lesen von Texten und Meinungen profitiert man weit über die archäologische Forschung hinaus. Nicht zu unterschätzen ist zudem das Kennen- und Schätzenlernen fremder Kulturen, was im Studium der Archäologie fast nebenbei und zwangsläufig passiert und doch so essentiell ist, für die Entwicklung eines interessierten und offenen Geistes.