Im Zentrum der Ringvorlesung stehen antike Verfassungsdebatten als dynamisches Spannungsfeld von politischer Theorie, institutioneller Praxis und lebensweltlichen Kontexten. Sie fragt nach ihrer langfristigen Relevanz für die Geschichte politischer Ideen, politischer Institutionen sowie politischer Ordnung.
Ausgangspunkt ist dabei der griechische Begriff politeia: Er bezeichnet nicht nur formale Institutionen, Ämter und Verfahren, sondern ebenso Lebensweisen, Normen, Werte, Tugenden, Bildungsprogramme und symbolische Ordnungen, durch die sich politische Gemeinschaften überhaupt erst konstituieren. Verfassung erscheint damit weniger als bloßer „Text“ denn als kulturell, sozial und materiell verankerte Ordnung, die im Angesicht möglicher Alternativen in Frage gestellt wird und sich in Konflikten bewährt, verändert und legitimiert.
In 11 Beiträgen verfolgt die Ringvorlesung, wie antike Begriffe und Problemlagen – etwa Gemeinwohl, Freiheit, Gleichheit, Bürgerschaft, Gesetz, Demagogie und Populismus – über vielfältige Traditionslinien bis in die Gegenwart fortwirken und unsere Auseinandersetzungen um eine gute politische Ordnung weiterhin strukturieren.
Die Veranstaltung findet als Kooperation des Lehrstuhls für politische Philosophie, Theorie und Ideengeschichte von Frau Prof. Dr. Eva Helene Odzuck und des Lehrstuhls für Alte Geschichte von Frau Prof. Dr. Angela Ganter in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Klassikstudien statt.
Die Vorlesungsreihe richtet sich an Studierende aller Fächer sowie an eine interessierte Öffentlichkeit.
Ab dem 21. Oktober 2026, mittwochs, von 18 bis 20 Uhr, im Hörsaal H22 an der Universität Regensburg.