Liebe Freunde der Regensburger IP,
ein paar Impressionen zur Siko, die ich mit einer Podiumsdiskussion im Prinz-Carl-Palais u.a. mit Ex-SACEUR (oberster Befehlshaber der Nato-Truppen in Europa) Chris Cavoli eingeleitet und dann wieder live im TV kommentiert habe. Die drei wichtigsten Redner waren:
- Merz hatte einen starken Auftritt, endlich mal ein Kanzler, der reden kann und was zu sagen hat. Mit dem Tun hapert es halt ...
- Rubio verliert kein Wort über die Ukraine, Russland und China, sondern schwätzt über Michelangelo und die Beatles. Botschaft: Trump arbeitet mit Europäern zusammen, wenn sie sich der Maga-Ideologie unterwerfen. Erstaunlich, wie viel Beifall er im Saal erhält, die Europäer hören nur, was sie hören wollen - ihr altes Problem.
- Selenskyj: Helft mir, ich stehe mit dem Rücken zur Wand. Ich brauche Raketen- und Drohnenabwehr! Es gibt stehende Ovationen, aber keine Patriots oder Taurusse (wenn das der korrekte Plural ist). Auch das sehr europäisch. Die Europäer pfeifen wieder mal im dunklen, dunklen Wald.
Mein emotionales Highlight: Ich lerne Maryja Kalesnikawa kennen, die belarussische Oppositionelle. Als sie die Polizei 2020 aus dem Land werfen wollte, zerriss sie an der Grenze zur Ukraine ihren Pass. Die Folge: verurteilt zu elf Jahren in Lukaschenkas Kerkern, die ersten fünf meist in Einzelhaft. Sie ist erst seit 13. Dezember frei, rausgeholt aus dem Gefängnis, auch das muss man sagen, durch Trump. Am nächsten Tag erlebe ich sie im Gespräch im Literaturhaus mit Karl Schlögel. Was für ein Mensch, mutig und fröhlich. Ich versuche sie im Wintersemester für ein Gespräch an die Uni Regensburg zu holen.
Und noch das unvermeidliche Interview zu Trump von mir:
Cheers Stephan Bierling