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Ringvorlesung Global South | Mirja Lecke & Oleksandr Zabirko (Regensburg) - Wie Russland seinen Süden entwarf

27.05.2021, 18:15-19:45

Mirja Lecke & Oleksandr Zabirko (Slavic Studies, Regensburg)
Wie Russland seinen Süden entwarf 

Russlands Position in der geopolitischen Imagination ist instabil. In der frühen Neuzeit war Russland der Norden, erst im Zuge westeuropäischer Aufklärungsdiskurse wurde es als Osten imaginiert („Inventing Eastern Europe“, Larry Wolff). Seit etwa 1800 aber ist auch für die russischen Eliten selbst ihre Verortung im Osten zu einem Grundbestandteil des Selbstverständnisses geworden. Die Orientierung am Westen, von dem man sich abgrenzt oder den man nachahmt, bestimmt weite Teile russischer Identitätsdiskurse, auch wenn die Werturteile zugunsten des Ostens umgedeutet werden (etwa im Falle der Eurasier-Bewegung). Die Expansion Russlands wurde unterschiedlich begründet: gen Osten stand Zivilisation gegen Natur, während bei der Südexpansion komplexere diskursive Strategien zum Tragen kamen, die wir in unserem Vortrag genauer betrachten möchten. Theoretisch stützen wir uns auf die Schriften von Madina Tlostanova, die Russland als sekundäres, janusköpfiges Imperium beschreibt, das westliche Nord-Süd-Abgrenzungen übernimmt und so eher implizit zu einem zweiten, ‚armen‘, Norden wird. In Fallstudien wollen wir zwei unterschiedliche russische Nord-Süd-Modelle kontrastieren, in deren Rahmen die Ukraine und der Kaukasus (bes. Georgien), als Süden entworfen wurden.

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