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Vom Klassenraum in den Konzertsaal? – Kinderkonzerte sind ein spannendes Feld musikalischer Betätigung, das alle Sparten der Musikausbildung einbezieht: musikdidaktische Produktionen, aber auch professionelle Konzerte von Kinderchören. „To be a performing artist in the next century, you have to be an educator, too“, so hatte Sir Simon Rattle, der legendäre Leiter des Chors und des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, einmal diesen hohen Anspruch an die ausführenden Künstler formuliert. Mittlerweile feiern erfolgreiche Konzepte der Musikvermittlung ihr dreißigjähriges Bestehen (Berlin, Hamburg, München, Frankfurt) und sind aus den Spielplänen und Programmen ambitionierter Bühnen nicht mehr wegzudenken.

Die Sparte „Kinderkonzert“ gehört traditionell auch am Lehrstuhl für Musikpädagogik und Musikdidaktik zu den Formaten der Musikvermittlung, die in Seminaren ausführlich vorbereitet und von Studierenden am Ende des jeweiligen Semesters in Kooperation mit unterschiedlichen Schulen präsentiert werden.

Von Kinderkonzerten geht ein besonderer Reiz aus. Wenn die jungen Hörer in die Konzertatmosphäre eintauchen, haben sie emotionale, soziale, psychomotorische und instrumentale Erlebnisse der besonderen Art, die sie im Idealfall in den Konzertverlauf in besonderer Weise einbinden. Kinder erleben somit etwas, was ihnen zu Hause in der Regel in Konfrontation mit unterschiedlichen Medien nicht zugänglich ist. Neben dem kognitiven „Input“ haben diese Primärerlebnisse vor allem aber auch emotionalen und sozialen Charakter. Dies geschieht in besonderer Weise, wenn die Kinder den Klang der Instrumente erleben oder wenn sie im Singen gefordert sind. Dies geschieht u.a. dadurch, dass die in den Klassen bereits gelernten Lieder und Songs (von Studierenden vorbereitet) im „großen Kinderchor“ in der Konzertatmosphäre präsentiert werden. Das Erlebnis Kinderkonzert wird somit zu einer Faszination ersten Ranges für Kinder und Jugendliche, die für die Öffnung der kooperierenden Schulen einen wichtiges musikdidaktisches Erlebnis und für die Studierenden einen wertvollen Beitrag zur Musikvermittlung darstellt.

Die Erfahrung mit Chören und Einrichtungen der unterschiedlichsten Art ist unersetzbar. Kinder und Jugendliche erleben an den Schulen üblicherweise „ihre“ Konzerte in anlassbezogenen Aufführungen, bspw. zum Frühlingfest, zum Schuljahresende oder zu Weihnachten. In Ergänzung zu diesen Vorstellungen üben die Kinderkonzerte am Lehrstuhl für Musikpädagogik und Musikdidaktik gerade deshalb eine Faszination aus, da sie medial aufbereitet sind, d.h. dass auch Details der Aufführung von Instrumenten und Stimmen in Live-Projektion auf Großleinwand sichtbar gemacht werden. Somit ist wirklich jedes Kind bis auf den letzten Platz des Konzertsaals eingebunden und kann auch die Details aufmerksam verfolgen. 

„Let it sing, let it spring, let’s have an emotional feeling”. Unsere Kinderkonzerte binden jeden ein und sind nicht nur etwas für Kinder, sondern auch für Erwachsene. 

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