In Kooperation mit der Virtuellen Hochschule Bayern (vhb) sind am Lehrstuhl für Musikpädagogik und Musikdidaktik einige digitale Unterrichtseinheiten entstanden, die die hochschulübergreifende Online-Lehre ermöglichen. Es handelt sich dabei um SMART-vhb-Einheiten, die im Dozententeam strukturiert, geplant, ausgewertet und digitalisiert wurden. Die Unterrichtseinheiten, die in den Jahren 2023 bis 2025 entstanden wurden aus Fördermitteln der digitalen Lehre finanziert. Weitere didaktische Entwürfe sind in Planung und werden zeitnah umgesetzt.
Folgende Unterrichtseinheiten liegen in digitaler Form vor:
1. Dirigent*innen - Vordenker des Orchesters und Diener der Musik
Dirigenten sind ein wesentliches Element abendländischer Musikkultur. Als musikalische Leiter von Chören und Orchestern sind sie verantwortlich für Literatur, Organisation, Öffentlichkeitsarbeit, akribische künstlerische Probentechnik und kulturelle Formation des jeweiligen Klangkörpers. Die Position des Dirigenten ist demnach ein wesentlicher Bestandteil zum Erhalt unserer Musikkultur. Gerade dieser Aspekt nimmt in Zeiten der Digitalisierung und der coronabedingten Distanznahme eine besondere Bedeutung ein. – In dem Beitrag werden allgemeine Aufgaben im Orchester vorgestellt und in didaktische Aufgabenstellungen eingebunden. Live-Recordings (Originalmaterial) werden die virtuelle Unterrichtsstunde bereichern und aufzeigen, welch hoher Stellenwert den Dirigenten unserer Musikkultur zukommt. Neu wird der Aspekt sein, dass es gerade in heutiger Zeit zahlreiche weibliche Orchesterleiterinnen gibt, die ihre Aufgabe mit Perfektion erfüllen. Die Betrachtung wird zeigen, dass die Unterscheidung der Potenziale eines Dirigenten/einer Dirigentin in heutigen Tagen nicht unbedingt von einer Genderfrage gelenkt sein sollte, sondern dass allein die musikalische Qualität richtungweisend ist.
Gaul, Magnus/Pritschet, Hans/Kleinhenz, Regina/Niebler, Alexander (2024).
Die digitale Lerneinheit findet sich hier (externer Link, öffnet neues Fenster).
2. Basisqualifikation Musik: Tanz und Bewegung
Elementare Bewegungsformen gehören nicht nur zum Musikunterricht der Grundschule, sondern sind elementarer Bestandteil einer modernen Unterrichtskultur. Die Basisqualifikation Musik ermöglicht allen Studierenden, Musikunterricht zu erteilen, um somit ein breites Fundament im Unterricht der Grundschule zu legen, damit dieser auch akustisch-verarbeitende Lerninhalte berücksichtigt. Immer notwendiger wird dabei die Bewegung zur Musik und der Körperausdruck. Im Tanz verbinden sich beide Elemente, zeigen neben formativen Aspekten auch soziale und emotionale Effekte in der Gruppe. Somit sind Tanz und Bewegung wichtige Elemente zur Findung einer emotionalen Balance in der Klasse/Gruppe. Gleichzeitig sind sie unverzichtbare Ausdrucks- und Gestaltungsmomente in der Heranbildung einer nonverbalen Kommunikation.
Gaul, Magnus/Wehrer, Ingrid/Niebler, Alexander (2025).
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3. Basisqualifikation Musik: Liedbegleitung mit Orff-Instrumenten
Die musikalische Unterrichtspraxis beschränkt sich bei Lehrkräften ohne Musik als Didaktik-, bzw. Hauptfach meist auf den Gesang. Der Einbezug instrumentaler Begleittechniken wird aufgrund fehlender Kompetenz so gut wie nie verwendet, ist der Weg zum Instrument über den eigenen Körper, wie es Carl Orff fordert, hingegen nicht schwer. Diese Einheit soll einen Einblick in elementare Spielweisen auf dem Orff-Instrumentarium vermitteln, die sich leicht in den Musikunterricht einbauen lassen, sowie den musikalischen Vortrag um einiges bereichern. Dabei lernen die Kinder, dass der Gesang mit Hinzuziehung einer instrumentalen Ebene erweitert wird, diesen nicht nur stützen, sondern auch in ein harmonisches Zusammenspiel bringen kann, das neue Klangerfahrungen bietet. Neben der Vorstellung einiger Instrumente des Orff-Instrumentariums, ihrer didaktischen Einführungsmöglichkeiten im Unterricht, sowie vielfältigen Spielweise durch verschiedene Begleittechniken (Ostinati, Bordun, etc.), sollen auch kurz solistische Spielweisen angerissen werden, die über das rein instrumentale Begleiten hinausgehen.
Niebler, Alexander/Gaul, Magnus (2024).
Die digitale Lerneinheit findet sich hier (externer Link, öffnet neues Fenster).
4. Basisqualifikation Musik: Die Entdeckung der Stimme
Die menschliche Stimme ist das natürlichste aller Instrumente. Mit ihr werden musikalische Handlungen direkt im Musizierenden erzeugt und schaffen eine von keinem anderen Instrument erreichte Unmittelbarkeit zwischen Instrument und Musiker. Die Stimme als Instrument ist immer „dabei“ und griffbereit. Kein Wunder, dass sich insbesondere vokale Musizierpraxen im Grundschulbereich herausgebildet haben, die den Schulalltag der Schülerinnen und Schüler stets begleiten. Umso wichtiger ist die adäquate Verwendung des Instruments, allen voran das Finden „seiner“ einzigartigen Stimme als unverkennbares Persönlichkeitsmerkmal eines jeden Kindes. Durch die häufig fehlende Singpraxis im Elternhaus bleibt Kindern dieser Zugang zu „ihrem“ Instrument leider allzu oft verwehrt, weshalb das Thematisieren des eigenen Klangkörpers ein grundlegendes Bewusstsein schaffen soll, seine Stimme (als Instrument) wahrzunehmen und zu pflegen.
Gaul, Magnus/Kleinhenz, Regina/Niebler, Alexander (2025).
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5. Musik und Zeitmanagement – Ein etwas anderer Zugang zu einer der wichtigsten menschlichen Ressourcen
Der Umgang mit der Zeit gehört zu den wichtigsten Kernkompetenzen in der Erziehung von Kindern und Jugendlichen. Aufbauend auf den Expertisen unterschiedlicher Zeitforscher (Wittmann 2013; Geißler & Geißler 2018) werden interdisziplinäre Phänomene des Zeiterlebens in Kunst, Musik, Sport und Medienerziehung erschlossen und Strategien entwickelt, die einen effektiven Umgang mit der Zeit gewährleisten. Für den französischen Komponisten Olivier Messiaen z.B. hängt die Empfindung der aktuellen Dauer von der Anzahl der musikalischen Ereignisse ab. - Die Beschäftigung mit einem passenden Zeitmanagement ist gerade im digitalen Zeitalter ein Gebot der Stunde. Auf sinnenbezogene Erfahrung, die für das Lernen entscheidend ist, wird in Bildungsplänen allenfalls im Primarbereich Wert gelegt, wenn überhaupt. Dabei sind gerade das sinnenbezogene Rezipieren und die emotionalen Prozesse, die sich daraus entwickeln, Garant für ein nachhaltiges Lernen und Erleben.
Gaul, Magnus/Kloos, Agnes/Niebler, Alexander (2025).
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6. Musik und Spracherwerb kreativ (Grundschule, Musik, DaZ, Sprachförderung mit Musik)
Musik und Sprache haben gemeinsame Wurzeln und treten in der Musikgeschichte häufig gemeinsam auf. Aus diesen Wurzeln wird hergeleitet, dass auch im Spracherwerb musikalische Techniken gezielt genutzt werden können, um das Erlernen der deutschen Sprache möglichst abwechslungsreich zu gestalten. Für die Lernenden sind diese Zugänge plausibel, da ihre Lebenswelt einbezogen wird und sie gleichzeitig ein effektives Lernen an konkreten Beispielen erfahren. Anwendungsmuster dieser Art sind in hohem Maße motivierend und binden alle, die am Lernen beteiligt sind, in einen permanenten Lernprozess ein. Die zeitlichen Abläufe im Lehren und Lernen bilden dabei eine besondere kreative Erfahrung, der die Musik als "Motivations-Motor" dynamisch erfahren lässt. Es entstehen innovative Lehr-/Lernvorgänge, die das Sprache-Lernen äußerst spannend werden lassen, da den Lernenden selbst ein hohes Maß an Eigenverantwortung spielerisch zukommt.
Gaul, Magnus/Schulze, Josefin/Niebler, Alexander (2025).
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