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“Der Müller aus Nottingham, 
der die Greensche Funktion erfand: 
George Green und sein Essay von 1828”

 

3. November 2026, 17.30-18.30 Uhr, H34 

Gregor Tanner
Professor of Applied Mathematics

School of Mathematical Sciences
University of Nottingham

 

George Green (1793–1841) war ein mathematischer Physiker aus Nottingham, der 1828 seine Abhandlung An Essay on the Applications of Mathematical Analysis to the Theories of Electricity and Magnetism im Selbstverlag veröffentlichte. Der Essay führte mehrere wichtige mathematische Konzepte ein, die heute weltweit in fortgeschrittenen Universitätskursen gelehrt werden; darunter die Greenschen Identitäten, das Konzept der Potentialfunktionen und den Begriff der Greenschen Funktion.

Green arbeitete in seinen jungen Jahren als Bäcker und Müller – Greens Windmühle in Nottingham zeugt noch heute von diesem Teil seines Lebens. Seine wahre Leidenschaft galt jedoch der Mathematik. Mit minimaler Schulbildung und weitestgehende autodidaktisch eignete er sich unter anderem die Arbeiten von Laplace, Poisson und Fourier an. Er folgte auch in seinem Essay der französischen Schule und der Leibniz-Notation, was in England damals durchaus unüblich war - zu gross war noch Newtons Einfluss, zu weit verbreitet die Fluxion-Notation. Greens Abhandlung wurde zweimal entdeckt: zunächst von Sir Edward Bromhead, einem örtlichen Gentleman-Mathematiker, der als einziger Abnehmer des Essays die Bedeutung dieses Werks erahnte. Und dann von William Thomson, dem späteren Lord Kelvin, der 1845 in Cambridge auf ein Exemplar der Abhandlung stieß und als Erster ihre Brillanz vollständig erfasste.

Der Vortrag lässt die bemerkenswerte Geschichte von George Green und seinem Essay in ihrem historischen Kontext Revue passieren und wirft neues Licht auf seine möglichen Lehrer und seine Ausbildung.

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