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Tagungen

Die Forschungsstelle veranstaltet regelmäßig Fachkonferenzen. Kern der Tagungstätigkeit ist die ab 2015 jährlich stattfindende Intensivkonferenz. Ziel dieses neuen Formats ist es, den auf wissenschaftlichen Tagungen üblich gewordenen Vortragsmarathon zu reduzieren - mit Rücksicht auf die thematische Kohäsions- und die teilnehmerische Konzentrationsfähigkeit.

Die Tagungen des Jahre 2018 finden Sie nachstehend, ältere Tagungen unter folgenden Links:


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Intensivkonferenz 2018

Erinnern, Gedächtnis und Vergessen aus kollektivwissenschaftlicher Perspektive

Organisator: David P. Schweikard (Universität Flensburg)
Veranstalter
: Forschungsstelle Kultur- und Kollektivwissenschaft
Zeit: 09.11.2018


Konzept

Fragen zu den Grundlagen und Formen kollektiven Erinnerns, dem Charakter des kollektiven Gedächtnisses und zu den politischen Disputen um Erinnerungspraxen innerhalb sozialer Gemeinschaften bilden seit Jahrzehnten zentrale Themen der Kulturwissenschaften. Die Themenstellung und die programmatische Ausrichtung dieser Tagung gehen vor allem von zwei Befunden aus.

Erstens findet sich kaum intensive Interaktion, geschweige denn Integration von kognitionswissenschaftlicher und sozial- bzw. kulturwissenschaftlicher Erinnerungsforschung. Zwar ist in Rechnung zu stellen, dass die genannten, sehr vage umschriebenen Theoriefelder teils stark divergierende Erkenntnisinteressen verfolgen und sehr verschiedene Methoden einsetzen, doch wäre es – so eine Hypothese für die Tagung – produktiv zu diskutieren, wo bezüglich des breiten Spektrums der Phänomene Berührungspunkte, gemeinsames Vokabular und eventuell ähnliche Argumente für einzelne Positionen entwickelt werden.

  • Was ist bzw. was bedeutet „erinnern“?
  • Wie bestimmt man Form und Gestalt des individuellen und kollektiven Gedächtnisses?
  • Wem bzw. welchen Prozessen kommt die Autorität hinsichtlich dessen zu, was Individuen oder Kollektive vergessen oder woran sie sich erinnern?
  • Worüber wird gestritten, wenn bezüglich des Gehalts einer zurückliegenden (kollektiven) Erfahrung Uneinigkeit besteht?

Die Vortragenden werden dazu eingeladen, aus der Perspektive ihrer jeweiligen Disziplin in die Diskussion über diese und ähnliche Fragen einzusteigen.

Zweitens liefert der interdisziplinäre Zuschnitt der Kollektivwissenschaft das am besten geeignete Forum, einen integrativen Diskurs über die genannten Fragen anzuleiten. Es gilt hier zu sehen, welche Grundbegriffe und Methoden die kollektivwissenschaftliche Theoriebildung schon bereitstellt und welche sich aus ihren Grundlagen zum Themengebiet der Tagung ergeben.


Programm

Vormittag:

  • 09:00 h: Begrüßung
  • 09:15 h: Erinnern und Vergessen: Haben wir die Wahl?
    (Dorothea Debus, York/Berlin)
  • 10:00 h: Zuschreibungen moralischer Verantwortung als Elemente des Erinnerns – reaktive Haltungen in historischen Kontexte
    (Anne Reichold, Flensburg)
  • 10:45 h: Kaffee
  • 11:15 h: Kollektivgedächtnis
    (Hans Bernhard Schmid, Wien)
  • 12:00 h: Transkollektives statt soziales Gedächtnis?
    (Jan-Christoph Marschelke, Regensburg)
  • 12:45 h: Mittag

Nachmittag:

  • 14:15 h: Kollektives Erinnern und Identität - Einige sozialphilosophische Überlegungen
    (David P. Schweikard, Flensburg)
  • 15:00 h: Erinnerungskultur und Geschichtspolitik - ein Forschungsansatz ist in die Jahre gekommen. Wo stehen wir heute aus geschichtswissenschaftlicher Perspektive?
    (Edgar Wolfrum, Heidelberg)
  • 15:45 h: Kaffee
  • 16:15 h: Die Nation als imaginierte Opfergemeinschaft - das Beispiel Ungarns
    (Laszlo Levente Balogh, Debrecen)
  • 17:00 h: Abschlussdiskussion
  • 17:30 h: Ende der Tagung

  1. FAKULTÄT FÜR SPRACH-/LITERATUR-/KULTURWISSENSCHAFT

Forschungsstelle Kultur- und Kollektivwissenschaft

Altes Finanzamt
Landshuterstr. 4
R 132
93047 Regensburg

Tel. + 49 941 943-53 00
Mail:
forschungsstelle.kollektiv
[at]ur.de