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Bayerisch-ungarisches Studierendenprojekt

zum Autonomen Fahren 2023

Kick-Off-Meeting auf dem Lucas-Cranach-Campus Kronach der Hochschule Coburg

Vom 20. bis 23. April fand auf dem Lucas-Cranach-Campus Kronach der Hochschule Coburg das Kickoff-Meeting für ein bayerisch-ungarisches interdisziplinäres Studierendenprojekt zum Thema Autonomes Fahren statt. An dem von BAYHOST geförderten Projekt sind drei weitere Hochschulen beteiligt: die Széchenyi-István- Universität in Györ (Ungarn), die Hochschule München und die Hochschule Landshut. 

Während des Kickoff-Meetings bereiteten sich 14 Studierende auf die Lösung von Aufgaben im Bereich des Autonomen Fahrens vor. Sie wer-den bis Ende 2023 in zwei Teams zusammenarbeiten. Neben der virtuellen Zusammenarbeit sind drei weitere persönliche Treffen geplant. In jedem Team sind Studierende sowohl der Széchenyi-István- Universität in Györ als auch verschiedener bayerischer Hochschulen vertreten. Einige von ihnen haben bereits praktische Erfahrungen als Mitglieder von Formula Student Teams gesammelt.

Ziel ist es, berufliche und persönliche Beziehungen zwischen den teilnehmenden Studierenden zu entwickeln und sie auf die Arbeit in einem internationalen und interdisziplinären Umfeld vorzubereiten. Die Studierenden werden Wissen aus verschiedenen Disziplinen (Ingenieur-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften) kombinieren und sich mit ergebnisorientierter Projektarbeit vertraut machen. Darüber hinaus soll das studentische Projekt zur gemeinsamen Forschung und Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen beitragen.

Der Gastgeber des Kickoff-Meetings, die Hochschule Coburg, bietet einen Masterstudiengang zum Autonomen Fahren an, der ab dem kommenden Wintersemester auch in englischer Sprache studiert werden kann. Auf ungarischer Seite wird das Projekt koordiniert von Dr. habil. Barna Hanula, Dekan der Audi Hungaria Faculty of Automotive Engineering. Im Herbst werden die Studierenden die Möglichkeit haben, die Széchenyi-István-Universität in Györ und Zalazone, eines der modernsten Automobiltestgelände in Europa, zu besuchen. Die Hochschule München und das angegliederte Institut MdynamiX sind Partner der VDI Autonomous Driving Challenge (VDI ADC), dem Nachwuchswettbewerb für autonom fahrende Modellautos im Maßstab 1:8. Im Rahmen des Projekts ist ein Besuch und ggf. eine aktive Teilnahme an diesem Wettbewerb im August auf dem DEKRA Lausitzring vorgesehen.

Die beiden Teams werden mit Software für die Entwicklung und Simulation und mit Hardware (Modellautos) arbeiten. Die Betreuer von der Hochschule München werden ihnen regelmäßig Aufgaben für selbstfahrende Fahrzeuge übertragen, darunter die Erkennung von Linien, Ampeln und Schildern sowie das Einparken.

Es wird angestrebt, im Jahr 2024 eine weitere Auflage des Projekts zu organisieren, an der weitere Hochschulen teilnehmen können.

Bei Audi Hungaria Faculty of Automotive Engineering an der Széchenyi-István-Universität in Györ

Im Wintersemester 2023/24 fand der zweite Teil des bayerisch-ungarischen interdisziplinären Studierendenprojekts zum Thema Autonomes Fahren statt. Prof. Dr. Markus Krug und William Engel von der Fakultät Maschinenbau, Fahrzeugtechnik und Flugzeugtechnik der Hochschule München besuchten vom 1. bis 3. November mit 10 Studierenden der Hochschulen München und Landshut die Audi Hungaria Faculty of Automotive Engineering an der Széchenyi-István-Universität in Györ.

Dort hatte die Gruppe aus Bayern die Gelegenheit, die ZalaZONE zu besichtigen, ein 250 Hektar großes Fahrzeugtestgelände, das speziell für die Entwicklung und Validierung von autonomen und elektrischen Fahrzeugen konzipiert wurde. Zum Ökosystem der ZalaZONE gehören u.a. unterschiedliche Arten von Teststrecken (z.B. Autobahn, urbanes Gelände, hügeliges Gelände), eine Smart City, ein Konferenzzentrum und ein Wissenschaftspark. Im Wissenschaftspark arbeiten Forschungsteams von Universitäten, Industrielabore und Business-Inkubatoren und es werden duale Studienprogramme angeboten. Aktuelle Forschungsprojekte beschäftigen sich mit angewandter Meteorologie zur Erhöhung der Energie- und Transporteffizienz, nachhaltiger Landwirtschaft, IoT-Lösungen für Smart Cities (Zusammenarbeit von Fahrzeugen und Gebäuden) und autonomen Test-Ökosystemen für Energielösungen.

In einem Workshop an der Audi Hungaria Facul-ty of Automotive Engineering bekamen die Studierenden aus München und Landshut ge-meinsam mit Studierenden aus Györ die Aufgabe, Roboterfahrzeuge mit LiDAR-Laserscannern so zu programmieren, dass sie auf einer kurvi-gen Strecke mit Außenbegrenzung in der Spur blieben und nicht gegen die Wand fuhren, was nach mehreren Versuchen und Korrekturen auch recht gut gelang.

Abschlusstreffen an den Hochschulen München und Landshut

Vom 30. November bis 2. Dezember fand an den Hochschulen München und Landshut das Abschlusstreffen des diesjährigen Projekts statt, zu dem vier Studierende der Széchenyi-István-Universität in Györ unter der Leitung von Prof. Dr. habil. Barna Hanula, Dekan der Audi Hungaria Faculty of Automotive Engineering, anreisten. Bei einem lane keeping workshop wurden die Studierenden aus Györ, München und Landshut von Mentoren der Hochschule München betreut. Diesmal wurde anstatt mit einem Laserscanner mit einer Kamera gearbeitet, was sich als schwieriger herausstellte.

An dem interdisziplinären Projekt waren auch zwei Jura-Studierende der Széchenyi-István-Universität in Györ beteiligt, die ein Konzept für eine mögliche europäische Regulierungsbehörde für Autonomes Fahren erarbeiteten und präsentierten. Die Haftung bei Fehlern und Unfällen von autonomen Fahrzeugen stellt eine große juristische Herausforderung dar.

An der Hochschule Landshut wurde als erstes die Werkstatt des dortigen Formula Student Teams aufgesucht. Dort tüfteln die aktivsten Mitglieder oft tage- und nächtelang an neuen Fahrzeugen und nehmen regelmäßig an Formu-la-Student-Wettbewerben in ganz Europa, dieses Jahr zum Beispiel in Tschechien und Kroatien, teil. Das Landshuter Formula Student Team hat sich als neues Ziel den Bau eines autonomen Fahrzeugs vorgenommen.

Mit einer Campusführung und einem Spaziergang im tief verschneiten Landshut fand das Projekt seinen vorläufigen Abschluss. Sowohl auf bayerischer als auch auf ungarischer Seite besteht großes Interesse an einer Neuauflage und Weiterentwicklung des Projekts im nächsten Jahr, in die auch zusätzliche Hochschulen einbezogen werden können. Denkbar ist auch die gemeinsame Teilnahme an Wettbewerben.

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