Direkt zum Inhalt


Hermann Kleinknecht (1943–2024): Künstlerische Welten

Workshop, Institut für Kunstgeschichte, Universität Regensburg

FREITAG, 12. JUNI 2026, 9.30-17.30 Uhr, VIELBERTHGEBÄUDE H26

Der in Oberfranken geborene Hermann Kleinknecht (1943–2024) zählt zu den vielseitigsten Künstlerpersönlichkeiten der deutschen Nachkriegskunst. Seit den frühen 1970er Jahren entwickelte er ein vielgestaltiges Œuvre, das Bauplastik, Großskulptur, Zeichnung, Malerei, Fotografie, Film und Musik gleichermaßen umfasst. Bekannt wurde Kleinknecht zunächst durch seine markanten plastischen Arbeiten im öffentlichen Raum, in denen geometrische Form, Material und architektonische Umgebung in ein spannungsreiches Verhältnis treten. Doch reicht sein künstlerisches Schaffen weit über die Skulptur hinaus und erschließt ein komplexes Werk, das zwischen Erinnerung, Raumwahrnehmung und medialer Grenzüberschreitung changiert.

Kleinknechts Lebensweg führte ihn von München über Haarlem, Paris und die Bretagne bis nach Berlin und in das Oderbruch. Diese Stationen prägten nicht nur seine künstlerische Sprache, sondern auch die kulturellen und intellektuellen Netzwerke, in denen sich sein Werk entwickelte. Die unterschiedlichen Arbeitsorte wurden dabei immer wieder zu Resonanzräumen seines Schaffens, in denen Fragen von Form, Material, Erinnerung und Raum auf neue Weise sichtbar wurden. Seine Arbeiten kreisen um das Verhältnis von Körper und Architektur, von Vergänglichkeit und Dauer, von individueller wie kollektiver Erinnerung – Themen, die sich in den Skulpturen ebenso manifestieren wie in Zeichnungen, Filmen oder musikalischen Kompositionen.

Mit dem Workshop und einer anschließenden Publikation soll erstmals eine umfassende wissenschaftliche Würdigung dieses außerordentlich facettenreichen Lebenswerks vorgelegt werden. Während frühere Ausstellungen und Publikationen meist einzelne Werkgruppen in den Blick nahmen – etwa die plastischen Arbeiten im öffentlichen Raum oder die zeichnerischen Serien –, steht nun erstmals die gesamte Breite von Kleinknechts künstlerischem Denken im Mittelpunkt. Ein interdisziplinäres Autorenteam wird die verschiedenen Werkphasen und Ausdrucksformen aus kunsthistorischer, filmwissenschaftlicher und musikwissenschaftlicher Perspektive untersuchen und Kleinknechts Arbeiten in größere kunst- und kulturgeschichtliche Zusammenhänge einordnen. Das geplante Buch versteht sich damit als eine Künstler-Monographie neuer Form, die erstmals die innere Verbindung der unterschiedlichen Medien sichtbar macht und Hermann Kleinknechts Werk in seiner ganzen Vielschichtigkeit erschließt.

 

Programm:

9.30 Begrüßung: Christoph Wagner (Universität Regensburg)

9.45 Das Leben von Hermann Kleinknecht (Marielle Mettmann, München)

10.15 Kleinknechts Großplastiken (Christoph Wagner, Regensburg)

10.45 Kaffeepause

11.00 Hermann Kleinknecht als Zeichner (Andreas Strobl, München)

11.30 Hermann Kleinknecht als Maler (Christoph Härtl, Regensburg)

12.00 Kleinknechts Filme (Marcus Stiglegger, Mainz)

12.30 Mittagspause

14.00 Hermann Kleinknecht als Komponist (Gregor Herzfeld, Regensburg)

14.30 Videoporträts: Hermann Kleinknecht und Kurt Benning (Paul Bräg, München)

15.00 Die Lichtinstallation von Hermann Kleinknecht für das Gelände der Hochflussneutronenquelle (Moritz Niefanger, Regensburg)

15.30 Kaffeepause

15.45 Hermann Kleinknecht als Theoretiker und Schriftsteller (Celina Berchtold, Regensburg) 

16.15 Hermann Kleinknecht und der Holocaust (Gerald Dagit, Regensburg)

16.45 Kleinknechts Sandbilder (Max Pinnau, Berlin)

17.00 Abschluss

Licht im Museum - Museumslicht zwischen Wahrnehmungsästhetik und LED-Technik

26.-28.06.2025, KULTURRAUM VOR DER GRIEB

Die interdisziplinäre und internationale Tagung erforscht das Zusammenspiel zwischen lichttechnischer Forschung und Kunstwissenschaft: Dabei soll erforscht werden, welche innovativen Möglichkeiten sich bei der Optimierung lichttechnischer Systeme in Museen bieten. Ziel ist, eine gemäldespezifisch differenzierte Präsentation mit den konservatorischen und energetischen Bedingungen zur nachhaltigen Bewahrung der Kunstobjekte in Einklang zu bringen: Innovative LED-Beleuchtung nimmt weltweit bei der energetischen Sanierung von Museen eine Schlüsselposition ein. Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit, in der Grundlagenforschung nach musealer LED-Beleuchtung zu suchen, welche die ökologische Bilanz, sowie das ästhetische Kunsterlebnis zugleich optimiert.

Zu diesem Zweck kommen bei dieser Tagung weltweit anerkannte Spezialisten mit zwei bislang nicht zusammengeführten Forschungsperspektiven zusammen. Auf diese Weise soll die lichttechnische Kompetenz mit der kunsthistorischen Kompetenz zur Erforschung der Licht- und Farbgestaltung in der Kunst sowie deren wahrnehmungsästhetischer Verarbeitung verbunden werden. 

Müll als Bild und Material - Interdisziplinäres internationales Symposium

05.-07. OKTOBER 2023, UNIVERSITÄT REGENSBURG

Im politisch aktuellen Themenfeld der Beziehungen zwischen Ökologie, Kunst und Eco-Humanities erkundet die Tagung MÜLL als Material, Bild und ästhetische Signatur des Anthropozäns. Modellhaft wird diskutiert, in welcher Form bildwissenschaftliche Fragen und Perspektiven innovative Beiträge zur Debatte umweltpolitischer Themen leisten können, mit Blick auf die unterschiedlichen malerischen, skulpturalen, filmischen, installativen oder performativen Dimensionen einer Ikonografie und materiellen Kultur des Mülls. Interdisziplinär und international angelegt geschieht dies im Zusammenspiel der Disziplinen Soziologie, Kunstgeschichte, Filmwissenschaft, Medienwissenschaft, Kultur- und Tourismusgeografie.

Online-Ringvorlesung: Why Have There Been No Great Women Artists?

WINTERSEMESTER 2021/22, UNIVERSITÄT REGENSBURG

50 Jahre nachdem Linda Nochlin 1971 ihren programmatischen Aufsatz „Why Have There Been No Great Women Artists?“, veröffentlichte, werden in der Ringvorlesung die Narrative und systemischen Strukturen in der Kunstgeschichtsschreibung untersucht. Zur Beantwortung ihrer Frage „Why Have There Been No Great Women Artists?“ analysiert Nochlin die institutionellen und systemischen Konstrukte, die von Männern gebildet und geprägt worden sind. Im Wintersemester 2021/22 werden in der Vorlesungsreihe exemplarisch Künstlerinnen und ihre Position in der Kunstgeschichtsschreibung kritisch betrachtet.

Ringvorlesung: Eye-Tracking 4.0: Sehen verstehen in Kunst und Wissenschaft

SOMMERSEMESTER 2021, UNIVERSITÄT REGENSBURG

Was passiert, wenn wir auf Kunstwerke blicken? Können wir Gemälde und Skulpturen‚ lesen? Welche Wahrnehmungs- und Verstehensprozesse laufen ab, wenn wir uns mit Kunst beschäftigen? Mit diesen und anderen Fragen im Spannungsfeld zwischen Kunstgeschichte und Wahrnehmungspsychologie, zwischen Wahrnehmungsgeschichte und empirischer Ästhetik beschäftigt sich die interdisziplinäre Ringvorlesung.

Alle meine Farben - Interdisziplinäre Tagung

14.-16. JUNI 2024, KULTURRAUM VOR DER GRIEB

Orientierung in den Künsten ist ganz wesentlich von der Farbigkeit ihrer Gegenstände geleitet. Oszillieren Farben zwischen Naturphänomenen und Sinnesempfindung, idealem Anspruch und realer Materialität, muss jedem Denken über Farbe Exaktheit verliehen werden: Sei es in der Koloritforschung oder der empirischen Ästhetik, immer geht es um den Dialog der Wissenskulturen, der Geistes-, Natur- und Lebenswissenschaften zusammenführt. Die Bedingungen von sehendem Verstehen und verstehendem Sehen zu analysieren, bedeutet vor allem, Wahrnehmungsprozesse in den Blick zu nehmen. Blickbewegungen theoretisch zu reflektieren, den empirischen Reichtum dieser Beobachtungen zu nutzen, öffnet der Bildwissenschaft interdisziplinäre Forschungsfelder. Gilt es doch, einen wahrhaft farbigen Bildbegriff zu entwerfen.

Symposium: Ökotopien und Dystopien in Kunstgeschichte, Kultur und Film

22.-24. SEPTEMBER 2022, UNIVERSITÄT REGENSBURG

Wir leben in apokalyptischen Zeiten: Gigantische Waldbrände, verheerende Überschwemmungen, unberechenbare Kriege, überschattet von einer weltweiten Pandemie und Klimakrise. Der globale Klimawandel stellt eine Herausforderung für die Weltgemeinschaft dar. Die aktive Teilhabe aller gesellschaftlichen Akteure ist zwingend notwendig, um die erforderlichen Transformationsprozesse zu realisieren. Hier können Kunst und Film eine überraschend wichtige Rolle spielen! Lange bevor der ökologische Imperativ unsere Gesellschaft durch die aktuellen Erfordernisse des klimatischen Wandels auf allen Ebenen erfasst hat, haben KünstlerInnen und Regisseure in Kunst und Filmen wegweisende Konzepte für eine Neudeutung der Natur und Denkmodelle der Ökologie entwickelt. Das Symposium untersucht in interdisziplinärer Form verschiedene mediale Erscheinungsformen gesellschaftlicher und künstlerischer Entwicklungen im Spannungsfeld zwischen Ökotopien und Dystopien aus den Bereichen von Kunstgeschichte, Kultur und Film.

Symposium: Kunst & Film | Das immersive Bild

16.-18. SEPTEMBER 2021, UNIVERSITÄT REGENSBURG

Unter dem Obertitel „Kunst und Film: Das Immersive Bild“ sind vom 16.‒18. September 2021 Forscher und Forscherinnen, interessierte Studierende und Gasthörer dazu eingeladen, sich über aktuelle Forschungsfragen im Spannungsfeld zwischen Film- und Kunstwissenschaft auszutauschen. Die Veranstaltung sollte ursprünglich vom 23.–25.7.2020 am Institut für Kunstgeschichte der Universität Regensburg stattfinden, musste aber pandemiebedingt verschoben werden und wird nun in komplett digitaler Form erfolgen.

Symposium: Multiple Modernen

15.-16. NOVEMBER 2019, ZENTRUM PAUL KLEE

Anlässlich des 100. Jahrestags der Gründung des Bauhauses finden in Bern zwei Ausstellungen statt: bauhaus imaginista im Zentrum Paul Klee und Johannes Itten: Kunst als Leben im Kunstmuseum Bern. Als Avantgarde-Schule waren das Bauhaus und die ehemaligen Bauhaus-Meister Johannes Itten und Paul Klee eingebettet in ein internationales Netzwerk von Intellektuellen und Künstler*innen sowie globalen reformpädagogischen Organisationen. Vor diesem Hintergrund organisiert das Zentrum Paul Klee ein Symposium, das neue methodische Fragen an die Kunstgeschichte stellen will. 

nach oben