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Aktuelles: Glanzlicht im September 2026

Semaglutide improves contractile function in human atrial myocardium of patients with heart failure and preserved ejection fraction

01. September 2026, von Fakultät für Medizin

  • Medizin
  • Auszeichnungen & Preise
  • Publikation

INNERE MEDIZIN II - KARDIOLOGIE, PNEUMOLOGIE, INTERNISTISCHE INTENSIVMEDIZIN

Erstautoren: PD Dr. Philipp Hegner
                           Dr. Maria Baier
                           Dr. Thomas Krammer

Letztautoren: Prof. Dr. Julian Mustroph
                             Prof. Dr. Stefan Wagner

Semaglutide improves contractile function in human atrial myocardium of patients with heart failure and preserved ejection fraction (externer Link, öffnet neues Fenster)

Semaglutid ist als GLP-1-Rezeptor Agonist bereits erfolgreich in der Behandlung von Adipositas und Typ-2 Diabetes mellitus etabliert. Ergebnisse der STEP-HFpEF Studien zeigten darüber hinaus, dass eine hochdosierte Behandlung auch bei Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz und erhaltener Pumpfunktion (engl. – heart failure with preserved ejection fraction, HFpEF) zu einer deutlichen Verbesserung der Symptome, einer Reduktion von Biomarkern der Herzinsuffizienz und weniger Krankenhausaufenthalten führt. Da diese Effekte stärker ausfallen als allein durch den Gewichtsverlust zu erwarten wäre, rückt eine mögliche, ergänzende direkte Wirkung von Semaglutid auf das Herz zunehmend in den Fokus der Forschung.

Die vorgestellte translationale Studie untersuchte deshalb, ob Semaglutid unmittelbar auf das menschliche Herzgewebe wirkt. Dazu wurde Vorhofgewebe von 85 Patientinnen und Patienten analysiert, die sich einer Herzoperation unterzogen haben. Mehr als die Hälfte der untersuchten Patienten hatte eine HFpEF.

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass Semaglutid die Kontraktionskraft des Vorhofmuskels verbessern kann. Dieser Effekt wurde über den GLP-1-Rezeptor vermittelt und beruht auf einer effizienteren Regulation des Kalziumhaushalts innerhalb der Herzmuskelzellen, denn Kalzium spielt eine zentrale Rolle für die Kontraktion. Durch Semaglutid konnte mehr Kalzium in den zelleigenen Speichern bereitgestellt werden, ohne das begleitend eine Aktivierung kardialer Stresskinasen wie der Ca/Calmodulin abhängigen Proteinkinase II (CaMKII) nachweisbar waren. Gleichzeitig fanden sich keine Hinweise auf eine erhöhte Neigung zu Herzrhythmusstörungen oder auf die Aktivierung von Signalwegen, die bei Herzinsuffizienz häufig mit einer Verschlechterung der Herzfunktion verbunden sind.

Darüber hinaus zeigte sich, dass Patientinnen und Patienten mit höheren NT-proBNP-Werten, einem wichtigen Marker für die Schwere einer Herzinsuffizienz und Füllungsdrücke im Vorhof, besonders stark von den positiven Effekten von Semaglutid profitierten. Weiterhin waren Effekte unabhängig von der linksventrikulären Auswurffraktion, wie schon in den klinischen STEP-HFpEF Studien angedeutet. 

Insgesamt liefert die Studie neue Einblicke in die Wirkungsweise von Semaglutid und trägt dazu bei, mögliche ergänzende Effekte zusätzlich zu bereits bekannter Gewichtsabnahme und Reduktion von Inflammation besser zu verstehen. Die Daten sprechen dafür, dass Semaglutid nicht nur über seine stoffwechselbedingten Effekte wirkt, sondern auch die Funktion des Vorhofmuskels direkt verbessern kann.

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