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Exkursionen

Hier finden Sie Informationen zu bevorstehenden und vergangenen Exkursionen des Instituts.

Blockseminar: „Fröhliche Wissenschaft“ in Wittenberg (2026)

Friedrich Nietzsches „Fröhliche Wissenschaft“ stand im Zentrum eines gemeinsamen Blockseminars der Stiftung Leucorea und dem Regensburger Institut für Evangelische Theologie. Bei flirrender Hitze wurden Nietzsches Aphorismen unter Leitung von Constantin Plaul und Karl Tetzlaff gemeinsam gelesen und diskutiert. Die teilnehmenden Studentinnen und Studenten kamen aus Halle, Leipzig und Regensburg. 

Ein Rundgang durch Wittenberg und die Fußball-WM waren natürlich auch Teil des Programms.

Im Blick auf die Sonne hielten wir es  mit Zarathustra, der sich am Ende des Vierten Buches derselben zuwendet und sagt:

„Du großes Gestirn! 
Was wäre dein Glück, 
wenn du nicht Die hättest, 
welchen du leuchtest!“

Zweitägige Exkursion nach Nürnberg (2024)

Nach erfolgreichem Probelauf in Regensburg zum Dom und auf den Turm der Dreieinigkeitskirche unternahmen die jungen Forscherinnen und Forscher der beiden Seminare Materiale Kirchengeschichte und Kirchenraumpädagogik schließlich ihre Grand Tour in das fränkische Nürnberg. Kirchen und Klöster, Plätze und Prozessionswege sowie auch ein Friedhof wurden danach befragt, welche Geschichten sie erzählen und welche didaktischen Bespielungen sich daraus ergeben können.

Wie in der Gotik üblich, führt der staunende Blick oft nach oben, versetzt in eine andere Welt mit fremden Codes und Bildprogrammen, die erst einmal entschlüsselt werden wollen, ebenso aber auch in ihrer geheimnisvollen Verschwiegenheit faszinieren können.

Bei einem feierlichen Konzert am Freitag Abend in St. Sebald konnten wir ein „Gesamtkunstwerk“ erleben, ein Zusammenspiel von historischer Architektur und moderner Performance aus Klang, Gesang und Choreographie.

Rein zu Studienzwecken wurde im Anschluss die Nürnberger Gastronomie erkundet.

Der kunstgeschichtliche Reichtum der öffentlichen Nürnberger Bauten steht in eigentümlichem Kontrast zur Bescheidenheit der Patriziergebäude in der Altstadt. Eine Ausnahme bildet das Pellerhaus, einst nach dem Vorbild Florentiner Medici-Paläste ausgebaut, wurde es nach der Zerstörung im zweiten Weltkrieg zum Teil in moderner Formensprache wiedererrichtet, zum Teil auch stilgetreu rekonstruiert. Ebenso wie bei der benachbarten Kulturkirche St. Egidien kennzeichnen solche historischen Überlappungen (Simulacra) nicht nur die wechselvolle deutsche Geschichte, sondern sie sind auch wertvoller Impulsgeber für die Auseinandersetzung mit Heimat, Identität, Raum, Ästhetik und Transzendenz.

Eine kurzweilige Führung im Germanischen Nationalmuseum zur Lebens- und Sterbekultur im Spätmittelalter bündelte die vielen Eindrücke unserer Studienfahrt.

Regensburger Dreieinigkeitskirche (2024)

Erkundung im Seminar-Tandem

Hoch hinauf ging es am 12. Juni 2024 für junge Forscherinnen und Forscher der beiden Seminare Kirchenraumpädagogik und Materiale Kirchengeschichte unter der Leitung von Katharina Kraus und Stefan Scholz. Gemeinsam waren sie auf architektonischer Spurensuche zwischen Himmel und Erde und erkundeten Turm und Kirche der Regensburger Dreieinigkeitskirche.

Allgemein-christliche Raumanordnungen sowie konfessionelle Charakteristika wurden in ihrer theologischen Bedeutung vor Ort wahrgenommen und reflektiert. Lokale Spezifika wie das Oratorium einer evangelischen Thurn und Taxis konnten auf diesem Hintergrund eingeordnet werden. Nicht zuletzt wurden kirchenraumdidaktische Methoden gemeinsam erprobt, angefangen "von Grundriss legen" bis zur "Suche nach dem Heiligen Geist auf dem Kanzeldeckel". So verschränkten sich Theorie und Praxis zu Kirchengeschichte und Religionspädagogik und die Studierenden teilten miteinander ihr in den Lehrveranstaltungen erworbenes Expertenwissen.

Interdisziplinäres Blockseminar in Windischeschenbach (2021)

Facetten jüdischen Lebens in Deutschland seit 1945: Literarische Stimmen der Nachkriegszeit und Gegenwart

Vom 04.10. bis 06.10.2021 fand mit 20 Studierenden der slavistischen, historischen und theologischen Studiengängeder Universität Regensburg unter Leitung von Prof. Dr. Sabine Koller, Prof. Dr. Rainer Liedtke und Prof. Dr. Michael Fricke ein Blockkurs zum Seminar: "Facetten jüdischen Lebens in Deutschland seit 1945: Literarische Stimmen der Nachkriegszeit und Gegenwart" im Haus Johnnisthal, Windischeschenbach, statt. Anlass des Seminars war das Gedenken an 1700 Jahre jüdischen Leben in Deutschland, zu welchem im Jahr 2021 bundesweit verschiedene Veranstaltungen initiiert wurden. Ziel war es, unterchiedliche Zugänge aus literaturwissenschaftliche, historischer und theologischer Persepektive aufzuzuzeigen und in den anschließenden Diskussionen mehr Verständnis und ein umfassenderes Gesamtbild zum jüdischem Leben in Deutschland zu erhalten. Die Tatsache, dass nicht der Zweite Weltkrieg und dessen Folgen, sondern jüdisches Leben der unmittelbaren Nachkriegszeit bis zur Gegenwart im Fokus standen, gab dem Plenum Raum, sich auf andere Weisen mit der jüdischen Kultur und ihrer Präsenz in Deutschland auseinanderzusetzen.
Von Seiten der Slavistik wurd den Teilnehmer*innen ein literaturwissenschaftlicher Zugang anhand der Arbeit an ausgewählten Gedichten und Texten der jiddischen Schriftsteller Mendel Man, Meyer-Ber Gutmann und Yekhezkl Keythlman zur Sitatuion jüdischer Überlebender aus Osteuropa, so genannter Displaced Persons (DPs), die nach Kriegsende nach Deutschland gekommen waren, aufgezeigt. Für die nötigen Hintergrundinformationen wurde auf die Bedeutung der Jiddischen Sprache und das florierende kulturelle Leben der Juden in der Vorkriegszeit in Polen verwiesen, an welches die Kulturschaffenden im Nachkriegsdeutschland wieder anzuknüpfen versuchten. In diesem Zusammenhang spielten die Verarbeitung von Verlust an sich, auch in der Sprache, sowie dei Themenkomplexe Heimat, Vernichtung, Vertreibung und die Verantwortung für das kulturelle Erbe durch die Überlebenden der Shoa eine wesentliche Rolle in der jiddischen Nachkriegsliteratur.
Am zweiten Tag waren die Historiker an der Reihe, den Kursteilnehmer*innen ihren Ansatz vorzustellen. Hierbei wurden auf den Jom-Kuppur-Krieg und den Sechs-Tage-Krieg eingegangen, das Olympia-Attentat 1972 in München und seine Folgen vorgestellt und die politischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland über den Zeitraum seit der Staatsgründung bis in die 70er Jahre analysiert. Die Studierenden erhielten so einen Einblick in zusammenhängenden Strukturen von Innen- und Außenpolitik, Wirtschaft und soziokulturellen Tendenzen, die sich wechselseitig von israelischen, arabischen und deutschen Akteuren bis in die Gegenwart bedingen.
Aus der theologischen Perspektive schließlich gewährte eine erste Arbeitsgruppe mit der Thematik jüdischer Essensvorschriften Einblicke in deren Lebenswelt. Ein erstes Fazit konnte hier hinsichtlich der Aktualität der jüdischen Kaschrut-Praxis gezogen werden, da ihr Wertvorstellungen und Leitlinien zugrunde liegen, die in den letzten Jahren mit der verstärkten Debatte um Nachhaltigkeit und Konsumverhalten durchaus Parallelen-hier im direkten Vergleich mit dem Veganismus-mit anderen Essgewohnheiten aufweisen. Am dritten und gleichzeitig letzen Tag führt die zweite theologische Gruppe abschließend in das jüdisch-christliche Verhältnis der doppelten Perspektive, nämlich empirischer Bestandsaufnahmen und normativer Wegweiser, ein.
Zusätzliche Einblicke zum Thema boten Abendveranstaltungen. Dies war einmal der Besuch der Autorin Eva Lezzi vor Ort mit einer Lesung aus ihren Kinderbüchern, die sich mit jüdischen Traditionen und deren Spannung mit der Umgebungskultur beschäftigen. Zum anderen bot ein digitales Treffen mit drei jüdischen Vertreterinnen von "meetajew" die Möglichkeit, Fragen zu Erfahrungen im heutigen jüdischen Alltagsleben zu stellen.
Die Veranstaltung endete mit einer Abschlussrunde im Plenum, wo auswertend die Ergebnisse der interdisziplinären Bereiche zusammengetragen diskutiert wurden. Die Studierenden kamen durch die interdisziplinäre Herangehensweise des Seminars mit diversen, teils alltäglichen Herausforderungen von jüdischen Menschen und deren Glauben in Berührung. Hierbei wurden Themenbereiche behandelt, welche nicht-jüdischen Menschen im Alltag nicht zwingend geläufig sind, für viele jüdische Menschen jedoch eine wichtige Rolle in ihrem Leben und Glauben spielen.
Zusammenfassend hielt die Blockveranstaltung tolle Gespräche und Diskussionen bereit. Sie ermöglichte allen Teilnehmer*innen ein besseres Verständnis über das gegenwärtige und vergangene Leben jüdischer Menschen in Deutschland.

Besonders Dank gilt dem "Zentrum Erinnerungskultur" der Universität Regensburg, das das Blockseminar in Johannisthal mit einem namhaften Zuschuss finanziell unterstützt und dadurch die Teilnahme der Studierenden ermöglich hat. (Bericht: Veronika Kanf)


Wir bedanken uns herzlich bei unseren Zuschussgebern

Alle Exkursionen sind nur durchführbar dank der großzügigen finanziellen Unterstützung von Zuschussgebern:

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