Zwischen Postkolonialismus und Postsozialismus. Public History und Erinnerungskultur in Kirgisistan
Elmira Abylbek (Leiterin der Forschungs- und Diskussionsplattform „Esimde“)
Mi, 28.10.2026 |18-20 c.t.
Universität Regensburg, PT 2.0.9 oder digital via Zoom (externer Link, öffnet neues Fenster)
Wie gehen Gesellschaften mit einer Vergangenheit um, die sowohl vom Kolonialismus als auch vom Trauma der kommunistischen Herrschaft geprägt ist? Kirgisistan bietet dafür ein eindrückliches Beispiel. Die Gebiete des heutigen Landes fielen im späten 19. Jahrhundert unter russische Herrschaft; 1916 schlug das Zarenreich den antikolonialen Aufstand „Urkun“ blutig nieder. Die Sowjetunion förderte später kirgisische Sprache und nationale Identität, zugleich forderten die Zwangskollektivierung und die Erschießung großer Teile der Intelligenz in den 1930er-Jahren zahlreiche Opfer. Seit der Unabhängigkeit 1991 sind diese Traumata kaum aufgearbeitet.
Elmira Abylbek, Leiterin der Organisation Esimde (kirgisisch für „ich erinnere mich“), stellt die Arbeit ihrer Initiative an der Schnittstelle von Oral History und Public History vor. Esimde sammelt Interviews zum sowjetischen Alltag und zur familiären Erinnerung an den Urkun, veröffentlicht zur Demokratiebewegung der späten 1980er-Jahre und will die „weißen Flecken“ im nationalen Gedächtnis kritisch erforschen.
Moderation: Prof. Dr. Timothy Nunan (Transregionale Wissenskulturen/DIMAS)
Eine Veranstaltung im Kolloquium der Juniorprofessur für Public History (Prof. Dr. Juliane Tomann) in Kooperation mit dem Forschungsnetzwerk „Margins of Memory“. Der Vortrag wird auf Russisch gehalten und simultan ins Deutsche übersetzt, Moderation und Diskussion finden auf Deutsch statt.
Working Group „Ethics and Data Management in Public History" auf der IFPH-Jahreskonferenz in Lissabon
Am 9. September 2026 war Juliane Tomann auf der Jahreskonferenz der International Federation for Public History (IFPH) in Lissabon vertreten und beteiligte sich an der von Mia Berg und Andrea Lorenz initiierten Working Group „Ethics and Data Management in Public History". Im Zentrum standen unter anderem die Themenschwerpunkte Umgang mit Daten in der Public History - von Datenmanagement über Data Literacy bis zu institutionellen Richtlinien - sowie die Zusammenarbeit mit Stakeholdern und Communities, die Fragen zu Kollaborationsformen, Methoden und Ethikkodizes betreffen
Juliane Tomann leitete gemeinsam mit Sabine Stach (GWZO Leipzig) im Rahmen des Arbeitsgruppentreffens eine Diskussion zum Thema "Research Ethics in Public History". Die Grundfrage war, ob die Public-History-Forschung in ihrer Interdisziplinarität spezifische ethische Fragen aufwirft, etwa in der Feldforschung oder im Umgang mit vulnerablen Gruppen. Lebhaft diskutiert wurde die Frage, inwiefern Debatten aus anderen Fächern, etwa der Empirischen Kulturwissenschaft oder der Oral History, aufgegriffen und an die Public History angepasst werden können.
Dritte Jahrestagung des Public History Fachverbandes (phfv) 2026 in Regensburg
Der 2023 gegründete D-A-CH-Fachverband für Public-History-Forschung (phfv) dient dem regelmäßigen, auch informellen Austausch über wissenschaftliche und wissenschaftspolitische Fragen des Faches. Seine dritte Jahrestagung findet am 26. Juni 2026 an der Universität Regensburg statt.
Im Mittelpunkt stehen der fachliche Austausch und die Vernetzung zwischen Public-History-Forscher:innen im deutschsprachigen Raum. Den thematischen Auftakt bildet die Keynote von Achim Landwehr (Konstanz). Einen besonderen Schwerpunkt setzt das Projektforum, in dem junge Forscher:innen ihre Qualifikationsprojekte vorstellen und zur Diskussion stellen können. In diesem Jahr steht das Forum unter dem Leitthema „Doing History".
Hier geht es zum Programm (externer Link, öffnet neues Fenster).
“Diese Ungleichzeitigkeit der lebendigen Gegenwart mit sich selbst” … Chronoferenzen und Public History
Forschungskolloquium
Das Forschungskolloquium findet im Sommersemester 2026 hybrid statt - vor Ort in PT 2.0.9 und via zoom.
Zoom-Meeting beitreten: https://uni-regensburg.zoom-x.de/j/68152153035 (externer Link, öffnet neues Fenster)
Meeting-ID: 681 5215 3035
24. und 25.04.2026, Technikmuseum Magdeburg
Workshop: "Emergenz und Gegenwart des Industriellen Erbes der DDR. Interkulturalität und Intergenerationalität"
Hier geht es zum Programm (öffnet neues Fenster). (nicht barrierefrei).