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Workshop und Konzert mit dem Ensemble Sourcework

Musik aus dem Liber selectarum cantionum (Augsburg, 1520), dem ersten Motettendruck nördlich der Alpen – Workshop und Konzert mit dem amerikanischen Ensemble Sourcework

Regensburg, 11. November 2021


Plakat zum Workshop

Plakat zum Konzert


Thema und Zielsetzung

Im Jahr 1520 veröffentlichte die Augsburger Offizin Grimm & Wirsung den Liber selectarum cantionum – eines der größten und ambitioniertesten gedruckten Musikbücher des gesamten 16. Jahrhunderts. Das Chorbuch wurde vom kaiserlichen Hofsänger Ludwig Senfl (um 1490–1543) herausgegeben und enthält einige der erlesensten Motetten aus der Feder von so namhaften Komponisten wie Josquin des Prez, Heinrich Isaac, Jacob Obrecht und Pierre de la Rue.

Ungefähr 20 Exemplare des Buches sind heute – 500 Jahre nach seinem Druck – noch erhalten, eins davon befindet sich in der Staatlichen Bibliothek Regensburg (Signatur: 999 IM/2Liturg.69; Digitalisat). Gewidmet ist der Druck Kardinal Lang von Wellenburg, Erzbischof von Augsburg, dessen Wappen in Farbdruck erscheint. Das Regensburger Exemplar enthält zusätzlich eine handgeschriebene Widmung von Stefan Konsul, der als Exulant in Regensburg Asyl genoss, an den Rat der Stadt Regensburg. Das Regensburger Wappen erscheint sowohl auf dem Einband als auch unter dem Nachwort des Humanisten Conrad Peutinger.

Das Institut für Musikwissenschaft organisiert aus diesem Anlass am 11. November 2021 einen Workshop und ein Konzert mit dem amerikanischen Ensemble Sourcework. Das Konzert findet im Rahmen der Jahrestagung (11.–13. November 2021) des Forum Mittelalter der Universität Regensburg in St. Emmeram statt. Der Workshop im Alumneum, den wir in enger Zusammenarbeit mit Dr. Bernhard Lübbers, dem Leiter der Staatlichen Bibliothek, durchführen, bietet den Teilnehmer*innen die Möglichkeit, diesen epochalen Druck näher kennenzulernen.


Zum Workshop in der Kapelle des Alumneum (9-13 Uhr)

Sourcework wird einen Workshop zu einigen aufführungs- und materialtechnischen Themen rund um den Liber selectarum cantionum anbieten. Es sollen notations-, aufführungs- und drucktechnische Aspekte rund um den großformatigen Liber selectarum cantionum gemeinsam diskutiert werden. Zentrale Themen sind die Geschichte des Chorbuchs, seine Herstellung, die Rolle Ludwig Senfls, der sozialpolitische Kontext und die breite Rezeption. Schließlich werden wir anhand des Regensburger Exemplars die Herausforderungen und Erkenntnisse besprechen, die sich durch die Verwendung der Originalquelle und durch deren Materialität beim Einstudieren und Aufführen der Musik ergeben.

Grundkenntnisse der weißen Mensuralnotation sind wünschenswert, und können in einer vorbereitenden Sitzung am Dienstag, d. 9. November 2021 ab 16 Uhr c.t. im Tonstudio (PT 4.0.47) des Instituts für Musikwissenschaft der Universität Regensburg aufgefrischt werden.

Um Anmeldung zur vorbereitenden Sitzung und zum Workshop bis zum 1. November 2021 wird gebeten: katelijne.schiltz@ur.de


Zum Konzert in St. Emmeram (20.30 Uhr)

Das Konzertprogramm legt den Fokus auf den spektakulären Liber selectarum cantionum 500 Jahre nach seiner Herstellung. Sourcework verwendet zur Aufführung ein Faksimile des originalen Chorbuches und bietet dem Publikum somit ein umfassendes Erlebnis, das die Materialität und Notationsform der Originalquelle, die Qualität mit der Senfl die von ihm herausgegebene Musik präsentierte und das äußerst hohe Niveau der im Buch enthaltenen Musik selbst verbindet. Das Buch wird dabei als Projektion gezeigt und durch kurze Erläuterungen ergänzt.


Über Sourcework

Das aus Boston, Massachusetts stammende Gemeinschaftsprojekt Sourcework gründete sich mit dem Ziel, die Musik des späten 15. und frühen 16. Jahrhunderts aus Originalnotation zu singen. Mit seinem jüngsten Programm, das aus fünfstimmigen Motetten über-wiegend aus dem berühmten Chigi Codex besteht, trat das Ensemble im Sommer 2018 in den USA, England und Irland auf. Eine Aufnahme der Missa Inclina Domini von Philippe Rogier ist momentan in Produktion.

Sourcework leitete Masterclasses an der Boston University und am Boston College und arbeitete mit so renommierten Künstlern wie Joshua Rifkin, Anne Azéma, Stratton Bull, Crawford Young, Benjamín Juárez und Donald Greig zusammen.


Adressen

Workshop: Alumneum, Am Ölberg 2, 93047 Regensburg

Konzert: St. Emmeram, Emmeramsplatz 3, 93047 Regensburg


Kontakt

Prof. Dr. Katelijne Schiltz
Lehrstuhl für Musikwissenschaft
Universität Regensburg
Universitätsstr. 31
93053 Regensburg
0941-943 35 12
katelijne.schiltz@ur.de


Diese Veranstaltung wird durch die Unterstützung folgender Institutionen ermöglicht:

                        

                                 

    

         


  1. Fakultät für Philosophie, Kunst-, Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften

Workshop und Konzert mit dem Ensemble Sourcework

Regensburg, 11. November 2021


Anmeldung (bis zum 1.11.2021)