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Dr. Gottfried Rösch

Migration und Religion (Deutsche aus Russland und Kirche)

Deutsche aus Russland sind zahlreich und jung nach Deutschland gekommen. Sie haben sich vielseitig und oft erfolgreich eingelebt. Sie sind in Ihrer Mehrheit Mitglieder der Landeskirche geworden. Was haben Sie dabei erlebt, wie geht es Ihnen dabei?

Während bei Zuwanderung und Religion in Deutschland häufig an Islam, Mitgliederschwund der Kirchen oder neu entstehende Gemeinden unterschiedlicher Sprachen gedacht wird, wird das unverdiente Mitgliedergeschenk der Landeskirchen (in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern 9% der Mitglieder) nur selten beschrieben, und oft mit dem Wort "Fremdheit" verbunden.

Dazu entstand am Lehrstuhl für Religonspädagogik eine empirische Studie, die als Verstehenshilfe Interkulturelle Theologie und Religionssoziologie verwendet. In Bezug auf Interkulturelle Theologie ist damit erreicht, dass sie empirisch aussagekräftig auf Deutschland bezogen wird.

Evangelische Zuwanderung aus Mittelasien ist ein interkultureller Vorgang, der zu charakteristischen postkolonialen Irritationen und Veränderungen führt und für die Landeskirchen in Deutschland einen Modernitätsschub bedeutet. Fehlende Repräsentanz, orientalistische Stereotype, Dritte Räume, Hybridität und eine Selbstermächtigung des religiösen Subjekts auch aus der kasachischen Steppe heraus prägen das heutige evangelische Leben in Deutschland.

Die Arbeit "Deutsche aus Russland und die Kirche. Zum Verhältnis von Migration und Religion" von Gottfried Rösch wurde an der Fakultät für Philosophie, Kunst-, Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften von Prof. Dr. Michael Fricke als Dissertation angenommen. Sie ist 2021 in der Reihe "Kirchen in der Weltgesellschaft" (herausgegeben von Prof. Dr. Dieter Becker und Prof. Dr. Andreas Nehring) des LIT Verlages erschienen.

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