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Projekt InterPIF

Interprofessionelle Zusammenarbeit und Professional Identity Formation (PIF) im Medizinstudium fördern

Die Zusammenarbeit und Kommunikation mit unterschiedlichen Berufsgruppen verschiedener Gesundheitsberufe, allen voran der Pflege und der Ärzteschaft, nimmt viel Raum im Arbeitsalltag ein und stellt einen entscheidenden Faktor guter Patientenversorgung dar. Kommunikative Missverständnisse, Fehleinschätzungen der gegenseitigen Handlungspotentiale und unzureichendes Verständnis der eigenen und anderen Berufsgruppen sind bekannte Hindernisse im klinischen Alltag. Die Fähigkeit zur interprofessionellen Zusammenarbeit sowie das Bewusstsein der eigenen professionellen Identität stellen aus diesem Grund zentrale Schlüsselkompetenzen für angehende Medizinerinnen und Mediziner sowie Pflegefachkräfte dar.

In dem Projekt InterPIF wurde ein Kursprogramm etabliert, das die Medizinstudierenden und die Pflege-Auszubildenden/-Studierenden dazu befähigt, sich in ihrem späteren klinischen Berufsalltag gewinnbringend in ein interprofessionelles Team einzubringen. Ihre professionelle Identität als Ärztin bzw. Arzt oder Pflegefachkraft sollte zu diesem Zeitpunkt bereits so weit entwickelt sein, dass sie ihrer Rolle fortan gerecht werden. 

Es wurde ein curriculares Kursprogramm entwickelt, das eine Beschäftigung mit beiden Themenfeldern über den gesamten klinischen Studienabschnitt hinweg gewährleistet. Die Entwicklung und Durchführung der Kurse erfolgten jeweils unter Einbeziehung verschiedener Gesundheitsberufe und klinischer Fächer, die diese neuen Lehrinhalte in ihre bestehenden Curricula nachhaltig integrierten.

Weiterführende Informationen zum Projekt

Begriffsklärung PIF und IP

  1. Professional Identity Formation (PIF)

    Jeder Mensch hat eine eigene Identität, welche Normen, Werte und Überzeugungen beinhaltet. Diese Identität ist über das ganze Leben hinweg im Wandel und wird durch äußere Einflüsse wie Kultur oder Gesellschaft beeinflusst. Gleichzeitig besteht Identität auch aus relativ festen Anteilen, den sogenannten Persönlichkeitsmerkmalen.

    Während der Ausbildung entwickeln sich Studierende von Laien zu Professionellen, indem sie Theorie und Kompetenzen für den späteren Beruf erlernen und eine bestimmte Haltung annehmen. Dieser Prozess während der Ausbildung bereitet die Studierenden auf die Rolle als Professionelle vor und wird als professionelle Identitätsbildung bezeichnet. Sie werden Teil einer professionellen Gemeinschaft und bilden größtenteils unbewusst eine berufliche Identität heraus. In dieser professionellen Gemeinschaft lernen und übernehmen angehende Ärztinnen und Ärzte bzw. Pflegefachkräfte Werte, Normen, Gewohnheiten und Überzeugungen von ihren Rollenvorbildern. So wachsen sie langsam in die Rolle der Ärztin/des Arztes bzw. der Pflegefachkraft hinein.

     

  2. Interprofessionelle Zusammenarbeit und Lehre

    Interprofessionelle Zusammenarbeit: Gesundheitsfachleute mit unterschiedlichen professionellen Hintergründen arbeiten partnerschaftlich zusammen, sodass sie zu einem gemeinsam geteilten Verständnis kommen, welches sie zuvor nicht hatten und zu dem sie ohne einander nicht gekommen wären.

    Interprofessionelle Lehre: Studierende / Auszubildende aus mind. zwei Fachrichtungen lernen mit-, über- und voneinander und werden so auf das interprofessionelle Zusammenarbeiten im späteren Berufsalltag vorbereitet.

Projektziele

Das übergeordnete Ziel des Projekts war, die Entwicklung interprofessioneller und personaler Kompetenzen zu fördern sowie die professionelle Identitätsentwicklung der Regensburger Medizinstudierenden und Pflege-Auszubildenden zu stärken, damit diese über das nötige Rüstzeug verfügen, den Herausforderungen ihres komplexen und anspruchsvollen Berufsbildes zu begegnen. Aus unserer Sicht führt das Bewusstsein der eigenen professionellen Rolle und Identität zu einem profunden Verständnis für die Rollen und Kompetenzen anderer Gesundheitsberufe.

 

Teilziel 1: Entwicklung, Implementierung und Evaluation der longitudinalen Kursreihe zu interprofessionellen Kompetenzen

In Kooperation mit unseren Studierenden, den Partnern aus der Pflege und anderen Gesundheitsberufen sowie interessierten klinischen Fächern sollte ein longitudinales Kursprogramm entwickelt, implementiert und evaluiert werden, das aufbauend auf bestehenden Kursen weitere zentrale Aspekte der interprofessionellen Zusammenarbeit abdeckt und alle dafür relevanten Berufsgruppen zusammenführt.

 

Teilziel 2: Entwicklung, Implementierung und Evaluation der longitudinalen Kursreihe zu personalen Kompetenzen und Identitätsentwicklung

In Kooperation mit unseren Studierenden sowie interessierten klinischen und auch geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern sollte ein longitudinales Kursprogramm zum Themenfeld personale Kompetenz und Identitätsentwicklung neu konzipiert, entwickelt, implementiert und evaluiert werden.

 

Teilziel 3: Nachhaltige curriculare Verankerung des gesamten Kursprogramms InterPIF und Ermöglichung des Transfers an andere Standorte

Die Nachhaltigkeit der entwickelten Kurse war uns ein zentrales und daher nochmal explizit aufgeführtes Anliegen, das sich durch alle geplanten Maßnahmen zog.

Projektteam und Kontakt

Projektdurchführung

Charlotte Neubert

wissenschaftliche Mitarbeiterin

 

Elena Hamers

wissenschaftliche Mitarbeiterin

PD Dr. Michael Wester

Funktionsoberarzt Innere Medizin II / Kardiologie

michael.wester@ukr.de

Ilona Stocker

Krankenschwester, Ausbildungskoordination Pflegeausbildung/Studium

i.stocker@ukr.de

Tel. 0941 944 -38947

 

Verena Bosser

Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivpflege, Praxisanleiterin

v.bosser@ukr.de

Tel. 0941 944-18942

studentische Mitarbeitende

Ria Bühmann

Gesundheits- und Krankenpflegerin, Palliative Care-Fachkraft

Tim Ermel

Medizinstudent, Physiotherapeut

 

Projektverantwortung

Prof. Dr. Sabine Fredersdorf-Hahn

Oberärztin in der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II / Kardiologie, Beauftragte für die Entwicklung und Qualität der Lehre im Dekanat, Ärztliche Leitung StATUR

sabine.fredersdorf@ukr.de

Tel. 0941 944 -17256 oder -38850

Geb. H5, Zi. 1.02

Dr. Stephanie Keil

Diplompädagogin, Beauftragte für die Curriculumsentwicklung, Digitalisierung und Lehrevaluation

stephanie.keil@ur.de

Tel. 0941 944 - 38851

Geb. H5, Zi. 1.03

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