Direkt zum Inhalt


Pavel Romanov, M.A.

M.A. Pavel Romanov

Wissenschaftlicher Mitarbeiter (DFG-Projekt
„Korruption und Religion: Das orthodoxe Christentum in Russland und Serbien“)

Academia.Edu (externer Link, öffnet neues Fenster) 

Gebäude AlFi 2.31
Telefon: +49 941 943-5334
E-Mail: pavel.romanov​(at)​geschichte.uni-regensburg.de (öffnet Ihr E-Mail-Programm)

Person

Pavel Romanov ist Historiker mit Schwerpunkten in der Geschichte der Beziehungen zwischen Kirche und Staat, der Ideengeschichte der Aufklärung und der Geschichte Sibiriens. Er studierte Geschichte an der Staatlichen Universität Nowosibirsk, wo er 2020 seinen Masterabschluss. Anschließend forschte er an der European University at Saint Petersburg zur Wechselwirkung von Kirche und Staat bei der Untersuchung von Fällen sogenannter „Unzucht“ im Russländischen Reich des 18. Jahrhunderts.

Seine gegenwärtigen Forschungen konzentrieren sich auf die Geschichte der Sattelzeit im Russländischen Reich unter Katharina II. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie neue Ideen und Begriffe der Aufklärung ältere religiöse Deutungsmuster herausforderten, überformten und teilweise ersetzten — und wie orthodoxe Akteure und Denktraditionen auf diesen Wandel reagierten. In seinem Dissertationsprojekt untersucht er diesen Prozess insbesondere am Beispiel des Korruptionsdiskurses.

Pavel Romanov ist Mitglied der Eighteenth-Century Russian Empire Studies Association (ECRESA) und der Study Group on Eighteenth-Century Russia.

Neben Russisch spricht er Englisch, Deutsch und Italienisch.

Ausbildung & Forschung

Ausbildung

•  2020 M.A. Geschichte, Staatliche Universität Nowosibirsk (mit Auszeichnung)

Stipendien und Praktika 

•  2016 Stipendium des Russischen Kulturfonds für Forschungsaufenthalte in Archiven in Sankt Petersburg und Paris

•  2018 Stipendium der Michail-Prochorow-Stiftung für Forschungen im Russischen Staatlichen Archiv Alter Akten, Moskau

•  2019 Stipendiat des Stipendienprogramms der Wladimir-Potanin-Stiftung

•  2019 Praktikum in der Archäologischen Expedition Nowgorod, Weliki Nowgorod

•  2022 Venice International University, Globalization Program, Venedig

•  2022 Praktikum am IVESER (Venetian Institute for the History of the Resistance and Contemporary Society) Venice im Rahmen des Internship Program der Venice International University

Forschungsschwerpunkte

•  Beziehungen zwischen Kirche und Staat im Russländischen Reich der Synodalzeit

•  Geschichte der Korruption

•  Sibirische Ostroge als Zentren russischer Kolonisation im 18. Jahrhundert

•  Rezeption der Ideen der Aufklärung 

•  „Inozemcy“ und ihre Inkorporation in die Gesellschaft während der petrinischen Reforme

Projekte

Likhoimstvo: Law and Morality in the Russian Empire, 1762–1825
Dissertationsprojekt

In Russian legal and moral discourse of the late seventeenth and early eighteenth centuries, practices later associated with corruption were usually described through the terms likhoimstvo and mzdoimstvo. These notions were closely connected with religious and moral categories. The project asks how and why this language changed in the second half of the eighteenth century. More specifically, it investigates how Enlightenment ideas contributed to the transformation of corruption from a sin against the moral and religious order into an offence against public order and the common good. Rather than treating corruption as a timeless phenomenon, the project approaches it as a historical concept whose meaning depended on changing assumptions about the state, public office, private interest, law, and rational government.

Sibirische Ostroge in den 1740er–1760er Jahren. Eine mikrohistorische Untersuchung

Dieses Projekt befasst sich mit einem bislang wenig beachteten Problem der Historiographie des Russländischen Reiches: den russischen Siedlungen in Sibirien im 18. Jahrhundert. Bis heute wissen wir nur wenig darüber, wer die russische Bevölkerung Sibiriens ausmachte, welche Bedürfnisse sie hatte und wie sie ihren Alltag gestaltete. Auf der Grundlage umfangreichen Quellenmaterials untersucht das Projekt die soziale, religiöse und administrative Struktur sibirischer Ostroge in der Mitte des 18. Jahrhunderts.

Die Untersuchung argumentiert, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung dieser Siedlungen altgläubig geprägt war und dass dies eine besondere kulturelle Atmosphäre in den Ostrogen schuf. Zugleich werden die Ostroge nicht nur als Zentren der Kontrolle über die jasakpflichtige indigene Bevölkerung verstanden, sondern vor allem auch als Orte, an denen die russische Bevölkerung selbst administrativ erfasst, der staatlichen Herrschaft unterworfen und in fiskalische sowie militärische Ressourcenregime eingebunden wurde.

Publikationen

Masterarbeit

Romanov, P. I.: Urtamskij, Umrevinskij i Čausskij ostrogi po materialam pis’mennych i archeologičeskich istočnikov XVIII v. (Die Ostroge von Urtam, Umreva und Čaus nach schriftlichen und archäologischen Quellen des 18. Jahrhunderts). Nowosibirsk, 2020. 

Monographie

Romanov, P. I.: Tjaželo vylečit’, trudno raspoznat’. Sud’ba pervogo novosibirskogo vrača I. I. Abdrina (Schwer zu heilen, schwer zu erkennen. Das Schicksal des ersten Novosibirsker Arztes I. I. Abdrin). Nowosibirsk, 2017.

Artikel 

Romanov, P. I.: Problemy i perspektivy korreljacii pis’mennych i archeologičeskich istočnikov na primere Umrevinskogo ostroga (Probleme und Perspektiven der Korrelation schriftlicher und archäologischer Quellen am Beispiel des Ostrogs Umreva). In: Vestnik Tomskogo gosudarstvennogo universiteta. Istorija 45, 2017, S. 93–97.

Buchrezension

Romanov, P. I.: „Poleznye voprosy bez bespoleznych otvetov“ („Nützliche Fragen ohne nutzlose Antworten“). Rezension zu: Bushnell, D.: Epidemija bezbračija sredi russkich krest’janok. Spasovki v XVIII–XIX vekach aus dem Englischen übersetzt von L. Pucello-Bushnell. Moskau: Novoe literaturnoe obozrenie, 2020. 416 S. In: Istoričeskaja ekspertiza 4 (29), 2021.

Medienauftritte

Podcast Istorija tol’ko načinaetsja (externer Link, öffnet neues Fenster) (Die Geschichte beginnt erst)

•  Knut i pleti. Kak v Rossii XVIII v. nakazyvali za vnebračnyj seks (Knute und Peitschen. Wie im Russland des 18. Jahrhunderts außerehelicher Sex bestraft wurde)

•  Blud i brak v dopetrovskoj Rossii (Unzucht und Ehe im vorpetrinischen Russland)

•  Blud, grech i pokajanie. Domašnee nasilie i problemy braka v Rossii XVIII v. (Unzucht, Sünde und Buße. Häusliche Gewalt und Eheprobleme im Russland des 18. Jahrhunderts)

nach oben