Die Regensburger Professorin Isabella von Treskow forscht für zwei Semester im Käte-Hamburger-Kolleg (KHK) der Universität Saarbrücken über den Zusammenhang von Kooperation und Kreativität in Theater, Kabarett und Varieté in Kriegsgefangenen- und Zivilinterniertenlagern 1914-1920. Ziel ist, zur systematischen Erkenntnis der Funktion von Ausgleich, psychischer Stabilisierung, Widerstand und Trost durch kollektiv organisierte Kultur in dieser Situation der Unfreiheit beizutragen. Im Fall von Internierung im Ersten Weltkrieg waren es auch Konzerte, Ausstellungen und selbst verfasste Zeitungen.
Damit ist Prof. Dr. Isabella von Treskow seit 1.10.2026 ausgewählter Fellow am KHK für kulturelle Praktiken der Reparation CURE in Saarbrücken. Gefördert wird es vom Exzellenzprogramm des Bundesforschungsministeriums. Für den aktuellen Jahrgang wurden aus knapp 400 Bewerbungen Projekte von 13 Fellows ausgewählt. Diese kommen aus Deutschland, Japan, Indien, Frankreich, Großbritannien, Irland, Belgien, Russland und Sambia.
„Den KHK-Fellows werden in Saarbrücken optimale Bedingungen für eine vertiefte Forschung geboten“, so Prof. v. Treskow. Hinzu kommen regelmäßige Arbeitstreffen, öffentliche Vorträge und eigene CURE-Tagungen. Die Projekte ergänzen einander. „Stimulierender kann ein Umfeld kaum sein“, ergänzt sie.
Fokussiert wird am KHK CURE die Frage, wie Menschen und Gesellschaften mit Verletzungen und irreparablen Schäden umgehen. Vor dem Hintergrund von Kriegen, Genoziden, der Zerstörung von Kulturgütern und Sprachen sowie globalen Herausforderungen wie Erderwärmung und Artensterben untersucht der aktuelle Jahrgang kreative Formen gesellschaftlicher Auseinandersetzung mit Verlust, historischer Schuld und globaler Verantwortung. In kulturellen Praktiken können individuelle wie kollektive Erfahrungen zur Sprache gebracht und widerstreitende Perspektiven zusammengeführt werden.
Prof. Isabella von Treskow ist seit 2009 Professorin für Französische und Italienische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Universität Regensburg. An ihrem Lehrstuhl betreibt sie seit Langem Forschung zu kulturellen Aktivitäten von Kriegsgefangenen und Zivilinternierten im Ersten Weltkrieg, ein Alleinstellungsmerkmal im deutschsprachigen Raum. Der Lehrstuhl arbeitet auf diesem Gebiet eng mit Wissenschaftler*innen in Frankreich, Großbritannien und Österreich und mit einschlägigen Institutionen in Regensburg und der Oberpfalz zusammen.
Weitere Forschungsschwerpunkte von Prof. von Treskow beziehen sich auf Literatur, Kultur und Gewalt im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg, der Shoah und auf Wissens- und Intellektuellengeschichte seit der Frühen Neuzeit.
Weiterführende Links:
https://cure.uni-saarland.de/das-kolleg/team/prof-dr-isabella-von-treskow/ (externer Link, öffnet neues Fenster)
https://cure.uni-saarland.de/forschung/forschungsprojekte/kulturelle-kooperation-als-reparative-praxis-koerper-coping-und-kunst-in-gefangenschaft-des-ersten-weltkriegs/ (externer Link, öffnet neues Fenster)
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