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Brownbag Mittagsseminare

Brownbag 19-20 Poster

Diese Reihe von Mittagsseminaren bietet Studierenden und Mitarbeitenden die Möglichkeit, internationale Gastwissenschaftler*innen in Regensburg zu treffen und die neuesten Projekte Kolleg*innen aus Regensburg kennenzulernen.

Gerne können Sie Ihr Mittagessen zu Präsenzveranstaltungen mitbringen, einen Kaffee beim CITAS genießen, über die Projekte der Referierenden und die neuesten Entwicklungen in den Geistes- und Sozialwissenschaften diskutieren.

Im Wintersemester 2020/21 bieten wir auch Online-Brownbag Sessions an.

Die Brownbag-Mittagseminare konzentrieren sich auf den internationalen Austausch und wir hoffen, bald wieder GastwissenschaftlerInnen in Regensburg begrüßen zu können. Bis das wieder der Fall sein kann, werden Partnerprganisationen in Online-Veranstaltungen vorgestellt.


NÄCHSTE VERANSTALTUNG

Christiane Reves (Arizona State University / REAF Visiting Professor) - Innovation, Interconnection, Interdisciplinarity: Examples from ASU’s School of International Letters and Cultures

innovation, interconnection, interdisciplinarity- examples from asu´s school of international letters and cultures

Im Rahmen des internationalen Gastwissenschaftler*innen-Programms des Leibniz WissenscahftsCampzs Europa und Amerika begrüßen wir im Dr. Christiane Reves, Dozentin an der School of International Letters and Cultures der Arizona State University. Reves wird Beispiele aus Forschung und Lehre vorstellen: von der "Ökologisierung" des Curriculums, virtuellen Praktika, Community-Partnerschaften bis hin zu interdisziplinärer und transnationaler Forschung. Sie wird über Ideen zu Landes-/Regionalgeschichte im transnationalen Kontext sprechen und ein interdisziplinäres Forschungsprojekt zu glaubensbasierten Antworten auf Migrant*innen und Flüchtlinge in vergleichbaren urbanen Räumen vorstellen; ein Vergleich zwischen Phoenix, AZ und Berlin, Deutschland. Nach einer kurzen Präsentation wird es Zeit für eine Diskussion geben.

Ort: Online via Zoom / 659 8056 3912

Zeit: Mo. 28. Juni 16:15 - 17:45 


Im untenstehenden Abschnitt sind Beschreibungen der vergangenen Brownbag Seminare aus dem Wintersemester 2019/20 vorzufinden. Diese bestanden aus Diskussionsrunden über Remilitarisierung in Lateinamerika (Francisco Verdes-Montenegro), transnationales Life Writing (Frank Mehring) und die Bedeutung künstlicher Intelligenz für Gerichtsverfahren (Amin Afrouzi).

Im Sommersemester 2019 waren die Themen afrikanisch-jugoslawische Beziehungen in der Automobilindustrie (Goran Music) und die transatlantischen Dimensionen der Passionsspiele Oberammergaus (Robert Priest).


Wintersemester 2019/20

6 Nov 19

Amin Afrouzi (Berkeley / Regensburg-Berkeley Visiting Doctoral Fellow )
Normative Dimensions of Law in Machine Learning and Artifical Intelligence

2019 11 06 Afrouzi Infobildschirm Brownbag Session

Amin Afrouzi (Berkeley / Regensburg-Berkeley Gastdoktorant )
Normative Rechtsdimensionen des maschinellen Lernens und künstlicher Intelligenz
Amin Afrouzi referierte in einer Brownbag Session als Gastdoktorand des Berkeley-Regensburg Doktoranden-austauschprogramms. Nach seinem Abschluss an der UC Berkeley und einem einjährigen Studium der deutschen Sprache und Literatur in Berlin absolvierte Amin einen Philosophiemaster an der Universität Oxford und einen zweiten Master in Classics an der Universität Cambridge. Danach kehrte er nach Berkeley zurück, um an der UC Berkeley School of Law zu promovieren.

Sein zweimonatiger Aufenthalt in Regensburg wurde durch die Regensburger Universitätsstiftung finanziert. In dieser Zeit arbeitete er eng mit Prof. Dr. Weyma Lübbe vom  Lehrstuhl für angewandte Philosophie zusammen. In seinem Brownbag Session Vortrag stellte Amin potentielle praktische und ethische Auswirkungen künstlicher Intelligenz und maschinellen Lernens auf Rechtsverfahren in den USA und weltweit dar. Einen Schwerpunkt legte er dabei auf das Potenzial maschinellen Lernens, um Präzedenzfälle aufdecken und eine angemessene Rechtsprechung gewährleisten zu können. Gleichzeitig betrachtete er tiefgehender moralische und ethische Gründe gegen eine Verbreitung des Einsatzes dieser Methoden.

Seine zum Nachdenken anregenden Anstöße öffneten einen weiten Diskussionsraum für Studierende, Doktorand*innen und Angehörige der leitenden Fakultät. Insbesondere wurden dabei mögliche Auswirkungen einer Ausweitung dieser Technologie in Entwicklungsländern angesprochen. Die Teilnehmenden befassten sich zudem mit der Frage, ob und wie bestehende Tendenzen und Lücken im Rechtssystem durch maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz verstärkt werden könnten, da Algorithmen und andere Programme auf bereits vorhandenen Rechtsgutachten aufbauen.


27 Nov 2019

Frank Mehring (Radboud University, Nijmegen / Erasmus+ Visiting Scholar at REAF)
Transnational Life-Writing: Re-Mapping the Life and Ouevre of Winold Reiss

2019 11 27 Mehring Infobildschirm Brownbag Session

Frank Mehring ist vom Lehrstuhl für Amerikanistik an der Radboud University in Nijmegen. Er kam im Rahmen des Erasmus+ Programms nach Regensburg und nahm in Zusammenarbeit mit dem Regensburg European-American Forum (REAF) an den CITAS Brownbag Seminaren teil. Während seines Aufenthalts in Regensburg veranstaltete Prof. Mehring zudem einen Workshop mit promovierten und habilitierten Wissenschaftler*innen und gab eine Lesung über die transnationale Kontroverse des US-amerikanischen Heldengedankens, speziell in Bezug auf die Geschichte Nijmegens im zweiten Weltkrieg.

Am CITAS stellte er seine Arbeit über die Biographie des Künstlers und Grafikdesigners Winold Reiss, welcher kurz vor dem ersten Weltkrieg Deutschland in Richtung USA verließ, vor. Dort machte dieser Karriere, wobei er oft Minderheiten - wie schwarze Amerikaner*innen - darstellte und gleichzeitig eine Faszination für Mexiko entwickelte, da er dieses Land für „farbenfroher“ und inspirierender als die USA empfand. Letzten Endes enttäuschte der American Dream Reiss jedoch, sodass er in seinen Werken viele Mitglieder der aus der Gesellschaft und dem American Dream ausgeschlossenen Gruppen vertrat.

Die zwei Hauptprobleme, welche Frank Mehring in seinem fesselnden Vortrag in den Fokus stellte, waren zum einen, wie man Winold Reiss wieder in den Blickpunkt der heutigen Öffentlichkeit stellen könnte, in einem Zeitalter, in dem eine Repräsentation marginalisierter Gruppen anstelle von einer Überrepräsentation weißer, heterosexueller Männer ausdrücklich erwünscht ist. Zum anderen betrachtete er, wie man eine transnationale und vor allem auch transkulturelle Biographie Winold Reiss schreiben könnte; eine die nicht nur dessen durch transnationale Grenzen beeinflusste Lebensgeschichte, sondern auch die vielen Zusammenkünfte mit unterschiedlichsten kulturellen Gruppen wiederspiegelt, welche er so zahlreich in seinen Gemälden und Illustrationen abbildete.

Während der nach dem Vortrag folgenden Diskussion schlug Mehring einen weitgefächerten Ansatz vor, um Reiss Biographie auf Papier zu bringen, der die vielen Felder einfängt, die der Künstler prägte. So wäre es keine rein chronologisch ablaufende Biographie, sondern würde sich wie ein Netz aus Gruppen, Personen und Ereignisse zusammensetzen.  Mehring hofft, dass dieser Ansatz die Vergeschichtlichung von Reiss Leben ermöglicht und somit er und seine Werke in der heutigen Zeit  im Rahmen der Spannungen bezüglich der Repräsentation von marginalisierten Gruppen wieder aufleben.


4 Dec 2019

Francisco Verdes-Montenegro (Complutense, Madrid/ Leibniz ScienceCampus Visiting Fellow)
The (Re-)Militarization of Latin American Politics

2019 12 04 Verdes Montenegro Infobildschirm Brownbag Session

Francisco Verdes-Montenegro erforscht und doziert am Zentrum für Internationale Beziehungen der Universität Complutense in Madrid. Er war der erste Gastdozent des Leibniz-WissenschaftsCampus Europa und Amerika in der modernen Welt, der einen Monat in Regensburg verbrachte, um mit Kolleg*innen der Politikwissenschaften, Internationalen Beziehungen und Hispanistik zusammen zu arbeiten.

Sein CITAS Brownbag Seminar wurde sowohl von Kolleg*innen als auch von Studierenden verschiedenster Studienrichtungen besucht, wobei ein Teil der Diskussion auf Spanisch geführt wurde und die Studierenden ihre Sprachkenntnisse bei einem Muttersprachler unter Beweis stellen konnten. Diese mehrsprachige Diskussionsrunde legte eine mit den transnationalen Area Studies erforderliche kulturübergreifende Kommunikation dar.

In seinem Vortrag und der darauffolgenden tiefgreifenden Diskussion adressierte Francisco die Frage nach der Remilitarisierung lateinamerikanischer Politiken und Gesellschaften. Unabhängig der politischen Orientierung der verschiedenen lateinamerikanischen Regierungen, zeigte sich anhand seiner Nachforschungen, offiziellen Statistiken, sowie an staatlichen Bildaufnahmen ein gemeinsamer Trend: Linke als auch rechte Regierungen scheinen die „Politisierung“ ihrer Armeen, wie Francisco es nannte, durch als transnational  empfundene Gefahren wie „kulturellen Marxismus“ oder „Imperialismus“ zu legitimieren. Dennoch sei ihm zufolge das letztliche Ziel der Regime ein Bild der Souveränität als Schützer der Nation zu senden und jedes Bestreben ziviler Unruhen durch symbolische Machtdemonstration bereits im Keim zu ersticken. Diese Maßnahmen zielen lediglich auf die jeweils inländische Bevölkerung ab, da es keinen historischen Präzedenzfall gibt, bei dem ein lateinamerikanisches Land einen Krieg mit einem Nachbarland begann.

Die Diskussion zeigte zudem Punkte auf, denen nach lateinamerikanische Politiker*innen hin zum global auftauchenden Populismus und Einsatz von Militär für zivile Angelegenheiten tendieren, da Ausnahmezustände und mögliche Gefahren ihren Einsatz in den Straßen zu rechtfertigen scheinen. Dennoch hat dies Einfluss auf den Alltag der Lateinamerikaner*innen und kann weiterhin die Spaltung der Gesellschaft fördern.


15 JAN 2020


Transatlantic Affective Communities and the Abolitionist Gift Book The Liberty Bell (1839-1859)

An der Schnittstelle der Forschung zur Abschaffung der Sklaverei, der Zeitschriftenforschung und der Frauenliteratur untersucht dieser Vortrag die kulturelle Arbeit des amerikanischen abolitionistischen Geschenkbuchs „The Liberty Bell“ (1839-1859). Meine Analyse der kulturellen und soziopolitischen Funktion des Geschenkbuchs gibt Aufschluss über die ineinandergreifenden Diskurse von Empfindsamkeit, Gender, Antisklaverei, Kosmopolitismus, Druckkultur und Konsumverhalten. Ich werde zeigen, wie Chapmans Herausgeberschaft des Buchs die kosmopolitische Vision der universalen Bruder- und Schwesternschaft sowohl realisiert als auch aufgezeichnet hat. Chapman verwendet dafür die erhaltende Eigenschaft der Druckzeitschriftenkultur. Die „Liberty Bell“ wurde so zu einem „Symbol der Zuneigung“ (Goodrich qtd. in Lehuu 77), das sowohl Unterstützung für Sklav*innen und als auch Zuneigung für diejenigen, die sich für die Abschaffung der Sklaverei eingesetzt haben, ausgedrückte. Das Geschenkbuch ist zudem ein Objekt, das die Zuneigung der Person, die es verschenkt, für den/die Empfänger/in symbolisiert. „The Liberty Bell“ muss also auch als Konsumprodukt betrachtet werden, das einbettet ist in die besonderen Praktiken einer Geschenkökonomie, die Empfindsamkeit für einen politischen Zweck vermarktet. Dementsprechend werde ich „The Liberty Bell“ in diesem Vortrag als materielle Manifestation der Empfindungen des abolitionistischen Kosmopolitismus untersuchen


Sommersemester 2019

Mi., 24. Juli, 12:15, SG.214 (CITAS)

Robert Priest (London) - The Oberammergau Passion Play:
Politics, Faith and Spectacle in Bavaria's Global Village

Infobildschirm Brownbag Session Priest

Robert Priest, der an der Royal Holloway Universität London als Dozent für moderne europäische Geschichte tätig ist, hat während seiner Zeit als Gastdozent am Lehrstuhl für europäische Geschichte in Regensburg bei einer CITAS Brownbag Session seine Arbeit präsentiert. Er gab eine Übersicht über sein aktuelles Projekt, das die transnationale Kulturgeschichte der Oberammergauer Passionsspiele betrachtet. Dabei konnte er Einblick gewähren in die lokalen, regionalen und nationalen politischen und theologischen Verhandlungen, die die Aufführung in Bayerns „global village“ beeinflussten.

Gleichzeitig zeigte er die transnationalen Netzwerke und kulturellen Austauschbewegungen auf, die die Passionsspiele zu einem Phänomenon machten, das weit über die Alpen hinweg bekannt wurde.

Beginnend mit dem späten 18. Jahrhundert, als die Oberammergauer Aufführung von einem Verbot bedroht war, konzentrierte sich Priest besonders auf das 19. Jahrhundert sowie den Anfang des 20. Jahrhunderts. Er setzte die Passionsspiele in den Kontext von zunehmenden Pauschalreisen, Massenmedien und der Erfindung von Traditionen und der Staatenbildung. Dabei legte er einen besonderen Fokus auf die Bemühungen, die deutsche Einheit über die katholisch-protestantische Trennlinie hinweg zu entwickeln.

Für seinen Vortrag benutzte er eine an Fallstudien angelehnte Herangehensweise. So thematisierte er die Verbindungen der Oberammergauer Passionsspielen zu US-amerikanischen Debatten über Antisemitismus um die Jahrhundertwende, zu französischen Bemühungen, in der Zeit der Industrialisierung die Arbeit umzulagern und ein Bild der ländlichen Reinheit zu vermitteln, und zur Wiederaneignung der Ästhetik der Passionsspiele durch eine britisch-amerikanische Schauspielerin, die so normative Gender-Vorstellungen in dem katholischen Stück als auch am Londoner Theater hinterfragen konnte.

Der internationale Erfolg des Stücks und seine umstrittene Rezeption in Deutschland und darüber hinaus hat nicht nur die Bühnenaufführung geprägt, sondern auch das Leben in dem Dorf, dessen Einwohner*innen sich mit der Staatenbildung, der Modernität und der Globalisierung auseinandergesetzt haben. Priest zeigte durch den Fall Oberammergau die Relevanz von lokalisierten Perspektiven für eine globale Geschichte, die in seiner Arbeit durch eine komparative transregionale Herangehensweise sichtbar wird. Diese Brownbag Session hat gezeigt, wie wichtig es ist, multiskalare und multiperspektivische Area Studies in Bezug auf die Forschung zu historischen und gegenwärtigen Phänomenen weiterzuentwickeln.

Robert Priest ist seit 2014 Dozent für moderne europäische Geschichte an der Royal Holloway Universität London. Er studierte am University College London (UCL), promovierte in Oxford und war wissenschaftlicher Mitarbeiter in Cambridge. Er ist Mitglied der Royal Historical Society und der Higher Education Academy. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Kultur- und Geistesgeschichte Europas im 19. Jahrhundert, mit Schwerpunkt auf Frankreich bis hin zu einem breiteren transnationalen Rahmen.

Weitere Informationen zu den beiden Sessions finden Sie in diesem Flyer.


CITAS Brownbag Session - Mittagsseminare mit internationalen Gastwissenschaftlern

3. Juli - Goran Music (Sarajevo). 24. Juli - Robert Priest (London). 12:15 am CITAS (SG.214)

Diese Reihe von Mittagsseminaren bietet Studierenden und Mitarbeitenden die Möglichkeit, internationale Gastwissenschaftler in Regensburg zu treffen. Gerne können Sie Ihr Mittagessen mitbringen, einen Kaffee beim CITAS genießen, über die Projekte der Referent*innen und die neuesten Entwicklungen in den Geistes- und Sozialwissenschaften diskutieren.
In diesem Sommersemester begrüßen wir Goran Musić (Sarajevo) und Robert Priest (London), zwei Historiker, die zur Entwicklung der transnationalen Wirtschafts- und Kulturgeschichte forschen.

Am 3. Juli fand die erste CITAS Brownbag Session mit Goran Musić statt, der für die Friedrich-Ebert-Stiftung in Sarajevo arbeitet und derzeit Gastwissenschaftler am Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung (IOS) ist. Die Brownbag Sessions bieten GastwissenschaftlerInnen in Regensburg eine Plattform, um ihr laufendes Projekt mit Kolleg*innnen und Studierenden der Universität zu besprechen und gleichzeitig gemeinsam zu Mittag zu essen. Wir danken Prof. Dr. Ulf Brunnbauer für seine Unterstützung bei diesem Veranstaltungsformat.

Goran Musić präsentierte seine Arbeiten zur Expansion der Priboj Automotive Factory (FAP) nach Sambia in den 1970er Jahren. Er positionierte seine Arbeit innerhalb aktueller Forschung, die sich mit der Globalisierung der zweiten und dritten Welt befasste, aber auch mit deren Schnittstellen zu kapitalistischen oder Erste Welt Ländern. FAP arbeitete auch mit Mercedes-Benz zusammen und diente gleichzeitig der ideologischen Mission, den geopolitischen Einfluss Jugoslawiens durch die Blockfreie Bewegung auszubauen.

In seinem Vortrag und der anschließenden lebhaften Diskussion ging Goran Musić auf die Herausforderungen ein, die sich aus der Lückenhaftigkeit der Archive Jugoslawiens und der Schwierigkeit des Zugangs zu Material aus Sambia ergeben. Die Diskussion drehte sich daher insbesondere um die methodische und praktische Problematik der Durchführung von vergleichenden und transnationalen Area Studies. Durch der Untersuchung der Asymmetrie zwischen dem Einfluss jugoslawischer Expert*innen und Techniker*innen, die nach Sambia reisten, und den Auswirkungen der Expansion nach Afrika auf die Arbeiter in Priboj selbst, hob Musić hervor, dass die sozialistische Globalisierung auch Ungleichheiten mit sich brachte. So blieben die ideologischen Motive und Ideale, wie die Selbstverwaltung der Arbeiter, weitgehend unerfüllt. Die Diskussion drehte sich daher um einen globalen und zeitübergreifenden Vergleich mit Chinas aktuellem Einfluss auf denselben Teil Afrikas, bei dem anstelle des ideologischen Faktors vielmehr die Wirtschaftsbeziehungen im Vordergrund stehen.

Das Projekt von Musić und die anschließende Diskussion dieser ersten Brownbag-Sitzung boten daher eine hervorragende Plattform für die Erforschung von Schlüsselthemen im Zusammenhang mit vergleichenden und transnationalen Area Studies, die einen Forschungsschwerpunkt in Regensburg sowohl am IOS als auch an der Universität bilden.



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