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Hüftendoprothetik

Der Gelenkverschleiß (Arthrose) des Hüftgelenks ist eine chronische Erkrankung, die die Mobilität einschränkt und die Lebensqualität sinken lässt. Aus eigener Erfahrung kennen Sie die damit verbundenen Schmerzen und Probleme im Alltag.
Wenn die Möglichkeiten einer gelenkerhaltenden Therapie nicht mehr ausreichend wirksam sind oder gar nicht erst aussichtsreich erscheinen, so kann man mit dem Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks (Endoprothese) neue Beweglichkeit und Belastbarkeit gewinnen. 

Die Klinik für Orthopädie der Universität Regensburg hat eine lange Tradition in der endoprothetischen Spitzenmedizin und wurde bereits 2013, als eine der ersten Kliniken in Deutschland überhaupt, als „Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung“ zertifiziert. Unsere Abläufe unterliegen deshalb einem strengen Qualitätsmanagement. Zu Ihrem Vorteil. Wir beschäftigen uns mit einem Höchstmaß an Expertise mit dem künstlichen Hüftgelenkersatz.
Muskelschonende (minimal-invasive) Zugangswege, die Anwendung digital assistierter Operationsverfahren für höchste Präzision beim Einsetzen der Implantate und Verfahren für eine unmittelbare postoperative Schmerzfreiheit führen wir routinemäßig durch. Diese so genannten „Fast-track“ Verfahren beim Einsetzen von künstlichen Hüftgelenken haben wir vor über einer Dekade deutschlandweit als einer der ersten Zentren eingeführt. Unsere Patienten stehen im Regelfall deshalb wenige Stunden nach der Operation, mithilfe unseres Teams der Physiotherapie, schon zum ersten Mal schmerzfrei auf.

Ein besonderes Augenmerk legen wir auch auf eine schnelle, qualitativ hochwertige Nachbehandlung. Unsere Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten haben ein Nachbehandlungskonzept entwickelt, das schon unmittelbar nach der Operation ansetzt. So erreichen wir, dass Sie schnell wieder in die Mobilität zurückkommen.

Endoprothetik Hüfte: Der Hüftgelenkersatz

Arthrose des Hüftgelenks

Das Hüftgelenk ist ein Kugelgelenk, wobei der Oberschenkelknochen (Femur) eine Kugel, den Hüftkopf, formt und in dem Beckenknochen (Hüftpfanne) seinen Gelenkpartner findet. Die Gelenkpartner sind von Knorpel überzogen, der zusammen mit der Gelenkflüssigkeit ein reibungsarmes Gleiten ermöglicht und so die Beweglichkeit des Hüftgelenks sichert.

Im Falle einer Arthrose kommt es - vereinfacht ausgedrückt - zu einer vermehrten Abnutzung des Gelenkknorpels. Dies beeinträchtigt nicht nur die Gelenkbeweglichkeit, sondern verursacht auch einen schmerzhaften Entzündungs- und Reizzustand im Gelenk und den angrenzenden Strukturen.

Die Arthrose läuft stadienhaft und meist in wellenförmigem Charakter ab: Zu Beginn der Erkrankung kommt es in der Regel zu Schmerzen bei Belastung, später auch in Ruhe. Beschwerdehafte Episoden werden häufig von beschwerdefreien Intervallen abgelöst. Je weiter die Arthrose fortschreitet, desto kürzer werden die beschwerdefreien Intervalle. Im Endstadium kann sich ein dauerhafter Gelenkschmerz einstellen, der den Nachtschlaf beeinflusst und die Beweglichkeit des Gelenks einschränkt.

Gesundes Hüftgelenk mit intaktem Knorpelüberzug | Grafik: Johnson & Johnson Medical GmbH
Hüftgelenk mit arthrotischen Veränderungen und Knorpelschäden | Grafik: Johnson & Johnson Medical GmbH

Hüftendoprothetik

Nichtoperative Behandlungsoptionen

Nichtoperative Behandlungsoptionen

Eine Heilung der Hüftgelenksarthrose ist durch nicht-operative, „konservative“ Behandlungsmethoden wie dem Einsatz von Medikamenten bis heute nicht möglich, jedoch kann stadienabhängig ihr Verlauf beeinflusst werden. Insbesondere in den frühen Arthrosestadien mit geringem Knorpelverschleiß kann durch konservative Therapiemaßnahmen eine Beschwerdebesserung erreicht werden.

Physiotherapie

Der Schwerpunkt der Therapie soll auf einer Kombination aus aktivem Kraft-, Ausdauer- und Beweglichkeitstraining liegen, unter Anleitung und in Eigenregie.
Techniken der Manuellen Therapie können zur Verbesserung einer gestörten Beweglichkeit als ergänzende Maßnahme angewendet werden.

Bewegung ohne Belastung

Bewegungen ohne Gewichtsbelastung wie Schwimmen oder Radfahren oder auch das sogenannte Nordic Walking helfen Ihrer allgemeinen Gesundheit aber auch Ihrem Hüftgelenk. Auch Wärme oder Kühlung können Ihre Beschwerden bessern – hier kommt es ganz auf Ihre persönlichen Erfahrungen an.

Robert Kneschke | AdobeStock
Bleiben Sie in Bewegung!
Rido | AdobeStock
Nutzen Sie gelenkschonende Sportarten, um fit zu bleiben!

Hüftendoprothetik: Medikamente

Medikamente

Medikamente werden in der Arthrosetherapie vor allem zur Reiz- und Schmerzreduktion eingesetzt. Hier können entzündungshemmende Medikamente wie bspw. Ibuprofen, Diclofenac oder Kortison eingesetzt werden. Bei der Verordnung einer medikamentösen Therapie muss jedoch aufgrund der potenziellen Nebenwirkungen der genannten Medikamente Ihr persönliches Risikoprofil und evtl. Begleiterkrankungen bedacht werden. Ihr betreuender Arzt wird Sie hierzu beraten. In frühen Arthrosestadien können manchmal auch Spritzen in das Gelenk angewendet werden. Hier bieten sich beispielsweise Hyaluronsäure oder auch Kortison an. Diese Injektionen müssen unter strengen Hygienebedingungen durchgeführt werden um eine Übertragung von Hautkeimen in das Gelenk zu vermeiden. Zwischen einer Gelenkinjektion und einer möglichen Operation des Gelenkes müssen mindestens drei Monate zeitlicher Abstand eingehalten werden, um das Risiko für postoperative Infektionen zu minimieren. 

Sofern die genannten konservativen Therapieoptionen ausgereizt sind, verbleibt der Ersatz des Gelenkes durch ein künstliches Hüftgelenk, eine sogenannte Endoprothese. Eine Operation sollte grundsätzlich immer der letzte Schritt sein.

Ein durch Arthrose geschädigtes Hüftgelenk vor (1) und nach Implantation einer Endoprothese (2).

Das künstliche Hüftgelenk

Das künstliche Hüftgelenk

Bei Ersatz des Gelenks durch ein künstliches Hüftgelenk (Endoprothese) werden die geschädigten Gelenkpartner ausgetauscht, d.h. es wird eine neue Hüftpfanne eingesetzt und ein neuer Hüftkopf mit einem Schaft im Oberschenkelknochen verankert.

Wie ist eine Hüftendoprothese aufgebaut?
Welche Unterschiede gibt es?

Ein künstliches Hüftgelenk besteht aus folgenden Komponenten:

  • einer Pfanne, die in den Beckenknochen eingebracht wird
  • einem sogenannten Inlay, das die Pfanne auskleidet
  • einem Kopf, der auf den Schaft aufgesteckt wird
  • einem Schaft, der im Oberschenkelknochen verankert wird

Prinzipiell lassen sich sowohl die Pfanne als auch der Schaft ohne oder mit Knochenzement im Knochen befestigen. Welche Implantate, Verankerungsprinzipien und Gleitpaarungen bei Ihnen sinvoll sind, wird im Vorfeld der Operation mit Ihnen besprochen und hängt beispielsweise von der individuellen Knochenqualität oder anatomischen Gegebenheiten ab. An der Klinik für Orthopädie der Universität Regensburg am Asklepios Klinikum Bad Abbach werden auf Grund der großen Erfahrung in etwa 90% zementfreie aber einwachsende Endoprothesen eingesetzt, die aufgrund einern speziellen Oberflächentechnik unmittelbar nach der Operation belasten dürfen.

Die zementfreien Pfannen und Schäfte sind an ihrer Oberfläche so bearbeitet, dass ein optimales Anwachsen des Knochens an den Implantaten stimuliert wird. Hierdurch wird eine feste Integration des Kunstgelenks in den Knochen erreicht.
Zementierte Pfannen und Schäfte werden mit Knochenzement im Knochen verankert. Große wissenschaftliche Auswertungen zeigen, dass die Haltbarkeit beider Verfahren gleichwertig ist.

Aufbau einer Hüftendoprothese: Die Abbildung zeigt beispielhaft die inimalinvasive Implantation einer Endoprothese am Hüftgelenk unter Erhaltung der gelenkumspannenden Muskulatur. Grafik: Johnson & Johnson Medical GmbH

Hüftendoprothetik: Wie wird eine Hüftprothese implantiert?

Wie wird eine Hüftprothese implantiert?

Um das Hüftgelenk chirurgisch zu eröffnen nutzen wir eine natürliche Muskellücke, d.h. es wird kein Muskelgewebe auf dem Weg zum Hüftgelenk durchtrennt. Dieses minimalinvasive Verfahren wurde von unserem Team schon vor einer Dekade mitentwickelt und ist deshalb fest in unserer Klinik etabliert.

Der verschlissene Hüftkopf wird entfernt, anschließend wird der Beckenknochen mit einer Fräse bearbeitet, um das lmplantatbett für die Pfanne vorzubereiten. Die Pfanne wird eingesetzt. Je nach Knochenqualität über Ringspannung „zementfrei“ verankert oder dort mittels Knochenzement befestigt.

Anschließend wird der Oberschenkelknochen mit Spezialraspeln bearbeitet. Diese verdichten den Knochen und formen ein lmplantatbett für den Prothesenschaft. Danach wid der Schaft eingebracht und im Falle eines zementfreien Implantats mit dem Knochen verpresst. Sofern die Knochenqualität dafür nicht ausreichen sollte, wird der Schaft mit Knochenzement fixiert.

Vorbereitung auf die Operation

Vorbereitung auf die Operation

pikselstock | AdobeStock
Die beste Vorbereitung vor der OP: Bleiben Sie aktiv!
Was können Sie vorab selbst tun?

Für ein gutes Operationsergebnis können Sie im Vorfeld des Eingriffs viele Dinge selbst tun:

  • Bleiben Sie aktiv! Patienten erholen sich schneller von der OP, wenn sie im Vorfeld der OP beweglich sind und eine gut ausgebildete gelenkumspannende Muskulatur aufweisen. Dazu haben wir ein eigenes, wisschenschaftlich entwickeltes Prähabilitationsprogramm ausgearbeitet.
  • Wir empfehlen Ihnen, so früh wie möglich vor der OP mit dem Rauchen aufzuhören und den Rauchverzicht für die Zeit nach der Operation fortzusetzen, mindestens bis zum Abschluss der Wundheilung. Durch einen Nikotinverzicht lässt sich das Risiko für Komplikationen deutlich verringern.
  • Achten Sie auf Ihr Gewicht, denn mehr Gewicht bedeutet auch mehr Belastung für die Gelenke.
  • Stellen Sie sicher, dass mögliche Infektionen vor der OP abgeheilt sind. Hierzu gehören insbesondere Infektionen an den Zähnen, den Harnwegen, offene Stellen an der Haut, der Beine oder auch Erkältungserkrankungen. Sofern im Vorfeld einer geplanten OP Infekte oder bekannte Entzündungen bestehen sollten, bitten wir Sie uns umgehend zu informieren.

OP Vorbereitung

Wie läuft der Vorbereitungstag ab?

Nachdem in unserer ambulanten Sprechstunde die Indikation zur lmplantation einer Hüftendoprothese gestellt wurde und Sie sich für eine operative Versorgung bei uns im Hause entschieden haben, möchten wir Ihnen im Folgenden einen Leitfaden für den perioperativen Verlauf zur Orientierung an die Hand geben.
Unsere Mitarbeiterinnen im zentralen Belegungsmanagement nennen Ihnen den Termin für den „Vorbereitungstag“ in unserer zentralen Patientenaufnahme (ZPA).
Bringen Sie an diesem Tag bitte die ausgefüllte Vorbereitungsmappe, die Sie im Rahmen der OP-Terminvereinbarung bei uns erhalten haben, sowie einen aktuellen Medikamentenplan und sofern vorhanden, Befunde anderer Ärzte (bspw. Kardiologie, Rheumatologie, etc.) mit.

In der präoperativen Ambulanz werden Sie interdisziplinär für die geplante Operation im Rahmen folgender Stationen vorbereitet:

  • Blutentnahme
  • Anästhesiologische Aufklärung
  • Chirurgische Aufklärung
  • Ggf. internistische Mitbeurteilung
  • Pflegerische Aufnahme
  • Ggf. Komplettierung der Bildgebung, ggf. spezielle Zusatzuntersuchungen (bspw. CT/MRT)

Unser Anspruch ist es, Ihre Operation mit höchster Sorgfalt und Präzision vorzubereiten, um maximale Sicherheit für einen reibungslosen Ablauf der Operation selbst sowie der postoperativen Betreuung zu gewährleisten. Eine solch umfangreiche Vorbereitung unter Einschluss verschiedenster Berufsgruppen und medizinischer Disziplinen ist sehr aufwendig und erfordert Zeit, sodass wir Sie bereits heute um Geduld bitten möchten.

Waschset

Safety first! Wenn Sie ein Kunstgelenk erhalten, dann bekommen Sie von uns ein spezielles Körperhygiene Set ausgehändigt.
Dies bitten wir am Vortag und nach Anleitung zu verwenden. Am Operationstag sollten Sie keine Körperpflegemittel, Körpercremes oder Haarentfernungsmittel verwenden.

Ihr Aufenthalt bei uns

Seit 2013 sind wir als Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung zertifiziert. Dadurch unterliegen unsere Abläufe strengen Qualitätskriterien – zu ihrem Vorteil.
Als Deutsches Centrum für Computerassistierte Orthopädie (DCCO) sind wir national und international führend in der Anwendung von computergestützten Operationsverfahren beim Gelenkersatz. Dies belegen auch eine große Anzahl von wissenschaftlichen Publikationen und Entwicklungsprojekten zu diesem Thema.
OP-Tag

Sie kommen um 06:15 Uhr in die Klinik und werden auf eine der Stationen aufgenommen. Nach erfolgreicher Operation werden Sie sich im Aufwachraum von der Operation und Narkose erholen und im Anschluss wieder auf Station gebracht. In der Regel erfolgt bereits am Operationstag die Erstmobilisation unter Vollbelastung mit physiotherapeutischer Unterstützung im Aufwachraum oder auf Station.

1. Tag 

Visite mit Wundkontrolle. Physiotherapeutische Mobilisation in Stand und Gang, Ziel ist die schnellstmögliche Wiedererlangung der Mobilität auf Zimmerebene (bspw. Badezimmer) und ggf. Stationsebene.

2.-3. Tag 

Blutentnahme zur Routine-Laborkontrolle, Durchführung der postoperativen Röntgenkontrolle, Fortführung der physiotherapeutischen Mobilisation in Stand und Gang.

3.-7. Tag 

Der Fokus liegt nun vor allem auf der Mobilisation auf dem Flur und dem Treppensteigen mit Hilfe. Abschließende Blutentnahme zur erneuten Routine-Laborkontrolle.

Entlasstag (meist 4. bis 7. Tag nach der OP)

Ausführliches Entlassgespräch

Folgende Kriterien sollten am Entlasstag erfüllt sein:

  • Reizlose Wundverhältnisse
  • Regelhaftes postoperatives Röntgenbild
  • Unauffällige postoperative Laborwerte
  • Erfolgreiche Mobilisierung in der Ebene und an der Treppe

Aushändigung des Entlassbriefes und Entlassung ins häusliche Umfeld | ambulante Reha | stationäre Reha

Nach der OP

Wenn das Hüftgelenk zerstört ist und Schmerzen bereitet, kann durch die richtige Operationstechnik und ein künstliches Hüftgelenk Beweglichkeit und Belastbarkeit wieder hergestellt werden. Durch die Operation sollen Sie im Alltag wieder Lebensqualität zurückgewinnen.

In der weit überwiegenden Zahl werden Hüftprothesen zementfrei eingesetzt. Dies bedeutet, dass der Knochen an die Prothese heranwachsen muss und dadurch die Prothese fest integriert. In der ersten Heilungsphase nach der Operation verankert sich das Implantat mit dem umgebenden Knochen. Außerdem bildet sich eine neue Hüftgelenkkapsel, die das Gelenk zusätzlich sichert.

Für diese ersten Wochen sind Verhaltensmaßnahmen wichtig, damit ein gutes Einheilungsergebnis erreicht wird.
Wir wünschen Ihnen gutes Gelingen in der frühen Phase nach der Operation, einen guten weiteren Verlauf und einen lang anhaltenden Gewinn an Lebensqualität.

Verhaltensempfehlungen

Verhaltensregeln

Allgemeine Grundsätze

Allgemeine Grundsätze

Beine nicht übereinanderschlagen

  • nicht im Liegen
  • nicht im Sitzen
  • nicht im Stehen

Bein nicht nach außen drehen

Hüftgelenk nicht über 90° beugen

  • hoch sitzen, Knie nicht höher als Hüfte, je nach Körpergröße evtl. mit Sitzkissen
  • nicht bücken, sondern Greifzange bzw. Schuhlöffel benutzen
  • Schuhe mit Schnürsenkel werden so gebunden, dass sie mit langem Schuhlöffel angezogen werden können.

Übungen zur Propylaxe

Übungen zur Prophylaxe

  • Atmung: Einatmen durch die Nase, Ausatmen durch den Mund, Lippen aufeinander („Lippenbremse“)
  • Beide Fußspitzen hochziehen und wieder strecken
  • Kreisen der Füße im Sprunggelenk (beide Füße, beide Richtungen)
  • Fußspitzen hochziehen und Knie auf Unterlage drücken, gleichzeitig Gesäß anspannen - Spannung 10 Sekunden halten, Atmung nicht anhalten
  • Arme nach oben. Hände auf- und zumachen („Äpfelpflücken“).
  • Arme nach oben nehmen und gleichzeitig gesundes Bein anbeugen, dann Arme nach unten nehmen und gleichzeitig Bein ausstrecken
  • Arme gestreckt nach unten drücken, Daumen zeigt dabei nach außen, Bauch anspannen - Spannung 10 Sekunden halten, Atmung nicht anhalten
  • Das operierte Bein anbeugen (nicht über 90°!) und ausstrecken

Verhaltensregeln

Liegeposition

Liegeposition

  • In den ersten Wochen nach der Operation wird Rückenlage empfohlen. Seitschläfer bitten wir nach Absprache mit Arzt und Physiotherapeut eine sichere Position zu finden.
  • Bauchlage sollten Sie in den ersten drei Monaten vermeiden.
  • Das operierte Bein sollte in Rückenlage leicht abgespreizt liegen
  • Die Ferse sollte frei liegen. Zur Entlastung ein Handtuch am Unterschenkel oberhalb der Ferse unterlagern.
  • Eisbeutel nicht länger als 10 Minuten auf die gleiche Stelle auflegen

Sitzen

Sitzen

  • 90° beachten
  • Knie nicht höher als die Hüfte
  • evtl. Kissen benutzen
  • evtl. Toilettensitz- und Betterhöhung
  • Oberkörper nicht stark nach vorne oder unten beugen
  • Kontrolliertes und langsames Hinsetzen und Aufstehen, d.h. immer über gesundes Bein und Unterarmgehstützen, evtl. an Armlehnen abstützen
  • Beine nicht übereinanderschlagen

Stehen

Stehen

  • Fußspitzen zeigen nach vorne
  • Beachten Sie Ihre Belastungsvorgabe
  • Zu langes Stehen vermeiden
  • Beine nicht überkreuzen

Verhaltensregeln

Gehen

Gehen

  • Bitte festes Schuhwerk! (siehe kleine Schuhinformation)
  • Immer beide Stützen benutzen, auch auf kurzen Strecken!
  • Gehstrecke langsam steigern, lieber kürzere Strecken laufen und dafür öfter.
  • Beim Richtungswechsel Kurve gehen, nicht abrupt umdrehen! Nicht auf feststehendem Bein umdrehen!
  • Vorsicht bei Nässe, Schnee und Eis (Stützen mit Spikes benutzen)!
  • Abgelaufene Stützengummis auswechseln lassen!
  • Beachten Sie Türschwellen, Teppiche (-falten), Unebenheiten, Kabel, etc. (Stolpergefahr)!
Vollbelastung

Rechter Stock und linkes Bein gleichzeitig nach vorne stellen. Linker Stock und rechtes Bein gleichzeitig nach vorne.
Gleicher Ablauf wie Nordic Walking!
Stock und Bein stehen sich immer gegenüber!

Teilbelastung

Teilbelastung

Das operierte Bein auf Höhe beider Unterarmgehstützen mit der Ferse aufsetzen, abrollen bis zur Zehenspitze.
Mit dem gesunden Bein einen Schritt nach vorne gehen.

Treppen steigen

Treppen steigen treppauf

Treppe aufwärts gehen

Gesundes Bein geht zuerst nach oben.
Stütze mit operiertem Bein gleichzeitig nachziehen.
Nutzen Sie bitte dabei, falls vorhanden, einen stabilen Handlauf.

Gedankenstütze: Mit der Gesundheit geht's aufwärts!

Treppen steigen treppab

Treppe abwärts gehen

Stütze zuerst nach unten, dann operiertes Bein, gesundes Bein daneben abstellen.
Nutzen Sie bitte dabei, falls vorhanden, ein stabiles Geländer.

Gedankenstütze: Mit der Krankheit geht's abwärts!

Kleine Schuhinformation

Hüftendoprothetik

Sie benötigen:

  • Stabile, geschlossene Halbschuhe mit rutschfester, flacher Sohle in passender Größe
  • Weniger günstig sind Schuhe mit Schnürsenkeln oder mit Klettverschlüssen
  • Wichtig: Ihre passende Schuhgröße (nicht zu groß und nicht zu klein)

Bitte KEINE Badesandalen!

Im Alltag

Hüftendoprothetik

Verhaltensregeln

An- und Ausziehen

Hüftendoprothetik

Benutzen Sie bitte folgende Hilfsmittel:

  • Langer Schuhlöffel
  • Greifzange
  • Anziehhilfen

Hosen zuerst am operierten Bein mit der Greifzange anziehen – beim Ausziehen zuerst über das gesunde Bein.

Im Bad

Hüftendoprothetik

  • In den ersten sechs Wochen bitte eher Duschen statt Baden.
    Bewegungstraining im Wasser unter therapeutischer Anleitung ist nach abgeschlossener Wundheilung erlaubt
  • Haltegriffe benutzen
  • Wegen Rutschgefahr duschen mit Duschhocker und mit Badeschuhen

Hinlegen

Hüftendoprothetik

  • Auf richtige Betthöhe achten! Sitzhöhe: Knie nicht höher als die Hüfte!
    Jetzt mit dem Gesäß über die Bettkante soweit zurückrutschen bis die Knie vollständig im Bett sind.
    Oder:
    Gesundes Bein anstellen, als Stützbein benutzen und operiertes Bein mit Spannung nachziehen.
  • Das Bein NICHT nach außen drehen und NICHT überkreuzen!
  • Immer über die operierte Seite aus dem Bett steigen und wieder hinlegen

Tragen

Hüftendoprothetik

  • Keine schweren Gegenstände tragen
  • Benutzen Sie Rucksack oder Umhängetasche

Sexuelle Begegnung

Hüftendoprothetik

Bitte beachten Sie bis zur 12. Woche nach der Operation einige wichtige Kriterien zum Schutz Ihres neuen Hüftgelenks.
Grundsätzlich:

  • Nutzen Sie die Unterstützungsmöglichkeiten durch die Matratze im Liegen, durch eine Wand, einen Schrank oder Tisch im Stand
  • Legen Sie in der Seitlage z.B. eine gefaltete Decke zwischen die Knie
  • Nur vorsichtige Bewegungen

Allgemeine Hinweise

  • Bei Rötung, Wärme, Schwellung kühlen
  • Darauf achten, dass Sie keine Entzündungen im Körper haben (Nagelbettentzündung, eitriger Zahn, etc.)
  • Den gesamten Körper nicht der direkten Sonne aussetzen in den ersten Monaten
  • Achten Sie auf Ihr Körpergewicht
  • Achten Sie auf die richtige Höhe der Unterarmgehstützen (Haltung aufrecht, Schultern nicht zu hoch)
  • Autofahren erst mit Vollbelastung möglich (bitte Rücksprache mit dem behandelnden Arzt)
  • Bei Schmerzzunahme oder Pochen im OP-Gebiet Arzt konsultieren!

Terminvereinbarung

Orthopädische Hochschulambulanz

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