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Hanan Bordin wurde 1958 in Riga, Lettland, geboren.

1978 siedelte er nach Israel aus, wo er an den Instituten für Hebräisch und Jiddisch der Hebräischen Universität Jerusalem studierte.

Hanan unterrichtete hauptberuflich am Institut für Jiddisch der Hebräischen Universität Jerusalem, wo er mehrere Jiddischkurse auf verschiedenen Niveaustufen sowie einen sprachwissenschaftlichen Kurs in Jiddisch gab, der vollständig in Jiddisch abgehalten wurde.

Außerdem unterrichtete er Jiddisch an der Universität Oxford, der Columbia University, der NYU, der Harvard University, der Staatlichen Universität Moskau, der Maimonides Academy (Moskau) und der Birobidzhan Sholem-Aleykhem University in der Jüdischen Autonomen Region Russlands, an der Litauischen Staatlichen Universität in Vilnius und am National Yiddish Book Center in Amherst, Massachusetts.

Zu seinen Veröffentlichungen gehören das „Hebrew-Yiddish Conversational Book”, der „Russian-Yiddish Conversational Guide”, „Vort ba vort” (Lehrbuch für Anfänger), „Mit vort un maysim” (Lehrbuch für Fortgeschrittene) und „English-Yiddish Dictionary of Place-Names”. 

An der Universität Regensburg unterrichtet er Jiddisch und Hebräisch auf verschiedenen Niveaustufen.

Hanan-Michael Bordin

Lektor für Hebräisch und Jiddisch

Jiddisch

Jiddisch ist vor etwas 1000 Jahren wahrscheinlich im Donau-Gebiet um Regensburg (anderen Theorien zufolge im Rhein-Mosel-Gebiet) entstanden. Das Jiddische setzt sich aus einer starken mittel- und frühneuhochdeutschen Komponente sowie aus Hebräisch und Aramäisch zusammen. Ergänzt wird es von Elementen aus romanischen und besonders slavischen Sprachen. In Osteuropa wird das Jiddische von der Aufklärung an Teil einer beeindruckenden jüdischen Renaissance in Literatur, Kunst und Kultur. Wie alle Sprachen der Juden wird Jiddisch mit hebräischen Buchstaben geschrieben.

Jiddisch wird nur an sehr wenigen Universitäten in Deutschland angeboten! Es ist eine Sprache, die an vielen Orten der Erde gesprochen wird. Vor der Judenvernichtung, der Schoah, sprachen ca. 11 Millionen Menschen Jiddisch. Heute wird die Zahl der Sprecher auf etwa 1,2 Million geschätzt. Sie leben hauptsächlich in Israel, Nord- und Südamerika, Frankreich, Großbritannien, Australien, der Ukraine und Russland.

Perspektiven

  • Neues Alphabet
  • Brücke in die jüdische Tradition und Kultur
  • Großer Bezug zu slavischen Kulturen und Sprachen
  • Tor zu den Sommerschulen in aller Welt (Hohenems, New York,Paris,Tel-Aviv, Vilnius, Warschau)
  • Entdecken einer Sprache, der man im Slavistik-Studium UND in Regensburg begegnet!

Warum man unbedingt Jiddisch lernen sollte (externer Link, öffnet neues Fenster)

Hebräisch

Modernes Hebräisch (Ivrit), mit ca. 9 Millionen Sprechern, basiert auf einer der ältesten Sprachen der Welt. Die hebräische Schrift wird von rechts nach links gelesen und ist eine Konsonantensprache. Das bedeutet, dass primär nur Konsonanten ausgeschrieben werden. Die Basis aller Entwicklungsformen des Hebräischen ist die Sprache der heiligen Schrift der Juden, der hebräischen Bibel. Für viele tausend Jahre und bis in die heutige Zeit ist das Hebräische die globale liturgische Sprache für das Judentum. (Alt-)Hebräisch wird daher oft mit dem Begriff „Bibel-Hebräisch“ gleichgesetzt. Die Erneuerung des Hebräischen mit dem Ziel seiner Etablierung als jüdische Nationalsprache in Palästina begann im späten 19. Jahrhundert auf Initiative von Elieser-Ben Jehuda. Daraus entstand das moderne Hebräisch (Ivrit), dessen Unterschiede zum biblischen Hebräisch im Schriftbild und der Morphologie äußerst gering, in der Syntax und dem Vokabular aber teilweise gravierend sind. Modernes Hebräisch ist einfach strukturiert und macht Spaß zu lernen – es hat eine strikte und logische Grammatik und ein junges (wenn tatsächlich auch besonders historisches) Vokabular. Vielen gilt das Hebräische als Beispiel einer erfolgreichen Umwandlung einer alten Literatur- und Sakralsprache zu einer modernen Nationalsprache. Es ist die einzige totgesagte Sprache, die erfolgreich wiederbelebt wurde und heutzutage als Nationalsprache gesprochen wird. Darüber hinaus werden Literatur, Wissenschaft und Presse auf modernem Hebräisch verfasst.

Publikationen

Neuauflage 2020: Englisch-Jiddisches Wörterbuch der Ortsnamen

Hanan-Michael Bordin 
English-Yiddish Dictionary of Place-Names
Second Edition (284 pp.)
Jerusalem 2020

Khanan-Mikhael Bordin
English-Yidish Verterbukh fun toponimen
Tsveyter aroyskum (284 zaytlekh)
Yerushelaim 2020

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