Mit „Missbrauchsmuster. Was Missbrauch an Frauen ermöglicht und warum er nicht als solcher erkannt wird" legt Ute Leimgruber, Professorin für Pastoraltheologie und Homiletik an unserer Fakultät, eine neue Monografie vor.
Sexueller Missbrauch an erwachsenen Frauen in der Kirche ist ein weitgehend unsichtbares Phänomen. In medialen Debatten, wissenschaftlichen Diskursen, oft auch in kirchlichen Aufarbeitungsprojekten kommen erwachsene Betroffene kaum vor. Ute Leimgruber zeigt, dass diese Unsichtbarkeit kein Zufall ist. In Theologien, kulturellen Deutungsmustern und Geschlechterstereotypen wirken Muster, die genau jenes Nichtwissen produzieren, das sexuellen Missbrauch ermöglicht und Vertuschung befördert.
Warum gelten erwachsene Frauen so selten als Betroffene – selbst dort, wo Missbrauch längst anerkannt ist? Wie werden die Taten gedeutet, wenn die Betroffenen erwachsen und weiblich sind?
Ute Leimgruber geht diesen Fragen auf den Grund. Sie identifiziert die "hidden patterns of abuse" – verborgene Muster, die unhinterfragt gelten und tief in institutionellen Strukturen, aber auch in Theologie und Gesellschaft verankert sind. Ihr Buch ist eine Analyse der Bedingungen, unter denen sexueller Missbrauch an Frauen in der Kirche, aber auch in der säkularen Gesellschaft verübt und dennoch nicht als solcher gesehen wird. Damit ist das Buch ein Instrument für wirksame Prävention und ein Beitrag zu einer Debatte, die längst überfällig ist.
Das Buch ist im Matthias Grünewald Verlag erschienen (340 S., Paperback, 42,00 €. ISBN 978-3-7867-3403-1) und steht zugleich als Open-Access-Ausgabe kostenfrei zur Verfügung.
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Prof.in Dr. Ute Leimgruber
Inhaberin der Professur für Pastoraltheologie und Homiletik
ute.leimgruber(at)ur.de