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Eva-Prim - Sprachförderung in alltäglichen und fachlichen Kontexten

Im Projekt wurde untersucht, wie die BiSS-Verbünde fachintegrierte Sprachförderansätze, vor allem im Kontext Mathematik, umsetzen. Untersucht wurden die Auswirkungen sowohl auf die Einstellungen, das Wissen und die Kompetenzen der Lehrkräfte als auch auf die (bildungs-)sprachlichen und fachlichen Kompetenzen der Kinder in der 3. und 4. Klassenstufe. Dazu wurden neben standardisierten Test- und Fragebogenerhebungen auch qualitative Beobachtungsverfahren eingesetzt. In einer Teilstichprobe wurden Unterrichtseinheiten gefilmt und auf die sprachliche Anregungsqualität hin analysiert. Die Verbünde erhielten nach jedem Messzeitpunkt eine Rückmeldung zu den Ergebnissen der Prozessbegleitung und zu den Entwicklungspotenzialen im fachlichen und fachdidaktischen Bereich, sodass sie passgenaue Weiterbildungsangebote organisieren konnten. Auf Kindebene interessierten die Veränderungen in der Sprachkompetenz, speziell der bildungssprachlichen Kompetenzen. Ein wesentliches Ziel des Projektes war die Identifikation von Gelingensbedingungen eines sprachsensiblen Unterrichts im Fach Mathematik.
Die vorläufigen Ergebnisse zeigten, dass die Verbünde sehr heterogen arbeiteten, aber auch innerhalb einzelner Schulen große Varianz herrschte. So konnten zwar Durchschnittswerte ermittelt werden, diese streuten jedoch erheblich. Bezogen auf das Wissen der Lehrkräfte etwa liegen die Ergebnisse im mittleren Bereich, gerade in punkto Sprachförderung ist es also noch ausbaufähig. Da sich dieser Befund bei Lehrkräften mit viel Berufserfahrung findet, kann man davon ausgehen, dass die praktische Erfahrung regelmäßige theoretische Weiterbildung nicht ersetzen kann. Die Unterrichtsdiskurse sind sehr lehrerzentriert und lassen den Schülerinnen und Schülern wenig Raum für eigene ausführliche Antworten. Bei den Schülerinnen und Schülern der BiSS-Klassen zeigten sich im Vergleich zur Kontrollgruppe keine signifikanten Unterschiede bei den (bildungs-)sprachlichen und fachlichen Fähigkeiten. Die Ergebnisse der Kinder lagen insgesamt im durchschnittlichen Bereich.
Insgesamt lässt die Evaluation den Schluss zu, dass der Bottom-up-Ansatz von BiSS noch eine deutliche Systematisierung und Verankerung in den einzelnen Ländern erfahren muss. Denn nur so werden Sprachfördermaßnahmen erfolgreich an die Lehrkräfte vermittelt und können bei den Schülerinnen und Schülern entsprechend ankommen. Diese erleben damit einen kompetenten sprachsensiblen Unterricht.

Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie auf der Webseite (externer Link, öffnet neues Fenster) der Universität Regensburg.

Links und Materialien

Kontakt (Teilprojekt A)

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