Kristina Kallert ist Lektorin für Tschechisch an der Universität Regensburg. Sie bietet Kurse mit den Schwerpunkten Übersetzung und Tschechisch für Juristen sowie Projektkurse mit einem Fokus auf Literatur an.
Lebenslauf
Kristina Kallert, geboren in Weißenburg, studierte Germanistik und Ostslavistik in Regensburg und St. Petersburg (M.A.), später Bohemistik an der Philosophischen Fakultät der Masaryk-Universität in Brno / Tschechien (Staatsexamen). Sie war zunächst Wissenschaftliche Assistentin, von 1992-1997 DAAD-Lektorin am Lehrstuhl für Nordistik und Germanistik in Brno, danach als Übersetzerin beteiligt am Buchprojekt Tschechen und Deutsche und an der Edition Tschechische Bibliothek. Seit 1998 arbeitet sie als freie Übersetzerin, hat zahlreiche tschechisch-deutsche Übersetzungswerkstätten geleitet, u.a. bei den trinationalen Übersetzerwochen in Leipzig, beim Dreijahresprojekt Transstar International (Tübingen, Kraków, Prag), bei ViceVersa (Prag), beim Poetenfestival in Erlangen, mehrfach bei Poesie in Bewegung der Sächsischen Akadamie der Künste und den legendären Sommerseminaren in Znojmo. Sie war Mentorin (Wolfenbüttel), Jurorin (Banka Austria, Susanna Roth-Wettbewerb der Tschechischen Zentren, Baden-Württemberg-Stipendien, Übersetzer-Stipendium des Freistaats Bayern, Christoph Martin Wieland-Preis) und selbst Stipendiatin des IWM in Wien (Paul Celan-Fellowship), des Freistaats Bayern und mehrfach des Literarischen Colloquiums Berlin.
Seit 2005 ist sie in Teilzeit im sprachpraktischen Bereich der Bohemistik an der Universität Regensburg beschäftigt.
Publikationen
Publikationen als Übersetzerin (Auswahl)
Romane, längere Prosatexte, Gedichtbände
Jungmann, Josef: Unterredung über die tschechische Sprache. Erstes und zweites Gespräch. In: Hagedorn, Ludger (Hrsg.): Tschechische Philosophen von Hus bis Masaryk, Tschechische Bibliothek, (dva) München 2002, S. 205-254.
Demetz, Peter (Hg.): Fin de siècle, Tschechische Bibliothek, (dva) München 2004.
Darin die Texte:
Karásek ze Lvovic, Jiří: Legende von der ehrwürdigen Schwester Maria Electa.
Lešetický z Lešehradu, Emanuel: Die Seele und der Wanderer.
Marten, Miloš: In der Allee.
Theer, Otokar: Der Mensch, der das Absolute sucht.
Zeyer, Julius: Glückseligkeit im Garten der Pfirsichblüte.
(Rezension mit Würdigung der Übersetzung u.a. in NZZ vom 25.11. 2004)
Kramář, Vincenc: Der Kubismus. In: Hagedorn, Ludger (Hrsg.): Frühling in Prag oder Wege des Kubismus, Tschechische Bibliothek, (dva) München 2005, S. 207-338.
Němcová, Božena: Mich zwingt nichts als die Liebe. Briefe. Tschechische Bibliothek, (dva) München 2006. (Rezensionen mit Würdigung der Übersetzung u.a. in der NZZ, MF Dnes, Právo. Buch des Monats 11/2007 der Akademie für deutsche Sprache und Dichtung Darmstadt).
Wagnerová, Alena: Was hat ein Tscheche im Elsass zu suchen? (Gollenstein) Merzig 2007.
Ryšavý, Martin: Der Heiler, (Wieser) Graz 2012. (Martin Ryšavýs Roman erhielt den 1. Preis Banka Austria 2012 in der Kategorie Prosa).
Semotamová, Tereza: Rozeznění / Strömen. Interaktives Audiodrama über das Leben in Lidice vor der Vernichtung. Premiere 8. Juni 2012. Vgl. www. rozeznění.cz (ca. 55 Normseiten)
Langer, Jiří: Die neun Tore, (Arco) Wien-Wuppertal 2012.
(Rezension mit Würdigung der Übersetzung in NZZ (15.8.2013), FAZ (Jakob Hessing) sowie deutschlandradio).
Kraus, Michal: Tagebuch 1942-1945. Aufzeichnungen eines Fünfzehnjährigen aus dem Holocaust, (Metropol) Berlin 2015.
Vančura, Vladislav: Felder und Schlachtfelder, (Arco) Wien-Wuppertal 2017. (Rez. mit Würdigung der Übersetzung in der FAZ und in den NZZ).
Hájíček, Jiří: Der Regenstab, (Karl Rauch) Düsseldorf 2019. (Rezension in SZ, Februar 2019 mit Würdigung der Übersetzung).
Děžinský, Milan: Geheimes Leben. Gedichte, (hochroth) Leipzig 2019.
Brikcius, Eugen: Und das Fleisch ward Wort. Erzählungen, (Wieser) Graz 2019.
Volkova, Bronislava: Heimkehr. 100 Gedichte aus 50 Jahren. Zus. mit Ota Filip, Vladimír Vlasatý, Peter Jankovsky und Ines Spieker. (Mervart) Červený Kostelec 2019.
Fridrich, Radek: Linie S1. Gedichte, (Perplex) Opava 2019.
Struhar, Stanislav: Verlassener Garten, (Wieser) Graz 2020.
Jesenská, Milkena: Prager Hinterhöfe im Frühling. Feuilletons und Reportagen 1919-1938, (Wallstein) Göttingen 2020. (Würdigung SWR 15.3.21 von Jonathan Böhm)
Jiří Hájíček: Vignetten mit Segelschiff, (Rauch) Wuppertal 2021.
Jiří Hájíček: 370müNN, (Rauch) Wuppertal 2025.
Bohumila Grögerová: Triweg, (Muzeum české literatury) Prag 2025.
Darin enthalten die drei Bücher:
Bohumila Grögerová / Josef Hiršal: Präludium.
Bohumila Grögerová: Zeit zwischen damals und jetzt.
Bohumila Grögerová: Handschrift.
Jiří Hájíček: Der Drachen auf dem Feldweg, (Rauch) Wuppertal 2026.
Helena Černohorská: Ida, (Weidle-Wallstein) Göttingen 2026.
Bohuslav Reynek: Landschaft im Schnee, (edition thanhäuser) Ottensheim 2026.
Kolář, Jiří: Die Leber des Prometheus, (Karolinum) Prag – (Arco) Wien/Düsseldorf 2026.
Geschichte, Literatur, Kultur
Daniel, Bartoloměj: Geschichte der Roma. Ausgewählte Kapitel aus der Geschichte der Roma in Westeuropa, den Böhmischen Ländern und der Slowakei. In der Reihe Studien zur Tsiganologie und Folkloristik, hg. v. J. Hohmann. (P. Lang) Frankfurt/Main 1998.
Koschmal, Walter / Nekula, Marek (Hrsg.): Deutsche und Tschechen. Geschichte - Kultur – Politik, (C.H.Beck) München 2001.
Wollman, Frank: Die Literatur der Slaven, (P. Lang) Frankfurt 2003.
Čermák, Josef: Franz Kafkas Arbeitgeber, 2008, leider nie erschienen.
Wagnerová, Magdalena: Sagen aus dem alten Prag, (Plot) Praha 2008.
Šimečková, Barbora: Von Kapelle zu Kreuz. Sakrale Kleindenkmäler rund um Kovářov. (Plot) Praha 2009.
Strakoš, Martin: Ostrau in fünf Kapiteln. In: Černá hvězda / Schwarzer Stern. Reviere zwischen den Städten. Genius Loci von Kohle und Stahl, (Verlag für Moderne Kunst) Nürnberg, 2010, S. 109-190.
Čapková, Kateřina / Frankl, Michal: Unsichere Zuflucht. Die Tschechoslowakei und ihre Füchtlinge aus NS-Deutschland und Österreich 1933-1938, (Böhlau) Köln-Weimar-Wien 2012.
Becher, Peter: Prag – Stadt zweier Sprachen, vieler Mittler, Adalbert Stifter Verein, (Stutz) Passau 2012.
Petráček, Tomáš: Für Wissenschaft, Orden und Kirche in Zeiten der Modernismuskrise. Leben und Werk von Vincent Zapletal OP, (de Gruyter) 2024.
Frýda, František – Mergl, Jan: Pilsen - Plzeň. Ein kunstgeschichtlicher Rundgang durch die westböhmische Metropole, (Schnell + Steiner) Regensburg 2015.
Wagnerová, Magdalena: Tschechische Küche, (Plot) Praha 2016.
Toyen. Ausstellungskatalog zur Retrospektive in Hamburg und Paris 2021. (Hg. Annabella Görgen-Lammers, Annie Le Brun, Anna Pravdová), (Hambuger Kunsthalle/Hirmer) München 2021.
Zwischen Avantgarde und Repression. Tschechische Fotografie zwischen 1948- 1968. (Hg. Frédéric Bußmann / Philipp Freytag, Katalog zur gleichnamigen Ausstellung in der Kunsthalle, (Sandstein Kultur) Chemnitz 2022.
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Außerdem zahlreiche Übersetzungen von Essays, Erzählungen, Gedichten und wissenschaftlichen Aufsätzen für Zeitschriften, Jahrbücher und Sammelbände, für Museen, Rundfunk, Online-Portale und Lesungen und den Dresdner Lyrikpreis.
Übers Übersetzen
Kallert, K.: Übersetzen ist mehr, in: Prag – Stadt zweier Sprachen, vieler Mittler, Hg. im Auftrag des Adalbert Stifter Vereins von Jozo Džambo, (Stutz) Passau 2010. S.187-196
Kallert, K.: Was vermittelt Übersetzen? Der Blick aus der Werkstatt, Jahrbuch der Adalbert Stifter Vereins, (Stutz) Passau 2011, S. 141-152.
Gorzelniak, Samanta: „Und immer wieder braucht man die anderen...“ – Von der Lehre des Übersetzens. Interview-Collage mit Kristina Kallert, Doreen Daume und Andreas Tretner. In: OderÜbersetzen, 2, 2011. Deutsch-polnisches Übersetzungsjahrbuch – Karl Dedecius Archiv 2011, S.107-114.
Kallert, K.: Lest laut, als würdet ihr erzählen. Nachwort der Übersetzerin zu Jiří Langers Die neun Tore. Geheimnisse der Chassidim, (Arco) Wien/Wuppertal 2012, S. 346-388.
Kallert, K.: Von Schönheit und Treue oder Der Satz als Bühne. Zur Neuübersetzung von Jiří Langers Devět bran. In: Poesie in Bewegung. Poetisches Übersetzen. Hg. v. Wilfried Krätzschmar u. Pavel Novotný, WortWechsel Bd. 19, (Thelem) Dresden 2016, S. 31-41.
Kallert, K.: Sich verkehrende verkehrte Welt. Nachwort der Übersetzerin zu Vladislav Vančuras Felder und Schlachtfelder, (Arco) Wien/Wuppertal 2017, S. 217-233.
Kallert, K.: Nur Grammatik. Das weniger Wichtige aus der Perspektive des Übersetzers. In: Sammelband zur Konferenz Mehrsprachigkeit, Liberec 2020.
Lehre
Sommersemester 2026:
36312 Frankreich und Tschechien
36437 Tschechisch 1 für Juristen (nach § 24 II JAPO)
36426a Übersetzen ins Deutsche und Tschechische
Kristina Kallert
- E-Mail Adresse: Kristina.Kallert(at)ur.de (öffnet Ihr E-Mail-Programm)
- Tel: +49 941 943 3794 (startet einen Telefonanruf, wenn Ihr Gerät dies zulässt)
- Standort: PT, 4.1.66
- Wichtige Informationen: Sprechstunde: Montag, 14.00 - 15.00 (PT 4.1.66 - Bereich Katholische Theologie) und nach Vereinbarung.