Eine besondere Jahrestagung mit Blick auf das mittelalterliche Regensburg erwartet internationale Fachwelt und Interessierte vom 12. bis 14. November 2026 an der Universität Regensburg: Das „Forum Mittelalter“ der Universität und die DFG-geförderte Forschungsgruppe Centre for Advanced Studies „Beyond Canon_“ setzen sich unter anderem mit der Magdalenenkapelle in St. Emmeram und dem Regensburger Magdalenenkult im Mittelalter auseinander.
So betrachten die Forschenden die Wandmalereien der Magdalenenkapelle aus restauratorischer und kunsthistorischer Perspektive und ziehen Rückschlüsse auf die Baugeschichte sowie die fragmentarisch erhaltenen und teilweise verdeckten Bildüberlieferungen. Einsichten gibt es u. a. auch in liturgische Gesänge am Festtag der hl. Maria Magdalena im Regensburger Dom, in St. Emmeram und in St. Georg Prüfening.
Weitere Tagungssektionen widmen sich Regensburg als Ort der Ausdifferenzierung und Verteilung apokrypher Überlieferungen sowie Heterotopien religiöser Autorität im christlichen und jüdischen Ritus der Vormoderne. Ein Beitrag ist der Vertreibung der Juden aus Regensburg im Jahr 1519 gewidmet, die zum Verschwinden des dortigen aschkenasischen Teilritus der Liturgie führte. Sein Ziel ist es, einige der verlorengegangenen Merkmale zu rekonstruieren.
Beim Blick auf parabiblische Motive in historiographischen und theologischen Texten Regensburger Provenienz geht es unter anderem um die „Vision des Tnugdal“. Die dort beschriebene Jenseitsreise eines irischen Ritters, die mit großer Wahrscheinlichkeit 1149 im Regensburger Schottenkloster niedergeschrieben wurde, avancierte zu einem der meistgelesenen Visionstexte des Mittelalters. Den Gründen dieses Erfolgs wird in einem Beitrag nachgegangen. Auch die Bildüberlieferung der „Visio Tnugdali“ wird einer neuen Analyse unterzogen.
Außerdem geht es um parabiblische Motive in spätmittelalterlichen Predigten, um die „Fünfzehn Zeichen des Jüngsten Gerichts“ in Regensburger Handschriften und um „Sybillen, Magier und Reliquien in Regensburger Chroniken“. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kommen neben der Universität Regensburg aus Universitäten und Forschungseinrichtungen in München, Ingolstadt-Eichstätt, Berlin, Luzern, Jerusalem oder Wien.
Die öffentliche Keynote am Donnerstagabend hält der Berliner Literaturwissenschaftler Professor Dr. Hans Jürgen Scheuer. Das Thema: „Wucht und Unwucht der Apokalypse. Präsenz und Absenz des Heils in drängenden Zeiten (Johannes-Apokalypse – Artusepik – Frankfurter Antichrist-Fenster)“.
Medien und interessierte Öffentlichkeit sind zur Tagung herzlich eingeladen.
Voranmeldung unter susanne.ehrich@ur.de ist erwünscht.
Zum Tagungsprogramm und zu den Orten (Diözesanmuseum Regensburg, Altes Finanzamt Regensburg)
www.go.ur.de/forum-mittelalter-jahrestagung (externer Link, öffnet neues Fenster)
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Simon_Marmion_(Flemish,_active_1450_-_1489)_-_The_Beast_Acheron_-_Google_Art_Project.jpg">Simon Marmion</a>, Public domain, via Wikimedia Commons
Kontakt aufnehmen
Dr. Susanne Ehrich
Wissenschaftliche Koordinatorin des „Forum Mittelalter“
Institut für Geschichte
Universität Regensburg
E-Mail: susanne.ehrich@ur.de