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Forschung

Forschung des Lehrstuhls für Pädagogik I konzentriert sich auf pädagogische Anwendungsfelder. Bezogen auf die verschiedenen Bereiche des Bildungssystems betrifft dies vor allem das Lehren und Lernen an den Universitäten und Hochschulen. In zweiter Linie betrifft dies aber auch Berufsschulen, Ausbildungsbetriebe und Einrichtungen der Erwachsenenbildung. 

Dabei liegen erziehungswissenschaftliche und pädagogisch-psychologische Fragestellungen im Fokus, die sich in spezifischer Weise mit der Analyse von Blickbewegungen in computergestützten Lernumgebungen, im Multimedia- und Game-Based Learning sowie in der Erforschung akademischer Sozialisation und studentischer Kompetenzen im Umgang mit wissenschaftlicher Literatur befassen.

Blickbewegungen


Detailansicht eines Serverraums mit Kabeln, und Leuchtspuren von bunten LED-Lampen. Foto: UR/Alexander Nacke

Aktuelle Projekte

  • In digitalen Lernumgebungen sind Lernende mit zahlreichen potenziellen Ablenkungen unterschiedlicher Art konfrontiert, wie beispielsweise Pop-up-Werbung. Im Allgemeinen können Ablenkungen den Lernprozess stören. Derzeit läuft im Rahmen einer Doktorarbeit eine experimentelle Studie, um die Augenbewegungen beim Lernen aus digitalen Texten unter Ablenkungsbedingungen zu untersuchen. Die Studie wird von Maré Kondruß und Prof. Dr. Klaus-Peter Wild geleitet.
  • Kognitive Lernstrategien umfassen Techniken, mit denen wir unser Lernen aktiv steuern. Diese Strategien helfen uns, Informationen besser zu strukturieren, zu verarbeiten und im Langzeitgedächtnis zu speichern. Im Rahmen einer Doktorarbeit soll in der Studie untersucht werden, wie sich kognitive Lernstrategien in den Augenbewegungen widerspiegeln können. Darüber hinaus untersucht die Studie, inwieweit individuelle Faktoren diesen Prozess beeinflussen können. Das Projekt wird von Adelina Wagner und Prof. Dr. Klaus-Peter Wild geleitet.

Ziele

  • Untersuchung von Bedingungsfaktoren der Aufmerksamkeit in digitalen Lesesituationen (u. a. Aufgabenrelevanz, affektive Valenz und Textschwierigkeit)
  • Identifikation von Blickbewegungsindikatoren beim Einsatz von kognitiven Lernstrategien

Methoden

  • Computerexperimente, realitätsnahe Gestaltung von Lernsituationen mittels bildschirmbasierten Eyetrackern und tragbaren Eye-Tracking-Brillen
  • Verwendung von Fragebögen zur Erfassung personen- und kontextbezogener Merkmale im Zusammenhang mit selbstreguliertem Lernen und Aufmerksamkeit

Akademische Sozialisation durch Freundschaften


Aktuelles Projekt

In diesem Projekt wird die Bedeutung von Freundschaften im Hochschulkontext untersucht. Im Zentrum steht die Frage, ob und in welchem Ausmaß Peer‑Freundschaften im Studium eine kognitiv stimulierende Funktion erfüllen, die zur Identifikation mit dem Studium beiträgt.

Im Fokus steht die neu konzipierte Freundschaftsqualität intellektuelle Stimulation bzw. kognitive Anregung durch Peers. Damit ist gemeint, dass Freunde im Studium dazu anregen können, anders über Studieninhalte, Theorien oder fachliche Fragestellungen nachzudenken und diese kritisch zu hinterfragen. Analysiert werden Zusammenhänge von intellektueller Stimulation mit studienbezogenen Variablen wie Studieninteresse, motivationalen Orientierungen sowie Aspekten studentischer Identifikation, insbesondere der Identifikation mit der eigenen Studierendenrolle.

Das Projekt wird von Anna Wurm, Sebastian Schmid und Prof. Dr. Klaus-Peter Wild geleitet.

Ziele

  • Analyse von Bedingungsfaktoren und Folgen von Freundschaften für die Entwicklung einer studentischen Identität
  • Berücksichtigung quantitativer und qualitativer Aspekte von Freundschaftsbeziehungen (z. B. intellektuelle Stimulation)
  • Berücksichtigung unterschiedlicher Identitätsaspekte (z. B. identifizierte Regulation und Studieninteresse)

Methoden

  • Querschnittliche Erfassung egozentrierter Freundschaftsnetzwerke per Fragebogen
Studierende sitzen zusammen auf einer Picknickdecke auf einer Wiese am Campus der Universität Regensburg. Foto: UR / Julia Dragan

Multimedia und Game Based Learning


Social Media Apps auf dem Smartphone UR/ Annika Schuppe
Social Media

Ziele

  • Identifikation von lernförderlichen Faktoren der Gestaltung von Medien (z.B. beim Game- oder Video-based Learning)
  • Interaktionen zwischen medialen Gestaltungsfaktoren und Lernendenmerkmalen (z.B. Vorwissen, mediale Erfahrung)
  • Untersuchung von Bedingungsfaktoren und Modellen von Technologieakzeptanz

Methoden

  • Experimente im Kontrollgruppendesign
  • Fragebogenuntersuchungen im Längs- und Querschnitt

Kompetenzen Studierender im Umgang mit wissenschaftlicher Literatur


Ziele

  • Analyse des deklarativen und prozeduralen Wissens, das einer hohen Kompetenz zugrunde liegt, z. B. Genrewissen und Strategien zur Rezeption von wissenschaftlichen Texten und zur Beurteilung ihrer argumentativen Konsistenz
  • Entwicklung von Trainings und Test zur Erfassung bzw. Förderung eines kompetenten Umgangs Studierender mit wissenschaftlicher Literatur

Methoden

  • Paper-Pencil-Tests
  • Trainingsexperimente
  • Analyse von Eye-Tracking-Daten

Abgeschlossenes Projekt - ASTRALITE

ASTRALITE - ASessment und TRAing von Scientific LITEracy

In nahezu allen Studienfächern wird von den Studierenden erwartet, dass sie sich mit wissenschaftlicher Originalliteratur auseinandersetzen. Eine erfolgreiche Auseinandersetzung mit solchen Texten geht über die rezeptive Erarbeitung der Textinhalte hinaus. So müssen vor allem im Rahmen von Abschlussarbeiten zahlreiche Texte gesichtet, geeignete Texte identifiziert und kritisch reflektiert werden. Die hierzu nötige Kompetenz im Umgang mit wissenschaftlicher Originalliteratur setzt ein breites Repertoire unterschiedlicher Strategien voraus, die selten explizit im Studium vermittelt werden.

Um das Spektrum potenziell relevanter Teilkompetenzen im Umgang mit wissenschaftlicher Literatur aufzufächern, unterscheiden wir zwischen zwei Zieltypen (rezeptive versus epistemische Ziele) und zwei Verarbeitungsmodi (systematischer versus heuristischer Modus). Leser(innen) mit einem rezeptiven Ziel versuchen Wissen zu erwerben, während Leser(innen) mit einem epistemischen Ziel versuchen, sich einen eigenen Standpunkt zu den Inhalten zu bilden, die im Text diskutiert werden. Diese Ziele können entweder auf systematische (Tiefenverarbeitung der Textinhalte) oder auf heuristische (regelgeleitete Verarbeitung von Oberflächenmerkmalen) Weise verfolgt werden.

Die Projektarbeiten beruhen auf einem kognitionspsychologisch orientierten Verständnis von Kompetenzen als „systems of kowledge and belief“, das erfolgreiche Handlungen in bestimmten Anforderungssituationen ermöglicht. Dementsprechend liegt der Schwerpunkt des Projekts auf der Analyse des deklarativen und prozeduralen Wissens, das einer hohen Kompetenz Studierender im Umgang mit wissenschaftlicher Literatur zugrunde liegt. Auf diese Weise soll die Validität der bereits vorliegenden Testverfahren aus dem Vorläuferprojekt (Kompetenzen Studierender im Umgang mit wissenschaftlicher Originalliteratur - KOSWO) überprüft werden. Der Validierungsansatz beinhaltet Trainingsexperimente, eine Experten-Novizen-Untersuchung mit Eye-Tracking und die Erfassung ökologisch valider Leistungsdaten.

Die Projektleitung unterliegt bei Dr. Sebastian Schmid, Prof. Dr. Tobias Richter, Prof. Dr. Klaus-Peter Wild sowie Dr. Sabrina Viehauser. 

Eine junge Frau wählt an einem Bücherregal im Lesesaal Biologie der Universität Regensburg ein Buch aus. Foto: UR / Julia Dragan
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