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Psychosoziale Stress- und Schmerzforschung (AG Busch)

Psychosoziale Stress- und Schmerzforschung

Prof. Dr. Volker Busch

Im Zentrum unseres Interesses steht ein verbessertes Verständnis chronischer, insbesondere somatoformer Schmerzerkrankungen, welche eine Kerngruppe psychosomatischer Erkrankungsbilder darstellen. Charakteristisch für diese Erkrankungsformen ist die Tatsache, dass nachweislich somatische Veränderungen nur sehr schwer das Leiden der Patienten erklären können. Aus diesem Grunde erforschen wir psychosomatische Erkrankungsbilder mit dem Leitsymptom Schmerz aus einer dualistischen Perspektive. Zum einen untersuchen wir, inwieweit wir den „objektivierbaren“ somatischen Schmerz noch präziser anhand unterschiedlicher Messverfahren definieren können, den Schwerpunkt unserer Arbeit sehen wir jedoch in der Erweiterung eines Schmerzverständnisses, das Schmerz als interpersonelles Geschehen begreift. So wird am Beispiel des Trennungsschmerzes exemplarisch sichtbar, dass sich dieser Schmerz somatisch niederschlägt, häufig als Ganzkörperschmerz oder unspezifischer Rückenschmerz in Erscheinung tritt, jedoch nur dann wirklich verstanden wird, wenn er als Konsequenz einer interpersonellen Veränderung (in diesem Falle die Trennung zweier sich näherstehender Personen) betrachtet wird. Trennung kann in diesem Verständnis als psychosozialer Stressor definiert werden. Neue, insbesondere bildgebende Methoden ermöglichen es, neurobiologische Korrelate dieser interpersonell verursachten Schmerzen in Form veränderter Netzwerkaktivitäten sichtbar zu machen und ermöglichen es, somatoformen Schmerz in seinen biologischen und psychosozialen Dimensionen besser zu verstehen. Der Schwerpunkt unserer Arbeit ist klinisch ausgerichtet und umfasst folgende Fragestellungen:

  • Die neurobiologische und klinische Phänotypisierung chronisch somatormer Störungen
  • Der Einfluss früher emotionaler Traumata auf Entstehung und Verlauf chronischer Schmerzerkrankungen
  • Die Interpendenz von Schlaf und Schmerz
  • Die psychotherapeutische und medikamentös/neurophysiologische Therapie somatoformer Störungen
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