Digitalisierung
Digitalisierung im Fokus der Forschung
UR/Elias Wiedemann Digitale Technologien bewirken tiefgreifende Veränderungen in Gesellschaft, staatlichen Institutionen und damit auch für das Recht. Die Forschung an der Fakultät für Rechtswissenschaft begleitet diese Entwicklungen von der Regulierung Künstlicher Intelligenz über Fragen des Datenschutzes und der Plattformökonomie bis hin zur digitalen Justiz und Verwaltung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den Schnittstellen zwischen Recht und Technik auf der einen und Recht und Ökonomie auf der anderen Seite: Im Zentrum steht die Analyse, wie technologische Innovationen unter Beachtung der ökonomischen Implikationen rechtlich gestaltet und zugleich durch das Recht verantwortungsvoll gesteuert werden können.
Digitalisierung im Fokus der Lehre
Foto: UR/Julia Dragan LL.B. Digital Law
Über ein breitgefächertes Lehrangebot zu Digitalisierungsthemen bietet die Fakultät die Möglichkeit, sich frühzeitig auf die Anforderungen einer zunehmend digital geprägten Berufswelt vorzubereiten. Um aktuelle Entwicklungen aufzugreifen, wird durch gemeinsame Seminare, Exkursionen und Gastvorträge außerdem gezielt der Kontakt zur Praxis gesucht.
Der an unserer Fakultät seit dem Wintersemester 2021/22 angebotene Bachelorstudiengang ist mit dem Themengebiet „Digital Law“ noch einmal deutlich weiter gefasst. Mit den technologischen Veränderungen gehen auch erhebliche gesellschaftliche Transformationsprozesse einher, die eine Fülle von Rechtsproblemen aufwerfen – in Deutschland, der Europäischen Union und letztlich weltweit. So stellen sich etwa fundamentale Fragen der Legitimation und Legitimität algorithmenbasierter Entscheidungen, ihrer Kontrolle sowie einer Verschiebung des Machtverhältnisses vom Staat hin zu privaten Unternehmen, verbunden mit der Gefahr von Diskriminierungen aufgrund von Herkunft, Alter und Geschlecht.
Zielgruppe:
Der LL.B. Digital Law richtet sich an Studierende mit juristischem und technischem Interesse. Er eröffnet nicht den Zugang zu traditionellen juristischen Berufsfeldern. Diese erfordern in der Regel das Zweite Staatsexamen. Exzellente Berufsaussichten haben Personen, die sowohl den LLB Digital Law als auch den Staatsexamensstudiengang erfolgreich absolviert haben. Ein solches Doppelstudium ist möglich. Vorkenntnisse in der Informatik sind von Vorteil, aber keinet3://page?uid=22461 Voraussetzung. Aus den Studierenden sollen keine Informatiker:innen gemacht werden. Ziel ist es, die Dialogfähigkeit zu verbessern, wenn die Absolvent:innen später interdisziplinär zusammenarbeiten und technisches Wissen in juristischen Prozessen anbringen müssen.
Berufsfelder:
Die Absolventen des Studiengangs Digital Law können in praktisch allen juristischen Berufs- und Unternehmensfeldern beschäftigt werden. Dies gilt auf den ersten Blick für solche, in denen es um eine bessere softwaretechnische Unterstützung rechtlicher Vorgänge geht: in Anwaltskanzleien, aber auch bei Unternehmen, Behörden und Verbänden. Denkbar ist auch die Unterstützung von Start-Up-Unternehmen, die technische Verfahren zur weiteren Digitalisierung des Rechts entwickeln oder verbessern (Big Data, Künstliche Intelligenz, Interaktive Systeme und Visual Computing, Krypto-Infrastrukturen). Darüber hinaus kommen Beschäftigungen in allen Bereichen in Betracht, in denen die „digitale Revolution“ komplexe Herausforderungen an die rechtliche Bewältigung stellt, sei es bei den Digitalunternehmen, sei es bei der öffentlichen Hand, etwa in den zuständigen Ministerien. Die größten Berufschancen hat, wer doppelt qualifiziert ist, also sowohl den LLB Digital Law als auch den Staatsexamensstudiengang absolviert hat.
Informationen zum Studiengang LL.B. Digital Law
Schwerpunktstudium
Auch im Rahmen des klassischen Staatsexamensstudiengangs besteht die Möglichkeit, sich auf Digitalisierungsthemen zu spezialisieren – insbesondere im Zuge des Schwerpunktstudiums:
- SP7 – Recht der Informationsgesellschaft
- SP 9 – Geistiges Eigentum, Wettbewerb und Digitalisierung
Schlüsselqualifikationsveranstaltungen
Flankierend werden Schlüsselqualifikationsveranstaltungen mit spezifischem Bezug zu Digitalisierungsthemen angeboten. Hervorzuheben sind insbesondere:
- KI-Kompetenz für Jurastudierende
- Literatur, Datenbanken und KI im Jura-Studium