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Digitale Analyse von Hobbit-Fanfiction

Die inzwischen transmediale Storyworld von Mittelerde fasziniert nicht nur viele Leser*innen und Kinofreund*innen, sondern inspiriert weltweit auch tausende Autor*innen von Fanfiction. Aber wie stark greifen Fans, die ihre liebsten Storyworlds schreibend erweitern, eigentlich in die Figurenkonstellationen ein? Dieser Frage war der letzte Vortrag unserer Seminar-Abschluss-Konferenz gewidmet. Wie weit die eigene Begeisterung für ein Thema auch einen Forschungsprozess vorantreiben kann, hat diese Projektgruppe besonders deutlich gezeigt: Zusätzlich zu J.R.R. Tolkiens Der Hobbit wurden insgesamt 28 abgeschlossene Fanfictions gelesen, um manuell die Figurenvorkommnisse für eine Netzwerkanalyse zu extrahieren – schließlich gibt es derzeit für die narrative Form dieses Genres noch keine standardisierte automatische Form der Netzwerkerstellung.

Das auf diese Weise entstandene Netzwerk des Hobbits zeigt eine besondere, für die Geschichte sehr typische Form: In der Mitte ballen sich die vergleichsweise zahlreichen Hauptfiguren der Zwergengemeinschaft mit Gandalf und Bilbo Beutlin. Um dieses “Haarknäuel” herum gruppieren sich weniger stark vernetzte Figuren. Das Genderverhältnis dieses Narrativs ist ebenfalls ein besonderes: rund 97% der Figuren im Netzwerk sind männlich (sehr schwach vernetzte Figuren, die weniger als 5 Verbindungen aufweisen, wurden nur in Ausnahmen ins Netzwerk übernommen).

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