Direkt zum Inhalt


Abstract Berichterstattung zum Angriff auf die Ukraine in Deutschland

Im fortlaufenden Wandel der Kommunikationslandschaft haben sich soziale Medien als Quelle journalistischer Berichterstattung etabliert und wurden zu einem wichtigen Akteur im Meinungsbildungsprozess. Auch anerkannte Medien aus Rundfunk sowie Print haben ihre Inhalte auf diese Plattformen ausgeweitet. Resultierend entstehen Fragen nach Unterschieden in Berichterstattung sowie dem politischen Spektrum.

Im Seminar „Digital Humanities“ der Universität Regensburg im Wintersemester 2022/2023 wurde dieser Thematik im Kontext des Ukraine-Krieges nachgegangen. Die Arbeit dazu lautete: „Die Relevanz des Ukraine-Kriegs im nationalen Kontext“. Ziel war es, den Anteil der Kriegsberichterstattung sowie die relevantesten Themen in Bezug auf den Ukraine-Krieg in den Beiträgen ausgewählter Medien zu ermitteln.

Genauer betrachtet wurden hierfür die Instagram-Beiträge der Nachrichtenportale, der Bild, der Süddeutschen Zeitung sowie der Tagesschau im Zeitraum vom 01.01.2022 bis einschließlich 31.12.2022. Methodisch wurde zur Auswertung eine Frequenzanalyse angewandt. Mittels Stichwortsuche wurde innerhalb der Datensammlung nach wiederkehrenden Begriffen wie „Ukraine“, „Putin”, „Waffen“ usw. gesucht. Resultierend ergab sich eine Auflistung der absoluten Häufigkeiten der Stichwörter für jeden Monat des Jahres 2022, die auf das Verhältnis der Kriegsberichterstattung als auch auf die relevantesten Themen schließen ließ.

Die meisten Beiträge sowie den höchsten Anteil kriegsbedingter Posts lieferte die Tagesschau. Die Nennung der Stichworte „Russland“ und „Ukraine“ erfolgte nahezu im gleichen Umfang. Waffenlieferungen waren in der Berichterstattung zentral, was im Gegensatz zu den anderen beiden Medien besonders im ersten Quartal sichtbar wurde. Die Bild als auch die Süddeutsche Zeitung hatten im genannten Zeitraum eine ähnliche Anzahl von Posts, dennoch zeigte sich in der Bild eine durchgängig stärkere Berichterstattung des Krieges. Auffallend war zudem bei Bild der stärkste Anstieg der kriegsbedingten Berichte ab August von allen drei Medien. Die Süddeutsche Zeitung hingegen hatte durchgängig die wenigsten Berichte über den Krieg. Auch thematisch zeigten sich hier Differenzen. Von Quartal eins bis Quartal drei wurde die Ukraine dominanter genannt als Russland. Ebenso wurden Waffen weniger behandelt.

Abstract Berichterstattung zum Angriff auf die Ukraine International

In dieser Arbeit wird die Berichterstattung über den Ukraine-Konflikt auf Instagram von verschiedenen internationalen Nachrichtenkanälen untersucht. Dabei stellt sich die Frage, ob es Unterschiede in der Berichterstattung zwischen den Nachrichtenkanälen vor und nach dem Kriegsbeginn gibt und ob diese Unterschiede geografisch bedingt sind. 

Die Analyse basiert auf einem Datensatz von Instagram-Posts von sieben Nachrichtenkanälen aus verschiedenen Teilen der Welt. Die Posts werden in zwei Zeiträume unterteilt, vor und nach dem Kriegsbeginn im Februar 2022. Es wird festgestellt, dass die Berichterstattung über den Konflikt in den Nachrichtenmedien präsent ist und dass es Unterschiede in der Berichterstattung vor und nach dem Kriegsbeginn gibt. 

Die Ergebnisse zeigen, dass vor dem Kriegsbeginn weniger kriegsbezogene Wörter verwendet wurden, während nach dem Kriegsbeginn eine verstärkte Berichterstattung über den Konflikt stattfand. Dies spiegelt sich in der Verwendung von Begriffen wie „Ukraine“, „Russland“ und „Krieg“ wider, die häufiger nach Kriegsbeginn auftauchen. Es wird auch festgestellt, dass die geografische Nähe zum Konfliktgebiet einen Einfluss auf die Berichterstattung haben könnte, da Nachrichtenkanäle aus Ländern in unmittelbarer Nähe zur Ukraine stärker über den Konflikt berichten. 

Die Arbeit hebt die Bedeutung von computergestützten Methoden in der Medienanalyse hervor und zeigt, wie diese dazu beitragen können, eine größere Datenmenge aus verschiedenen Ländern zu analysieren. Dennoch werden weitere Untersuchungen empfohlen, um ein umfassenderes Bild der globalen Berichterstattung über Kriege zu erhalten und möglicherweise auch die Meinungen der gesamten Gesellschaft widerzuspiegeln. Es könnte auch sinnvoll sein, Sentiment-Analysen durchzuführen, um festzustellen, wie die Berichterstattung vor und nach dem Kriegsbeginn die Stimmung in der Öffentlichkeit beeinflusst hat.

nach oben