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Abstract Body Positivity – Eine Qualitative Analyse

Dem medial vermittelten Schönheitsideal tritt der Trend des Body Positivity entgegen. Nicht länger sind auf sozialen Medien wie Instagram ausschließlich retuschierte Bilder von vermeintlich makellosen Körpern zu finden. Entsprungen ist diese Trend-Bewegung durch eine feministisch motivierte Fat-Acceptance Bewegung aus den Vereinigten Staaten und Kanada.

Untersucht wird, wie Influencer:innen sich auf ihren Accounts und unter dem Hashtag #bodypositivity ihren Follower:innen präsentieren und somit den Ursprungsgedanken der Bewegung inne tragen. Mittels des Algorithmus wurden vier verschiedene Influencer:innen ausgewählt, die eine gewisse Diversität hinsichtlich ihrer optischen Erscheinung bieten.

Diese Forschung weist methodische Komponenten der Digital Humanities, der Medienwissenschaft sowie der Kulturwissenschaft auf und beruft sich hierbei auf geistes- und literaturwissenschaftliche Grundlagen. Die visuelle Selbstdarstellung soll Aspekte wie Wertschätzung der Einzigartigkeit, Selbstakzeptanz und -liebe des eigenen Körpers vermitteln, die es den Follower:innen ermöglicht sich mit den Influencer:innen zu identifizieren und so ihren eigenen Körper annehmen und wertschätzen zu können.

Die Diversität des Schönheitskonzepts der Bewegung wird durch eine qualitative sowie quantitative Forschung ermittelt, indem eine größere Datenmenge (Big Data) hinsichtlich der verwendeten Bildausschnitte sowie deren Motive betrachtet und analysiert wurden – dies stellt eine Kontingenz- und Frequenzanalyse dar. Hierfür wurde ein Kategoriensystem erstellt, welches aus zwei Oberkategorien und verschiedenen Unterkategorien besteht. Ankerbeispiele, die gezielt ausgewählt wurden, dienen der Repräsentation der einzelnen Kategorien. Die linguistische Übersetzung der Visualität vermittelt deren Wertigkeiten, welche konträr gegenüber obsoleten Schönheitsidealen auftritt.

Abstract Geschlechtsspezifische Selbstinszenierung: Analyse der Vermarktung von ESN-Fitnessprodukten auf Instagram

In unserem Projekt haben wir die Vermarktung von ESN-Fitnessprodukten auf Instagram analysiert, insbesondere mit Blick auf geschlechtsspezifische Unterschiede bei Fitness-Influencern. Wir haben digitale Methoden wie Scraping, Optical Character Recognition (OCR) und Bildannotation verwendet, um Einblicke in das Verhalten von männlichen und weiblichen Influencern zu gewinnen.
Die Analyse der Instagram-Stories von neun Accounts (der Kanal der Marke selbst sowie jeweils vier Frauen und Männer) über eine Woche ergab interessante Erkenntnisse. Die Influencer erwähnen oft nicht direkt die Marke ESN, sondern deren Produkte wie Designer Whey oder Cinnamon Cereal. Dem Publikum unterstellt ist eine klare Assoziation der Namen mit der Marke. So werden die Produkte als Teil des alltäglichen Lebens präsentiert – oft ohne Kennzeichnung als Werbung. Etwa 17,5% der Stories enthielten das ESN-Logo, wobei dies hauptsächlich von männlichen Influencern gepostet wurde. Männer setzen damit mehr auf die Präsentation der Produkte, während Frauen sich selbst als Markenbotschafterinnen inszenieren.
In Bezug auf die soziale Interaktion zeigte sich, dass Frauen in ihren Stories häufiger Gesicht und Hände zeigten, mit dem scheinbaren Ziel eine persönlichere Verbindung zu ihren Followern herzustellen. Männer hingegen neigen dazu, weniger direkte Interaktionen zu zeigen und nutzen soziale Medien eher als Unterhaltungsmedium: sie zeigen sich oft mehr bei Aktivitäten. So ergab die Untersuchung der Selbstinszenierung, dass männliche Fitness-Influencer häufiger im öffentlichen Raum, insbesondere im Fitnessstudio und „unterwegs“ zu sehen sind, während weibliche Fitness-Influencerinnen seltener aus solchen Umgebungen, sondern – tatsächlich ganz konservativ – aus der Küche posten. 

Diese Untersuchung bietet spannende Einblicke in die Vermarktungsstrategien von Fitness-Influencern für ESN-Produkte und verdeutlicht die Rolle von Geschlecht und Selbstinszenierung in den sozialen Medien: unser Einblick in eine Woche Instagram-Fitnesswelt lieferte eine fast klischeehafte Bedienung klassischer Rollenbilder.

Abstract OpenSea Projekt

Im Zeitalter der Digitalisierung greifen Künstler zunehmend auf Technologie zurück, um ihre Werke online zu vermarkten. OpenSea, der größte Online-Marktplatz für digitale Kunst, verzeichnete seit seiner Gründung im Jahr 2017 ein rasantes Wachstum und zählte bis 2021 über 300.000 Nutzer (Kapoor et al. 622). Allein im August 2021 verzeichnete die Plattform ein erstaunliches Handelsvolumen von 3,4 Milliarden US-Dollar (Kapoor et al. 622). Dieser Popularitätsanstieg ist auf das Aufkommen der nicht-fungiblen Tokens (NFTs) zurückzuführen, die eindeutige Kennungen für digitale Kunstwerke bieten. Der wegweisende Verkauf von Beeple’s „Everydays: The First 5000 Days“ für 69 Millionen US-Dollar bei einer Auktion von Christie’s brachte NFTs ins Rampenlicht der breiten Öffentlichkeit und revolutionierte künstlerischen Ausdruck und kommerziellen Austausch im digitalen Raum (Reichert, 2021, 7). Diese Studie widmet sich dem unerforschten Gebiet der NFT-Kunst und kombiniert Kunstgeschichte mit digitalen Geisteswissenschaften-Tools.
Unser Ziel ist es, die Faktoren zu verstehen, die den Erfolg von NFTs auf Plattformen wie OpenSea antreiben, wobei der Fokus auf interner Kommunikation und Bildinhalt liegt. Durch die Analyse von Markt- und Kulturfaktoren versuchen wir, Trends und Muster innerhalb des NFT-Ökosystems zu identifizieren. Die Untersuchung geht über das Kunstwerk selbst hinaus und befasst sich mit den Beschreibungen und Statistiken der Top-300-Künstler auf OpenSea. Drei zentrale Forschungsfragen leiten die Studie: die Identifizierung gemeinsamer visueller Merkmale unter den Kunstwerken der Top-Künstler, die Bestimmung der am häufigsten verwendeten Wörter zur Beschreibung und Kontextualisierung ihrer Kunst sowie die Erkundung der Machbarkeit, ein CNN (Convolutional Neural Network) zur Erkennung visueller Merkmale und Trends in NFT-Kunst zu trainieren, angesichts der großen Menge an Bildern.

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