Im Rahmen des internationalen und interdisziplinären Symposium „Frictions on Landscapes: Wissensgenerierung und künstlerische Forschung von Mensch-Umwelt-Beziehungen“ spricht Prof. Christiane Heibach am Freitag, 19. Juni um 16 Uhr zum Thema „Verwundete Landschaften“.
Abstract: Landschaften werden in der bildenden Kunst meist entweder als vom Menschen ‚gezähmt‘ oder als übermenschlich-erhabene Naturerscheinungen inszeniert. Ästhetiken der Landschaft tragen damit Ambivalenzen in sich, die sich zwischen den Polen der Machtlosigkeit des Menschen einerseits und seiner maximalen Gestaltungsfähigkeit andererseits befinden. Gegenwärtig haben wir es häufig mit Landschaften zu tun, die dieses Spannungsfeld zwar aufgreifen, es aber angesichts der vielfältigen ökologischen Problemlagen umdeuten. Die Fotografien von Edward Burtynsky beispielsweise inszenieren die Verletzung der Erdoberfläche durch gezielten Ressourcenabbau. Sie tragen damit die Ambivalenzen historischer Landschaftsinszenierungen weiter, gewichten sie aber um: Von der Macht der Natur zur deren Verletzlichkeit, von der Landschaft als menschlich-behutsame Kultivierung zur deren brutal-rücksichtsloser Zerstörung. Der Vortrag diskutiert die ästhetischen und ökologischen Implikationen solcher Umwertungen.
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Das Symposium findet am 19. und 20. Juni 2026 in Regensburg im Rahmen des Ausstellungs- und Forschungsprojekts „FRICTIONS ON LANDSCAPES – Alltag, Umwelt und globale Veränderungen. Von Regensburg über die Alpen bis Portugal und Iran“ statt und widmet sich Landschaften als konfliktbeladenen Räumen zwischen Naturschutz, Eigentum, Ressourcenökonomie und ökologischen Krisen.
Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Landschaft als sozialem, politischem und ästhetischem Wissensraum sowie nach künstlerischer Forschung, experimenteller Ethnographie und transdisziplinären Methoden der Wissensproduktion.
Mit Beiträgen aus Anthropologie, Geographie, Medienwissenschaft, Kunst und Stadtforschung bringt das Symposium Wissenschaftler:innen, Künstler:innen und Interessierte zusammen, um neue Perspektiven auf Mensch-Umwelt-Beziehungen zu eröffnen.
Neben Vorträgen und Diskussionen erwarten Sie ein umfangreiches Rahmenprogramm:
Die Ausstellung „Frictions on Landscapes“ in der Städtischen Galerie im Leeren Beutel versammelt künstlerische Positionen von Caterina Rossato, Mahroo Movahedi, Andrina Jörg und Barbara Wimmer-Bulin.
Die Arbeiten beschäftigen sich mit gesellschaftlichen Reibungen, Erinnerungslandschaften, Extraktivismus sowie den Spannungen zwischen Natur, Stadt und Ressourcennutzung.
Im M26 entsteht zudem der experimentelle Laborraum „Zukunft verhandeln“, in dem Forschung, Kunst und Öffentlichkeit in Austausch treten.
Installationen, ethnographische Arbeiten und partizipative Formate laden dazu ein, urbane und ökologische Fragestellungen gemeinsam zu erkunden.
Teil des Programms sind außerdem:
– Walk-Labs zur Wahrnehmung und Aneignung urbaner Räume mit Kathrin Dröppelmann und Dr. Lorenza Manfredi,
– Workshops zu Landschaft, Sprache und Erinnerung mit Arati Uttur und Caterina Rossato,
– sowie das Augmented-Reality-Projekt „In d’Stod nei – Urban Storyworlds“, das digitale und virtuelle Narrative im Stadtraum sichtbar macht.
*Vernissage:
19. Juni 2026 | 19 Uhr
Städtische Galerie im Leeren Beutel*
*Afterparty:
19. Juni 2026 | ab 20:30 Uhr
M26 Regensburg*
Ort:
Städtische Galerie im Leeren Beutel & M26, Regensburg
Eintritt frei – keine Anmeldung erforderlich.
Weitere Informationen und das vollständige Programm: https://regensburg.de/frictionsonlandscapes (externer Link, öffnet neues Fenster)