22.9. bis 25.9.2021, Innsbruck
Institut für Medien, Gesellschaft und Kommunikation der Leopold-Franzens-Universität
Von Mitgliedern des Lehrstuhls (mit-)organisierte Panel:
Fashion Media Studies
7.3 #ONLINE
Donnerstag, 23.9.2021; 13:30-15:00 Uhr
Chair(s): Silke Roesler-Keilholz (Universität Regensburg), Sascha Hosters (Rutgers University)
Vortragende: Silke Roesler-Keilholz (Uni Regensburg), Sascha Hosters (Rutgers University)
https://www.uibk.ac.at/congress/gfm/ (externer Link, öffnet neues Fenster)
https://gfmedienwissenschaft.de/jahrestagung-2021-wissensoekologie (externer Link, öffnet neues Fenster)
Beschreibung
In diesem Panel präsentieren Silke Roesler-Keilholz und Sascha Hosters die Initiation zur Etablierung eines neuen Forschungsfeldes der Medienwissenschaft, welches als Fashion Media Studies deklariert wird. Über eine Fallbeispielanalyse des Gesamtkunstwerks Gucci wollen die beiden Medienwissenschaftler einen Paradigmenwechsel in der Modebranche nachzeichnen: Das italienische Modehaus bricht mit den rituellen Abläufen des Modekalenders und bespielt stattdessen non-stop die Social-Media-Kanäle mit qualitativ hochwertigstem Bildmaterial. Namhafte Regisseure, Schauspieler, Tänzer, Künstler und Denker werden in einem kaleidoskopischen Narrativ Teil des Gucci-Kosmos. Die einzelnen Clips und Kampagnen lassen sich sowohl im Einzelnen lesen, wie sich auch – unter anderem durch die Inszenierung wiederkehrender Protagonisten – in einer Art Meta-Werk zueinander in Beziehung setzen. In einem inter- und transmedialen Spiel werden Mode, Text und Werbung miteinander verwoben. Inwiefern die skizzierten Aktionen des luxuriösen Modehauses unter der kreativen Führung von Alessandro Michele als Vorbild und Folie für die Mechanismen anderer Labels dienen können und inwiefern sich exemplarische Prozesse einer Industrie zwischen Mode und Medien ableiten lassen, ist das Kerninteresse der Fashion Media Studies, wie die beiden Medienwissenschaftler sie sie in einem transatlantischen Projekt begreifen.
Epistemologien akustischer Ökologien
1.7 #PRÄSENTIEREN
Freitag, 24.9.2021; 13:15-14:45 Uhr
Chair(s): Jan Torge Claussen (Leuphana Universität Lüneburg, Deutschland), Ania Mauruschat (Universität Basel), Solveig Ottmann (Universität Regensburg)
Vortragende: Jan Torge Claussen (Leuphana Universität Lüneburg, Deutschland), Ania Mauruschat (Universität Basel), Solveig Ottmann (Universität Regensburg)
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Beschreibung
Unsere akustische Umwelt ist geprägt von diversen Sounds, Geräuschen oder Klängen, die Informationen über Standorte, Objekte, Materialien, Technologien oder Lebewesen vermitteln können. Die drei Vorträge dieses Panels widmen sich den akustischen Ökologien aus diversen Blickwinkeln zwischen Medientechnik, Wissensvermittlung, Natur und Soundästhetik. Zur Argumentation werden in den Beiträgen der Mitglieder der AG Sound Studies und auditive Kultur zahlreiche Klänge eingesetzt, um während der Vorträge die Epistemologien akustischer Ökologien greifbar bzw. hörbar zu machen.
Ökologien des Visuellen: Mediale Blickkonstruktionen als Schnittstellen zwischen Kunst, Wissenschaft und Technik
6.7 #BEOBACHTEN
Freitag, 24.9.2021; 13:15-14:45 Uhr
Chair(s): Irene Schütze (Kunsthochschule Mainz an der Johannes Gutenberg-Universität), Christiane Heibach (Universität Regensburg)
Vortragende: Christiane Heibach (Universität Regensburg), Irene Schütze (Kunsthochschule Mainz an der Johannes Gutenberg-Universität)
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Beschreibung
Mit der Erfindung der Zentralperspektive schufen Kunst, Wissenschaft und Technik einen gemeinsamen optisch-epistemischen Raum, der eine Vielfalt von Weltzugriffen ermöglicht. Mit den jeweiligen Medientechnologien ändern sich die Paradigmen der Blickkonstruktionen immer wieder – und damit auch die Paradigmen des Weltverständnisses. Wissenschaften und Künste befinden sich also in einem dynamischen wissensökologischen Verhältnis, das immer wieder neu analysiert werden muss:
Die ökologische Landschaftsfotografie der Gegenwart z.B. erzeugt durch ihre spezifisch ästhetisch Blickkonstruktion eindrucksvolles Wissen von der Zerstörung der Natur (Edward Burtynsky, David Maisel). Während hier der Konstruktionscharakter der Bilder deutlich wird, tritt er in wissenschaftlichen Bildern häufig zurück – wie im Fall des ersten Bildes vom schwarzen Loch, das zwar als Fotografie auftritt, das aber vom Teleskop Event Horizon aus Daten von acht Teleskopen generiert wurde. Aber auch die Kunst kann Blickwelten eröffnen, die sonst nicht zugänglich wären: Die österreichische Architekturgruppe Haus-Rucker-Co machte in den 1960er/70er Jahren mit ihren Flyheads Furore, mit denen sie die Facettenaugen der Fliegen nachahmte und im Sinne von Jakob von Uexküll deren spezifische Umweltwahrnehmung erfahrbar machte. Ähnliche Mechanismen einer technisch-wissenschaftlichen Perspektivik bietet die heutige Bio-Art – etwa, wenn sich Sonja Bäumel oder Anicka Yi mit Bakterien Entitäten zuwenden, die nur durch wissenschaftliche Verfahren sichtbar gemacht werden können und die menschliche Wahrnehmung auf den eigenen Körper ändern. Die Grenzen zwischen Kunst und Wissenschaft verschwimmen angesichts solcher visueller Konstruktionen.
Anhand von Materialien, die den Teilnehmer*innen zur Verfügung gestellt werden, wollen wir Wechselwirkungen von Kunst, Wissenschaft und Technik im Hinblick auf visuelle Konstruktionen von Weltverständnissen mit Bezug auf aktuelle Theorien (z.B. den New Materialism) diskutieren.