Eindrücke unseres Lehrangebots
Prof. Dr. Beatrice Schuchardt
Imaginer la ville. Stadtvisionen vom 18. bis 21. Jahrhundert (Franz.LitWiss.)
Städte sind ambivalente Orte der Begegnung ebenso wie der Trennung, aber auch der Verdichtung von Raum, Menschenmengen und architektonischen Stilen. Historisch sind sie durch Demarkationen gekennzeichnet: Einst gerahmt durch die Stadtmauer, aufgeteilt in Alt- und Neustadt, in Zentrum (centre ville) und Peripherie (banlieue), zeichnet sich in Städten eine räumliche Ordnung ab, die sozio-ökonomische und kulturelle Grenzziehungen offenbart, zugleich aber Räume von Transgression und Begegnung schafft. Für die Gegenwartskultur zeigt sich dies in urbanen Kunstformen wie Graffiti, Hip-Hop und Slam. Die Vorlesung beleuchtet die Varianz französischer und frankophoner Stadtentwürfe in Lyrik, Roman, Bildmedien und Musik vom 18. bis zum 21. Jahrhundert. Dabei werden (literatur-)historische Kontexte sowie Stadtplanung, Architektur und gegen ihren eigentlichen Zweck ‚besetzte Räume‘ in Bezug zu literarischen und künstlerischen Stadtvisionen gesetzt. Die interaktive Vorlesung fokussiert das historische und zeitgenössische Paris ebenso wie die frankophonen Metropolen Algier und Montréal und zeichnet ihre Geschichte vom kolonialen Zeitalter bis in die Gegenwart nach.
Von Barock bis Urban Latin. Transgressive Ästhetik in hispanoamerikanischen Literaturen (Span.LitWiss.)
Von der ‚Entdeckung‘ des spanisch-amerikanischen Kontinents durch Christoph Kolumbus über den kolonialen Barock und den mexikanischen Neobarock, von André Bretons „surrealistischer Mission” in Mexiko bis hin zur „Rückeroberung” der Vereinigten Staaten durch die spanischsprachige Popkultur, z.B. die Chicano-Literatur, das Musikgenre Urban Latin oder den #NewLatinoBoom, widmet sich die Vorlesung den inter-, trans- und hyperkulturellen Verhandlungen zwischen Europa, Hispanoamerika und den Vereinigten Staaten. Ausgehend von einer diachronen Perspektive analysieren wir Kulturkontakte in und mit Hispanoamerika in ihren literarischen, diskursiven und kulturellen Dimensionen. Dabei treten Konflikte ebenso zutage wie Subversionen und Transgressionen. Als Beispiele dienen uns historisch-literarische Texte wie die Chroniken der Eroberung, die Barockdichtung Sor Juana Inés de la Cruz, historisch-allegorische Figuren wie die Malinche, die Essays von Octavio Paz, die Schriften von Severo Sarduy und die Romane von Gloria Anzaldúa, die mexikanische Malerei des 20. Jahrhunderts, der spanischsprachige Hip-Hop des 20. und 21. Jahrhunderts sowie die Erzählungen des US-amerikanischen #NewLatinoBoom. Auf der Ebene der Kulturtheorie finden Konzepte aus Hispanoamerika selbst Anwendung, etwa von Nestór García Canclini, Carlos Monsiváis oder Walter Mignolo.
Der historische Roman
Der historische Roman hat sich seit dem frühen 19. Jahrhundert zu einer der zentralen Formen literarischer Auseinandersetzung mit Vergangenheit, Erinnerung und kultureller Identität entwickelt. Zwischen Faktizität und Fiktion, Historiographie und Poetologie entfaltet sich in diesem Genre ein produktives Spannungsfeld, das weit über nationale Literaturtraditionen hinausreicht.
Die interdisziplinäre Ringvorlesung bringt Perspektiven aus Germanistik, Romanistik, Slawistik, Anglistik und Amerikanistik zusammen. Ziel ist es, die unterschiedlichen theoretischen und methodischen Zugänge zur Gattung in vergleichender Perspektive zu diskutieren. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die ästhetischen und narratologischen Verfahren historischer Darstellung, die Verschränkung von Literatur und Geschichtsdiskurs, nationale und transnationale Formen der Erinnerungskultur sowie Prozesse der Gattungsentwicklung vom romantischen bis zum postmodernen historischen Roman.
Untersucht werden exemplarische Werke aus verschiedenen europäischen Literaturen, die zeigen, wie literarische Texte historische Erfahrung modellieren, tradieren und transformieren.
Die Ringvorlesung richtet sich an Studierende und Forschende der Literatur- und Kulturwissenschaften sowie an alle, die an der theoretischen und historischen Reflexion literarischer Geschichtsdarstellung interessiert sind.
Jorge Luis Borges y la escritura del enigma (Span.LitWiss.)
La narrativa del escritor argentino Jorge Luis Borges no solo gira en torno al enigma irresoluble, sino que es en sí misma enigmática: se ramifica, como sugiere el título del relato «El jardín de senderos que se bifurcan», despliega misterios, y destaca por su densidad, metaficcionalidad y autorreferencialidad. En este seminario, concebido tanto para estudiantes de máster como para candidatos a exámenes estatales, analizaremos del enigma irresoluble y la escritura laberíntica en el contexto de la estética posmoderna hispanoamericana y la virtualidad. En este contexto se considerarán estructuras como el rizoma según Deleuze y Guattari y figuras como el espejo y el doble.
Le théâtre de Yasmina Reza
Le théâtre de Yasmina Reza témoigne du nouveau « Art du rire » (Müller-Lünenschloß, 2024) du théâtre contemporain, qui provoque des rires coincés dans la gorge et qui explore les limites de la douleur. Contrairement à la comédie, ses pièces, même si elles font rire, ne se terminent pas forcément bien et ont ainsi été classées dans le genre de la « tragédie drôle » (ibid). Dans son œuvre dramatique, Reza expose les folies des bourgeois-bobos contemporains : parents hélicoptères apparemment hyper corrects, mais au fond eux-mêmes enclins à la violence qu’ils condamnent si elle vient d’autrui, amateurs d’art prêts à tout dépenser, hipsters blancs qui se prennent pour des POC.
Dans ce séminaire conçu pour les étudiants en master et les candidats à l’examen d’État, nous examinerons les textes dramatiques de Reza ainsi que des représentations concrètes et des changements du média. Nous nous intéresserons aux questions de genre et à la théorie du rire, mais aussi aux particularités esthétiques et structurelles du théâtre de Yasmina Reza.
Apl. Prof. Dr. Dagmar Schmelzer
Mythopoesis und Erinnerungsorte. Quebecer Identitätsverhandlung in Literatur, Kunst und Film (Franz.KuWi.)
Die Provinz Québec nimmt als frankophone Nation und damit als exception culturelle eine Sonderstellung auf dem amerikanischen Kontinent ein. Neben Frankophonen und Anglophonen sowie Angehörigen verschiedener Premières Peuples machen heute zudem Immigrantinnen und Immigranten aus aller Welt die innere Diversität des modernen Einwanderungslandes aus. Es überrascht daher nicht, dass die nationale und kulturelle Selbstbestimmung im Spannungsfeld transnationaler Verortung und interner Verhandlung in Québec besonders virulent und kontrovers vorgetragen wird. Québec definiert sich über seine Geschichte – die Wurzeln in einer doppelten französischen und britischen Kolonialisierung mit ihren Konflikten zwischen den europäischen Gründernationen sowie verschiedenen Phasen des Kulturkontakts, des Kulturkonflikts und der kolonialen Beherrschung und Assimilierung der autochthonen Völker. Es beruft sich auf die nationale Spezifik, das europäische Erbe und diskutiert seine Verankerung im geteilten Raum Amerikas. Zu diesen Erinnerungsorten kommen seit den 1960er Jahren solche hinzu, die Québec als zukunftsorientiertes, modernes und inklusives Gesellschaftsprojekt neu erfinden und dabei ab den 1980er Jahren Geschichten von Migration, Flucht, Exil und Diaspora sowie von Integrationsleistungen und dem Ankommen von Neubuergerinnen und Neubuergern integrieren. Konflikte und Herausforderungen des multikulturellen und interkulturellen Zusammenlebens werden dabei nicht ausgespart, oft aber tragen die Texte performativ zum Ziel einer integrativen Gesellschaft bei. Im 21. Jahrhundert werden zudem die Stimmen autochthoner Kreativer immer staerker gehoert, die die Aufarbeitung der Verbrechen der Kolonialgeschichte, den Ausgleich sozialer Benachteiligung und Marginalisierung in der Gegenwart sowie eine gleichberechtigte Wertschaetzung ihrer Kulturtraditionen einfordern.
Die Vorlesung versteht sich als Einfuehrung in die Geschichte, Gesellschaft und Kultur Québecs im 20. und 21. Jahrhundert, wobei die verschiedenen Identitätsnarrative und ihre Dialogizitaet einen roten Faden bilden. Einen besonderen Fokus legt die Vorlesung auf den Beitrag von Erzaehlliteratur, Literaturverfilmungen sowie Spiel- und Dokumentarfilmen zum Nationbuilding und zur Verhandlung von Erinnerungsorten, Identitaeten und Gesellschaftsentwuerfen. Zudem sind Gastvortraege vorgesehen, die das Programm ergaenzen.
Regionale Identität gestalten. Kulturelle Inwertsetzung des lokalen historischen Erbes in Regensburg und Bayern
In Zeiten, in denen eine ungeschickte Debatte über das ‚Stadtbild‘ deutscher Kommunen in den Medien verhandelt wird, lohnt es sich, über die Frage nachzudenken: Was macht eine Stadt für Bürgerinnen und Bürger lebenswert, zum positiven Bezugspunkt von Identität, zivilgesellschaftlichem Engagement und Identifikation? Sozioökonomische Indikatoren, Infrastruktur und der ökonomische Spielraum der Stadtkassen spielen dabei sicher eine gewichtige Rolle. Die Attraktivität von Städten wird jedoch auch ‚kulturell‘ gemacht und diskursiv hergestellt – von Initiativen, die ‚Stadt‘ semantisch und performativ aufwerten und entsprechende Initiativen vor Ort ins Leben rufen.
Die Stadt Regensburg ist hier in einer privilegierten Ausgangsposition. Sie ist gleich zweifach Trägerin der Auszeichnung „UNESCO Welterbe“. Nur wenige Städte weltweit können sich gleich mit zwei UNESCO-Welterbetiteln schmücken! Regensburg gehört zu diesem exklusiven Kreis. Den ersten Welterbetitel erhielt die Stadt 2006 für die Regensburger Altstadt mit Stadtamhof. 2021 folgte der zweite Titel für den Donaulimes aus römischer Zeit.
Wir lernen zunächst aus einer multiskalaren Perspektive das Konzept des Welterbes kennen: Als eine weltweite Initiative schafft es Ermöglichungsbedingungen in der Region und vor Ort. Wir wollen im Anschluss ganz konkret Antworten bei Akteurinnen und Akteuren der Stadtgesellschaft suchen, die sich mit der kulturellen Inwertsetzung des „Welterbes“ befassen. Sie werten die Stadt als Lebensraum auf, ziehen aber auch Touristen an. Das „Welterbe“ ist ein Wirtschaftsfaktor, hat Einfluss auf die Stadtnutzung und Raumplanung, inspiriert Kreative und ist natürlich auch Objekt wissenschaftlicher Forschung.
So setzt der Freistaat Bayern die Pflege des materiellen und immateriellen Kulturerbes ganz gezielt zum Branding ein.Wir besuchen u.a. das Besucherzentrum Welterbe und das Haus der Bayerischen Geschichte, kommen mit verschiedenen Akteur:innen ins Gespräch und befassen uns aus einer pluridisziplinären Perspektive mit der Relevanz des Welterbes. Als Gesprächspartner:innen kommen zum Beispiel in Frage: die Welterbekoordination der Stadt Regensburg, die Initiative Stadtmaus, das Zentrum Erinnerungskultur der Universität Regensburg.
Sie nehmen an Exkursionen im Stadtraum und Gesprächen mit Akteurinnen und Akteuren teil und erstellen eine deutsch-französische Dokumentation in geeigneter medialer Form (Bild, Ton, Film), aus der wir eine virtuelle Ausstellung zusammenstellen. Eigene Kreativbeiträge sind möglich. Am 4. Juli präsentieren Sie die Ergebnisse in der Sommerschule von Frau Dr. Strätling einer Gruppe von Studierenden aus Québec (vgl. Übung 36110a).
Regionale Identität reflektieren: Bayern und Québec
In der Übung zum Projektseminar 36110 erweitern wir den Blick auf die Inwertsetzung von Kulturerbe auf die Umgebung Regensburgs und die Stadt München. Gemeinsam mit einer Projektgruppe von Studierenden aus Québec in Begleitung von Frau Dr. Strätling befassen wir uns mit dem Nationbuilding Bayerns im 19. Jahrhundert und dem architektonischen Erbe, das es hinterlassen hat (Befreiungshalle Kelheim, Stadtausbau München). Zudem kommen wir auf die Relevanz des immateriellen Kulturerbes in Form des Brauchtums zu sprechen.
Das Programm umfasst zwei Studientage, an denen Sie verpflichtend teilnehmen: einen zum immateriellen Kulturerbe in Form des Brauchtums (Donnerstag, 2. Juli), an dem wir Expertinnen und Experten zum Thema hören und einen zweiten (Samstag, 4. Juli), indem wir den Québecern Ergebnisse des Welterbe-Projektes aus dem Projektseminar vorstellen und von ihnen UNESCO Weltkulturerbe-Projekte aus Québec vorgestellt bekommen.
Zudem werden zwei Exkursionen gemeinsam mit den Québecer:innen angeboten, eine davon nach München (Montag, 29. Juni), eine zweite nach Kelheim und zum Kloster Weltenburg (Freitag, den 3. Juli). Sie nehmen verpflichtend an einer der Exkursionen teil, zu der Sie sich im Vorfeld verbindlich anmelden. An einer zweiten können Sie (nach verbindlicher Anmeldung) freiwillig teilnehmen. Die Kosten der Exkursion werden aus Geldern der Deutsch-Französischen Hochschule für Sie übernommen. Das Programm der Exkursionen erhalten Sie zu Beginn der Vorlesungszeit im Sommersemester.
Für die Übung sind zwei Kurzpräsentationen vorzubereiten: eine zur gewählten Exkursion, eine für den Studientag zum Weltwerbe am Samstag. Die Präsentationen / Handouts sind im Portfolio des Seminars zu archivieren. Je nach Teilnehmerzahlen arbeiten Sie in der Kleingruppe oder individuell.
Vorbereitung auf das Staatsexamen Spanische Literaturwissenschaft (Bearbeitung von Prüfungsaufgaben)
egleitend zur Übung wird der Besuch der Vorlesung zur spanischen (und lateinamerikanischen) Literaturgeschichte vom 19. bis zum 21. Jahrhundert empfohlen, die jeweils im Wintersemester angeboten wird.
Während die Vorlesung die Texte des Staatsexamenskanons in historische, ideen- und literaturgeschichtliche Kontexte stellt, dient die Übung der eigenen praktischen Auseinandersetzung mit dem Text unter Anleitung und Begleitung der Übungsleiterin, v.a. anhand der Aufgabenstellungen der Staatsexamensprüfungen der Vorjahre.
Die Veranstaltung orientiert sich am Kanon für die Staatexamensprüfung nach der neuen LPO I, der ab dem Prüfungstermin Herbst 2025 zum Einsatz kommt.
Da der Kanon sich zum Herbst 2025 ändert, werden wir auch die folgenden 2 Themen neu auf dem Plan haben und ihnen ein besonderes Interesse schenken:
Federico García Lorca: La casa de Bernarda Alba; La zapatera prodigiosa (Ausgabe: Cátedra base)
Cristina Rivera Garza: El invencible verano de Liliana (Ausgabe: Random House)
Des Weiteren umfasst Kanon für Drama und Lyrik die folgenden Werke, die schon länger geprüft werden: Góngora, Sonetos amorosos (Ausgabe Castalia, Ed. Biruté Ciplihauskaité, 118-162); Bécquer, Rimas; Gabriela Mistral, Tala/Lagar (Ausgabe bei Cátedra); Calderón, La vida es sueño, El gran teatro del mundo, La dama duende und José Sanchis Sinisterra, ¡Ay, Carmela!
Für die Narrativik sind die folgenden Werke relevant: Fernando de Rojas, La Celestina; Emilia Pardo Bazán, Los Pazos de Ulloa; Rafael Chirbes, En la orilla; Miguel de Unamuno, En torno al casticismo; Jorge Luis Borges, El Aleph, Ficciones.
In der ersten Sitzung wird auf den Erwartungshorizont der Prüfung eingegangen sowie auf Techniken der Prüfungsvorbereitung. Die übrigen Stunden sind der gemeinsamen Bearbeitung alter Staatsexamensaufgaben gewidmet, wobei alle 12 Themen behandelt werden. Ein ausführlicheres Programm ist vor Vorlesungsbeginn unter G.R.I.P.S. zu finden.
Alle literarischen Texte sind vor Beginn der Vorlesungszeit zu lesen, da zur Erarbeitung der Hintergründe und Kontexte ohnehin noch genügend Lektürearbeit anfällt!
Wissenschaftliches Schreiben: Meine Abschlussarbeit
Sie planen, sich bald an das Verfassen Ihrer Abschlussarbeit zu wagen? Die Übung bereitet Sie optimal darauf vor! Sie wendet sich vorzugsweise an Studierende der Internationalen Bachelorstudiengänge des Instituts für Romanistik, die noch wenig Erfahrung im Schreiben von wissenschaftlichen Arbeiten nach der deutschen universitären Konvention haben (DFS, DIS, DSS). Die Übung steht aber auch allen Interessierten Studierenden des Instituts für Romanistik offen, die in der nächsten Zeit eine Abschluss- oder Zulassungsarbeit planen.
Am ersten Nachmittag werden die Anforderungen an eine (deutsche) Abschlussarbeit besprochen und die Textsorte wird gegenüber verwandten Textsorten und den Schreibkonventionen unserer romanischen Partnerländer abgegrenzt. Was zum Beispiel verbirgt sich hinter dem Kriterium der „Wissenschaftlichkeit“, das die Prüfungsordnung fordert? Wir gehen darauf ein, wie man ein Thema findet, wie man das Forschungsdesign entwirft und welche Voraussetzungen eine gute Idee mitbringen muss. Zuletzt besprechen wir Aufbau und Gliederung der Arbeit und die Funktion der einzelnen Teile.
Am zweiten Nachmittag widmen wir uns dem großen Thema der Literaturrecherche, dem Umgang mit Quellen und der Erstellung des bibliographischen Apparats. Es besteht Gelegenheit, je nach Zusammensetzung des Kurses, weitere relevante Themen anzusprechen.
Wenn Sie Student oder Studentin der DFS oder DSS sind und die Bachelorarbeit unter der Betreuung von Frau Schmelzer schreiben möchten, belegen Sie den Kurs verpflichtend.
Dr. Elisabeth Kruse
Auf der Suche nach der Identität: Literatur im postkolonialen Haiti
In diesem Seminar widmen wir uns der Geschichte, der Kultur, den Religionen, den Konflikten und Schwierigkeiten sowie den Herausforderungen der haitianischen Kultur, ihre Identität nach Jahrhunderten französischem Kolonialismus zu definieren, aufzubauen und zu verteidigen. Der Fall Haiti ist einzigartig, da es nach dem Ende des Unabhängigkeitskrieges 1804 die erste freie "schwarze" Nation der Welt war. Seitdem schlägt Haiti ein neues Kapitel in seiner Identitäts- und Kulturgeschichte auf, die verschiedene Phasen durchläuft, die sich alle in seiner Literatur widerspiegeln. In diesem Seminar analysieren wir literarische Werke, v.a. Essays, Gedichte und Erzählungen, um die Kultur und die Bedeutung der Suche und Bestätigung der haitianischen Identität kennenzulernen
Literatura cubana modernista y de vanguardia (Span.LitWiss.)
In diesem Seminar widmen wir uns den reichhaltigsten Etappen der kubanischen Literatur, dem Modernismus und der Avantgarde. Der Modernismus gilt als erste authentisch hispanoamerikanische literarische Bewegung, die sich in ganz Hispanoamerika entwickelte und die eine originelle Literatur schuf, die auf seinem kulturellen Erbe, vor allem dem spanisch-französischen, basierte, aber ganz starke eigene hispanoamerikanische Merkmale ausprägte. Diese Bewegung war so innovativ, dass sie zum Vorbild für die spanische Literatur ihrer Zeit wurde. Später führte die Rezeption der europäischen Avantgarde in Kuba zur kubanischen Avantgarde mit ihren eigenen, einzigartigen Merkmalen, die ebenso wie der Modernismus die kubanische Identität während der Unabhängigkeitskriege und nach der endgültigen Unabhängigkeit von Spanien im Jahr 1898 widerspiegelte. Es werden narrative Texte, Gedichte und Essays analysiert.