Wenngleich der Bibel-Kommentar eine zentrale literarische Gattung für alle Glaubensgemeinschaften darstellt, die auf der Bibel gründen, und er sogar als "Basisgattung der christlichen Theologie" (Erich Zenger) bezeichnet werden kann, gibt es auffallend wenige grundlegende Überlegungen zu Eigenart und Wesen dieser so wichtigen Gattung. Gerade im Blick auf das Alte Testament stellen sich die Probleme in besonderer Weise, weil dieser erste und größte Teil der Christlichen Bibel die engste mögliche Verbindung zwischen Judentum und Christentum darstellt. Dabei gilt es immer zu bedenken, dass dieselben Texte in Judentum und Christentum - aufgrund des je eigenen Kontextes in einem Kanon (TaNaK/AT) – unterschiedlich ausgelegt werden. Diese „Kon-Texte“, die in Kommentaren eingeholt werden, müssen inner- und außerbiblisch betrachtet werden, da sie die Entstehung der biblischen Schriften ebenso bestimmt haben, wie sie ihre Auslegung im Horizont unterschiedlicher Rezeptionen stimuliert haben. Die Jahrestagung der „Arbeitsgemeinschaft der deutschsprachigen katholischen Alttestamentlerinnen und Alttestamentler“ hatte 2020 den Fokus auf das breite Spektrum dieser Thematik gerichtet. Die für die Tagung vorbereiteten Beiträge werden im vorliegenden Band veröffentlicht, um die Diskussion dieser Fragen zu beleben.
Mit Beiträgen von: G.Steins, G. Langer, M. Ederer, D. Böhler, P. Petzel, D. Krochmalnik, T. Hieke, B. Collinet, B. Schöning, V. Maierhofer, L. Schwienhorst-Schönberger, M.-T. Wacker, I. Naydenov; G. Fischer, H.-J. Fabry, A. Siquans, U. Dahmen, S. Paganini
Verlag Kath. Bibelwerk, 2021; 472 Seiten; ISBN: 978-3-460-00102-2 (externer Link, öffnet neues Fenster)