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Ringvorlesung "Missbrauch in Institutionen. Sexuelle, spirituelle, systemische Komponenten" gestartet
Missbrauch ereignet sich selten isoliert, er entsteht und wird ermöglicht durch institutionelle Strukturen. Kirchen, Schulen, Universitäten, Vereine, therapeutische und pädagogische Einrichtungen gehören zu den Tatorten. Die Ringvorlesung beleuchtet aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven, wie sexuelle Gewalt, spiritueller Missbrauch und systemische Abhängigkeitsverhältnisse ineinandergreifen. Referent:innen aus (katholischer und evangelischer) Theologie, Rechtswissenschaften und Sozialer Arbeit, Präventionsexpert:innen und Journalist:innen diskutieren Entstehungsbedingungen, Machtdynamiken und Aufarbeitungsstrategien.
Die Vorlesungsreihe richtet sich an Studierende aller Fächer sowie an eine interessierte Öffentlichkeit.
Eine Teilnahme ist auch per Zoom (externer Link, öffnet neues Fenster) möglich.
Hier (externer Link, öffnet neues Fenster) geht es direkt zur Veranstaltung.
Bericht zur Vernissage der Ausstellung “SHAME - European Stories”
Mit einer sehr gut besuchten Vernissage wurde am 6. Oktober 2026 im Oberen Foyer der Universitätsbibliothek Regensburg die Ausstellung „SHAME – European Stories“ (externer Link, öffnet neues Fenster) eröffnet. Die Porträts des italienischen Fotografen Simone Padovani zeigen Menschen, die Missbrauch und Gewalt in Familien und Institutionen erlitten haben und sich entschieden haben, mit Gesicht, Namen und ihrer Geschichte sichtbar zu werden.
Zur Eröffnung sprachen Vertreter:innen von Fakultät, Universitätsleitung, Bibliothek und Trägerverein sowie drei Betroffene, zwei von ihnen für den Betroffenenbeirat Regensburg.
Zeugenschaft als Frage der Gerechtigkeit
Dekanin Prof.in Dr. Ute Leimgruber, deren Lehrstuhl für Pastoraltheologie und Homiletik die Ausstellung mit dem Lehrstuhl für Exegese und Hermeneutik des Neuen Testaments nach Regensburg geholt hat, begrüßte zuerst jene, denen die Ausstellung zu verdanken ist: die Porträtierten, den Trägerverein und den Betroffenenbeirat Regensburg, der die Texte im „schaufenster“ der UB ausgewählt hat.
Als Pastoraltheologin erinnerte sie an 2010, als ehemalige Schüler des Berliner Canisius-Kollegs den Missbrauch an ihrer Schule öffentlich machten. Die katholische Kirche habe ein systemisches Problem, doch Missbrauch sei insgesamt das unsichtbare Massenverbrechen in der Mitte der Gesellschaft.
Mit Carolin Emckes Essay „Weil es sagbar ist“ deutete sie Zeugenschaft als Frage der Gerechtigkeit: Das Schweigen der Betroffenen sei der letzte Triumph der Täter. Wer das Erlittene benennt, gewinnt die Deutungsmacht zurück und sorgt dafür, dass die Scham die Seite wechseln kann.
Macht, Abhängigkeit und Kritik an den Anerkennungsverfahren
Vizepräsidentin Prof.in Dr.in Jenny Oesterle-El Nabbout betonte für die Universitätsleitung, die Verbindung von Macht und Abhängigkeit mache auch vor Universitäten nicht halt und sei kein Problem der Vergangenheit.
Maria Mesrian, 1. Vorsitzende des Trägervereins Umsteuern! Robin Sisterhood e. V. und wenige Tage zuvor mit dem HeldinnenAward der Alice-Schwarzer-Stiftung ausgezeichnet, kritisierte die kirchlichen Anerkennungsverfahren scharf: Entscheidungen würden nicht begründet, Akteneinsicht sei kaum zu erlangen. Solche Verfahren seien selbst eine Form des Machtmissbrauchs. Die von ihrem Verein 2022 in Köln gegründete, spendenfinanzierte Fachberatungsstelle „Leuchtzeichen“ hat nach ihren Angaben in vier Jahren weit über 100 Betroffene begleitet.
„Sprechen Sie mit uns!“
Agnes Wich, selbst porträtiert, brauchte nach eigenen Worten etwa ein Jahr, bis sie der Veröffentlichung ihres Bildes zustimmen konnte. Ihr Appell: hinschauen, die Wunden unter den Narben sehen und sich berühren lassen, denn nur so geschehe Veränderung.
Manuel Druminski, 1. Sprecher des Betroffenenbeirats Regensburg, gab sein Grußwort als Geiger. Betroffensein sei vielfältig und passe in keine Schublade, auch nicht in die der Bilder; dafür wählte er Béla Bartóks Rumänische Volkstänze.
Richard Nusser, 2. Sprecher des Beirats, bat das Publikum: „Kommen Sie mit uns ins Gespräch.“ Betroffene seien schließlich die Expert:innen des Erlebten. Dem Vorwurf, es gehe nur ums Geld, hielt er entgegen: „Wir wollen Gerechtigkeit. Aber auch Geld“, denn viele könnten infolge der Taten nicht so leben, wie es jedem Menschen zusteht.
Dr. André Schüller-Zwierlein, Direktor der Universitätsbibliothek, drehte den Blick schließlich noch einmal um: Nicht wir schauen die Porträtierten an, sie schauen uns an. In den Bildern spreche das Schweigen selbst, als Antwort auf das Schweigen der Täter.
Ausstellung, Ringvorlesung und Begleitprogramm
Die Ausstellung ist bis 15. März 2027 im Oberen Foyer und im „schaufenster“ der Universitätsbibliothek zu sehen. Initiiert wurde sie von der „Justice-Initiative“ der Guido-Fluri-Stiftung (externer Link, öffnet neues Fenster) (Schweiz), getragen wird sie vom Verein Umsteuern! Robin Sisterhood e. V. (externer Link, öffnet neues Fenster)
Begleitend läuft bis 27. Januar 2027 die Ringvorlesung „Missbrauch in Institutionen. Sexuelle, spirituelle, systemische Komponenten“ (externer Link, öffnet neues Fenster), mittwochs von 16 bis 18 Uhr im H18 und per Zoom.
Vernissage SHAME – European Stories
Wir laden herzlich ein zur Vernissage: „SHAME – European Stories“
am 6.10.2026 um 18:00 Uhr im Foyer der Universitätsbibliothek der Universität Regensburg.
In der Ausstellung zeigen Betroffene Gesicht. Die eindrucksvollen Porträts des italienischen Fotografen Simone Padovani erzählen ihre Geschichten von Missbrauch und Gewalt in Familie und Institutionen, von den Mühen der Aufarbeitung und ihrem Leben danach.
Mit Grußworten von:
Prof.in Dr.in Jenny Oesterle-El Nabbout, Vizepräsidentin der Universität Regensburg für Internationales und Diversity
Maria Mesrian, 1. Vorsitzende Umsteuern! Robin Sisterhood e. V.
Agnes Wich, Betroffene
Richard Nusser, 2. Sprecher des Betroffenenbeirats Regensburg
Dr. André Schüller-Zwierlein, Direktor der Universitätsbibliothek Regensburg
Musikalischer Beitrag: Manuel Druminski, 1. Sprecher des Betroffenenbeirats Regensburg
Im Anschluss laden wir herzlich zum Stehempfang und zur Besichtigung der Ausstellung ein.
Die Ausstellung wurde initiiert von der „Justice-Initiative“ der Guido-Fluri-Stiftung(externer Link, öffnet neues Fenster) (externer Link, öffnet neues Fenster) (Schweiz) und wird getragen vom Verein UMSTEUERN! Robin Sisterhood e.V.(externer Link, öffnet neues Fenster) (externer Link, öffnet neues Fenster) Sie wird auf Initiative der Lehrstühle für Pastoraltheologie und Homiletik sowie Exegese und Hermeneutik des Neuen Testaments vom 06.10.2026 bis 15.03.2027 in den Räumen der Universitätsbibliothek Regensburg gezeigt.
Hier geht es direkt zur Anmeldung (externer Link, öffnet neues Fenster)
Umfrage zu Missbrauchserfahrungen und Prävention im Ordensleben
Am 27.7.2026 startet eine Umfrage zu Missbrauchserfahrungen von aktiven und ehemaligen Ordensfrauen. Alle Frauen, die einem Orden oder einer geistlichen Gemeinschaft in einem deutschsprachigen Land (Deutschland, Österreich (inkl. Südtirol), Schweiz, Liechtenstein oder Luxemburg) oder Australien angehören oder angehört haben und mindestens 18 Jahre alt sind, sind zur Teilnahme eingeladen – unabhängig davon, ob sie selbst Missbrauch erlebt haben oder nicht.
Die Umfrage wird von Prof.in Dr. Ute Leimgruber und Dr. Magdalena Hürten von der Fakultät für Katholische Theologie der Universität Regensburg, Deutschland, sowie Dr. Kathleen McPhillips und Dr. Tracy McEwan von der School of Humanities, Creative Industries and Social Science der Universität Newcastle, Australien, durchgeführt.
Weitere Informationen und Zugang zur Umfrage (externer Link, öffnet neues Fenster)
Neues Buch zu Missbrauchsmuster von Ute Leimgruber erschienen
Sexueller Missbrauch an erwachsenen Frauen in der Kirche ist ein weitgehend unsichtbares Phänomen. In medialen Debatten, wissenschaftlichen Diskursen, oft auch in kirchlichen Aufarbeitungsprojekten kommen erwachsene Betroffene kaum vor. Ute Leimgruber zeigt, dass diese Unsichtbarkeit kein Zufall ist. In Theologien, kulturellen Deutungsmustern und Geschlechterstereotypen wirken Muster, die genau jenes Nichtwissen produzieren, das sexuellen Missbrauch ermöglicht und Vertuschung befördert.
Warum gelten erwachsene Frauen so selten als Betroffene – selbst dort, wo Missbrauch längst anerkannt ist? Wie werden die Taten gedeutet, wenn die Betroffenen erwachsen und weiblich sind?
Ute Leimgruber geht diesen Fragen auf den Grund. Sie identifiziert die »hidden patterns of abuse« – verborgene Muster, die unhinterfragt gelten und tief in institutionellen Strukturen, aber auch in Theologie und Gesellschaft verankert sind. Ihr Buch ist eine Analyse der Bedingungen, unter denen sexueller Missbrauch an Frauen in der Kirche, aber auch in der säkularen Gesellschaft verübt und dennoch nicht als solcher gesehen wird. Damit ist das Buch ein Instrument für wirksame Prävention und ein Beitrag zu einer Debatte, die längst überfällig ist.
Hier kostenlos als E-Book downloaden (externer Link, öffnet neues Fenster)
Neues Buch von Barbara Haslbeck „Sexueller Missbrauch an Ordensfrauen im deutschsprachigen Raum" erschienen
Das Buch zur Studie von Barbara Haslbeck „Sexueller Missbrauch an Ordensfrauen im deutschsprachigen Raum“ ist erschienen. Sexueller Missbrauch an Ordensfrauen geschieht weltweit – auch in Deutschland. Dies zeigt die Studie, für die erstmalig im deutschsprachigen Raum methodisch gesichert Interviews mit Betroffenen geführt und ausgewertet wurden. Neben einem Blick auf die Missbrauchsszenarien bietet das Buch Einblicke in das Erleben der Betroffenen ebenso wie eine Analyse der Rolle der jeweiligen Gemeinschaft. Die Auswertung führt vor Augen: Täter und Täterinnen nutzen ihre Rolle und spirituelle Ideale, um den Missbrauch zu legitimieren. Und in den Gemeinschaften gibt es systemische Bedingungen, die sich gefährdend auswirken.
Die Studie ist Open Access abrufbar unter:
Ein Mitschnitt der Buchvorstellung am 18.09.2025 (Dombergakademie Freising) ist hier zu finden:
https://www.youtube.com/watch?v=HtG6hzJzBlw (externer Link, öffnet neues Fenster)
Filmempfehlung von Ute Leimgruber: LUISA (Kinostart 23.4.26)
Prof. em. Dr. Konrad Baumgartner am 15. März 2026 verstorben
Zum Nachruf (öffnet neues Fenster). (nicht barrierefrei)für Prof. em. Dr. Konrad Baumgartner
SelVi@ur – Selbstlernphasen bei Vorlesungen virtuell und interaktiv begleiten.
Im Rahmen des Projekts SelVi@ur, in dem Philippa Haase und Ute Leimgruber unsere Fakultät vertreten haben, wurden digitale, moodle-basierte Module entwickelt, die Studierende gezielt beim Erwerb von Kompetenzen zum selbstregulierten Lernen unterstützen und virtuelle Interaktion im Lehrnprozess fördern. Das von von der Stiftung Innovation in der Hochschulbildung im Zeitraum 08/2021-12/2025 mit einer Fördervolumen von 2.547.236€ geförderte Projekt wurde nun mit der Publikation eines e-books OER abgeschlossen:
Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsdidaktik (Hrsg.). (2025). SelVi@ur – Selbstlernphasen bei Vorlesungen virtuell und interaktiv begleiten. Universität Regensburg, doi-Nr. 10.5283/epub.78170.
Hier (externer Link, öffnet neues Fenster) geht es zum e-book.
Eine feministische Perspektive auf den Missbrauch in der katholischen Kirche
Das Buch »Erzählen als Widerstand« machte 2020 auf den sexuellen und spirituellen Missbrauch an erwachsenen Frauen in der katholischen Kirche aufmerksam. Fünf Jahre später ist Zeit für eine Bilanz: Dr. Magdalena Hürten wird Ergebnisse ihrer Forschungen vorstellen. Anschließend wollen wir gemeinsam über die Bedeutung einer Kultur des Erzählens und Zuhörens ins Gespräch kommen.
· Dr. Magdalena Hürten, Regensburg
· Dr. Regina Heyder, KDFB
· Dr. Dewi-Maria Suharjanto, Bistum Limburg
Kooperation:
· Katholischer Deutscher Frauenbund e. V. (KDFB)
Vortrag, Podiumsgespräch
Mo 15. Dezember 2025
19:00–20:30 Uhr
Mehr Infos hier (externer Link, öffnet neues Fenster)
Vernetzungstagung "Machtanmaßung – spiritueller Missbrauch – sexualisierte Gewalt"
Vom 4-6.8.25 trafen sich 45 Wissenschaftler*innen in der Qualifikationsphase sowie Vertreter*innen aus der kirchlichen Praxis und der Arbeit mit Betroffenen im Katholisch-Sozialen Institut Siegburg, um sich mit den drängenden Themen Machtanmaßung, spirituellem Missbrauch und sexualisierter Gewalt auseinanderzusetzen. Die Tagung bot eine Plattform für einen intensiven Austausch und kontroverse Diskussionen, die durch vielfältige Beiträge aus verschiedenen theologischen Disziplinen, der Geschichtswissenschaft und der Rechtswissenschaft bereichert wurden.
Im Mittelpunkt der Beiträge standen zentrale Fragen: Was lässt sich im kirchlichen Raum beobachten? Wie können diese Phänomene am besten beschrieben und definiert werden? Welche theologischen Topoi und kirchlichen Praktiken erweisen sich als besonders problematisch oder hilfreich? Zudem wurden Ansätze für Prävention und Intervention diskutiert, um diesen Herausforderungen wirksam zu begegnen.
Die Veranstaltung förderte nicht nur den Austausch und die Vernetzung zwischen Wissenschaftler*innen, sondern auch in verschiedene außeruniversitäre Praxiskontexte hinein. Die Teilnehmer*innen betonten die Bedeutung einer interdisziplinären Zusammenarbeit, um den komplexen Herausforderungen gerecht zu werden und nachhaltige Veränderungen im kirchlichen Kontext zu bewirken.
Die Tagung wurde vorbereitet von Magdalena Hürten, Christiane Kuropka, Pavlos Leußler und Jakob Schrage und in Kooperation mit dem Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB), dem KSI in Siegburg, der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn und der dortigen Arbeits- und Forschungsstelle IPA Hub sowie dem Stiftungszentrum des Erzbistums Köln durchgeführt.
Die Vorträge werden in einem Tagungsband veröffentlicht.
Missbrauchsmuster im Hochschulkontext - Orange Day 2025
Dr. Judith König (externer Link, öffnet neues Fenster) und Philippa Haase (externer Link, öffnet neues Fenster) wurden anlässlich des Orange Day 2025 von der Servicestelle Gleichstellung und Vielfalt der OTH Regensburg sowie der Koordinationsstelle Chancengleichheit der Universität Regensburg eingeladen. Die Referentinnen gestalteten die Veranstaltung mit einem Impulsvortrag und einem anschließenden Workshop zum Thema „Hidden Patterns of Abuse. Missbrauchsmuster sehen und verstehen“, der sich an alle Interessierten, insbesondere jedoch an Studierende und Promovierende beider Hochschulen richtete.
Erstmals wurde dabei ein Vergleich zwischen Kirche und Hochschule gezogen, um verborgene Missbrauchsmuster (externer Link, öffnet neues Fenster) sichtbar zu machen.
Aufgrund des sensiblen Themas wurden keine Fotos der Teilnehmer*innen gemacht. Abgebildet sind: Katja von Poschiner (Koordinationsstelle Chancengleichheit, Universität Regensburg), Philippa Haase, Dr. Judith König (beide „Hidden Patterns of Abuse“, Universität Regensburg) und Miriam Kerl (Servicestelle Gleichstellung und Vielfalt, OTH Regensburg). Das Foto wurde von Jana Niederstrasser gemacht.
Studie zur Katholischen Integrierten Gemeinde sucht Interviewpartner
Im Rahmen des Projekts „Ganzhingabe – Spiritueller Missbrauch in der Katholischen Integrierten Gemeinde (KIG)“ (externer Link, öffnet neues Fenster) wird untersucht, wie ehemalige Mitglieder das Leben in der KIG erlebt haben. Viele Menschen berichten heute sowohl von positiven spirituellen Erfahrungen als auch von Druck, fehlender Freiheit oder belastenden Formen von Gemeinschaft und Leitung. Im Mittelpunkt steht dabei der Begriff spiritueller Missbrauch, also Situationen, in denen religiöse Autorität oder Gemeinschaftsstrukturen das eigene spirituelle Selbstbestimmungsrecht verletzt haben.
Um diese Erfahrungen besser zu verstehen, werden derzeit Interviewteilnehmer:innen gesucht, die früher Teil der KIG waren – unabhängig davon, ob ihre Erfahrungen überwiegend bereichernd, gemischt oder schwierig waren. Jede Perspektive hilft, ein vollständigeres Bild zu zeichnen und mögliche Strukturen sichtbar zu machen, die zu Abhängigkeiten oder Grenzüberschreitungen geführt haben könnten.
Alle Gespräche finden freiwillig statt, werden vertraulich behandelt und anonymisiert ausgewertet. Die Interviews dienen dazu, die Geschichte der KIG wissenschaftlich aufzuarbeiten und Betroffenen eine Stimme zu geben.
Hier geht es zum Interviewaufruf (externer Link, öffnet neues Fenster)
Kontakt:
Philippa Haase
philippa.haase@theologie.uni-regensburg.de
Internationale Tagung "Behind the Veil"
Vom 26.-29.6.25 trafen sich in Regensburg 60 Wissenschaftler*innen, Journalist*innen und Aktivist*innen aus der ganzen Welt, die mit dem spirituellen und sexuellen Missbrauch von Ordensfrauen befasst sind. Gemeinsam wurden die "hidden patterns" (versteckte Muster) des Missbrauchs an Ordensfrauen analysiert, kulturelle Spezifika besprochen, aber vor allem auch die globalen Strukturen benannt, die dazu führen, dass Missbrauch ein weltweites Problem ist. Durch die Tagung fand eine wichtige Vernetzung der Akteur*innen statt, um die internationale Zusammenarbeit zu stärken und gemeinsam an den bestehenden Herausforderungen zu arbeiten.
Einen ausführlicheren Bericht finden Sie auf feinschwarz.net (externer Link, öffnet neues Fenster).
“Dem Schweigen zuhören” - Dissertation von Magdalena Hürten veröffentlicht
Unter dem Titel „Dem Schweigen zuhören. Die Bedeutung des Konzepts der epistemic injustice für die Forschung zu Missbrauch an erwachsenen Frauen in der katholischen Kirche. Fallstudie zur Gründungsgeschichte der St. Franziskusschwestern Vierzehnheiligen“ ist im Karl Alber Verlag die Dissertation von Magdalena Hürten erschienen. Um die Missbrauchsfälle aus den Akten zu heben, entwickelte die Verfasserin mit Hilfe der Theorie der „epistemic injustice“ von Miranda Fricker eine Methode, um auch Wissen aus den Akten zu heben, das durch negative Vorurteile gegenüber den betroffenen Frauen, patriarchalen Vorstellungen über legitime und illegitime sexuelle Handlungen und religiöse Ideale wie Opferbereitschaft und Hingabe verdeckt wurde. Mit dieser Methode leistet die Arbeit über die Fallstudie zu den St. Franziskusschwestern Vierzehnheiligen hinaus einen Beitrag zur Erforschung von Missbrauch an erwachsenen Frauen in der katholischen Kirche.