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News

Neues Buch zu Missbrauchsmuster von Ute Leimgruber erschienen

Sexueller Missbrauch an erwachsenen Frauen in der Kirche ist ein weitgehend unsichtbares Phänomen. In medialen Debatten, wissenschaftlichen Diskursen, oft auch in kirchlichen Aufarbeitungsprojekten kommen erwachsene Betroffene kaum vor. Ute Leimgruber zeigt, dass diese Unsichtbarkeit kein Zufall ist. In Theologien, kulturellen Deutungsmustern und Geschlechterstereotypen wirken Muster, die genau jenes Nichtwissen produzieren, das sexuellen Missbrauch ermöglicht und Vertuschung befördert.

Warum gelten erwachsene Frauen so selten als Betroffene – selbst dort, wo Missbrauch längst anerkannt ist? Wie werden die Taten gedeutet, wenn die Betroffenen erwachsen und weiblich sind?

Ute Leimgruber geht diesen Fragen auf den Grund. Sie identifiziert die »hidden patterns of abuse« – verborgene Muster, die unhinterfragt gelten und tief in institutionellen Strukturen, aber auch in Theologie und Gesellschaft verankert sind. Ihr Buch ist eine Analyse der Bedingungen, unter denen sexueller Missbrauch an Frauen in der Kirche, aber auch in der säkularen Gesellschaft verübt und dennoch nicht als solcher gesehen wird. Damit ist das Buch ein Instrument für wirksame Prävention und ein Beitrag zu einer Debatte, die längst überfällig ist.

Hier kostenlos als E-Book downloaden (externer Link, öffnet neues Fenster)

Neues Buch von Barbara Haslbeck „Sexueller Missbrauch an Ordensfrauen im deutschsprachigen Raum" erschienen

Das Buch zur Studie von Barbara Haslbeck „Sexueller Missbrauch an Ordensfrauen im deutschsprachigen Raum“ ist erschienen. Sexueller Missbrauch an Ordensfrauen geschieht weltweit – auch in Deutschland. Dies zeigt die Studie, für die erstmalig im deutschsprachigen Raum methodisch gesichert Interviews mit Betroffenen geführt und ausgewertet wurden. Neben einem Blick auf die Missbrauchsszenarien bietet das Buch Einblicke in das Erleben der Betroffenen ebenso wie eine Analyse der Rolle der jeweiligen Gemeinschaft. Die Auswertung führt vor Augen: Täter und Täterinnen nutzen ihre Rolle und spirituelle Ideale, um den Missbrauch zu legitimieren. Und in den Gemeinschaften gibt es systemische Bedingungen, die sich gefährdend auswirken.

Die Studie ist Open Access abrufbar unter:

https://www.herder.de/religion-spiritualitaet/shop/p3/90357-sexueller-missbrauch-an-ordensfrauen-im-deutschsprachigen-raum-open-access-pdf/ (externer Link, öffnet neues Fenster)

Ein Mitschnitt der Buchvorstellung am 18.09.2025 (Dombergakademie Freising) ist hier zu finden:

https://www.youtube.com/watch?v=HtG6hzJzBlw (externer Link, öffnet neues Fenster)

Filmempfehlung von Ute Leimgruber: LUISA (Kinostart 23.4.26)

Prof. em. Dr. Konrad Baumgartner am 15. März 2026 verstorben

Zum Nachruf (öffnet neues Fenster). (nicht barrierefrei)für Prof. em. Dr. Konrad Baumgartner

SelVi@ur – Selbstlernphasen bei Vorlesungen virtuell und interaktiv begleiten.

Im Rahmen des Projekts SelVi@ur, in dem Philippa Haase und Ute Leimgruber unsere Fakultät vertreten haben, wurden digitale, moodle-basierte Module entwickelt, die Studierende gezielt beim Erwerb von Kompetenzen zum selbstregulierten Lernen unterstützen und virtuelle Interaktion im Lehrnprozess fördern. Das von von der Stiftung Innovation in der Hochschulbildung im Zeitraum 08/2021-12/2025 mit einer Fördervolumen von 2.547.236€ geförderte Projekt wurde nun mit der Publikation eines e-books OER abgeschlossen:

Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsdidaktik (Hrsg.). (2025). SelVi@ur – Selbstlernphasen bei Vorlesungen virtuell und interaktiv begleiten. Universität Regensburg, doi-Nr. 10.5283/epub.78170.

Hier (externer Link, öffnet neues Fenster) geht es zum e-book.

Eine feministische Perspektive auf den Missbrauch in der katholischen Kirche

Das Buch »Erzählen als Widerstand« machte 2020 auf den sexuellen und spirituellen Missbrauch an erwachsenen Frauen in der katholischen Kirche aufmerksam. Fünf Jahre später ist Zeit für eine Bilanz: Dr. Magdalena Hürten wird Ergebnisse ihrer Forschungen vorstellen. Anschließend wollen wir gemeinsam über die Bedeutung einer Kultur des Erzählens und Zuhörens ins Gespräch kommen.

· Dr. Magdalena Hürten, Regensburg
· Dr. Regina Heyder, KDFB
· Dr. Dewi-Maria Suharjanto, Bistum Limburg

Kooperation:
· Katholischer Deutscher Frauenbund e. V. (KDFB)

Vortrag, Podiumsgespräch
Mo 15. Dezember 2025
19:00–20:30 Uhr

Mehr Infos hier (externer Link, öffnet neues Fenster)

Vernetzungstagung "Machtanmaßung – spiritueller Missbrauch – sexualisierte Gewalt"

Vom 4-6.8.25 trafen sich 45 Wissenschaftler*innen in der Qualifikationsphase sowie Vertreter*innen aus der kirchlichen Praxis und der Arbeit mit Betroffenen im Katholisch-Sozialen Institut Siegburg, um sich mit den drängenden Themen Machtanmaßung, spirituellem Missbrauch und sexualisierter Gewalt auseinanderzusetzen. Die Tagung bot eine Plattform für einen intensiven Austausch und kontroverse Diskussionen, die durch vielfältige Beiträge aus verschiedenen theologischen Disziplinen, der Geschichtswissenschaft und der Rechtswissenschaft bereichert wurden.

Im Mittelpunkt der Beiträge standen zentrale Fragen: Was lässt sich im kirchlichen Raum beobachten? Wie können diese Phänomene am besten beschrieben und definiert werden? Welche theologischen Topoi und kirchlichen Praktiken erweisen sich als besonders problematisch oder hilfreich? Zudem wurden Ansätze für Prävention und Intervention diskutiert, um diesen Herausforderungen wirksam zu begegnen.

Die Veranstaltung förderte nicht nur den Austausch und die Vernetzung zwischen Wissenschaftler*innen, sondern auch in verschiedene außeruniversitäre Praxiskontexte hinein.  Die Teilnehmer*innen betonten die Bedeutung einer interdisziplinären Zusammenarbeit, um den komplexen Herausforderungen gerecht zu werden und nachhaltige Veränderungen im kirchlichen Kontext zu bewirken.

Die Tagung wurde vorbereitet von Magdalena Hürten, Christiane Kuropka, Pavlos Leußler und Jakob Schrage und in Kooperation mit dem Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB), dem KSI in Siegburg, der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn und der dortigen Arbeits- und Forschungsstelle IPA Hub sowie dem Stiftungszentrum des Erzbistums Köln durchgeführt.

Die Vorträge werden in einem Tagungsband veröffentlicht.

Zum Programm (externer Link, öffnet neues Fenster)

Missbrauchsmuster im Hochschulkontext - Orange Day 2025

Dr. Judith König (externer Link, öffnet neues Fenster) und Philippa Haase (externer Link, öffnet neues Fenster) wurden anlässlich des Orange Day 2025 von der Servicestelle Gleichstellung und Vielfalt der OTH Regensburg sowie der Koordinationsstelle Chancengleichheit der Universität Regensburg eingeladen. Die Referentinnen gestalteten die Veranstaltung mit einem Impulsvortrag und einem anschließenden Workshop zum Thema „Hidden Patterns of Abuse. Missbrauchsmuster sehen und verstehen“, der sich an alle Interessierten, insbesondere jedoch an Studierende und Promovierende beider Hochschulen richtete.

Erstmals wurde dabei ein Vergleich zwischen Kirche und Hochschule gezogen, um verborgene Missbrauchsmuster (externer Link, öffnet neues Fenster) sichtbar zu machen.

Aufgrund des sensiblen Themas wurden keine Fotos der Teilnehmer*innen gemacht. Abgebildet sind: Katja von Poschiner (Koordinationsstelle Chancengleichheit, Universität Regensburg), Philippa Haase, Dr. Judith König (beide „Hidden Patterns of Abuse“, Universität Regensburg) und Miriam Kerl (Servicestelle Gleichstellung und Vielfalt, OTH Regensburg). Das Foto wurde von Jana Niederstrasser gemacht.

Studie zur Katholischen Integrierten Gemeinde sucht Interviewpartner

Im Rahmen des Projekts „Ganzhingabe – Spiritueller Missbrauch in der Katholischen Integrierten Gemeinde (KIG)“ (externer Link, öffnet neues Fenster) wird untersucht, wie ehemalige Mitglieder das Leben in der KIG erlebt haben. Viele Menschen berichten heute sowohl von positiven spirituellen Erfahrungen als auch von Druck, fehlender Freiheit oder belastenden Formen von Gemeinschaft und Leitung. Im Mittelpunkt steht dabei der Begriff spiritueller Missbrauch, also Situationen, in denen religiöse Autorität oder Gemeinschaftsstrukturen das eigene spirituelle Selbstbestimmungsrecht verletzt haben.

Um diese Erfahrungen besser zu verstehen, werden derzeit Interviewteilnehmer:innen gesucht, die früher Teil der KIG waren – unabhängig davon, ob ihre Erfahrungen überwiegend bereichernd, gemischt oder schwierig waren. Jede Perspektive hilft, ein vollständigeres Bild zu zeichnen und mögliche Strukturen sichtbar zu machen, die zu Abhängigkeiten oder Grenzüberschreitungen geführt haben könnten.

Alle Gespräche finden freiwillig statt, werden vertraulich behandelt und anonymisiert ausgewertet. Die Interviews dienen dazu, die Geschichte der KIG wissenschaftlich aufzuarbeiten und Betroffenen eine Stimme zu geben.

Hier geht es zum Interviewaufruf (externer Link, öffnet neues Fenster)

Kontakt: 

Philippa Haase 
philippa.haase@theologie.uni-regensburg.de

Internationale Tagung "Behind the Veil"

Vom 26.-29.7.25 trafen sich in Regensburg 60 Wissenschaftler*innen, Journalist*innen und Aktivist*innen aus der ganzen Welt, die mit dem spirituellen und sexuellen Missbrauch von Ordensfrauen befasst sind. Gemeinsam wurden die "hidden patterns" (versteckte Muster) des Missbrauchs an Ordensfrauen analysiert, kulturelle Spezifika besprochen, aber vor allem auch die globalen Strukturen benannt, die dazu führen, dass Missbrauch ein weltweites Problem ist. Durch die Tagung fand eine wichtige Vernetzung der Akteur*innen statt, um die internationale Zusammenarbeit zu stärken und gemeinsam an den bestehenden Herausforderungen zu arbeiten.

Einen ausführlicheren Bericht finden Sie auf feinschwarz.net (externer Link, öffnet neues Fenster).

“Dem Schweigen zuhören” - Dissertation von Magdalena Hürten veröffentlicht

Unter dem Titel „Dem Schweigen zuhören. Die Bedeutung des Konzepts der epistemic injustice für die Forschung zu Missbrauch an erwachsenen Frauen in der katholischen Kirche. Fallstudie zur Gründungsgeschichte der St. Franziskusschwestern Vierzehnheiligen“ ist im Karl Alber Verlag die Dissertation von Magdalena Hürten  erschienen. Um die Missbrauchsfälle aus den Akten zu heben, entwickelte die Verfasserin mit Hilfe der Theorie der „epistemic injustice“ von Miranda Fricker eine Methode, um auch Wissen aus den Akten zu heben, das durch negative Vorurteile gegenüber den betroffenen Frauen, patriarchalen Vorstellungen  über legitime und illegitime sexuelle Handlungen und religiöse Ideale wie Opferbereitschaft und Hingabe verdeckt wurde. Mit dieser Methode leistet die Arbeit über die Fallstudie zu den St. Franziskusschwestern Vierzehnheiligen hinaus einen Beitrag zur Erforschung von Missbrauch an erwachsenen Frauen in der katholischen Kirche.

Zum Buch (externer Link, öffnet neues Fenster)

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