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Leseempfehlungen

Auf dieser Seite finden Sie ausgewählte Empfehlungen des Lehrstuhls zu aktuellen wissenschaftlichen Themen. Neben Artikeln und Studien stellen wir auch nützliche Websites, Tutorials und praxisnahe Hinweise vor, die das Verständnis von Forschung, Methoden und wissenschaftlichem Arbeiten vertiefen. Die Sammlung richtet sich an Studierende, Forschende und Interessierte und wird regelmäßig aktualisiert.


Philosophical Conceptions of the Self: Implications for Cognitive Science (Gallagher, 2000)

Was meinen wir eigentlich, wenn wir vom „Selbst“ sprechen? Shaun Gallagher zeigt in diesem einflussreichen Übersichtsartikel, dass sich hinter diesem Begriff unterschiedliche psychologische und philosophische Konzepte verbergen. Besonders prägend war seine Unterscheidung zwischen einem minimalen (präreflexiven) Selbst, das dem unmittelbaren Erleben der eigenen Wahrnehmungen und Handlungen zugrunde liegt, und einem narrativen Selbst, das aus autobiographischen Erinnerungen und der eigenen Lebensgeschichte hervorgeht. Diese konzeptionelle Differenzierung hat die kognitionswissenschaftliche Forschung zum Selbst nachhaltig geprägt und zugleich neue Perspektiven auf psychiatrische Störungen wie die Schizophrenie eröffnet, bei denen Störungen des minimalen Selbst diskutiert werden. Ein kompakter und bis heute lesenswerter Einstieg in die kognitionswissenschaftliche Selbstforschung. [FJG]

Referenz: Gallagher, S. (2000). Philosophical conceptions of the self: Implications for cognitive science. Trends in Cognitive Sciences, 4(1), 14–21. https://doi.org/10.1016/S1364-6613(99)01417-5 (externer Link, öffnet neues Fenster)


Bridging the Gap between Ethics and Practice: Guidelines for Reliable, Safe, and Trustworthy Human-Centered AI Systems (Shneiderman, 2020)

Im Super-Bowl-Werbespot von Anthropic beantwortet ein KI-Assistent zunächst kompetent die Frage nach einem individuellen Trainingsplan. Plötzlich kippt das Gespräch jedoch in eine Produktempfehlung für Einlegesohlen, die den Nutzer größer erscheinen lassen sollen. Der Spot illustriert damit ein zentrales Problem moderner KI-Systeme: Sobald ihre Antworten nicht mehr ausschließlich den Interessen ihrer Nutzer, sondern externen Interessen oder Anreizen folgen, geraten Vertrauen und Nutzerwohl in Konflikt mit ökonomischen oder institutionellen Zielen. Genau an diesem Punkt setzt Ben Shneidermans einflussreicher Beitrag zur Human-Centered Artificial Intelligence (HCAI) an. Er plädiert dafür, ethische Prinzipien nicht nur zu formulieren, sondern sie in konkrete Gestaltungsprinzipien für zuverlässige, sichere und vertrauenswürdige KI-Systeme zu übersetzen, die menschliche Fähigkeiten unterstützen, anstatt menschliche Urteile oder Entscheidungen im Interesse Dritter zu beeinflussen. Wer verstehen möchte, wie sich ethische Leitlinien in konkrete Anforderungen an die Gestaltung menschenzentrierter KI übersetzen lassen, findet hier einen fundierten und praxisnahen Ausgangspunkt. [FJG]

Referenz: Shneiderman, B. (2020). Bridging the Gap between Ethics and Practice: Guidelines for Reliable, Safe, and Trustworthy Human-Centered AI Systems. ACM Transactions on Interactive Intelligent Systems, 10, 1–31. https://doi.org/10.1145/3419764 (externer Link, öffnet neues Fenster)


APA STYLE

Wenn du wissenschaftlich arbeiten willst, kommst du an dieser Seite nicht vorbei: Die offizielle Seite der American Psychological Association (APA) zeigt dir Schritt für Schritt und leicht verständlich, wie du korrekt zitierst, klar strukturierst und professionell sowie überzeugend schreibst – mit vielen praktischen Beispielen und geeignet für Hausarbeiten, Bachelorarbeiten oder Forschung. [KT]

Link: https://apastyle.apa.org (externer Link, öffnet neues Fenster)


Beware ‘persuasive communication devices’ when writing and reading scientific articles (Corneille et al., 2023)

In dem Artikel werden Tipps zum wissenschaftlichen Schreiben gegeben, insbesondere wird vor typischen Techniken gewarnt, mit denen Forschungsergebnisse verzerrt dargestellt werden. [GD]

Referenz: Corneille, O., Havemann, J., Henderson, E. L., IJzerman, H., Hussey, I., De Xivry, J. O., Jussim, L., Holmes, N. P., Pilacinski, A., Beffara, B., Carroll, H., Outa, N. O., Lush, P. & Lotter, L. D. (2023). Beware ‘persuasive communication devices’ when writing and reading scientific articles. eLife, 12. https://doi.org/10.7554/eLife.88654 (externer Link, öffnet neues Fenster)


Eine Studentin sitzt an einem Schreibtisch, auf dem ein Laptop, ein Wecker, auf aufgeschlagenes Buch und ein Vorlesungsskript liegen. Foto: UR/Antonia Pröls

Learning Statistics with R (by Danielle Navarro)

Heute mal kein Artikel, sondern eine Website “Learning Statistics with R” (by Danielle Navarro), die sich ideal zur Einführung in R nutzen lässt. Auch für Anfänger mit Grundkenntnissen in Statistik geeignet, man lernt nebenher auch sehr viel zu Versuchsplanung. Wird laufend aktualisiert. [GD]

Link: learningstatisticswithr.com (externer Link, öffnet neues Fenster)


The primacy of behavioral research for understanding the brain (Niv, 2021)

Reine Verhaltensforschung gerät in der kognitionspsychologischen Grundlagenforschung zunehmend unter Rechtfertigungsdruck. Um so bedeutsamer ist dieser Artikel, in dem die Neurowissenschaftlerin Yael Niv die Bedeutung der psychologischen Verhaltensforschung zum Verständnis der Funktionsweise des Gehirns betont. [GD]

Referenz: Niv, Y. (2021). The primacy of behavioral research for understanding the brain. Behavioral Neuroscience, 135(5), 601–609. https://doi.org/10.1037/bne0000471 (externer Link, öffnet neues Fenster)

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