Marie Beyrich ist Akademische Rätin a. Z. und Habilitandin am Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Politik an der Universität Regensburg. Sie studierte Rechtswissenschaft in Regensburg und legte das Erste Staatsexamen 2018 und das Zweite Staatsexamen 2020 ab. Bereits während des Studiums engagierte sie sich in der Refugee Law Clinic und arbeitete am Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Politik, wo sie seit 2015 in Forschung und Lehre tätig ist. Ihre Promotion schloss sie Anfang 2024 ab.
Forschung
Ihre Forschung ist im Öffentlichen Recht verortet und zeichnet sich durch einen ausgeprägt interdisziplinären Zugang aus. Sie untersucht das Recht systematisch in seinen gesellschaftlichen, politischen und institutionellen Bezügen und verbindet rechtsdogmatische Analysen mit rechtssoziologischen und rechtsvergleichenden Perspektiven. Inhaltlich liegen ihre Schwerpunkte im Verfassungs-, Verwaltungs- und Europarecht sowie in den Grundlagen des Rechts.
In ihrer Dissertation untersuchte sie empirisch die Verwaltungspraxis bei der Umsetzung des Rechts auf Familiennachzug von Geflüchteten. Im Zentrum stand die Frage, inwieweit rechtlich garantierte Ansprüche in administrativen Verfahren tatsächlich realisiert werden oder durch bürokratische Strukturen, institutionelle Routinen und praktische Hürden begrenzt werden. Die Arbeit verbindet rechtsdogmatische Analyse mit Methoden der empirischen Sozialforschung und ist im Bereich der Rechtssoziologie und Rechtswirklichkeitsforschung angesiedelt.
In ihrem Habilitationsprojekt befasst sich Marie Beyrich mit sogenannten Foreign Agent Laws und deren Bedeutung für demokratische Willensbildungsprozesse. Aus einer demokratie- und pluralismustheoretischen Perspektive untersucht sie, wie Rechtsordnungen politische Chancengleichheit sichern und auf grenzüberschreitende Einflussnahmen reagieren. Das Projekt verbindet rechtsdogmatische Analysen – insbesondere im Parteien-, Medien- und Vereinsrecht – mit demokratietheoretischen Grundlagen und rechtsvergleichenden Zugängen.
Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Forschung liegt im Europarecht, insbesondere in Fragen der Rechtsstaatlichkeit, der europäischen Integration sowie institutioneller Reform- und Erweiterungsdebatten. Diese Arbeiten werden durch verfassungshistorische Forschung ergänzt, unter anderem zur Wahlrechtsentwicklung in der Weimarer Republik.
In einem laufenden Drittmittelprojekt im Bereich der Border Studies untersucht Marie Beyrich, wie Recht Grenzen, Räume und Zugehörigkeit konstituiert. Diese Arbeiten verbinden rechtsdogmatische Fragestellungen mit rechtssoziologischen, politikwissenschaftlichen und geographischen Ansätzen und erweitern die Analyse von Recht um eine räumliche und gesellschaftliche Dimension.
Marie Beyrich verfügt über breite internationale Erfahrung in Forschung und Lehre. Ein Forschungsaufenthalt als Visiting Scholar an der University of California, Berkeley, sowie die kontinuierliche Mitarbeit in internationalen Forschungsnetzwerken prägen ihre wissenschaftliche Arbeit. Ihre Forschung präsentiert sie regelmäßig in internationalen Fachzusammenhängen. In der Lehre ist sie in englischsprachigen und interdisziplinären Studiengängen tätig und integriert ihre Forschungsperspektiven systematisch in internationale Lehrformate.
Lebenslauf als PDF (externer Link, öffnet neues Fenster)
Lehre
2024 - 2026
- Staats- und Europarecht (Regensburger Examinatorium)
- Einführung in das deutsche Recht / Introduction to German Law (LL.M. German Law and Comparative Law)
- Vergleichende Übung zum deutschen Recht / Comparative Seminar on German Law (LL.M. German Law and Comparative Law)
- Standards of Legal Research in Germany (LL.M. German Law and Comparative Law)
- Introduction to European Law (Master European Studies)
2020 - 2024
- Konversationsübung im Allgemeinen Verwaltungsrecht
- Konversationsübung im Staatsorganisationsrecht
Kontakt
Dr. Manuchehr Kudratov
Vita
Derzeitige Beschäftigung
- Seit 2022: Forschungsgruppenleiter „Rechtstransfer und Rechtsentwicklung in Zentralasien“ an der Universität Regensburg
- Seit 2023: Professor am Lehrstuhl für Strafrecht, Kriminologie und Korruptionsbekämpfung an der Taschkenter Universität für Rechtswissenschaft; Direktor des Zentrums für deutsches Rechts und rechtsvergleichende Studien, ein Projekt der VolkswagenStiftung und des DAAD
Berufserfahrung
- 2013–2022: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Öffentliches Recht der Fakultät für Rechtswissenschaft, Universität Regensburg; Koordinator der Schule des deutschen Rechts an der Moskauer Staatlichen Lomonossov Universität
- 2010–2019: Berater im Projekt der Deutschen Stiftung für internationale rechtliche Zusammenarbeit für die Länder Zentralasiens
- 2010-2013: Wissenschaftlicher Mitarbeiter (PostDoc Position) am Institut für Ostrecht München, im Rahmen des Forschungsprojekts „Die Entwicklung des Strafprozesses in den Staaten Zentralasiens“
- 2004-2006: Koordinator des Rechtsprojekts der Friedrich-Ebert-Stiftung und DED in der Republik Tadschikistan
Ausbildung
- Promotion in Rechtswissenschaft, Universität Regensburg (Betreuer: Prof. Dr. Friedrich-Christian Schroeder)
- Master of Public Administration (M.P.A.) Wissenschaftsmanagement, Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaft Speyer 2017-2019
- Studium der Rechtswissenschaften in Duschanbe und Mainz, Tadschikische Staatliche Nationale Universität 1997-2002, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz 2002-2004, Juristische Staatsprüfung und LL.M.
Kontakt
Hausanschrift:
Universität Regensburg Department für Interdisziplinäre und Multiskalare Area Studies
Landshuter Straße 4
93047 Regensburg
Annelen Loibl
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Siri Mertinat
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Matthäus Gahn
Werdegang