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Forschung

Wir arbeiten im Bereich der Deutschen, Europäischen und Vergleichenden Neueren Rechtsgeschichte und der Juristischen Zeitgeschichte sowie im Familien- und Erbrecht. Hier finden Sie einen Überblick über unsere drittmittelgeförderten Projekte.  

DFG/FWF/NCN-Projekt “Legal Exchange in the CEE: The Example of GmbH”

Legal Exchange in the CEE: The Example of GmbH

Förderer: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Österreichischer Wissenschaftsfonds (FWF), Narodowe Centrum Nauki (NCN)

Partner: Kamila Staudigl-Ciechowicz (Wien), Anna Moszyńska (Toruń)

The main objective of the project is the analysis and evaluation of legal exchange between Germany, Austria and Poland. “Exchange” covers in a comprehensive sense legal transfer and legal re-transfer as well as the migration of thoughts and ideas. In its spatial dimensions, legal exchange is multi-scalar and can take place at local, regional, national and global levels, in both horizontal and vertical directions.

The project will analyse the background for the legal exchange process and the powers driving this phenomenon, estimate the role of experts and interconnectedness between them, evaluate the material results of the legal transfer incorporated in the adopted legal acts, analyse the further development of this complex process and its long termeffects and economic impact.

Pressemitteilung des NCN (externer Link, öffnet neues Fenster)

Juristisches Laboratorium Mitteleuropa: Re-Thinking Central-European Legal Culture

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Vielberth-Stiftung, Förderverein Europäische Rechtskultur e.V.

Das "Juristische Laboratorium Mitteleuropa" versteht Mitteleuropa als Rechts-, Kultur- und Kommunikationsraum, der seit dem 19. Jahrhundert von tiefgreifenden politischen, gesellschaftlichen und normativen Umbrüchen geprägt ist. 
Es untersucht Kodifikationen und Rechtseinheit, Normtransfer und Rechtspluralismus, Rechtspraxis in postimperialen und nationalstaatlichen Kontexten, das Zusammenspiel von Recht, Gesellschaft, Religion und Politik und die Transformation rechtlicher Ordnungen. 
Mitteleuropa erscheint dabei als Laboratorium rechtlicher Moderne — ein Raum, in dem Normen entstehen, zirkulieren, übersetzt, angepasst oder konflikthaft ausgehandelt werden.
Das "Juristische Laboratorium Mitteleuropa" ist ein loser Zusammenschluß von Wissenschafler:innen zur Bearbeitung unterschiedlicher historisch, vergleichend und transnational ausgerichteter Einzelprojekte und bildet einen Knotenpunkt für die Erforschung des mitteleuropäischen Rechts-, Kultur- und Kommunikationsraums. 

Weitere Informationen zu den Projekten, Publikationen und Förderern finden Sie auf der eigenen Internetpräsenz dieses Forschungsnetzwerkes  (--> (externer Link, öffnet neues Fenster))

DFG-Projekt “Alsace-Moselle - un laboratoire de droit // Elsass-Lothringen als juristisches Laboratorium”

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Fritz-Thyssen-Stiftung, Vielberth-Stiftung, Förderverein Europäische Rechtskultur e.V.

Weitere Informationen zum Projekt:

www.alsacelorraine.de (externer Link, öffnet neues Fenster)

DFG-Projekt “Bayerische Sondergerichtsbarkeit 1919-1924”

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Strafrechtspflege ist in politischen Umbruchzeiten Gradmesser für Rechtsstaatlichkeit. „Undemokratisch", „auf dem rechten Auge blind", „politisch", so wird die Justizpraxis der Weimarer Zeit gemeinhin charakterisiert. Quellenbasierte rechtshistorische Arbeiten, die diese Wertungen belegen oder widerlegen könnten, liegen jedoch nicht vor. Ziel des Projektes ist deshalb die Überprüfung dieser Wertungen am Beispiel der bayerischen Stand- und Volksgerichte. Vor diesen Gerichten fand von 1918 bis 1924 der überwiegende Teil der Strafverfahren in Bayern statt, auch die Verfahren gegen Räterepublikaner (1919) oder die sogenannten Hitler-Putschisten (1923/24). Die gerichtliche Praxis soll auf Grundlage einer quantitativen wie qualitativen Analyse der überlieferten stand- und volksgerichtlichen Verfahrensakten untersucht werden. Nach ersten Einblicken in die bayerischen Aktenbestände kann vermutet werden: Es bedarf einer differenzierteren Bewertung der bayerischen Justizpraxis als bisher. Das kann wiederum Anlass geben, gängige Thesen über die Rolle der Justiz für Funktionieren und Scheitern der Weimarer Republik zu überprüfen und auszudifferenzieren.

Kooperationspartner: Prof. Dr. Arnd Koch (Universität Augsburg)

Publikationen

Kerscher, Sonderrecht und Sondergerichte im jungen Freistaat Bayern: Die Volksgerichte im Landgerichtsbezirk Eichstätt und das Strafrecht des Ausnahmezustandes im Krisenjahr 1923, Rechtskultur 11 (2022), S. 57 ff.

Löhnig/Preisner, Zwei Geschichten über die Bayerischen Volksgerichte, ZNR 34 (2012), S. 43 ff.

Löhnig, Introducing the participation of laymen into the judicial system in 19th century Germany - The Exampla of Bavaria, in: Berger/Delivré, Popular Justice in Europa 1750-1870, Bologna 2014, S. 115 ff.

Löhnig, "Volksgerichte" in Austria (1945-1955), in: Berger/Delivré/Löhnig (Hrsg.), Popular Justice in Times of Transition (19th and 20th century Europe), Bologna 2017, S. 191 ff.

Löhnig, Entwicklungslinien in der strafprozessualen Laienbeteiligung in Deutschland in 19. und 20. Jahrhundert, in: Gerald Kohl/Ilse Reiter-Zatloukal (Hrsg.), Laien in der Gerichtsbarkeit - Geschichte und aktuelle Perspaktiven, Wien 2019.

Löhnig, Die Justiz im Kampf gegen das "besonders verwerfliche neuzeitliche Verbrechertum": Wuchergerichte und Wirtschaftskriminalität 1919-1924, in: Koch/Kubiciel/Löhnig (Hrsg.), Strafrecht zwischen Novemberrevolution und Weimarer Republik, Tübingen 2020, S. 139 ff.

Preisner, Bavarian drumhead-courts-martial and people's courts, in: Berger/Delivré/Löhnig (Hrsg.), Popular Justice in Times of Transition (19th and 20th century Europe), Bologna 2017, S. 127 ff.

Preisner, Die Rechtsprechungstätigkeit der bayerischen Volksgerichte (1918-1924), in: Koch/Kubiciel/Löhnig (Hrsg.), Strafrecht zwischen Novemberrevolution und Weimarer Republik, Tübingen 2020, S. 87 ff.

DFG-Graduiertenkolleg "Metropolität in der Vormoderne"

Prof. Dr. Martin Löhnig war als Mitantragsteller am DFG-Graduiertenkolleg 2337 "Metropolität in der Vormoderne" beteiligt.

Forschungskonzept

Metropolen sind die Landmarken für Urbanisierungsprozesse weltweit. Dabei unterliegt die Konstitution und Bedeutungsvielfalt von Metropolen, ihre ‚Metropolität‘, spezifischen historischen und kulturellen Bedingungen, die sich insbesondere in den letzten 150 Jahren unter dem Einfluss von Industrialisierung und Globalisierung dramatisch verändert haben. Während diese neueste Entwicklung bis in die Gegenwart durch Metropolitan Studies, Stadtsoziologie und Urbanistik intensiv erforscht wird, fehlen für die Vormoderne anschlussfähige und theoriegeleitete Forschungen. Dabei erscheint bereits in den ersten bekannten urbanen Kulturen im vorchristlichen Asien die prägende Wirkung einzelner städtischer Großzentren voll ausgebildet. In Europa gewinnen die Prozesse der Urbanisierung und Metropolisierung im griechisch-römischen Altertum dauerhaft an Dynamik und Bedeutung. Auffällig ist, dass es gerade europäische Städte sind, die zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert weltweit die größten Einwohnerzahlen aufweisen und dass diese Metropolen fast ausnahmslos auf römische Gründungen zurückgehen. Ausgehend von dieser Beobachtung, fragt das hier skizzierte Forschungsprogramm nach der longue durée der europäischen Metropole, nach Konstitution, Wirkung und Wandel des metropolitanen Status von der griechisch-römischen Antike bis zur Schwelle der Industrialisierung. In diesem langen Zeitraum spielen sich in Städten neue Vergesellschaftungs- und Wirtschaftsformen, Herrschaftstechniken und kulturelle Codes ein, die ihre Vorbilder und ‚Laboratorien‘ in den Metropolen finden. Vorbildlichkeit nach außen korrespondiert dabei notwendig mit metropolitanen Selbstzuschreibungen nach innen. Die durch Vor- und Selbstbildlichkeit konstituierten Geltungsansprüche als Metropole stehen in einem engen Wechselverhältnis zur Formierung und Ausdifferenzierung der metropolitanen Topographie, Gesellschaft und Kommunikation. Damit sind die leitenden Untersuchungsperspektiven des beantragten Graduiertenkollegs benannt, die nur multidisziplinär und unter Ausarbeitung gemeinsamer methodischer und thematischer Leitlinien erschlossen werden können. Metropolität, so die Arbeitshypothese der Antragsteller, zeichnet solche Städte aus, die einerseits zur symbolischen und funktionalen Bezugsgröße für Urbanisierungsprozesse in einem großen überregionalen Raum werden und zugleich für Bewohner und Außenstehende Bedeutungsüberschüsse und Identifikationspotenziale als Metropole anbieten.

Weitere Informationen finden Sie hier (--> (externer Link, öffnet neues Fenster))

Rechtsvereinheitlichung trotz Rechtsbindung? - Die Rechtsprechung des Reichsgerichts zu den Partikularrechten 1879-1899

Förderung: Exzellenzcluster 16 "Kulturelle Grundlagen von Integration" an der Universität Konstanz (EXC16) (abgeschlossen)

Mit dem am 1. Oktober 1879 in Leipzig eröffneten Reichsgericht wurde im Deutschen Reich ein reichseinheitliches Höchstgericht eingeführt. Mit der Schaffung dieses Gerichts korrespondierte jedoch nicht die Schaffung eines reichseinheitlichen Zivilrechts. Das bis heute geltende Bürgerliche Gesetzbuch trat vielmehr erst zum 1. Januar 1900 an die Stelle zahlreicher Partikularrechte und des Gemeinen Rechts. Martin Löhnig untersucht, wie das Reichsgericht mit dieser Rechtszersplitterung umgegangen ist. Hat das Gericht die Rechtsvielfalt bewahrt? Oder hat es Rechtsvereinheitlichung durch Rechtsprechung betrieben und dadurch zur inneren Reichsgründung beizutragen versucht? Und falls ja, mit welchen Mitteln und in welchen Bereichen?

Publikationen:

Löhnig, Rechtsvereinheitlichung durch Rechtsprechung? Zur Judikatur des Reichsgerichts 1879-1899, Tübingen 2012

Löhnig, Entwicklungspfade des Deliktsrechts: Zur Anwendung des österreichischen ABGB durch das deutsche Reichsgericht, ZEuP 2011, 890

Löhnig, Killing Legal Complexity - The jurisdiction of the German Reichsgericht in the first years of its existence, in: Donlan/Heirbaut, The Laws' Many Bodies, Berlin 2015, 249

Löhnig, Generalklauseln in der Rechtsprechung der österreichischen Senate des Reichsgerichts, BRGÖ 2017, 181

Löhnig, La giurisdizione suprema e la fonadazione interna dell'Impero tedesco, in: Gabriella Mangione/Lino Panzeri (a cura di),  Italia e Germania tra ottocento e novecento, Milano 2019, S. 11

BMJ-Projekt “Digitales Erbe (DErbe)”

Förderung: Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV) (abgeschlossen)

Das Ziel des Projektes ist es, im Sinne des Verbrauchers die Themen des digitalen Nachlasses aus rechtswissenschaftlicher (Verbraucherrecht, Datenschutzrecht, Erbrecht, Urheberrecht) und technischer Sicht allgemeinverständlich in Form einer Studie aufzubereiten, Benachteiligungen des Verbrauchers zu benennen und Empfehlungen zu geben, wie die Verbraucherfreundlichkeit im Rahmen der Vererbung digitaler Werte verbessert werden kann.

Partner: Frauenhofer Institut SIT, Universität Bremen

Publikationen:

Buchner/Löhnig/Waidner (Hrsg.), Der digitale Nachlass, Berlin 2020 (--> (externer Link, öffnet neues Fenster))

Naczinsky, Die digitale Vorsorge des Erblassers, ZEV 2020, 665

Naczinsky, Möglichkeiten der Nachlassbeteiligung im Hinblick auf den digitalen Nachlass, ZEV 2021, 227

Naczinsky, Der digitale Nachlass im internationalen Privatrecht, ZEV 2021, 677

DFG/Villa Vigoni: “Bürgerliches Recht im nachbürgerlichen Zeitalter”

Förderung: DFG/Villa Vigoni - Trilaterale Konferenzeen (abgeschlossen)

Das europäische Privatrecht hat sich in den letzten 100 Jahren vom Liberalen Privatrecht zum Sozialen Privatrecht entwickelt. Die Grundlagen hierfür wurden im deutsch-französisch-italienischen Diskurs der Zwischenkriegszeit gelegt. Weitere maßgebliche Impulse erfolgten im Faschismus und im Zuge der Europäischen Integration der drei Staaten nach 1945. Die Genese des heutigen Sozialen Privatrechts soll als Basis für weitere Forschungen erstmals umfassend analysiert werden.

Publikationen:

Löhnig, Zur Geschichte des Verbraucherrechts vom Abzahlungsgesetz (1894) bis zum Ausbruch der großen Verbraucherschutzdebatten der 1960er Jahre, in: Kannowski/Schmidt-Kessel (Hrsg.), Geschichte des Verbraucherrechts, Jena 2017, S. 91

Deroussin/Löhnig/Mazzarella/Wagner (eds.), Bürgerliches Recht im nachbürgerlichen Zeitalter, Band 1, Frankfurt/Main (Klostermann), 2022

Deroussin/Löhnig/Mazzarella/Wagner (eds.), Bürgerliches Recht im nachbürgerlichen Zeitalter, Band 2, Frankfurt/Main (Klostermann), 2023 [im Erscheinen]

Deroussin/Löhnig/Mazzarella/Wagner (eds.), Bürgerliches Recht im nachbürgerlichen Zeitalter, Band 3, Frankfurt/Main (Klostermann) [in Vorbereitung]

Entnazifizierung nationalsozialistischen Rechts - Zum Umgang mit Rechtsnormen aus den Jahren 1933-1945 in der Rechtsprechung nach 1945

Förderung: DFG im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes (abgeschlossen)

Nach 1945 galten weiterhin zahlreiche Rechtsnormen aus den Jahren 1933 - 1945, die auf Grundlage der nationalsozialistischen Ideologie erlassen wurden und weltanschauliche Wertungen erforderten. Untersucht wird, wie erstinstanzliche Richter im Wertevakuum der unmittelbaren Nachkriegszeit mit derartigen Normen umgegangen sind und wie sich in der Anwendung dieser Normen bis 1949 die Re-Ideologisierung und Spaltung Deutschlands bis hin zur Gründung zweier deutscher Staaten spiegelt.

Publikationen:

Löhnig, Ehelichkeitsanfechtung durch den Staatsanwalt (1938 - 1961), ZRG (Germ) 124 (2007), 323

Löhnig, Scheidungsalltag an einem erstinstanzlichen Gericht vor und nach dem „Zusammenbruch“: Die Amberger Scheidungsakten der Jahre 1944-1946, ZRG (Germ) 125 (2008), 501

Löhnig, Die Justiz als Gesetzgeber: Zur Anwendung nationalsozialistischen Rechts in der Nachkriegszeit, Regenstauf 2010

Löhnig (Hrsg.), Zwischenzeit - Rechtsgeschichte der Besatzungsjahre, Regenstauf 2011

Birndorfer, Der erstinstanzliche Prozessalltag 1938 bis 1949 anhand der Ehescheidungsakten des Landgerichts Amberg, Regenstauf 2013

Sonnenschein, Entnazifizierung nationalsozialistischen Arbeitsrechts - Die Rechtsprechung nordrhein-westfälischer Arbeitsgerichte 1945-1949, Regenstauf 2014

Löhnig, Re-Education by jurisdiction: On enforcing a Christian-occidental understanding of marriage in Western Germany after 1945, HSE (Historia Social y de la Educación / Social and Education History) 3 (2014), 133

Löhnig, Breaking with bourgeois rules and traditions: The divorce files of Eastern German courts in the late 1940es, Tijdschrift voor Rechtsgeschiedenis, 2015, 538

Löhnig, Neue Zeiten - Altes Recht: Die Anwendung von NS-Gesetzen durch deutsche Gerichte nach 1945, De Gruyter Oldenbourg, Berlin 2017

Ascher, Die Anwendung nationalsozialistischen Arbeitsrechts in der amerikanischen Besatzungszone, Regenburg 2018

Strohmaier, Der erstinstanzliche Prozessalltag in der Zeit von 1938 bis 1950 anhand der Ehescheidungakten des LG Ravensburg zu §§ 55 EheG 1938 und § 48 EheG 1946, Regensburg 2018

Meixner, Schwarzmarkt der Nachkriegszeit in Nürnberg aus einer juristischen Perspektive, Regensburg 2018

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